Ob im Radio, TV oder Internet, man entkommt ihr kaum: Musik in der Werbung. Immer mehr Unternehmen greifen zu diesem Marketing-Instrument und ergänzen ihre Corporate Identity um Elemente des Audio Branding. In dieser Arbeit soll deshalb untersucht werden, was Audio Branding konkret beinhalten kann, wie es in den Unternehmenskontext einzuordnen ist und was für Wirkungen es auf Rezipienten entfalten kann bzw. soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einordnung und Definition: Audio Branding
2.1 (Acoustic) Corporate Identity
2.2 Elemente des Audio Branding und ihre Eigenschaften
3 Wirkungen des Audio Branding
3.1 Wirkt Audio Branding?
3.2 Wie wirkt Audio Branding?
3.3 Audio Branding – Akustische Manipulation potenzieller Kunden?
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht das Marketing-Instrument Audio Branding, indem sie dessen inhaltliche Definition innerhalb eines Unternehmenskontextes analysiert und die Wirkungsweisen von akustischen Elementen auf Rezipienten erörtert. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Audio Branding konkret beschaffen sein kann, wie es in die Unternehmenskommunikation integriert wird und inwiefern es zur gezielten Beeinflussung des Konsumentenverhaltens eingesetzt wird.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung von Audio Branding sowie Acoustic Corporate Identity.
- Detaillierte Vorstellung zentraler Audio Branding-Elemente wie Soundlogos, Jingles und Brand Songs.
- Analyse der psychologischen Wirkmechanismen von Musik in der Werbung (Klassische Konditionierung, Elaboration Likelihood Model).
- Diskussion der ethischen Dimensionen und der Manipulationsfähigkeit von Audio Branding.
- Kritische Reflexion über den Forschungsstand und zukünftige Herausforderungen im Bereich der akustischen Markenführung.
Auszug aus dem Buch
3.3 Audio Branding – Akustische Manipulation potenzieller Kunden?
Trotz mangelnder Erkenntnisse auf dem Gebiet der Wirkungen des Audio Branding steht fest, dass Musik unter bestimmten Umständen die Wirkung von Werbung auf deren Rezipienten beeinflussen kann. Die geschieht primär, um dessen Aufmerksamkeit zu erlangen und seine Emotionen und Einstellungen zu beeinflussen. Mit dem Ziel des maximalen Gewinns, versuchen immer mehr Werbetreibende diesen Umstand auszunutzen. Doch ist dies ethisch legitimierbar? Und kann eine solche Einflussnahme als Manipulation potenzieller Kunden bezeichnet werden?
Für Frank A. Diederichs hat Musik innerhalb der Werbung eine eindeutige kommunikative und manipulative Funktion. Um Aufmerksamkeit zu erlangen oder Menschen zu beeinflussen wird Musik seiner Meinung nach schon lange benutzt. Sei es in der Kirchen- und Marschmusik oder durch Wiegenlieder (vgl. Diederichs 2008, S. 159).
Schlägt man Manipulation im Duden nach, so findet man an erster Stelle folgende Bedeutung: „bewusster u. gezielter Einfluss auf Menschen ohne deren Wissen u. oft gegen deren Willen (z. B. mithilfe der Werbung)“ (vgl. DUDEN 1997).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der akustischen Gestaltung in der Werbung ein und formuliert das Ziel, die Bestandteile, Einordnung und Wirkung von Audio Branding zu untersuchen.
2 Einordnung und Definition: Audio Branding: Dieses Kapitel definiert Audio Branding als strategisches Marketinginstrument und beleuchtet die Konzepte der Acoustic Corporate Identity sowie die spezifischen Eigenschaften einzelner Elemente wie Soundlogos und Jingles.
3 Wirkungen des Audio Branding: Hier werden die psychologischen Wirkmechanismen von Musik in der Werbung, wie die klassische Konditionierung und das Elaboration Likelihood Model, detailliert analysiert und die ethische Frage nach einer möglichen Manipulation der Kunden diskutiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, identifiziert Forschungsdefizite, insbesondere hinsichtlich der Wirkung außerhalb des TV-Kontextes, und plädiert für ein einheitlicheres Begriffssystem.
Schlüsselwörter
Audio Branding, Acoustic Corporate Identity, Markenidentität, Soundlogo, Jingle, Markenstimme, Brand Song, Produktklang, klassische Konditionierung, Elaboration Likelihood Model, Involvement, multisensorisches Marketing, Werbepsychologie, akustische Markenführung, Manipulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Musik und akustischen Signalen als strategisches Instrument im Marketing, bekannt als Audio Branding, und deren Auswirkung auf Konsumenten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die begriffliche Einordnung, die Charakteristika verschiedener Audio-Elemente, die psychologischen Erklärungsmodelle für deren Werbewirkung sowie die ethische Diskussion über Manipulationsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, was Audio Branding beinhaltet, wie es in Unternehmen kontextualisiert wird und welche psychologischen Wirkungen es auf Rezipienten im Werbekontext entfalten kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender theoretischer Konzepte und empirischer Studien aus der Werbepsychologie und Wirtschaftswissenschaft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Acoustic Corporate Identity, die detaillierte Vorstellung und Einordnung von Branding-Elementen sowie die Analyse der Wirkmechanismen wie Konditionierung und Involvement.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Audio Branding, Acoustic Corporate Identity, Markenklang, Werbepsychologie, Involvement-Konzept und multisensorisches Marketing.
Warum wird der Begriff "Audio Branding" als Überbegriff gewählt?
Die Wahl des Begriffs begründet sich durch seine hohe Frequenz in der einschlägigen Fachliteratur, wobei er synonym zu Begriffen wie Sound Branding oder Acoustic Branding verwendet wird.
Welche Rolle spielt die "Klassische Konditionierung" bei der Werbewirkung?
Das Konzept beschreibt, wie ein neutrales Produkt durch die Kombination mit positiv bewerteter Musik bei Konsumenten emotionale Reaktionen auslösen und somit das Kaufverhalten beeinflussen kann.
Kann Audio Branding Kunden manipulieren?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine automatische Manipulation schwer beweisbar ist, aber eine unbewusste Beeinflussung der Kaufentscheidung durch den Einsatz akustischer Mittel im Kontext anderer Werbeinstrumente nicht ausgeschlossen werden kann.
- Arbeit zitieren
- Sandra Wackenhut (Autor:in), 2012, Definition, Einordnung und Wirkung des Audio Branding – eine kritische Betrachtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214461