Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit den Funktionsprinzipien und der Ausgestaltung der relativen Einzelkostenrechnung.
Es handelt sich hierbei um ein noch relativ junges System der Kosten- und Erlösrechnung, welches im Bereich der Teilkostenrechnung einen völlig neuen Weg beschreitet. Aufgrund seiner innovativen Systematik ist es daher zweckmäßig, sich näher mit der relativen Ein-zelkostenrechnung zu befassen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Entstehung und Ziel
3 Einordnung in die Kosten- und Leistungsrechnung
4 Konzeption
4.1 Grundprinzipien
4.1.1 Identitätsprinzip und Kostenbegriff
4.1.2 Bezugsgrößenhierarchien
4.1.3 Schlüsselungsverzicht
4.2 Grundrechnung
4.2.1 Merkmale und Aufgabe
4.2.2 Aufbau
4.3 Auswertungsrechnung
4.3.1 Merkmale und Aufbau
4.3.2 Deckungsbeitragsrechnung
5 Anwendbarkeit in der Praxis
6 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Funktionsprinzipien sowie die praktische Ausgestaltung der von Paul Riebel entwickelten relativen Einzelkostenrechnung zu erläutern und ihre Rolle im Kontext der modernen Kosten- und Leistungsrechnung kritisch zu bewerten.
- Historischer Kontext und Entstehung des Systems
- Die Grundprinzipien: Identitätsprinzip, Bezugsgrößenhierarchien und Schlüsselungsverzicht
- Aufbau und Funktionsweise der Grund- sowie Auswertungsrechnung
- Anwendbarkeit, Chancen und Herausforderungen in der betrieblichen Praxis
Auszug aus dem Buch
Identitätsprinzip und Kostenbegriff
Die relative Einzelkostenrechnung ist durch mehrere Grundprinzipien gekennzeichnet, die im Folgenden näher erläutert werden. Als wichtigstes Prinzip lässt sich das Identitätsprinzip charakterisieren. Hierbei handelt es sich quasi um ein von Riebel modifiziertes Verursachungsprinzip, welches noch stärker auf dem Verursachungsgedanken beruht. Das Verursachungsprinzip in seiner ursprünglichen Form wird von Riebel abgelehnt. Dies begründet er damit, „daß zwischen den verzehrten Kostengütern und den entstandenen Leistungsgütern weder kausale noch finale Beziehungen bestehen können“ und damit „auch die Zurechnung von Kosten und Leistungen nicht mit dem Verursachungsprinzip […] begründet werden [kann].“ Statt des Verursachungsprinzips entwickelte Riebel das bereits angesprochene Identitätsprinzip, welches seiner Meinung nach die einzige optimale Lösung des Zuordnungsproblems darstellt. Das Identitätsprinzip verfolgt den Grundsatz, dass die betrieblichen Entscheidungen die eigentlichen Quellen der Kosten und Erlöse sowie letztendlich auch des Erfolgs sind. Es werden somit die Kosten und Erlöse auf ihre jeweiligen Entscheidungen zurückgeführt von denen sie ausgelöst wurden und dann denjenigen gegenübergestellt, die durch eine identische Entscheidung verursacht wurden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der relativen Einzelkostenrechnung ein und skizziert den Aufbau der Seminararbeit.
2 Entstehung und Ziel: Hier wird der Ursprung des Konzepts bei Paul Riebel und die Motivation hinter der Abkehr von herkömmlichen Vollkosten-Systemen dargelegt.
3 Einordnung in die Kosten- und Leistungsrechnung: Das Kapitel verortet die relative Einzelkostenrechnung innerhalb der Teilkostenrechnung und zeigt ihre Alleinstellungsmerkmale auf.
4 Konzeption: Dieses Hauptkapitel erläutert die theoretischen Grundpfeiler, den Aufbau der Grundrechnung sowie die Methoden der Auswertungsrechnung.
5 Anwendbarkeit in der Praxis: Hier werden die Vor- und Nachteile sowie die praktische Umsetzbarkeit des Systems im Unternehmensalltag diskutiert.
6 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Methode durch den digitalen Fortschritt.
Schlüsselwörter
Relative Einzelkostenrechnung, Paul Riebel, Identitätsprinzip, Bezugsgrößenhierarchien, Schlüsselungsverzicht, Kostenrechnung, Deckungsbeitragsrechnung, Betriebskontrolle, Teilkostenrechnung, Entscheidungsorientierung, Grundrechnung, Auswertungsrechnung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Funktionsprinzipien und die methodische Ausgestaltung der relativen Einzelkostenrechnung, ein von Paul Riebel entwickeltes System der Kosten- und Erlösrechnung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des Systems, die Abgrenzung zu anderen Kostenrechnungsverfahren sowie die praktische Implementierung und kritische Würdigung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die innovative Systematik der relativen Einzelkostenrechnung zu erklären und zu analysieren, warum sie als Alternative zur klassischen Vollkostenrechnung dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die auf den wesentlichen Beiträgen von Paul Riebel sowie einschlägiger betriebswirtschaftlicher Fachliteratur zum Controlling basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Grundprinzipien (Identitätsprinzip, Bezugsgrößen, Schlüsselungsverzicht), den Aufbau der Grundrechnung und die Möglichkeiten der Auswertungsrechnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind das Identitätsprinzip, die Bezugsgrößenhierarchie, der Schlüsselungsverzicht, die Deckungsbeitragsrechnung und die Entscheidungsorientierung.
Was ist der wesentliche Unterschied zwischen dem Verursachungsprinzip und Riebels Identitätsprinzip?
Riebel lehnt das Verursachungsprinzip ab, da er keine kausalen Beziehungen zwischen allen Kostengütern und Leistungsgütern sieht. Das Identitätsprinzip hingegen führt Kosten direkt auf die Entscheidungen zurück, die sie ausgelöst haben.
Warum spielt die elektronische Datenverarbeitung für die Zukunft des Konzepts eine Rolle?
Die manuelle Erfassung ist aufgrund der hohen Komplexität und Mehrdimensionalität der Daten sehr teuer. Moderne IT-Systeme ermöglichen eine effizientere Datenerhebung, wodurch die praktische Anwendbarkeit der relativen Einzelkostenrechnung deutlich steigt.
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- M.Sc. André Stockmann (Author), 2009, Funktionsprinzipien und Ausgestaltung der relativen Einzelkostenrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214159