Innerhalb einer Volkswirtschaft sind jegliche Steuern zur Umverteilung der Einkommen, zur Finanzierung des Staatshaushaltes und zur Lenkung wirtschaftlicher Prozesse von zentraler Bedeutung. Daher werden auch die Einkommen aus verrichteter Arbeit durch Lohnsteuern hierfür herangezogen. Daneben dienen Lohnnebenkosten zur sozialen Absicherung der Arbeitnehmer. Innerhalb der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bilden beide Abgaben zusammen die Differenz von Brutto- und Nettolohn.
Doch wie wirken die Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb eines polypolistischen Marktes genau und wie stellt sich das Ganze innerhalb eines monopolistischen Marktes dar? Um diese Fragen zu klären, wird im Abschnitt 2 als Einführung zunächst die Rolle und Verteilung der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb einer Volkswirtschaft diskutiert. In Abschnitt 3 folgt deren Wirkung innerhalb eines polypolistischen Marktes. Hierbei wird die Struktur der Lohnsteuern und der Lohnnebenkosten dargestellt, deren Bedeutung für den Markt und die einzelnen Marktteilnehmer beleuchtet und die Höhe diskutiert, bei der ein Optimum vorliegt bzw. vorliegen könnte. Es folgen darauf Erläuterungen zur neoklassischen, klassischen und keynesianischen Anschauung und der jeweiligen Argumentation für oder gegen Abgaben auf Einkünfte. Im sich anschließenden Abschnitt 4 wird der monopolistische Markt betrachtet. Die Wirkung der Lohn-nebenkosten und Lohnsteuern auf die Arbeitsnachfrage, aber auch auf das Arbeitsangebot wird erörtert, ebenso wie die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die dem Staat zukommende, spezielle Rolle.
Abschließend wird im fünften Abschnitt das Fazit gezogen und es werden sich ergebende Forschungsfragen angeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbetrachtung und Vorgehensweise
2. Die Rolle der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb einer Volkswirtschaft
2.1 Funktion und Legitimation
2.2 Steuersätze und Steuerkeile
3. Die Wirkung innerhalb eines polypolistischen Marktes
3.1 Die Struktur der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern
3.2 Die Bedeutung für den Markt und für den Lohn
3.3 Die Obergrenze eines ökonomisch sinnvollen Steuersatzes
3.4 Neoklassische, klassische und keynesianische Argumentation
4. Die Wirkung innerhalb eines rein monopolistischen Marktes
4.1 Die Arbeitsnachfrage und das Arbeitsangebot
4.2 Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen
4.3 Die spezielle Rolle des Staates
5. Fazit und sich ergebende Forschungsfragen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen Wirkmechanismen von Lohnsteuern und Lohnnebenkosten innerhalb verschiedener Marktformen. Das primäre Ziel ist es, theoretisch zu analysieren, wie diese Abgaben das Marktgleichgewicht, das Arbeitsangebot und die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt in polypolistischen sowie monopolistischen Strukturen beeinflussen und welche Rolle dabei staatlichen Steuerungsmaßnahmen zukommt.
- Funktion und gesellschaftliche Legitimation von Lohnnebenkosten
- Einfluss von Steuerkeilen auf das Marktgleichgewicht
- Vergleich neoklassischer, klassischer und keynesianischer Argumentationsmuster
- Analyse der Auswirkungen von Lohnnebenkosten im Monopolmarkt
- Die Laffer-Kurve und die Bestimmung einer ökonomischen Obergrenze für Steuersätze
Auszug aus dem Buch
3.3 Die Obergrenze eines ökonomisch sinnvollen Steuersatzes
Dem Staat obliegt daher die besondere Aufgabe, die Höhe der Lohnsteuern und Lohnnebenkosten so festzulegen, dass zum einen das Steueraufkommen möglichst hoch ist, zum anderen jedoch Arbeit und der daraus resultierende Lohn lukrativ bleibt. Hierbei kann es jedoch zu einem Problem kommen: „Dem aufkommenssteigernden Effekt eines höheren Steuersatzes wirkt […] ein aufkommenssenkender Effekt einer geringeren Bemessungsgrundlage entgegen“ (Wigger 2005: S.163). Dieser Effekt wird in dem folgenden Koordinatensystem deutlich. Der Kurvenverlauf wird nach Arthur Betz Laffer als Laffer-Kurve bezeichnet (vgl. Wigger 2005: S.163 f.).
Deutlich wird, dass bei einem Anstieg des Steuersatzes t zunächst auch die Steuereinnahmen S ansteigen. Die Elastizität des Steueraufkommens ist >1 (Stadermann 1992: S.265). Zu erkennen ist jedoch auch, dass der Anstieg abflacht, da die Bemessungsgrundlage geringer wird. Ab Punkt A wirkt dieser Bemessungsgrundlageneffekt so enorm, dass eine Erhöhung des Steuersatzes t nicht mehr zu einem Anstieg der Kurve führt. Ganz im Gegenteil: die Kurve fällt stark ab und geht gegen null. Die Elastizität des Steueraufkommens ist <1 (Stadermann 1992: S.265).
Ein zu hoher Lohnsteuersatz bewirkt, dass sich Arbeit nicht mehr lohnt. Es muss zu viel an den Staat abgeführt werden, als dass ein positiver Effekt der geleisteten Arbeit in Form eines existenzsichernden Einkommens hervorgeht. Daher sollte ein bestimmter kritischer Steuersatz nicht überschritten werden: Der Höhepunkt der Kurve im Punkt A geht einher mit t_max; hier ist das Maximum der Steuereinnahmen zu erzielen, Effizienzverluste liegen nicht vor. Jedoch ist in t_max lediglich die Obergrenze eines Steuersatzes gegeben, der ökonomisch noch sinnvoll ist. Ein optimaler Steuersatz liegt in t_max nicht vor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbetrachtung und Vorgehensweise: Einleitung in die Thematik der Lohnsteuern und Lohnnebenkosten sowie Erläuterung des methodischen Aufbaus der Untersuchung.
2. Die Rolle der Lohnnebenkosten und Lohnsteuern innerhalb einer Volkswirtschaft: Darstellung der Funktionen, der sozialen Legitimation sowie der theoretischen Einordnung als Steuerkeil im marktwirtschaftlichen System.
3. Die Wirkung innerhalb eines polypolistischen Marktes: Analyse der Markteffekte bei freiem Wettbewerb, unter Einbeziehung der Laffer-Kurve und verschiedener ökonomischer Denkschulen.
4. Die Wirkung innerhalb eines rein monopolistischen Marktes: Untersuchung der spezifischen Machtverhältnisse und der daraus resultierenden, ineffizienteren Produktionsmengen sowie der besonderen Rolle staatlicher Regulierung.
5. Fazit und sich ergebende Forschungsfragen: Abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf den empirischen Teil der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Lohnsteuern, Lohnnebenkosten, Steuerkeil, polypolistischer Markt, monopolistischer Markt, Arbeitsangebot, Arbeitsnachfrage, Wohlfahrtsverlust, Laffer-Kurve, Einkommenseffekt, Substitutionseffekt, Lohnstückkosten, Tarifautonomie, Beschäftigungsstand, staatliche Regulierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von Lohnsteuern und Lohnnebenkosten auf Arbeitsmärkte und die daraus resultierenden Konsequenzen für Beschäftigung und Wohlfahrt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die theoretische Modellierung von Arbeitsangebots- und nachfragefunktionen, die Wirkung von Steuerkeilen und die Unterschiede zwischen polypolistischen und monopolistischen Marktstrukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie Lohnabgaben das Marktgleichgewicht beeinflussen und unter welchen Bedingungen Steuersätze ökonomisch sinnvoll sind, um die Wohlfahrt und Beschäftigung nicht zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deduktive, mikroökonomische Modellanalyse, gestützt auf etablierte Theorien (z.B. Cobb-Douglas-Funktion, Laffer-Kurve) und Literaturanalysen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Wettbewerbsmärkten und Monopolmärkten, wobei jeweils die Auswirkungen von Lohnabgaben auf Löhne, Preise und die Beschäftigung mathematisch und grafisch hergeleitet werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Lohnnebenkosten, Steuerkeil, Marktgleichgewicht, Wohlfahrtsverlust, Laffer-Kurve sowie die Unterscheidung zwischen Polypol und Monopol.
Warum unterscheidet die Arbeit explizit zwischen Polypol und Monopol?
Da der Monopolist mehr Macht besitzt, die Produktionsmenge und den Preis zu bestimmen, wirken sich Lohnabgaben in dieser Marktform anders auf den Arbeitseinsatz aus als im polypolistischen Wettbewerb, was zu ineffizienteren Ergebnissen führt.
Was besagt die Laffer-Kurve in diesem Kontext?
Sie illustriert, dass die Steuereinnahmen bei einer weiteren Erhöhung des Steuersatzes sinken können, sobald eine kritische Grenze überschritten wird, da die Bemessungsgrundlage durch abnehmende Arbeitsanreize schrumpft.
- Arbeit zitieren
- Thomas Kopelke (Autor:in), 2011, Darstellung der Lohnsteuern und Lohnnebenkosten in theoretischen Modellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214195