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"Het Groot Schilderboek" des Gérard de Lairesse und wie es die niederländische Kunst um 1700 beeinflusste

Title: "Het Groot Schilderboek" des Gérard de Lairesse und wie es die niederländische Kunst um 1700 beeinflusste

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kay Usenbinz (Author)

Art - Painting
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Summary Excerpt Details

Gérard de Lairesse war einer der erfolgreichsten schaffenden niederländischen Künstler zum Ende des 17. Jahrhunderts und auch sein überliefertes, in viele Sprachen übersetztes Schrifttum zeugt von seiner Wichtigkeit. Und dennoch wird sein Werk seit dem 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit hinein sehr unterschiedlich gewertet. Ja, er wird mitunter sogar für den Niedergang des goldenen Zeitalters der niederländischen Kunst, mit Rembrandt als Hauptakteur, verantwortlich gemacht. Ob dieses Urteil überhaupt zutrifft und was dazu führte, soll folgende Arbeit versuchen darzustellen. Hierfür wird hauptsächlich auf zwei Schriften zurückgegriffen, denn ihrer großen Verbreitung ist es zu verdanken, dass sie uns für solcherlei Untersuchungen auch heute noch zur Verfügung stehen: Grundlagen der Zeichenkunst von 1701, und das Große Mahler-Buch von 1707. Ferner werden zur Verdeutlichung Laisesses kunsttheoretischen Vorstellungen von seinem Werk und dem von Rembrandt kontrastiv gegenübergestellt.
Neben dieser Primärliteratur werden vornehmlich drei umfangreiche Monographien von Lyckle de Vries und Alain Roy über Gérard de Lairesse für die Untersuchung in dieser Arbeit herangezogen. Zahlreiche Publikationen aus dem beginnenden 20. Jahrhundert können hier nur zum Teil verarbeitet werden, denn wie wir sehen werden, unterlagen nicht nur die Gemälde des Lairesse, sondern auch seine hinterlassenen Schriftwerke in den vergangenen Jahrhunderten unterschiedlichster Wertschätzung, doch dazu später mehr. Zunächst soll nun aber die Biografie des Protagonisten erläutert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben, Werk und Wirkung des Gerard de Lairesse

3. Gerard de Lairesse als Theoretiker und Künstler

3.1 Het Groot Schilderboek

3.2 Theorie und Praxis im Vergleich

3.2.1 Über das Zeichnen und Allgemeines zur Kunst der Malerei

3.2.2 Das Ordinieren

3.2.3 Antik versus Modern

3.2.4 Farbe, Licht und Schatten

4. Fazit

5. Abbildungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die kunsttheoretischen Vorstellungen des niederländischen Künstlers Gérard de Lairesse sowie deren praktische Umsetzung in seinen Werken. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Kontrast zu den Arbeiten Rembrandts, um die gegensätzlichen Kunstauffassungen des 17. und frühen 18. Jahrhunderts zu analysieren und das häufig kritisierte Urteil über Lairesse als vermeintlichen Hauptakteur für den Niedergang des Goldenen Zeitalters zu hinterfragen.

  • Analyse der Schriften "Grundlagen der Zeichenkunst" und "Großes Mahler-Buch"
  • Vergleich der klassischen Ästhetik Lairesses mit dem Wirken Rembrandts
  • Untersuchung der Bedeutung von Licht, Farbe und "Ordinieren" in der Maltheorie
  • Einfluss der französischen Klassik auf die niederländische Kunst um 1700
  • Diskussion des Wandels in der künstlerischen Rezeption über die Jahrhunderte

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Über das Zeichnen und Allgemeines zur Kunst der Malerei

Für Lairesse schafft Kunst generell ein visuelles Gegenstück zur Literatur, schafft Schönheit, zeigt und bewirkt Emotionen und hat einen positiven Einfluss auf den Betrachter. Gerade der Begriff Schönheit ist für die Kunstauffassung Lairesses ein zentraler Begriff, welcher aber nicht konkret definiert wird, jedoch Anmut und Eleganz, „grâce“ und „noblesse“, der einzelnen „Objecte“ seien mit der Schönheit untrennbar verbunden. Diese Anmut und Eleganz stecke in jeder Form und vor allem in jeder Bewegung der Figuren, die Lairesse schematisch an Strichmännchen, die auf Abraham Bosse zurückgehen, in Kupferstichen erklärt. Diese Vorstellungen bestimmen und erzwingen zugleich die Malanweisungen. Die Schönheit in der Malerei zeigt sich auch bei der Auseinandersetzung mit den Begriffen Antik und Modern, welche im Kapitel 4.2.3 erläutert werden.

Über die Führung des Pinsels erfahren wir: Sie „ist zweyerley, die eine flüchtig und lind oder glatt, die andere frisch herzhaft oder kek“, sie solle „einzig und allein zum Vortheil des Künstlers, niemals aber zu der Kunst selbst gezogen“ werden. Ziel der Künstlerausbildung solle das Erlernen der feinen Malweise sein, denn für Lairesse ist ein Gemälde erst vollkommen, wenn man am Ende „keinen Pinselzug daran gewahr wird“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt Gérard de Lairesse als bedeutenden niederländischen Künstler des späten 17. Jahrhunderts vor und umreißt die Forschungsabsicht, seine Kunsttheorie anhand seiner Schriften zu analysieren und kritisch zu bewerten.

2. Leben, Werk und Wirkung des Gerard de Lairesse: Das Kapitel bietet einen biographischen Abriss des in Lüttich geborenen Künstlers und beleuchtet seinen Werdegang bis hin zu seiner schriftstellerischen Tätigkeit sowie die wechselhafte Rezeption seiner Werke in den Folgejahrhunderten.

3. Gerard de Lairesse als Theoretiker und Künstler: Hier erfolgt eine tiefgreifende Untersuchung seiner Schriften, insbesondere des Groot Schilderboek, sowie ein Vergleich seiner künstlerischen Praxis mit derjenigen von Rembrandt.

3.1 Het Groot Schilderboek: Dieses Kapitel erläutert Aufbau, Bedeutung und Entstehungskontext des Werkes als maßgeblichem Handbuch für Maler und Quelle des holländischen Klassizismus.

3.2 Theorie und Praxis im Vergleich: Dieser Abschnitt kontrastiert Lairesses theoretische Postulate mit der tatsächlichen bildnerischen Umsetzung in seinem Oeuvre.

3.2.1 Über das Zeichnen und Allgemeines zur Kunst der Malerei: Die Grundlagen der Schönheit, die Bedeutung von Anmut und Eleganz sowie die geforderte feine Malweise stehen hier im Mittelpunkt.

3.2.2 Das Ordinieren: Das Kapitel behandelt die Regeln der Anordnung von Figuren im Bildraum und die beabsichtigte emotionale Wirkung auf den Betrachter.

3.2.3 Antik versus Modern: Hier wird der für Lairesse zentrale Gegensatz zwischen dem edlen antiken Stil und der als minderwertig empfundenen "modernen" Nachahmung der Natur erörtert.

3.2.4 Farbe, Licht und Schatten: Die Verwendung von Licht zur Erzeugung von "houding" sowie die Bedeutung der Farbwahl und des Hell-Dunkel-Kontrasts werden hier theoretisch wie praktisch analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Lairesses Werk in den historischen Kontext ein, wobei betont wird, dass die negative Rezeption als Verursacher des Niedergangs des Goldenen Zeitalters primär eine Frage des Geschmackswandels war.

5. Abbildungen: Eine visuelle Dokumentation der in der Arbeit analysierten Kunstwerke zur Illustration der theoretischen Argumentation.

Schlüsselwörter

Gérard de Lairesse, Groot Schilderboek, Niederländische Malerei, Klassizismus, Kunsttheorie, Rembrandt, Historienmalerei, Genremalerei, Schönheit, Antike, Naturverständnis, Licht und Schatten, Bildaufbau, Rezeptionsgeschichte, Ästhetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die kunsttheoretischen Schriften von Gérard de Lairesse und prüft, wie diese mit seinem künstlerischen Schaffen korrespondieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe Schönheit, die Theorie des Bildaufbaus (Ordinieren), die Farbenlehre sowie der Konflikt zwischen antikem Ideal und moderner, naturnaher Malweise.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das Wirken Lairesses und seinen Beitrag zur Kunst des späten 17. Jahrhunderts neu zu bewerten und das häufige Urteil, er sei für den Niedergang des Goldenen Zeitalters verantwortlich, zu differenzieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Untersuchung basiert auf einer komparativen Analyse von Primärliteratur (Lairesses Traktaten) und einer kontrastiven Gegenüberstellung mit Werken von Rembrandt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der kunsttheoretischen Grundaxiome des "Groot Schilderboek" und deren Anwendung in den Bereichen Farbe, Licht, Komposition und Gattungshierarchie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Namen Gérard de Lairesse sind Begriffe wie Klassizismus, "Houding", Historienmalerei und Kunsttheorie essentiell für das Verständnis der Arbeit.

Inwiefern spielt der Kontrast zu Rembrandt eine Rolle?

Rembrandt dient als Gegenentwurf zur klassizistischen Lehrmeinung Lairesses, um dessen ästhetische Vorlieben und Abneigungen durch direkte Gegenüberstellung der Bildsprache zu verdeutlichen.

Welche Bedeutung kommt dem "Groot Schilderboek" zu?

Es fungiert als zentrales theoretisches Fundament, das den holländischen Klassizismus maßgeblich prägte und als Handbuch für Maler bis ins 18. Jahrhundert europaweit wirkte.

Wie bewertet die Arbeit die moderne Rezeption Lairesses?

Der Autor argumentiert, dass die negative Sichtweise des frühen 20. Jahrhunderts weniger auf mangelnder künstlerischer Qualität als vielmehr auf einem Wandel im allgemeinen ästhetischen Geschmack beruht.

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Details

Title
"Het Groot Schilderboek" des Gérard de Lairesse und wie es die niederländische Kunst um 1700 beeinflusste
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Kunst- und Bildgeschichte)
Course
Das haptische Bild in der italienischen und niederländischen Malerei der Frühen Neuzeit
Grade
1,0
Author
Kay Usenbinz (Author)
Publication Year
2013
Pages
22
Catalog Number
V214629
ISBN (eBook)
9783656429753
ISBN (Book)
9783656432753
Language
German
Tags
Lairesse schilderboek Rembrandt goldene 1700 niederländische Kunst Malweise Kunsttheorie Traktat Poussin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kay Usenbinz (Author), 2013, "Het Groot Schilderboek" des Gérard de Lairesse und wie es die niederländische Kunst um 1700 beeinflusste, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214629
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