"Ein echter Wiener geht nicht unter" – Die Sackbauer Saga

Inwieweit hat sich die Darstellung der Kultfamilie innerhalb der letzten 30 Jahre verändert?


Hausarbeit, 2011

19 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Serie und Film
2.1. Charaktere
2.2. Serie: „Ein echter Wiener geht nicht unter“
2.3. Film: „Echte Wiener – Die Sackbauer Saga“

3. Vergleich Serie und Film
3.1. Ästhetik und Gestaltung
3.2. Lebenswelten

4. Fazit

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

„Halt die Goschn, heast. Wenn ich red, hast du Pause.“ (Edmung Sackbauer)

Diese Aussage Edmund „Mundl“ Sackbauers traf Ende 2008 wieder zu. Der Serienklassiker der 1970er Jahre Ein echter Wiener geht nicht unter bekommt einen neuen Anstrich in Form eines Kinofilms. Ziemlich genau 30 Jahre nach der letzten Serienfolge, läuft Echte Wiener – Die Sackbauer Saga in den österreichischen Kinos an. Diese Arbeit soll sich der Frage widmen:

Inwieweit hat sich die Darstellung der Kultfamilie innerhalb der letzten 30 Jahre verändert?

Nicht nur ein kurzer inhaltlicher Überblick der Serie und des Films, sowie die Darstellung der wichtigsten Charaktere sind Teil dieser Arbeit, sondern auch eine gezielte Analyse der Darstellungsformen und der tiefere Blick hinter die inhaltlichen Themen.

Es ist klar, dass hier nicht nur eine Serie und ein Film verglichen werden, sondern auch eine zeitliche Diskrepanz von ca. 30 Jahren besteht. Aus diesem Grund soll diese Arbeit nicht die technischen Aspekte und die unterschiedlichen Produktionsbedingungen aufzeigen.

2. Serie und Film

Unabdingbar, zum richtigen Verständnis dieser vorliegenden Arbeit, ist eine Erklärung zu der Serie Ein echter Wiener geht nicht unter, welche von 1975 bis 1979 im ORF ausgestrahlt wurde und zu dem Films Echte Wiener – Die Sackbauer Saga, der im Jahr 2008 im Kino zu sehen war.

Hervor ging die Serie und der Kinofilm aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Autor, Ernst Hinterberger, des zu Grunde liegenden Buches „Salz der Erde“, sowie des Regisseurs Reinhard Schwabenitzky, welcher für die Regie der ersten 13 Folgen der Serie verantwortlich war.

2.1. Charaktere

Den gemeinsamen Alltag bestritten die nachfolgend aufgezählten Hauptcharaktere: Als Ehemann und Vater Edmund „Mundl“ Sackbauer, seine Frau Antonia „Toni“ Sackbauer und die zwei Kinder Johanna „Hanni“ und Karl „Karli“ Sackbauer.

Als weitere wichtige Handlungspersonen kommen Irma „Irmi“ Werner, die Karlis Freundin und spätere Ehefrau ist, sowie Franz „Franzi“ Vejvoda, der Hannis Freund ist und ihr späterer Verlobter wird.

Mundl, gespielt von Karl Merkatz, ist ein „typischer“ Wiener Proletarier. Von Beruf ist er Elektriker und seine Freizeitgestaltung findet im ansässigen Stemmverein statt. Charakterlich ist Mundl cholerisch und jähzornig. Dennoch zeigt sich im Serienverlauf, dass er trotz der cholerischen Anfälle seine Familie sehr liebt und er ein warmes Herz hat.

„Im Grunde seines Herzens ist er ein guter Kerl mir rauer Schale, der sein Leben lang versucht, gegen den Wechselstrom des Schicksals zu schwimmen. Aber vor allem ist Mundl ein echter Wiener mit allen positiven und negativen Eigenschaften, die das echte Wienertum ausmachen.“ (Ockermüller 2010:24)

Antonia „Toni“ Sackbauer verkörpert von Ingrid Burkhard, ist sozusagen die gute Seele der Familie. Sie hält diese zusammen und verzeiht ihrem Ehemann die häufigen verbalen Entgleisungen.

„Im Endeffekt ist Toni die letzte Instanz im Familienrat, auch wenn sie gescheit genug ist, das ihren Mundl nicht offensichtlich spüren zu lassen. Eine kluge Frau eben mit dem entsprechenden Durchsetzungsvermögen, das ihr in all den Jahren ihrer Ehe nicht abhandengekommen ist.“ (Ockermüller 2010: 39)

Johanna „Hanni“ Sackbauer (Erika Deutinger) ist die typisch junge Frau der 70er Jahre. Sie sehr oft launisch und schnell beleidigt. Durch ihre Beschäftigung mit dem Thema Emanzipation bringt sie Probleme in die männlich dominierte Familie. Jedoch hilft ihr „[…] der väterliche Dickschädel […]“ (Ockermüller 2010:96) sich in der männlich dominierten Familie zu behaupten. In der Beziehung zum Intellektuellen Franz Vejvoda

„[…] fühlt sie sich […] unterlegen, versucht aber aus eigenem Antrieb, mit ihm gleichzuziehen. Immerhin schafft sie es mit einem Schreibmaschinenkurs ihm zumindest beim Abtippen seiner Manuskripte hilfreich zur Seite zu stehen.“ (Ockermüller 2010: 96)

Karl „Karli“ Sackbauer wird von Klaus Rott dargestellt, Er kommt sehr nach seinem Vater Mundl, was sich in der cholerischen Art, den chauvinistischen Äußerungen und dem häufigen Bierkonsum widerspiegelt. Er „… schafft […] immerhin aus Eigeninitiative einen gewissen sozialen Aufstieg vom Staplerfahrer zum Hallenmeister.“ (Ockermüller 2010:62) Karli heiratet sehr früh

Irma Werner, mit der er im späteren Handlungsverlauf zwei Kinder hat.

Irma „Irmi“ Werner ist anfänglich Karlis Freundin und spätere Ehefrau. Sie stammt aus bürgerlichem Hause und wird als respektvoll und emotional dargestellt.

Franz „Franzi“ Vejvoda (Alexander Wächter), ist ein Nachwuchsdichter und Intellektueller. Er hat es sehr schwer sich in die Familie Sackbauer zu integrieren, da Mundl ihm gegenüber völlig abgeneigt ist. Von ihm wird er auch „Nudlaug“ oder „Dioptrienotto“ genannt. Er ist angestellt als Buchhalter in einer Firma und verschafft dort Mundl einen Arbeitsplatz.

Johann „Schani“ Sackbauer ist Mundls Bruder. Er wird gespielt von Rudi Schippel und muss den Sackbauers in Fragen zu Bürokratie und Geld zur Seite stehen. Er hat eine ähnliche Rolle wie Toni inne. „Schani ist der gute Onkel, der es immer wieder schafft, Frieden zu stiften und die heftigsten Zerwürfnisse halbwegs zu schlichten.“ (Ockermüller 2010: 121)

2.2. Serie: „Ein echter Wiener geht nicht unter“

Wie bereits erwähnt, wurde die Serie Ein echter Wiener geht nicht unter in den Jahren von 1975 bis 1979 im ORF ausgestrahlt.

Das Buch behandelt das Leben einer Arbeiterfamilie aus Wien und in ihr den scheiternden Protagonisten Edmund „Mundl“ Sackbauer.

Die Serie geht aber über die Handlung des Romans hinaus und erzählt nicht die Geschichte eines scheiternden Mundl, sondern die eines glücklich werdenden Familienoberhauptes. Serie und Roman decken sich auch nur über die ersten zwei Folgen. Insgesamt wurden 24 Folgen abgedreht und ausgestrahlt. Spiel- und Handlungsstätte ist der 10. Wiener Gemeindebezirk „Favoriten“, welcher als Wiens Arbeiterviertel gilt.

Die Serie hat ihren prägnanten Charakter durch die Rolle des Mundl bekommen. Der Mundl Schauspieler Karl Merkatz, konnte seine Vorstellung des Protagonisten in das Drehbuch einfließen lassen und dadurch der Figur des Edmund Sackbauers eine gute Seele verleihen. Familie Sackbauer beschäftigt sich in 24 Folgen mit Problemen des Alltags. Es geht um banale Dinge sowie auch um Anfänge verschiedener Umbruchszeiten der Gesellschaft. Folgend werden einige Hauptthematiken aufgezeigt.

Durch die Tochter Hanni wird beispielsweise die aufkommende Emanzipation der Frau in das Haus der Sackbauers getragen. Sie widmet sich mehr und mehr dem Thema des Frauenrechts, was unweigerlich zu Problemen mit ihrem Vater sowie ihrem Bruder führt.

Damit einhergehend ist die Infragestellung des Patriarchats. Mundl ist eigentlich der „Herrscher“ der Familie, steckt aber dennoch oft zurück und lässt seine Familie gewähren. Wie erwähnt ist Toni die gute Seele der Familie und vielleicht sogar die eigentliche Entscheidungsträgerin.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
"Ein echter Wiener geht nicht unter" – Die Sackbauer Saga
Untertitel
Inwieweit hat sich die Darstellung der Kultfamilie innerhalb der letzten 30 Jahre verändert?
Hochschule
Universität Salzburg  (Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Kontextualisierte AV-Analyse am Beispiel der Entwicklung von Fernsehserien
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V213928
ISBN (eBook)
9783656421825
ISBN (Buch)
9783656422242
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wiener, sackbauer, saga, inwieweit, darstellung, kultfamilie, jahre
Arbeit zitieren
Hendrik Stoltenberg (Autor:in), 2011, "Ein echter Wiener geht nicht unter" – Die Sackbauer Saga, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/213928

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