Verrechnungspreise im Spannungsfeld von Management, Controlling und Steuerabteilung


Seminararbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Abgrenzung

3. Verrechnungspreise aus betriebswirtschaftlicher Sicht
3.1 Funktionen und Ziele von Verrechnungspreisen
3.1.1 Erfolgsermittlungsfunktion
3.1.2 Koordinationsfunktion

4. Verrechnungspreise aus steuerlicher Sicht
4.1 Verrechnungspreise als Instrument internationaler Steuerplanung
4.2 Der Fremdvergleichsgrundsatz

5. Steuerliche Ermittlungsmethoden
5.1 Geschäftsvorfallbezogene Standardmethoden
5.1.1 Preisvergleichsmethode
5.1.2 Wiederverkaufspreismethode
5.1.3 Kostenaufschlagsmethode
5.2 Geschäftsvorfallbezogene Gewinnaufteilungsmethoden

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Verzeichnis der Verwaltungsanweisungen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Bedeutung von multinationalen Unternehmen ist vor allem aufgrund der Globalisierung der Weltwirtschaft drastisch gestiegen.[1] Es wird geschätzt, dass inzwischen 65% des weltweiten Handels innerhalb von international agierenden Konzernen fließt.[2] Die Ermittlung angemessener Verrechnungspreise stellen dabei sowohl die nationalen Finanzverwaltungen als auch die multinationalen Unternehmen vor steuerrechtliche Herausforderungen, da kein einheitliches globales Steuersystem existiert. Aus Sicht eines multinationalen Konzerns bietet die Verrechnungspreisgestaltung die Möglichkeit Gewinne steueroptimal in Niedrigsteuerländer zu verlagern, aber auch gleichzeitig die Gefahr sich dadurch einer Doppelbesteuerung auszusetzen.[3] Eine von Ernest & Young durchgeführte Befragung unter 877 multinationalen Unternehmen ergab, dass Verrechnungspreise noch vor der Steuerminimierung das wichtigste steuerliche Thema in 2010 darstellte.[4] Verrechnungspreise haben jedoch nicht nur eine steuerrechtliche Perspektive, sonder auch eine betriebswirtschaftliche Perspektive, bei der besonders die Koordinationsfunktion im Mittelpunkt steht.[5] Das erste Kapitel der vorliegenden Arbeit soll daher, als Einstieg in die Thematik, Verrechnungspreise inhaltlich und begrifflich abgrenzen, um anschließend ihre wesentlichen betriebswirtschaftlichen Funktionen darzustellen. Das dritte Kapitel soll herausarbeiten warum internationale Verrechnungspreise eine immense steuerliche Relevanz auslösen, bevor anschließend die Ermittlungsmethoden zur Ermittlung steuerlich angemessener Verrechnungspreise beschrieben werden.

2. Begriffliche Abgrenzung

Eine eindeutige übergreifende Definition des Begriffs Verrechnungspreise erweist sich als schwierig. Besonders in der betriebswirtschaftlichen Literatur existiert eine große Anzahl von verschiedenen Definitionen und Erklärungsversuchen.[6] So werden Verrechnungspreise auch häufig zum Teil synonym als Transferpreise oder Lenkpreise bezeichnet.[7] Ewert und Wagenhofer betonen die betriebswirtschaftliche Funktion von Verrechnungspreisen. Danach sind Verrechnungspreise definiert als „Wertansätze für innerbetrieblich erstellte Leistungen (Produkte, Zwischenprodukte, Dienstleistungen), die von anderen, rechnerisch abgegrenzten Unternehmensbereichen bezogen werden“.[8] Preise für Waren und Dienstleistungen bilden sich idealtypisch auf freien Märkten über den Wettbewerb durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Die Besonderheit bzw. Problematik von Verrechnungspreisen liegt nun darin, dass diese der Schaffung von fiktiven unternehmensinternen Märkten dienen. Verrechnungspreise sind demnach als ein Substitut für fehlende Marktpreise anzusehen, die zweckorientiert von der Unternehmensleitung festgelegt werden können.[9]

3. Verrechnungspreise aus betriebswirtschaftlicher Sicht

3.1 Funktionen und Ziele von Verrechnungspreisen

Als Wertansatz für unternehmensinterne Lieferungen und Leistungen können Verrechnungspreise eine Vielzahl verschiedener betriebswirtschaftlicher und steuerlicher Funktionen erfüllen. Die betriebswirtschaftliche Perspektive rückt dabei Verrechnungspreise als Instrument zur nachhaltigen Optimierung des Konzernergebnisses in den Fokus.[10] In der Betriebswirtschaft haben sich, neben weiteren Funktionen, die Erfolgsermittlung und Koordination als Hauptfunktionen von Verrechnungspreisen im Rahmen der internen Verwendung herauskristallisiert.[11]

3.1.1 Erfolgsermittlungsfunktion

Innerhalb eines Konzerns besteht aufgrund der einheitlichen Leitung vordergründig keine Veranlassung, für konzerninterne Leistungen einen angemessenen Preis zu bestimmen. Dennoch gibt es betriebswirtschaftliche Motive für eine sachgerechte Ermittlung des Erfolgs von jedem Konzernunternehmen oder jedem autonomen Unternehmensbereich. Zunächst einmal haben Verrechnungspreise maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Erfolgs autonomer Unternehmensbereiche oder rechtlich selbstständiger Konzernunternehmen, sofern Lieferungs- oder Leistungsbeziehungen bestehen. So bestimmt der Verrechnungspreis den Erlös des liefernden Bereichs und die Einstandskosten des beziehenden Bereichs.[12] So kann mit Hilfe von Verrechnungspreisen der Beitrag jedes Unternehmensbereiches am Gesamterfolg sichtbar nachvollzogen werden und bildet damit auch die Grundlage zur erfolgsabhängigen Leistungsbeurteilung des dezentralen Managements. Häufig ist ein Teil der Vergütung des Managements an den Bereichserfolg geknüpft.[13] Dadurch wird ein zusätzlicher extrinsischer Anreiz zur Maximierung des Bereichsgewinns geschaffen.[14] Die Sicherstellung des Erfolgs einzelner Bereiche soll deren Selbstständigkeit fördern und zu höherer Motivation führen. Die Aufteilung des Gesamterfolgs durch zentral vorgegebene Verrechnungspreise ermöglicht zusätzlich eine Rentabilitätskontrolle der Teilbereiche durch einen Soll/Ist Vergleich.[15] Zudem entfalten Verrechnungspreise auch eine verhaltenssteuerende Wirkung, indem sie die Kostentransparenz sowie das Kostenbewusstsein bei autonomen Bereichen fördern.[16]

3.1.2 Koordinationsfunktion

Aus Sicht des Controllings steht bei der Verrechnungspreisgestaltung die Koordinationsfunktion im Vordergrund.[17] Die Koordination durch Verrechnungspreise setzt eine dezentrale Organisationsstruktur mit einer Eigenverantwortlichkeit der Unternehmensbereiche für ihr operatives Geschäft voraus. Dies dürfte bei rechtlich selbstständigen Konzernunternehmen der Fall sein. Die Ermittlungsfunktion und die Koordinationsfunktion von Verrechnungspreisen sind dabei unmittelbar miteinander verbunden.[18] Erst die sachgerechte Ermittlung des Erfolgs einzelner Unternehmensbereiche bildet die Grundlage sowohl für Entscheidungen des Bereichsmanagement als auch der zentralen Geschäftsleitung, die strategische Maßnahmen oder Ressourcenzuteilungen daran knüpft.[19] Das Koordinationsproblem lässt sich aus dem Konflikt zwischen den Interessen des autonomen Bereichs und der Unternehmensleitung ableiten.[20] Durch die Beeinflussung des Bereichsgewinns über Verrechnungspreise sollen nun das Entscheidungsverhalten dezentraler Teilbereiche im Hinblick auf das übergeordnete Gesamtunternehmensziel gesteuert werden, indem der Marktmechanismus fiktiv auf das einzelne Unternehmen übertragen wird.[21] So sollen gerade marktpreisorientierte Verrechnungspreise eine gesamtoptimale Allokation knapper Ressourcen erreichen.[22] Ein höherer Verrechnungspreis kann das Verhalten des beziehenden Bereichs dahingehend koordinieren, die Bezugsmenge zu verringern oder die Güter fremd zu beziehen.[23]

[...]


[1] Vgl. OECD-RL 2010, S. 15.

[2] Vgl. Adams/Coombes, Transfer, 2003, S. 2.

[3] Vgl. OECD-RL 2010, S. 15.

[4] Vgl. Ernst & Young, Studie, S. 7. (Internetquelle).

[5] Vgl. Staubach, Einsatz, 2005, S. 1.

[6] Vgl. Coenenberg/Fischer/Günther, Kostenrechnung, 2009, S. 690.

[7] Vgl. Ewert/Wagenhofer, Unternehmensrechnung, 2008, S. 573.

[8] Ewert/Wagenhofer, Unternehmensrechnung, 2008, S. 573.

[9] Vgl. Osterloh/Frost, Funktionen, 1999, S. 34ff.

[10] Vgl. Macho/Steiner/Ruess, kompakt, S. 19.

[11] Vgl. Ewert/Wagenhofer, Unternehmensrechnung, 2008, S. 575.

[12] Vgl. Ewert/Wagenhofer, Unternehmensrechnung, 2008, S. 573.

[13] Vgl. Coenenberg/Fischer/Günther, Kostenrechnung, 2009, S. 692f.

[14] Vgl. Osterloh/Frost, Funktionen, 1999, S. 37.

[15] Vgl. Coenenberg/Fischer/Günther, Kostenrechnung, 2009, S. 693f.

[16] Vgl. Weber/Stoffels/Kleindienst, Internationale Verrechnungspreise, 2004, S. 15.

[17] Vgl. Horvarth, Steuerung, 2006, S. 569.

[18] Vgl. Göx, Lenkungspreissysteme, 2007, S.1910.

[19] Vgl. Ewert/Wagenhofer, Unternehmensrechnung, 2008, S. 573.

[20] Vgl. Göx, Lenkungspreissysteme, 2007, S. 1910.

[21] Vgl. Küpper, Controlling, 2005, S. 396.

[22] Vgl. Kutschker/Schmidt, Management, 2011, S. 1057.

[23] Vgl. Ewert/Wagenhofer, Unternehmensrechnung, 2008, S. 577.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Verrechnungspreise im Spannungsfeld von Management, Controlling und Steuerabteilung
Hochschule
Universität zu Köln  (Betriebswirtschaftliche Steuerlehre)
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V213906
ISBN (eBook)
9783656425281
ISBN (Buch)
9783656435860
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verrechnungspreise, spannungsfeld, management, controlling, steuerabteilung
Arbeit zitieren
Dominik van Elst (Autor), 2012, Verrechnungspreise im Spannungsfeld von Management, Controlling und Steuerabteilung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213906

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