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Selbstdarstellung der politischen Parteien in den Medien vor der Bundestagswahl 2002 -Wie 'amerikanisiert' ist der deutsche Wahlkampf?

Titel: Selbstdarstellung der politischen Parteien in den Medien vor der Bundestagswahl 2002 -Wie 'amerikanisiert' ist der deutsche Wahlkampf?

Magisterarbeit , 2003 , 99 Seiten , Note: 1,6

Autor:in: Jens Wegner (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Zum anderen sollen die medialen
und politischen Systemunterschiede zwischen der Bundesrepublik und den
USA dargestellt werden. Ausgehend von der Annahme, dass sich im deutschen
Wahlkampf amerikanische Methoden wiederfinden lassen, ist es sinnvoll, die verschiedenen
Rahmenbedingungen in beiden Ländern kurz zu umreißen. Dieser Abschnitt
dient dazu, Begriffe zu klären und Hintergründe zu erläutern, die zum besseren
Verständnis der anschließenden Untersuchung notwendig sind. Er soll jedoch
weder im Hinblick auf die Medientheorie noch auf die Systemunterschiede zwischen
der Bundesrepublik und den USA umfassende Erkenntnisse liefern, sondern beschränkt
sich auf die schlaglichtartige Darstellung der für das Verständnis der vorliegenden
Arbeit wesentlichen Aspekte.
In dem sich daran anschießenden Abschnitt soll der Begriff „Amerikanisierung“ genauer
durchleuchtet werden. Zu diesem Zweck werden zunächst die wesentlichen
Merkmale dargestellt, die mit diesem Terminus in Verbindung gebracht werden. Dabei
wird auch darauf eingegangen, wie ausgeprägt sich diese im Wahlkampf der USA
darstellen. Anschließend soll die Frage erörtert werden, ob der Begriff problemlos in
der wissenschaftlichen Diskussion verwendet werden kann, oder ob sich nicht der Terminus „Modernisierung“ besser eignet, um die Veränderungen in der deutsche
Wahlkampfführung zu umschreiben.
Schließlich wird der Wahlkampf der Parteien vor der Bundestagswahl 2002 untersucht.
Nach einer vorangehenden Darstellung der politischen Ausgangslage der jeweiligen
Partei sowie den verschiedenen Organisationsformen der Wahlkampfteams,
steht die Selbstdarstellung der Parteien in den Medien im Mittelpunkt der Untersuchung.
Gleichzeitig soll dabei gezeigt werden, in welcher Form die zuvor angesprochenen
Merkmale einer „Amerikanisierung“ im Bundestagswahlkampf 2002 wiederzufinden
sind. Abschließend widmet sich ein kurzer Überblick der Frage, ob es sich
bei den angeführten Merkmalen tatsächlich um neue Erscheinungen des Wahlkampfes
2002 handelt oder ob sie nicht auch schon im Vorfeld früherer Bundestagswahlen
zu beobachten waren.
Ziel der Arbeit ist es, die Wesensmerkmale des Bundestagswahlkampfes 2002 im
Hinblick auf den Begriff „Amerikanisierung“ zu charakterisieren und dem Leser einen
hinreichenden Eindruck über die Anwendbarkeit dieses Begriffs in der öffentlichen
und wissenschaftlichen Diskussion zu vermitteln.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema und Eingrenzung

1.2 Literatur und Forschungsstand

2. Rahmenbedingungen für einen Wahlkampf in den Medien

2.1 Verhältnis von Politik und Medien in der BRD

2.1.1 Aufgaben der Medien im demokratischen System

2.1.2 Rechtliche Grundlagen der Medien in der BRD

2.1.3 Mediatisierung der Gesellschaft?

2.1.4 Anpassung der Politik an die Regeln der Medien

2.1.5 Bedeutung der Medien für den modernen Wahlkampf

2.2 Systemunterschiede zwischen den USA und der BRD

2.2.1 Politische Unterschiede

2.2.2 Mediale Unterschiede

3. „Amerikanisierung“ – was ist das?

3.1 Merkmale der „Amerikanisierung“

3.1.1 Professionalisierung

3.1.2 Spindoctoring

3.1.3 Personalisierung

3.1.4 Themen- und Ereignismanagement

3.1.5 Meinungsforschung

3.1.6 Angriffswahlkampf

3.2 „Amerikanisierung“ oder „Modernisierung“?

4. Wahlkampf 2002

4.1 Die politische Ausgangslage zu Beginn des Wahlkampfes

4.2 Kampa, Kompetenzteam und Co. – Die Organisation des Wahlkampfes

4.3 Selbstdarstellung der Parteien in den Medien

4.3.1 Klassische Parteienwerbung

4.3.2 Medienstrategien

4.3.3 Internetpräsentation

4.3.4 Die Fernsehduelle

4.4 Alles anders? Ein Vergleich mit früheren Wahlkämpfen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Selbstdarstellung politischer Parteien in den Medien anlässlich der Bundestagswahl 2002. Ziel ist es zu analysieren, inwieweit deutsche Wahlkampfmethoden eine zunehmende „Amerikanisierung“ aufweisen und ob diese in Anbetracht der systemischen Unterschiede zur USA wissenschaftlich korrekt als solche bezeichnet oder eher als generelle Modernisierung verstanden werden kann.

  • Verhältnis von Politik und Medien im demokratischen System der BRD
  • Systemvergleich der Wahlkampfbedingungen in den USA und Deutschland
  • Theoretische Einordnung der Merkmale einer „Amerikanisierung“ (z.B. Professionalisierung, Spindoctoring)
  • Analyse der Wahlkampfstrategien und der Selbstdarstellung der Parteien 2002
  • Vergleich der Wahlkampfmethoden 2002 mit früheren Bundestagswahlkämpfen

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Professionalisierung

Unter Professionalisierung des Wahlkampfes wird eine Zentralisierung der Wahlkampagne verstanden. Dadurch sollen Wahlkampfmaßnahmen besser koordiniert und ein einheitlicher Auftritt von Partei und Kandidaten gegenüber den Medien gewährleistet werden. Um diese Ziele zu erreichen, bedienen sich die Parteien zunehmend professioneller Hilfe. Die Leitung der Kampagnen übernehmen nicht mehr nur Parteifunktionäre, sondern unabhängige Medienprofis, die oft nicht einmal der Partei angehören. So gehört für Schulz zur Professionalisierung des Wahlkampfes, dass „die Aufgaben engagierter Parteisoldaten von Experten für die Diagnose und Steuerung der öffentlichen Meinung, wie Meinungsforscher, Medienberater, Werbe- und Public-Relations-Agenturen übernommen werden“ 84. Die Kampagnenorganisation wird damit zunehmend aus den Parteien hin zu Medienspezialisten verlagert, die außerhalb des politischen Systems stehen85.

Das wohl prominenteste Beispiel für die Professionalisierung des Wahlkampfes in der Bundesrepublik stellt bisher die erstmals 1998 eingerichtete Wahlkampfzentrale der SPD, Kampa, dar. Zu ihren Aufgaben gehörten unter anderem Medienberatung, Pressearbeit, Werbung, Gegnerbeobachtung, Unterstützung der Kandidaten bei Veranstaltungen und die Auswertung der Ergebnisse von Meinungsforschungsinstituten86. Daneben bestand eine bedeutende Leistung in der Koordination der traditionellen Parteigremien für die Wahlkampfführung. Doch auch die Parteien, bei denen die Organisation des Wahlkampfes vorrangig noch in den Parteigremien angesiedelt ist, greifen verstärkt auf die Hilfe unabhängiger Werbeagenturen zurück87. Pfetsch und Schmitt-Beck stellen allerdings fest: „Der Trend zur Professionalisierung und Zentralisierung der Wahlkampforganisation ist aufgrund der unterschiedlichen ideologischen Festlegungen nicht in allen Parteien gleich weit fortgeschritten“ 88.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Forschungsfrage nach dem Ausmaß der „Amerikanisierung“ des deutschen Bundestagswahlkampfes 2002 und erläutert die methodische Herangehensweise sowie den Forschungsstand.

2. Rahmenbedingungen für einen Wahlkampf in den Medien: Analysiert die Mediatisierung der Politik sowie die politischen und medialen Systemunterschiede zwischen den USA und Deutschland als Basis für den Wahlkampf.

3. „Amerikanisierung“ – was ist das?: Erörtert zentrale Merkmale der Amerikanisierung wie Professionalisierung, Spindoctoring und Personalisierung und stellt diese kritisch in den Kontext der Modernisierung.

4. Wahlkampf 2002: Untersucht empirisch die Strategien, Organisation (Kampa/Arena 02) und Selbstdarstellung der Parteien sowie den Vergleich zu früheren Wahlkämpfen.

5. Fazit: Führt die Ergebnisse zusammen und kommt zum Schluss, dass der Begriff „Modernisierung“ zur Beschreibung der Veränderungen treffender ist als „Amerikanisierung“.

Schlüsselwörter

Bundestagswahl 2002, Amerikanisierung, Wahlkampf, Professionalisierung, Spindoctoring, Personalisierung, Medienstrategien, Politische Kommunikation, Mediengesellschaft, Wahlwerbung, Fernsehduell, Parteien, Wahlkampfstrategien, Mediatisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wahlkampfstrategien der politischen Parteien bei der Bundestagswahl 2002 unter besonderer Berücksichtigung der Frage, ob eine „Amerikanisierung“ des Wahlkampfes stattgefunden hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung umfasst die Rolle der Medien in der Demokratie, die Systemunterschiede zwischen den USA und Deutschland, die theoretische Definition der „Amerikanisierung“ sowie die praktische Umsetzung der Wahlkampfstrategien 2002.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, in welchem Ausmaß Methoden amerikanischer Wahlkampfführung im deutschen Wahlkampf übernommen wurden und ob die wissenschaftliche Bezeichnung „Amerikanisierung“ oder „Modernisierung“ für diese Entwicklung angemessener ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine Fallstudie durch, die auf der Analyse vorhandener Fachliteratur, einer Sekundäranalyse von Untersuchungsergebnissen sowie einer Auswertung von Medienberichten und parteiinternem Material basiert. Zudem flossen Experteninterviews mit Wahlkampfmanagern ein.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Rahmenbedingungen für Medienwahlkämpfe, die theoretischen Merkmale der „Amerikanisierung“, die Organisation der Wahlkampfteams sowie die konkrete Selbstdarstellung (Parteienwerbung, Internetauftritt, Fernsehduelle) der Parteien im Jahr 2002 analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören neben der „Amerikanisierung“ und „Modernisierung“ vor allem Professionalisierung, Spindoctoring, Personalisierung und Mediatisierung.

Wie unterschied sich die Organisation der SPD von der der anderen Parteien?

Die SPD setzte mit der „Kampa 02“ auf eine professionelle, organisatorisch ausgegliederte Wahlkampfzentrale, während andere Parteien wie die Union (im Konrad-Adenauer-Haus) oder die Grünen (in der Parteizentrale) traditionellere Organisationsstrukturen wählten.

Welche Bedeutung hatten die Fernsehduelle für den Wahlkampf?

Die Fernsehduelle stellten ein Novum dar und führten zu einer Zuspitzung der Personalisierung, da sie dem Massenpublikum den direkten Vergleich zwischen Schröder und Stoiber ermöglichten und die mediale Aufmerksamkeit stark auf die Kanzlerkandidaten fokussierten.

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Details

Titel
Selbstdarstellung der politischen Parteien in den Medien vor der Bundestagswahl 2002 -Wie 'amerikanisiert' ist der deutsche Wahlkampf?
Hochschule
Universität Potsdam  (Politik)
Note
1,6
Autor
Jens Wegner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
99
Katalognummer
V21420
ISBN (eBook)
9783638250481
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstdarstellung Parteien Medien Bundestagswahl Wahlkampf
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Wegner (Autor:in), 2003, Selbstdarstellung der politischen Parteien in den Medien vor der Bundestagswahl 2002 -Wie 'amerikanisiert' ist der deutsche Wahlkampf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21420
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Leseprobe aus  99  Seiten
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