J.W. Goethe „Die Leiden des jungen Werther“. Das Motiv des Leidens


Hausarbeit, 2012
13 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Allgemeine Daten zum Roman

3. Darstellung Werthers Leiden im Roman
3.1. Leiden an den Ambivalenzen der Liebe
3.2. Leiden an der Gesellschaft
3.3. Leiden an der Literatur
3.4. Leiden an der Natur

4. Fazit

5. Literaturliste

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit möchte ich mich mit dem Thema „Das Motiv des Leidens im Roman von J.W. Goethe 'Die Leiden des jungen Werther'“ auseinandersetzen. Als Erstes möchte ich allgemeine Daten über den Roman – seine Entstehung und die Einordnung in die literaturgeschichtliche Epoche des ‚Sturm und Drang’, die Präsenz Goethes privaten Begebenheiten in dem Roman sowie den Standpunkt der Forschungsliteratur – darstellen.

Das Motiv des Leidens zieht sich wie ein roter Faden durch Goethes Jugendroman. Bereits die Worte „die Leiden“ im Titel signalisieren das Thema und den Leitgedanken des Romans. So führt mich der Titel des Werks auf die Fragen: Was bedeuten die Worte „die Leiden“ allgemein? Und, was sind die Ursachen für Werthers Leiden?

Leid ist ein psychischer oder seelischer Schmerz, aufgrund eigener Erfahrungen und Erlebnisse, die Leiden sind das Erleben dieses Schmerzes oder Kummers. Vor diesem Hintergrund kann man attestieren, dass Werthers Leiden aus einem seelischen Schmerz resultieren, den er durch ein oder mehrere Unglückserlebnisse erlitten hat. Diese Fragestellung möchte ich im Hauptteil meiner Arbeit diskutieren und überlegen, welche leidvollen und seine Seele betreffenden, schmerzhaften Erfahrungen Werther gemacht hat und welche Konsequenzen sie mit sich gebracht haben.

Zum Schluss folgt eine kurze Zusammenfassung.

2. Allgemeine Daten zum Roman

Goethes ‚Werther’ hat eine spektakuläre literarische Wirkungsgeschichte erlebt. Die Erstausgabe des Briefromans erschien 1774 in Leipzig und wurde innerhalb kürzester Zeit zu einem Bestseller und „Kultbuch“. Die zweite überarbeitete Fassung kam 1787 heraus. Das Buch gab die Gefühle, die Weltanschauungen der Menschen seiner Zeit wieder und beeinflusste ihren Lebensstil, indem sie die Sprache und die Lesegewohnheiten des Helden nachahmten. Selbst der grausame Ausgang der Geschichte zog labile Charaktere an und löste bei der Jugend eine Selbstmordwelle aus. Diese entsetzliche Tat erwies sich in der Epoche des „Sturm und Drang“ als Folge eines von Gefühlen überfluteten Lebens.

So ist das Werk „Die Leiden des jungen Werthers“ aus literaturgeschichtlicher Sicht der Epoche des ‚Sturm und Drang’ zuzuordnen, die in den 70-er und 80-er Jahren des 18. Jh. datiert. Die Literatur dieser Jahre war gegen die Willkür und den Despotismus des fürstlichen Adels gerichtet und stellte eine leidenschaftliche Forderung nach der Freiheit der Persönlichkeit dar. Außerdem proklamierten die Anhänger des Sturm und Drang den Freundschafts-, Gefühls- und Naturkult. Sie sehnten sich nach einem gefühlsbetonten und lyrisch emotionalen Leben in der Natur. Die Novelle ,,Die Leiden des jungen Werther“ enthält viele Merkmale dieser Strömung. Goethes Protagonist äußert seine feurigen Liebesgefühle zu Lotte in den Briefen an seinen Freund, die Schönheit der Natur erlebt er sehr intensiv, sie gibt ihm Kraft, die betrübenden, unglücklichen Ereignisse und bürgerlichen Beziehungen zu bewältigen. Werthers Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen und politischen Ordnung kommt immer wieder zum Ausdruck.

Dass wahre Geschichten aus Goethes privatem Leben den Hintergrund des Romans darstellten, trug zu der immensen Popularität des Buches bei und weckte großes Interesse bei Literaturwissenschaftlern. Laut Paul Julius Möbius (1989), Christoph Jürgensen und Ingo Irsigler (2010) u. a. lassen sich viele Personen und Ereignisse in dem Roman entschlüsseln und zuordnen. So erlebte Goethe selbst eine unglückliche Liaison, als er sich in eine bereits verlobte Frau – Charlotte Buff – verliebte. Um sein Leiden an der hoffnungslosen Liebe zu lindern, zog er um und verliebte sich erneut, diesmal in die junge Maximiliane von la Roche, die später jedoch einen anderen heiratete. Goethes Protagonist flieht ebenso von seiner aussichtslosen Liebe zu einer mit einem anderen Mann verlobten Frau, kehrt aber nach einem Jahr wieder zurück und aufgrund der Unfähigkeit seine Leiden zu tragen, entscheidet er sich für den Freitod. Die Episode des Selbstmordes wird auf den Suizid von Goethes Studienfreund Karl Wilhelm Jerusalem zurückgeführt, der sich in eine verheiratete und für ihn unerreichbare Frau verliebte. Eine sehr umfangreiche Darstellung der Ereignisse aus Goethes Leben und ihrer Verbindung zu dem Roman liefert Horst Flaschka (1987) in der Ausgabe „Goethes ‚Werther’“.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
J.W. Goethe „Die Leiden des jungen Werther“. Das Motiv des Leidens
Hochschule
Universität Hamburg  (Fakultät für Geisteswissenschaften. Sprache, Literatur und Medien)
Veranstaltung
Literatur des Sturm und Drang
Note
2
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V214315
ISBN (eBook)
9783656425847
ISBN (Buch)
9783656433934
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Die Leiden des jungen Werthers, Goethe Werther
Arbeit zitieren
Natalya Kliewer (Autor), 2012, J.W. Goethe „Die Leiden des jungen Werther“. Das Motiv des Leidens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214315

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