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Sigmund Freuds Einfluss auf die westliche Kultur des Träumens

Inwiefern veränderte Sigmund Freud die Art wie wir träumen?

Title: Sigmund Freuds Einfluss auf die westliche Kultur des Träumens

Term Paper , 2012 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Konstantin Dyck (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Als Freud sein Erstlingswerk „Die Traumdeutung“ veröffentlichte und somit das barocke Denken Wiens, wie auch nur einen kurzen Moment später das der anderen Teile des Westens der damaligen Zeit in ihren Grundfesten erschütterte, wusste wohl nicht einmal er selbst, der mit einer unerbittlichen Sturheit an seinen Ideen festhielt, dass er mit dieser Schrift eine ganze Bewegung starten würde.
Auf Grundlage seiner Gedanken möchte im Weiteren seine bis heute andauernde streitbare Gegenwart sowohl in der Wissenschaft als auch der Gesellschaft im Allgemeinen untersuchen und daraus mithilfe von neueren Erkenntnissen aus der Neuropsychologie als auch bereits bekannten aus der Anthropologie auf eine neue Perspektive der Traumdeutung hinweisen.
Anfangs gebe ich dafür eine kurze Zusammenfassung Freuds Traumdeutung, die nicht in ihren Einzelheiten den Inhalt meiner Arbeit stellen sollte, sondern eher ein aus seiner Schrift weiterführender Gedanke, der sowohl für die gegenwärtige Ethnologie als auch die Psychologie durchaus hilfreich sein könnte. Eben deshalb gehe ich im weiterführenden Schritt auch primär auf sein Wirken ein. Denn wichtig war es mir einen Einfluss Freuds innerhalb unserer westlichen Traumkultur zu erforschen und mithilfe einer selbstreflexiven interkulturellen Ansicht von dem Ideal wegzuführen „unsere“ Träume in ihrem Inhalt als völlig unabhängig zu bezeichnen. Dazu beziehe ich mich unter anderem auf Roy D'Andrade, Stanley Messer, Zvi Lothane und einige andere.
Im letzten Teil bietet dann eine aktuelle Schrift von Maria L. Tricoli einen hochinteressanten neurophysiologischen Ansatz, der die Selbstreflexion als zentralen Standpunkt in der Debatte einführt und so wie ich finde einen neuen Weg für die Betrachtung soziokulturellen Einflusses auf unseren Traum bereitet.
Insgesamt war es mir wichtig einen interdisziplinären Einblick in die Erforschung des Traumes zu geben, ohne einerseits den Einfluss und die bis in die Gegenwart geltende Bedeutung Freuds auf diesem Gebiet zu leugnen und anderseits gleichbedeutend und mindestens genauso gewichtend aktuelle weiterentwickelte Konzepte des Traums hinzu zunehmen. So wollte ich eine weniger starre Konstruktion in den Fokus rücken, die eben nicht die rein neurologische Ansicht offenbarte.
Natürlich bleibt alles in allem die Traumforschung recht vage, doch eine fächerübergreifende Betrachtung, bringt, wie ich finde, neue Ideen zusammen und schafft neue Ansatzpunkte für zukünftige Forschung auf diesem Gebiet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Traumdeutung nach Sigmund Freud

3.) Sigmund Freuds Einfluss

3.1 Eine genauere Betrachtung

3.2 Freuds Ideen von uns internalisiert?

4.) Interkulturelle Sicht auf Träume und Träumende

4.1 Die frühe Ethnologie über den Traum

4.2 Transformationen des Traums und mögliche Beeinflussung des westlichen Traumkonzepts

5.) Maria L. Tricolis neurophysiologischer Ansatz der Selbstreflexion

6.) Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den nachhaltigen Einfluss von Sigmund Freuds Traumtheorie auf die westliche Kultur des Träumens und analysiert, inwiefern interdisziplinäre Ansätze – insbesondere aus der Ethnologie und Neuropsychologie – unser heutiges Verständnis von Träumen erweitern können. Ziel ist es, das starre, rein neurologische oder psychoanalytische Traumverständnis durch eine holistische, selbstreflexive Perspektive zu ergänzen.

  • Die historische Bedeutung von Freuds „Die Traumdeutung“ für die westliche Kultur.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit der interkulturellen Forschung über Traumgenres.
  • Die Auswirkungen von Akkulturationsprozessen auf individuelle und kollektive Traumstrukturen.
  • Die Bedeutung von Kohärenz und Selbstreflexion im Ansatz von Maria L. Tricoli.
  • Die Notwendigkeit einer interdisziplinären Sichtweise für die zukünftige Traumforschung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Eine genauere Betrachtung

Nicht umsonst wurde zu Beginn seines Wirkens der Vergleich zwischen Freud und anderen fundamentalen Denkern der Moderne wie Marx, Einstein und Gandhi gezogen, denn der Maßstab der vorgestellten Ideen war ein ganz besonderer. Es war eine eigene Denkrichtung, die sich dort formierte, durch einen Mann, der mehr als nur überzeugt von seinen eigenen Ideen war (Messer 2003:75). Soziokulturell gesehen bildete sich auch etwas Revolutionäres gegen den vorherrschenden Evolutionismus:

„Freudian revolution, (…) radically altered the general conception of dreams, and also (…) the shift in interest away from cultural evolution.“ (D'Andrade 1961:296)

Überdies war Freud dafür bekannt überall mit seiner kämpferischen Art gegen den common sense anzuecken (Messer 2003:75). Gleichzeitig war es eine gewisse Weise zum Leser zu sprechen und Ideen herüber zubringen. Eine Bildsprache, die bis dahin für wissenschaftliche Literatur so nie für möglich gedacht wurde. Die Popularität beruhte nicht nur auf seinem Konzept der Traumdeutung an sich, sondern größtenteils auch aufgrund der Art, wie er eben diese vermeintlich komplexen Bilder mit klarster und lebendiger Sprache vermittelte:

„His persuasiveness came (…) from emotional attunement, (…) the clarity of his reasoning and the appealing inner consistency of his theory. He could make difficult concepts understandable through prose of extraordinary beauty and lucidity.“ (Messer 2003:76)

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung von Freuds Werk ein und umreißt die interdisziplinäre Forschungsfrage, die das Ziel verfolgt, Traumkonzepte durch ethnologische und neurophysiologische Erkenntnisse zu erweitern.

2.) Traumdeutung nach Sigmund Freud: Dieses Kapitel fasst Freuds Theorie manifesten und latenten Traummaterials sowie die Mechanismen der Traumarbeit zusammen und beleuchtet seine Hypothesen zur Funktion des Träumens.

3.) Sigmund Freuds Einfluss: Der erste Unterabschnitt analysiert die revolutionäre Wirkung von Freuds Thesen, während der zweite Teil aufzeigt, wie tief seine Konzepte in das moderne westliche Denken und unsere Alltagssprache internalisiert wurden.

4.) Interkulturelle Sicht auf Träume und Träumende: Hier wird der eurozentrische Ansatz der frühen Ethnologie kritisiert und untersucht, wie Akkulturation und gesellschaftliche Einflüsse das Traumverständnis sowie die "culture pattern dreams" verändern.

5.) Maria L. Tricolis neurophysiologischer Ansatz der Selbstreflexion: Das Kapitel stellt Tricolis systemtheoretischen Ansatz vor, der Kohärenz und Selbstreflexivität als zentrale Elemente für das Verständnis von Träumen hervorhebt.

6.) Schlussbemerkung: Der Autor resümiert, dass eine holistische und selbstreflexive Betrachtung des Traumes essenziell ist, um über die starren, traditionellen Modelle hinauszugehen und ein tieferes Verständnis von Traum und Wachzustand zu gewinnen.

Schlüsselwörter

Sigmund Freud, Traumdeutung, Ethnologie, Neuropsychologie, Psychoanalyse, Selbstreflexion, Traumarbeit, interkulturelle Traumforschung, Kohärenz, Akkulturation, kollektiver Traum, Traumkultur, Unbewusstes, Traumforschung, Systemtheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Einfluss von Sigmund Freuds Theorien auf die westliche Kultur des Träumens und analysiert, wie moderne ethnologische und neurophysiologische Erkenntnisse helfen können, unser Verständnis von Träumen zu erweitern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Themenfeldern gehören die klassische Traumdeutung Freuds, der interkulturelle Vergleich von Traumkulturen, die Auswirkungen von Akkulturation auf Träume sowie aktuelle neurophysiologische Ansätze zur Selbstreflexion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, das Traumverständnis aus einer starren, rein psychoanalytischen oder neurologischen Sichtweise zu lösen und eine interdisziplinäre, holistische Perspektive zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturrecherche und die kritische Analyse verschiedener theoretischer Ansätze, um diese in einem neuen, kohärenten Kontext zusammenzuführen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Freudschen Theorien, die ethnologische Perspektive auf nicht-westliche Traumkulturen und die Einbindung von Maria L. Tricolis systemtheoretischem Ansatz zur Kohärenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sigmund Freud, Traumdeutung, Selbstreflexion, interkulturelle Traumforschung, Kohärenz, Akkulturation und Traumarbeit.

Warum ist das Konzept der "Kohärenz" bei Maria L. Tricoli für den Autor so wichtig?

Die Kohärenz hilft zu verstehen, wie das Ich eine innere Ordnung aufrechterhält und warum der Traum als eine Funktion des Systems eine wesentliche Rolle für die Stabilisierung und das Verständnis der eigenen Identität spielt.

Inwiefern hat die Akkulturation Einfluss auf das Träumen?

Akkulturation kann zu einer Angleichung von Traumvorstellungen führen, bei der traditionelle "culture pattern dreams" verschwinden oder durch westlich geprägte Inhalte überlagert werden.

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Details

Title
Sigmund Freuds Einfluss auf die westliche Kultur des Träumens
Subtitle
Inwiefern veränderte Sigmund Freud die Art wie wir träumen?
College
University of Heidelberg  (Institut für Ethnologie)
Course
Ethnologie des Träumens
Grade
1,7
Author
Konstantin Dyck (Author)
Publication Year
2012
Pages
19
Catalog Number
V214544
ISBN (eBook)
9783656430056
ISBN (Book)
9783656432692
Language
German
Tags
Sigmund Freud Traum interkulturell Traumforschung Die Traumdeutung Anthropologie Ethnologie Roy D'Andrade Stanley Messer Zvi Lothane interdisziplinär Maria L. Tricoli Psychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konstantin Dyck (Author), 2012, Sigmund Freuds Einfluss auf die westliche Kultur des Träumens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214544
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