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Die konstruierte Authentizität im Dokumentarfilm

Am Beispiel von The Yes Men Fix The World

Title: Die konstruierte Authentizität im Dokumentarfilm

Term Paper , 2012 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Charlotte Brein (Author)

Communications - Movies and Television
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Mit „The Yes Man Fix The World“ schuf die Aktivistengruppe The Yes Men einen Film, der vielfach dem Genre des Dokumentarfilms zugeordnet wird.1 Ob es sich bei diesem filmischen Werk tatsächlich um einen Dokumentarfilm handelt oder Authentizität für den Zuschauer vielmehr konstruiert wird, soll in der folgenden Ausführung untersucht werden. Dabei soll das wirkungsbezogene Verständnis des Dokumentarfilms nach Grierson im Vordergrund der Betrachtung stehen. In der Analyse des Films sollen meinungsbildende Stilmittel aufgezeigt und analysiert werden mit Hilfe derer der Zuschauer von den Filmmachern emanzipiert werden könnte, auf bestimmte Inhalte besonders stark zu achten sowie bestimmte Thematiken als grundsätzlich „gut“ bzw. „gerecht“ oder als „falsch“ bzw. schlecht einzustufen. Die Stilmittel sind insbesondere für das von den Produzenten bezweckte Verständnis bestimmter Inhalte von Bedeutung, da sie dazu beitragen, den Grad der Ernsthaftigkeit von bestimmten Szenen zu unterstreichen oder zu beeinflussen. Für den Film stellt die Kompetenz der Deutung bestimmter Inhalte somit ein wichtiges Erfolgskriterium dar; sowohl aus meinungsbildender und akzeptanzorientierter Sichtweise, aber auch als Instrument um grundlegende Intentionen der Produzenten zu untermauern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 | Einleitung

1. 1 Methodik und Vorgehensweise

2 | The Yes Men Fix The World

2. 1 Die Organisation

2. 2 Hintergründe des Films

2. 3 Inhaltsangabe

2.3.1 Dow Chemical und Bhopal

2.3.2 ExxonMobil Vivoleum

2.3.3 Halliburton Survivalball

2.3.4 HUD und Post-Katrina öffentlichen Wohnungsbau

2.3.5 New York Times Ausgabe hoffnungsvolle Zukunft

3 | Untersuchung der Stilmittel im Film

3. 1 Erzählweise

3. 2 Comicsequenzen

3. 3 Filmmusik als dramaturgisches Mittel

3. 4 Selbstdarstellung der Protagonisten

4 | Fazit

Zielsetzung & Themen der Untersuchung

Die vorliegende Arbeit untersucht den US-amerikanischen Dokumentarfilm "The Yes Men Fix The World" im Hinblick auf seine Authentizität und die Verwendung meinungsbildender Stilmittel. Dabei steht die Forschungsfrage im Fokus, inwiefern die eingesetzten dramaturgischen Mittel, wie beispielsweise die ironische Erzählweise, Filmmusik oder Comicsequenzen, von einem klassischen dokumentarischen Verständnis abweichen und gezielt zur Beeinflussung der Zuschauermeinung eingesetzt werden.

  • Analyse der Aktivistengruppe "The Yes Men" und deren Entstehungskontext
  • Untersuchung der filmischen Stilmittel im Hinblick auf ihre manipulative Wirkung
  • Kritische Reflexion des Authentizitätsbegriffs im Dokumentarfilm
  • Betrachtung der Selbstdarstellung der Protagonisten als dramaturgisches Element
  • Diskussion über die Legitimität inszenierter Elemente in Dokumentationen

Auszug aus dem Buch

3. 2 Comicsequenzen

Ein zweites Stilmittel, welches ebenso anhand von überspitzten bzw. übertriebenen Darstellungen bei dem Zuschauer eine bestimmte Richtung des Denkens vorgeben soll, ist der Einsatz von Comicsequenzen. Wenn Animationen im Rahmen von dokumentarischen Erzählungen in Filme implementiert werden, bedeutet dies eine Vermischung verschiedener Erzählmodi und somit einen Bruch in der Erzählstruktur.

Der Wechsel von einem Modus zum anderen wird als Irritation innerhalb des Erzählhandlung verstanden, stellt einen Bruch in der Kohärenz des Erzählten dar, kann jedoch bei häufiger Verwendung auch eine besondere Form der Weltvermittlung, eine individuelle Sicht und ästhetische Handschrift ausdrücken (Hickethier 2007, 187).

Bei der Dokumentation „The Yes Men Fix The World“ wird dieses Stilmittel zur Vermittlung bestimmter Werte innerhalb der ersten Aktion (siehe 2.3.1 Dow Chemical und Bhopal) eingesetzt. Inhaltlich geht es in dieser Szene (00:15:35-00:15:59) um die Errichtung von Fabriken großer Konzerne in unterentwickelten Ländern in gemeinsamer Kooperation und finanzieller Unterstützung des Bankwesens. Dabei vernachlässigen die Konzerne bei ihrer Niederlassung notwendige Sicherheitsvorkehrungen insbesondere jene, die Mitarbeiter und Umwelt betreffen, um wirtschaftlich höchst profitabel sein zu können. Die comichafte Darstellung wird von den Produzenten immer dann eingesetzt, wenn die Bänker oder die Konzernverantwortlichen gezeigt werden, während hingegen die Opfer der Katastrophe um die explodierte Fabrik in Bhopal immer mithilfe von realen Dokumentarbildern gezeigt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 | Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Authentizität im Dokumentarfilm ein und definiert den methodischen Rahmen der Untersuchung anhand des Films „The Yes Men Fix The World“.

2 | The Yes Men Fix The World: Dieses Kapitel stellt die Akteure vor, erläutert den Entstehungskontext des Films und liefert eine detaillierte Zusammenfassung der inhaltlichen Aktionen der Gruppe.

3 | Untersuchung der Stilmittel im Film: Hier erfolgt die analytische Betrachtung spezifischer filmischer Techniken wie Erzählweise, Comic-Einsatz, Filmmusik und Selbstdarstellung der Protagonisten auf ihre manipulative Wirkung.

4 | Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass der Film aufgrund seiner starken Inszenierung und Überzeichnung eher als Mischform denn als klassischer Dokumentarfilm einzuordnen ist.

Schlüsselwörter

Dokumentarfilm, Authentizität, The Yes Men, Meinungsbeeinflussung, Stilmittel, Kommunikationsguerilla, Filmische Analyse, Inszenierung, Dramaturgie, Ironie, Politische Aktionen, Aktivismus, Mediale Darstellung, Objektivität, Filmrezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob "The Yes Men Fix The World" als klassischer Dokumentarfilm einzustufen ist oder ob die verwendeten Stilmittel die Authentizität zugunsten einer gezielten Meinungsbeeinflussung untergraben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Genre des Dokumentarfilms, die Konzepte der Authentizität und Glaubwürdigkeit sowie der Einsatz von Kommunikationsguerilla durch die Aktivistengruppe The Yes Men.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu ermitteln, ob die filmischen Stilmittel von einem dokumentarischen Verständnis abweichen und inwiefern sie dazu dienen, die Einstellung der Zuschauer in eine intendierte Richtung zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Untersuchung erfolgt analytisch auf der visuellen, auditiven und inhaltlichen Betrachtungsebene unter Einbeziehung medienwissenschaftlicher Theorien zu Film und Dokumentaristik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Akteure und Aktionen sowie eine detaillierte Analyse der Stilmittel wie Off-Erzählung, Animationen, Filmmusik und die Selbstdarstellung der Akteure.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Authentizität, Dokumentarfilm, Meinungsbeeinflussung, Inszenierung und Kommunikationsguerilla charakterisiert.

Warum nutzen die Yes Men in dem Film bewusst comichafte Darstellungen?

Die Comicelemente werden eingesetzt, um Konzernverantwortliche als "schlechte" Akteure zu kennzeichnen, während reale Aufnahmen der Opfer gleichzeitig einen höheren Grad an Ernsthaftigkeit vermitteln und die Zuschauer emotional binden.

Wie bewertet die Autorin die Verwendung kontrapunktierender Musik?

Die Autorin stellt fest, dass kontrapunktierende Musik – wie eine Polka zu ernsthaften Inhalten – die Ernsthaftigkeit der inhaltlichen Ebene nimmt und den Zuschauer dazu bringt, die überzogene Darstellung subjektiv anzunehmen.

Welche Rolle spielt die Finanzierung des Films für dessen Authentizität?

Da der Film nicht durch unabhängige Instanzen, sondern durch Investoren mit persönlichen Interessen finanziert wurde, konnte nach Ansicht der Autorin der Objektivitätsanspruch bereits in der Planungsphase nicht gewährleistet werden.

Was ist das Fazit bezüglich der Bezeichnung "Dokumentarfilm" für dieses Werk?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Bezeichnung aufgrund der Vermischung von realem Bildmaterial und hochgradig inszenierten Sequenzen fragwürdig ist und eher von einer Mischform gesprochen werden sollte.

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Details

Title
Die konstruierte Authentizität im Dokumentarfilm
Subtitle
Am Beispiel von The Yes Men Fix The World
College
University of Siegen
Grade
1,7
Author
Charlotte Brein (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V214385
ISBN (eBook)
9783656426677
Language
German
Tags
yes men filmanalyse dokumentarfilm authentizität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Brein (Author), 2012, Die konstruierte Authentizität im Dokumentarfilm, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214385
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