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Der Wandel von Identitäten durch Kultur und Medien in zwei Jahrzehnten. Erzähltextanalyse der Romane von Vuk Drašković, Nedjeljko Fabrio und Tomislav Zajec

Titre: Der Wandel von Identitäten durch Kultur und Medien in zwei Jahrzehnten. Erzähltextanalyse der Romane von Vuk Drašković, Nedjeljko Fabrio und Tomislav Zajec

Mémoire de Maîtrise , 2009 , 92 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Nedzad Cudic (Auteur)

Russe / Slavistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Was bleibt von dem Mulitkulturalismus Jugoslawiens? Was bestimmt/e die nationalen und kulturellen Identitäten in dem sogenannten Pulverfass Europas? Durch drei Jahrezehnte folgt der Autor dem Weg verschiedener Entitäten und Identitäten und zeigt die Einflüsse durch Verdrängung in der Tito-Ära, Propaganda während der Balkankriege und schlussendlich der virutellen Realität der "Neuen Generation".

Der Autor selbst hat sich nach seinem Studienaufenthalt in Zagreb und dem Studium der Slavischen Philologie in Göttingen mit der Thematik des Balkan wissenschaftlich auseinandergesetzt und die Studien einiger Jahre in der vorliegenden Arbeit zusammengefasst. Die Arbeit diente als Abschlußarbeit zur Erlangung des Titels Magister Artium an der Universität Göttingen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Postmoderne in der kroatischen und serbischen Literatur 1983 – 2001

Gegenstand und Ziel der Arbeit

1.1. Identität und Postmoderne in Serbien und Kroatien

1.2. Realität - Mythos – Virtualität

2. Erzähltextanalyse

2.1. Vuk Drašković „Nož“ (1983 – 2. Auflage)

2.1.1. Der Erzähler und die Perspektivik im Roman

2.1.2 Figurenäquivalenzen

2.1.3. Doppelgängermotivik

2.1.4. Der Leser - Das neue Modell der Kommunikationsebenen

2.2 Nedjeljko Fabrio „Smrt Vronskog“ (1994)

2.2.1 Der Erzähler und die Perspektivik im Roman

2.2.2. Figurenäquivalenzen

2.2.3. Doppelgängermotivik

2.2.4. Der Leser – Dokumentarismus und Fiktion

2.3. Tomislav Zajec „Ulaz u Crnu Kutiju“

2.3.1. Der Erzähler und die Perspektivik im Roman

2.3.2. Figurenäquivalenzen

2.3.3. Doppelgängermotivik

2.3.4. Der Leser – Die virtuelle Kultur und die Kommunikationsebenen

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel von nationalen Identitäten im ehemaligen Jugoslawien zwischen 1983 und 2001. Anhand einer narratologischen Erzähltextanalyse von drei repräsentativen Romanen wird analysiert, wie mythologische Konstruktionen, politische Ideologien und der Einfluss medialer Umgebungen die Persönlichkeitsbildung und Identitätssuche der Protagonisten in dieser krisengeprägten Zeit beeinflussten und formten.

  • Postmoderne Identitätskonstruktionen in Serbien und Kroatien
  • Die Rolle von Mythos, Geschichte und nationaler Ideologie
  • Das Motiv des Doppelgängers als Spiegel der gespaltenen Identität
  • Der Einfluss von Medien, Virtualität und medialer Inszenierung auf das Individuum

Auszug aus dem Buch

1.1. Identität und Postmoderne in Serbien und Kroatien

Die doppelte Identität eines jeden Bürgers der ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens hatte für die gesamte Dauer der Konstruktion des Vielvölkerstaats große Bedeutung. Nicht ein einziger Bürger hätte seine nationale bzw. seine staatsbezogene Identität – zumindest nicht öffentlich – als vorrangig bezeichnet. Folgen derartigen Verhaltens wären nicht nur die politisch gesellschaftliche Isolation, sondern der Vorwurf feindlichen Gedankenguts, dass per Strafverfolgung geahndet worden ist.

Viele junge Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawiens haben noch Anfang der Neunziger Jahre an den Kundgebung der Jungpioniere teilgenommen, auf denen nicht nur die jugoslawische Hymne gesungen wurde sondern auch Filme wie „Die Brücke über die Neretva“ gezeigt wurden. Die darin spielenden Partisanen verkörperten den Typ des Helden im Kampf gegen Nationalismus und Völkermord und sollten jedem Pionier als Beispiel dienen. Tito sei zwar Kroate gewesen, aber das spiele keine Rolle, denn Ustaša und Četniks gäbe es nicht mehr, nur noch Gemeinsamkeit, Jugoslawien; zudem solle man seine Eltern ehren, nicht lügen und gut in der Schule sein, ein Rundumschlag für eine pubertierende Person, die sich damit identifizieren solle. Ergänzend dazu wurden den Kindern/Jugendlichen Geschichten über Alija Đerzelez, Kraljević Marko und zahlreiche Märchen über die Hajduken auf dem Balkan erzählt, Rollen, in welche sich jeder Junge, aber auch Mann, gern hineinversetzt.

Die Identität des Jugoslawen war ein Gerüst auf zwei äußerst wackeligen Beinen, einem politischen und einem intellektuellen. Aber dieses durchaus nicht eigenartige Konstrukt, das mit der Aufklärung auch in Mitteleuropa Spuren hinterließ und die Bildung des Begriffes der Nation und eben solcher begünstigte, wandelte sich auf dem Balkan zu einem Symptom von Doppelgängern. Denn durch die Repressionen während des Zweiten Weltkrieges durch die nationalistischen Truppen und später durch die kommunistische Rechtssprechung wandelten sich die Bürger äußerlich zu Brüderlichkeit und Einheit, während „ungesühnte Rache“ die Menschen innerlich zu hasserfüllten Individuen heranreifen ließ. Der Doppelgänger teilt nicht etwa wie ein eineiiger Zwilling auch das Genmaterial, sondern nur die Hülle eines weiteren Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Postmoderne in der kroatischen und serbischen Literatur 1983 – 2001: Erläutert den theoretischen Hintergrund zur Identitätsbildung im ehemaligen Jugoslawien sowie das Wechselspiel von Mythos und Virtualität.

2. Erzähltextanalyse: Detaillierte narratologische Untersuchung der ausgewählten Romane unter Berücksichtigung von Erzählperspektiven, Figurenäquivalenzen und Doppelgängermotivik.

2.1. Vuk Drašković „Nož“ (1983 – 2. Auflage): Analyse der national-mythologischen Prägung und der Zwillingsidentität in Draškovićs Roman.

2.2 Nedjeljko Fabrio „Smrt Vronskog“ (1994): Untersuchung der Verknüpfung von tolstojanscher Tradition mit zeitgenössischen Kriegserfahrungen und mythischen Elementen.

2.3. Tomislav Zajec „Ulaz u Crnu Kutiju“: Analyse der totalen Medialisierung und Virtualisierung von Identität in einem zeitgenössischen TV-Experiment.

3. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Identitätsentwicklung über die untersuchten Jahrzehnte hinweg.

Schlüsselwörter

Identität, Postmoderne, Jugoslawien, Balkan, Mythos, Virtualität, Erzähltextanalyse, Doppelgänger, Nationalismus, Vuk Drašković, Nedjeljko Fabrio, Tomislav Zajec, Literaturwissenschaft, Medialisierung, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den Wandel und die Konstruktion nationaler sowie persönlicher Identitäten im ehemaligen Jugoslawien über zwei Jahrzehnte hinweg (1983–2001).

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Im Zentrum stehen die Postmoderne in der Literatur, die Rolle von Mythen und Heldenbildern sowie die Auswirkungen von Kriegen und modernen Medien auf das Identitätsempfinden.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Wie verändern sich Identitätskonstruktionen im südslavischen Raum durch das Wechselspiel von kulturellen Mythen, politischer Ideologie und medialer Virtualisierung?

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt die narrative Erzähltextanalyse, insbesondere unter Anwendung der Narratologie nach Wolf Schmid sowie Ansätzen der Intertextualität.

Was wird im Hauptteil der Analyse behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei Romane – „Nož“ von Vuk Drašković, „Smrt Vronskog“ von Nedjeljko Fabrio und „Ulaz u Crnu Kutiju“ von Tomislav Zajec – hinsichtlich ihrer Erzählstruktur, Figurenkonstellationen und Identitätskonzepte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Identität, Postmoderne, Mythos, Doppelgängermotivik, Virtualität und Medialisierung.

Warum wird Vuk Draškovićs Roman als erste Fallstudie gewählt?

Sein Werk „Nož“ dient als Ausgangspunkt, um die mythologische Aufladung und die damit verbundene nationalistische Instrumentalisierung von Identität in den 1980er Jahren zu beleuchten.

Inwiefern unterscheidet sich der Roman von Tomislav Zajec von den anderen?

Zajecs Werk verschiebt den Fokus von der historisch-politischen Identitätssuche hin zu einer vollkommen medialisierten Existenz, in der die Realität durch die Kamera und das Internet virtuell überlagert wird.

Welche Rolle spielt der Begriff des „Doppelgängers“ in der Analyse?

Der Doppelgänger dient als literarisches Motiv für die gespaltene Identität der Protagonisten, die zwischen ihrer tatsächlichen Historie und den ihnen zugeschriebenen oder medial konstruierten Rollen gefangen sind.

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Résumé des informations

Titre
Der Wandel von Identitäten durch Kultur und Medien in zwei Jahrzehnten. Erzähltextanalyse der Romane von Vuk Drašković, Nedjeljko Fabrio und Tomislav Zajec
Université
University of Göttingen  (Slavisches Seminar)
Cours
Literaturwissenschaft Bosnisch/Kroatisch/Serbisch III
Note
2,0
Auteur
Nedzad Cudic (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
92
N° de catalogue
V214513
ISBN (ebook)
9783668679269
ISBN (Livre)
9783668679276
Langue
allemand
mots-clé
Jugoslawien Bosnien und Herzegowina Kroatien Zajec Draskovic Fabrio Identität Balkankrieg Tito Propaganda Medien Kultur Slavistik
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nedzad Cudic (Auteur), 2009, Der Wandel von Identitäten durch Kultur und Medien in zwei Jahrzehnten. Erzähltextanalyse der Romane von Vuk Drašković, Nedjeljko Fabrio und Tomislav Zajec, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214513
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Extrait de  92  pages
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