(Analytische und statistische) Verfahren der Kostenplanung: Gegenüberstellung und Beurteilung aus der Sicht des Controlling


Hausarbeit, 2001
23 Seiten, Note: gut bestanden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Kostenplanung unter Anwendung statistischer Verfahren
2.1 Erfassung der nach Kostenarten differenzierten Istkosten und Istbezugsgrößen
2.2 Bestimmung von Sollkostenfunktionen über statistische Auswertungs- verfahren
2.2.1 Grafische Auswertung : Das Streupunktdiagramm
2.2.2 Das Hochpunkt-Tiefpunkt-Verfahren anhand zweier Wertepaare
2.2.3 Regressionsanalyse nach der Methode der kleinsten Quadrate
2.3 Bewertung der Anwendbarkeit der verschiedenen Methoden

3 Die Planung der Kosten mit Hilfe der analytischen Kostenplanung
3.1 Methoden zur technisch-kostenwirtschaftlichen Analyse des Produktions- prozesses
3.2 Die mehrstufige analytische Kostenplanung
3.3 Die einstufige analytische Kostenplanung
3.4 Bewertung der ein- und der mehrstufigen analytischen Kostenplanung

4 Gegenüberstellung der statistischen und analytischen Verfahren

5 Beurteilung der Kostenplanung aus der Sicht des Controlling

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb. 1: Streupunktdiagramm mit einer freihand eingezeichneten Sollkostengerade

Abb. 2: Beispiel für eine mehrstufig aufgebaute Sollkostenfunktion

Abb. 3: Graphische Darstellung der einstufigen analytischen Kostenplanung

Tabellenverzeichnis

Tab. 1

1 Einleitung

Die Kostenplanung ist ein wichtiges Instrument, welches dem Controlling als Grundlage zur Planung, Steuerung und Kontrolle von betrieblichen Prozessen dient. Sie unterstützt das Controlling bei der Aufstellung von Messgrößen, hilft bei der Analyse und Kontrolle von Abweichungen im Soll-/Istvergleich und hat auch den Charakter einer Dokumentations- und Informationsfunktion.

Ziel dieser Hausarbeit ist die Darstellung und der Vergleich der unterschiedlichen statistischen und analytischen Verfahren der Kostenplanung und die Beurteilung der Verfahren auf ihre Praxistauglichkeit. Des weiteren soll die Kostenplanung als Ganzes aus der Perspektive des Controlling beurteilt werden. Dazu wurden Sachliteratur und Aufsätze über die verschiedenen Techniken der Kostenplanung und Praxisbeispiele über die Durchführung einer Kostenplanung ausgewertet.

In den Kapiteln 2 und 3 werden die unterschiedlichen Verfahren der statistischen und der analytische Kostenplanung erläutert und die einzelnen Methoden nach Vor- und Nachteilen bezüglich der Durchführbarkeit untersucht. Kapitel 4 stellt die analytischen Verfahren der Kostenplanung den statistischen Verfahren gegenüber und diskutiert die Probleme und Vorzüge beider Methoden. Die Beurteilung der Kostenplanung aus der Sicht des Controlling erfolgt in Kapitel 5 und soll abschließend die Notwendigkeit der Kostenplanung für das Controlling darstellen.

2 Kostenplanung unter Anwendung statistischer Verfahren

2.1 Erfassung der nach Kostenarten differenzierten Istkosten und Istbezugsgrößen

In der statistischen Kostenplanung werden aus den Istkosten vergangener Perioden mit Hilfe statistischer Auswertungsverfahren Plankosten abgeleitet.

Der erste Schritt ist hierbei die Erfassung der Istdaten. Diese bestehen aus den nach Kostenarten aufgeteilten Istkosten und den Istbezugsgrößen aller Kostenstellen, die Inhalt einer Kostenplanung sind. In der Regel wird eine Verfügbarkeit von 12 Monaten für diese Daten vorgesehen, um Einflüsse, die jahreszeitlich oder saisonal bedingt sind, zu eliminieren. Je länger aber der Betrachtungszeitraum ist, desto höher ist die Sicherheit der statistischen Auswertung.

Im zweiten Schritt werden die zusammengetragenen Istkosten um Einflussgrößen berei- nigt, welche die Istkosten verzerren. Mögliche Einflüsse auf das Mengengerüst sind:

1. Fehlkontierungen
2. Kostenstöße
3. Kostenremanenzen
4. Sprungkosten
5. Veränderung der Kostenstruktur
6. Unwirtschaftlichkeiten

Festgestellte Fehlkontierungen sollten auf andere Kostenstellen umgebucht werden. Kostenstöße, d. h. Kostenbeträge, die in größeren Abständen anfallen und so die statisti- sche Auswertung beeinflussen, müssen zeitlich abgegrenzt werden. Hierzu zählen z. B. außerordentliche Instandhaltungsmaßnahmen. Wenn diese beispielsweise alle zwei Jah- re durchgeführt werden und gerade in den Betrachtungszeitraum fallen, müssen die Istkosten um die Hälfte des Betrags für die Instandhaltungsmaßnahme bereinigt werden.

Remanente Kosten, die erkannt werden, müssen um ihre Beträge aus den Istkosten herausgerechnet werden; dabei ist die Auswertung von Istkosten sehr schwer, denn die Kostenverursachung - mit besonderem Augenmerk auf dem Personaleinsatz - muß genau analysiert werden. Entstehen in der Bezugsperiode Sprungkosten, z. B. durch Fixkostensprünge augrund steigender Beschäftigung, so sind die Istkosten der vorangegangenen Monate an die neue Kapazität anzupassen.1

In der Praxis werden sprungfixe Kosten, die aufgrund zusätzlicher Schichten anfallen, für die Anzahl der Schichten, die geplant war, fixiert. Sie werden für die Zusatzschicht proportional und so bei Nichtauslastung der Schicht als unwirtschaftliche Abweichung gezeigt und sind so auch aus den Istkosten zu eliminieren.2

Veränderungen in der Struktur der Kosten durch Umstellungen in der Organisation und Rationalisierungsmaßnahmen können dann bereinigt werden, wenn der Umfang der Maßnahmen dies zulässt. Auf jeden Fall müssen die Istkosten, die vor den besagten Maßnahmen angefallen sind, an die neue Kostenstruktur angepasst werden. Hat sich die Kostenstruktur wesentlich geändert, ist der betroffene Betrachtungszeitraum für die statistische Auswertung unbrauchbar geworden, da diese nur geringe Veränderungen der Kostenstruktur berücksichtigen kann.

Des weiteren müssen Unwirtschaftlichkeiten herausgerechnet werden, die im Betrachtungszeitraum zu überhöhten Kosten geführt haben. Hierbei handelt es sich um Kosten, die in der Zukunft vermieden werden können.3

Die Unwirtschaftlichkeiten werden in der Praxis so behandelt, dass beispielsweise der mit den Methoden der statistischen Kostenplanung errechnete Wert um einen pauschalen Abschlag (z. B. 10%) vermindert wird. Damit können Soll-Vorgaben bezüglich der Wirtschaftlichkeit berücksichtigt werden.

Es sind aber auch Preissteigerungen in Betrachtung zu ziehen, die, sofern sie in der Be- zugsperiode bzw. im Planungszeitraum auftreten, hineingerechnet werden müssen.4

Im dritten Schritt der statistischen Kostenplanung werden die Istkosten auf ein einheitli- ches Preis- und Lohnniveau umgerechnet. Hierbei ist es zweckmäßig, die Istkosten auf die geplanten Preise und Löhne umzurechnen, entsprechend der Kostenplanung des Planungszeitraums.

Sind die Istkosten - bereinigt um kostenbeeinflussende Größen und die Istbezugsgrößen des Bezugszeitraums - erfasst worden, werden mit Hilfe der statistischen Auswertungsverfahren Sollkostenfunktionen bestimmt.5

2.1 Bestimmung von Sollkostenfunktionen über statistische Auswertungsver- fahren

Bei den statistischen Verfahren der Kostenplanung werden zur Ableitung der Plankos- ten mathematisch-statistische Methoden zur Hilfe genommen. Zu diesen Methoden zäh- len:

- Verwendung des Durchschnittes der Vergangenheitswerte als Plankostenwert
- Methoden mit Ermittlung von Kostenfunktionen
- Streupunktdiagramm (Ausgleichsgerade)
- Regressionsrechnung
- Hochpunkt-Tiefpunkt-Methode

Liegen sehr konstante Verhältnisse in Bereichen des Betriebs vor, d. h. sind diese Bereiche bezüglich der Kosten keinen ausschlaggebenden Schwankungen unterworfen, kann der Durchschnittswert der Vergangenheit als Plankostenwert, also als zukünftiger Wert der Kostenplanung angesetzt werden.

Bei den Methoden der Kostenfunktionsermittlung wird unterstellt, dass der funktionale Zusammenhang zwischen Kosten und bestimmten Einflussfaktoren konstant geblieben ist und es zukünftig auch bleiben wird. Es wird eine mathematische Funktion zwischen den Kosten und bestimmten Bezugsgrößen (Einflussgrößen) abgeleitet.6

Dieser Aufsatz beschränkt sich auf die mathematischen Methoden, da diese in der Pra- xis weiter verbreitet sind und unterstellt wird, dass die Ermittlung des Plankostenwertes mit Hilfe der Durchschnittswerte der vergangenen Perioden einer größeren Vertiefung nicht bedarf.

2.2.1 Grafische Bestimmung: Das Streupunkt-Diagramm

Das Streupunkt-Diagramm ist das einfachste statistische Auswertungsverfahren. Auf der Ordinate befinden sich die bereinigten Istkosten und auf der Abszisse die Istbezugsgrößen. Für jede Kostenart muss ein eigenes Streupunktdiagramm erstellt werden, da die Kostenplanung nach Kostenarten unterteilt werden muss.

Die Sollkostenfunktionen entstehen dadurch, dass durch die Punktwolken der Kostenpunkte eine Gerade gelegt wird, welche die Streuung der Kostenpunkte nach Augenmaß am besten neutralisiert.

Der Abstand zwischen dem Koordinatenursprung und dem Schnittpunkt der Geraden mit der Ordinate stellt den Anteil der fixen Kosten dar.

Durch die Steigung der Geraden lässt sich die Höhe der proportionalen Kosten bestim- men.7 C. Nebelug hat vorgeschlagen, dass zuerst der arithmetische Mittelwert der Istkosten und der arithmetische Mittelwert der Istbezugsgrößen gebildet wird. Dann ist um den fixierten Durchschnittspunkt, der aus den beiden Mittelwerten resultiert, eine Gerade so lange zu drehen, bis der Ausgleich richtig erscheint.

Das Ergebnis der Streupunkt-Diagramme, die ermittelten linearen Kostenfunktionen, werden als Sollkostenfunktionen vorgegeben. Konnten bei der Bereinigung der Istkosten Unwirtschaftlichkeiten nicht erfasst werden, so werden diese, sofern es möglich ist, aus den Sollkostenfunktionen, die aus den Streupunkt-Diagrammen abgeleitet worden sind, herausgerechnet.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb 1: Streupunktdiagramm mit einer freihand eingezeichneten Sollkostengerade Quelle: Vgl. Pentzek, D. (1996) S. 77

2.2.2 Das Hochpunkt-Tiefpunkt-Verfahren anhand zweier Wertepaare

Das Hochpunkt-Tiefpunkt-Verfahren, in der amerikanischen Literatur als „High-Low- Points-Method“ beschrieben, ist ein weiteres statistisches Auswertungsverfahren, welches der mathematischen Kostenauflösung von E. Schmalenbach entspricht.

Bei diesem Verfahren werden von den Istkosten und deren zugehörigen Istbezugsgrö- ßen zwei Wertepaare ausgewählt, bei denen die Istbezugsgrößen einen möglichst gro- ßen Abstand aufweisen. Wenn man die Koordinaten der Einfachheit halber mit K1, B1 und K2 und B2 bezeichnet, wobei K für die Istkosten und B für die Istkostenbezugsgrö- ßen stehen, so errechnen sich die proportionalen Kosten pro Bezugsgrößeneinheit fol- gendermaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Kilger, W. (1994) S. 341-342, so auch Haberstock, L. (1995) S.226-227 2

2 Vgl. Meyer, A. (1988) S. 57

3 Vgl. Kilger, W. (1994) S. 342, so auch Mensch, G. (1998) S.98-99 und Schweitzer, M./Küpper, H.-U. (1998) S. 258

4 Vgl. Mensch, G. (1998) S. 99

5 Vgl. Kilger, W. (1994) S. 342-343

6 Vgl. Mensch, Gerhard (1998) S. 97-98

7 Vgl. Pentzek, D. (1996) S. 76, so auch Kilger, W. (1994) S. 343 und Mensch, G. (1998) S. 113-114 und Haberstock, L. (1995) S. 227-228 und Schweitzer, M./Küpper, H.-U. (1998) S. 257

8 Vgl. Kilger, W. (1994) S.343

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
(Analytische und statistische) Verfahren der Kostenplanung: Gegenüberstellung und Beurteilung aus der Sicht des Controlling
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin  (Fachbereich Wirtschaft)
Veranstaltung
Controlling
Note
gut bestanden
Autor
Jahr
2001
Seiten
23
Katalognummer
V21423
ISBN (eBook)
9783638250504
Dateigröße
594 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Kostenplanung ist ein wichtiges Instrument, welches dem Controlling als Grundlage zur Planung, Steuerung und Kontrolle von betrieblichen Prozessen dient. Sie unterstützt das Controlling bei der Aufstellung von Messgrößen, hilft bei der Analyse und Kontrolle von Abweichungen im Soll-/Istvergleich und hat auch den Charakter einer Dokumentations- und Informationsfunktion.
Schlagworte
Verfahren, Kostenplanung, Gegenüberstellung, Beurteilung, Sicht, Controlling
Arbeit zitieren
Daniel Pantel (Autor), 2001, (Analytische und statistische) Verfahren der Kostenplanung: Gegenüberstellung und Beurteilung aus der Sicht des Controlling, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21423

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