Der Fernbus als Konkurrent zur Bahn

Zielgruppe Studenten: Entscheidungsmerkmale und Präferenzen


Forschungsarbeit, 2013

12 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darlegung des Forschungsprozesses

3. Methodenreflexion

4. Interpretation der erhobenen Daten

5. Neue Erkenntnisse im Kontext des state-of-the-art

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Aufgrund der Gesetzesänderung des Personenbeförderungsgesetztes, wirksam ab 01.01.2013, hat sich die Situation auf dem innerdeutschen Reisemarkt nachhaltig verändert. Fernbusse, denen es zuvor nicht erlaubt war, längere Strecken innerhalb der Bundesrepublik anzubieten, haben nun kaum mehr gesetzlichen Einschränkungen zu befürchten. Ausnahmen sind Strecken bis 50km oder Strecken mit einer Fahrzeit von weniger als einer Stunde.

Da der historisch bedingte gesetzliche Schutz der damaligen Reichsbahn nun aufgehoben wurde, öffnet sich mit den Fernbussen ein weiterer Markt. Das zusätzliche Angebot auf dem Reisesektor schafft Konkurrenz und könnte für einige Zielgruppen, wie z.B. Studenten eine willkommene Alternative darstellen.

Welche Auswirkungen würde dieses zusätzliche Angebot auf den bisherigen „Platzhirsch“, die deutsche Bahn mit ihren ca. zwei Milliarden Fahrgästen haben? Welche Kriterien sprechen für die Wahl des Fernbusses als Verkehrsmittel und welche dagegen? Wie kommt das neue Angebot bei der Zielgruppe der Studenten an? Fragen wie diese bildeten den Forschungsansatz.

2. Darlegung des Forschungsprozesses

Zunächst galt es sich via Recherche einen Überblick über die aktuelle Situation zu verschaffen. Unter anderem waren Informationen, wie die Anzahl und Eigenschaften der Anbieter, deren Angebot und Strategien, sowie Artikel und Interviews über den Vergleich mit der Bahn sehr wichtiges Recherchematerial. Aufgrund der Aktualität dieses Themas, ließen sich keine Informationen aus Büchern ziehen, sodass ich mich auf die Onlinerecherche beschränken musste. Da diese Thematik jedoch momentan eine sehr hohe Popularität in den Medien genießt, war neben einer Vielzahl von Artikeln und Berichten, sogar umfangreiches Videomaterial zu finden. Somit mangelte es keineswegs an Quellen. Allerdings benötigte ich einige spezifische Informationen eines Fernbusanbieters, um bei bestimmten Kriterien die Vergleichbarkeit zur Bahn herstellen zu können. Hierzu kontaktierte ich das Unternehmen deinBus.de via Email, um die fehlenden Informationen anzufragen. Leider war es ein sehr langwieriger und zäher Prozess, bis ich endlich die notwendigen Angaben zugesandt bekam. Diese Verzögerung beeinträchtigte meine Arbeit, wodurch sich mein Präsentationstermin zwangsweise nach hinten verlagerte.

Für die lückenlose Gegenüberstellung der Entscheidungskriterien, wollte ich auf diese Informationen nicht verzichten. Dadurch werden die Vorteile des jeweiligen Verkehrsmittels deutlich ersichtlich. Natürlich haben diese Kriterien, je nach Zielgruppe einen unterschiedlich starken individuellen Nutzen.

Gegenstand meiner Untersuchung war die Kundengruppe der Studenten. Um deren Präferenz und Meinungsbild zu erfahren, führte ich eine Onlineumfrage durch. Diese umfasste 13 Fragen. Der Befragungszeitraum belief sich auf 4 Wochen. Ausgehend von der Zielgruppe der Studenten, wandte ich mich in erster Linie an verschiedene studentenrelevante Facebookseiten (z.B. Campus Radio Uni Passau, Universität Freiburg, Universität Leipzig, etc.), auf denen ich einen Link zum Fragebogen platzierte. Schließlich wurde dieser 138-mal aufgerufen und davon 106-mal komplett und auswertbar ausgefüllt. Diese ausreichend hohe Teilnehmerzahl ließ sich ein durchaus aussagekräftiges Meinungsbild zu. Nun war es wichtig, die Ergebnisse sorgfältig auszuwerten und verständlich darzustellen. Schließlich folgten die Interpretation und ein Fazit (Plakat), in dem die wichtigsten Erkenntnisse festgehalten wurden.

3. Methodenreflexion

Das Thema wurde zum einen von der theoretischen Seite angegangen, indem umfangreich recherchiertes Material ausgewertet und dieses auf die wesentlichen themenrelevanten Fakten reduziert wurde. Zum anderen wurde das Thema empirisch untersucht, durch die Befragung eines aussagerelevanten Teils des Kundenspektrums.

Durch die Onlinerecherche wird man diesem Thema vor allem hinsichtlich seiner Aktualität gerecht. Darüber hinaus lässt sich aus den zahlreichen verschiedenen Berichten, mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten, fundiertes Fachwissen gewinnen. Interviews mit Branchenexperten und kurze Videoberichte über die Fernbusunternehmen und ihre Gründer, waren sehr gut für detailliertere Informationen geeignet. Die anschließende Reduzierung auf die relevanten Entscheidungskriterien, bei der Auswahl von Bus oder Bahn macht für den Adressaten (Betrachter des Plakats) das Wesentliche unmittelbar ersichtlich.

Die dazugehörige Umfrage reflektiert, inwiefern diese Kriterien (vor allem Preis und Fahrtdauer) für die Zielgruppe der Studenten, Entscheidungsrelevant sind. Mit dieser Methode konnte die Theorie durch die Umfrage empirisch untersucht werden, wodurch sich interessante Erkenntnisse gewinnen ließen.

4. Interpretation der erhobenen Daten

Die Entscheidungskriterien wurden unter anderem aus Gründen der Übersichtlichkeit in Kategorien, wie z.B. Komfort zusammengefasst. Bei jedem einzelnen Punkt wurden die jeweiligen Werte bzw. Merkmale der Bahn denen des Fernbusses gegenüber gestellt. Das, im Sinne des Kunden positivere Ergebnis, wurde auf dem Poster mit einem grünen Haken versehen, das schlechtere mit einem roten Kreuz. Dadurch ist das Resultat dieser Ergebnisinterpretation auf einen Blick für den Adressaten ersichtlich.

Bei zwei Kriterien, unter anderem bei „Snacks und Drinks“, wurde dieses Vorgehen nicht angewandt. Da keines der beiden Merkmalsausprägungen einen eindeutigen Vorteil gegenüber dem anderen aufweist, beziehungsweise die Vergleichbarkeit nicht gegeben ist. Zu den vermeintlichen Hauptkriterien gehören sicherlich Preis und Fahrtdauer (auch Hauptteil der Befragung). Hier lässt sich festhalten, dass der Fernbus beim Kriterium Preis meist deutlich (oftmals über 50%) günstiger ist als die Bahn. Allerdings zeigt sich bei der Fahrtdauer ein gegenteiliges Bild. Dort ist die Bahn in der Regel das schnellere Verkehrsmittel. In einer weiteren Kategorie, dem Streckenangebot, lässt sich erkennen, weshalb sich die Bahn jährlich über knapp zwei Milliarden Fahrgäste1 freuen darf, und die Fernbusunternehmen nur auf einen Bruchteil dessen kommen. Denn hier stehen die ca. 5.700 Bahnhöfe2 der deutschen Bahn, den 100-150 Städten, die von Fernbussen angefahren werden, gegenüber. Durch den hoch frequentierten Tagesverkehr der Bahn kommt ein Reisender relativ zügig von Stadt A zu Stadt B, selbst wenn er dadurch den Zug wechseln muss, entstehen kaum längere Aufenthaltszeiten als 60min. Die Fernbusunternehmen hingegen fahren weitaus weniger frequentiert, dadurch ist ein Umsteigen zwischen den Linien bislang noch nicht möglich. Somit kann man nur von Stadt A zu Stadt B fahren, wenn diese auf derselben Busroute liegen, wodurch das Angebot relativ gering ist. Allerdings sind die Fernbusunternehmen momentan im Begriff diese riesige Differenz beim Streckenangebot mit Nachdruck zu verringern. Während bei der Bahn die Zahl der Schienenkilometer leicht rückläufig ist, nehmen die Fernbusunternehmen regelmäßig neue Strecken in ihr Angebot auf. Ferner werden, durch die oben genannte Gesetzesänderung, weitere Fernbusunternehmen gegründet, die mit ihrem Streckennetz das Angebot verbessern. Beispielsweise hat der ADAC in Zusammenarbeit mit der deutschen Post ein solches Interesse angemeldet.3

[...]


1 https://www.focus.de/finanzen/news/geschaeftszahlen-2011-fahrgast-und-umsatzrekord-bei-der- bahn_aid_729547.html, 28.01.13

2 http://de.statista.com/statistik/daten/studie/13357/umfrage/anzahl-der-bahnhoefe-im-besitz-der-db-ag/, am 28.01.13

3 http://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/Fernbusse.aspx, am 29.01.13

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der Fernbus als Konkurrent zur Bahn
Untertitel
Zielgruppe Studenten: Entscheidungsmerkmale und Präferenzen
Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V214499
ISBN (eBook)
9783656427438
ISBN (Buch)
9783656438625
Dateigröße
870 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit basiert auf einer Umfrage unter Studenten.
Schlagworte
fernbus, konkurrent, bahn, zielgruppe, studenten, entscheidungsmerkmale, präferenzen
Arbeit zitieren
Andreas Noack (Autor), 2013, Der Fernbus als Konkurrent zur Bahn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214499

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