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Der ontologische Freiheitsbegriff von Jean-Paul Sartre

Title: Der ontologische Freiheitsbegriff von Jean-Paul Sartre

Term Paper , 2012 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Oliver Hügel (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist das möglichst textnahe Herausarbeiten zentraler Thesen Sartres ontologischen Freiheitsbegriffes in seinem Werk „Das Sein und das Nichts“. Im ersten Teil werden zunächst die beiden Seinstypen sowie deren Synthese und die daraus ableitbare Bedeutung für den Menschen erläutert, die Sartre in seinen ontologisch-phänomenologischen Untersuchungen im ersten Teil des Werkes vorfindet. Dabei soll der transzendente Hintergrund beider Seinsformen aufgezeigt werden, der letztendlich die Situierung des
Menschen in der Welt definiert. Im zweiten Teil werden die zentralen Thesen zu Sartres Freiheitsbegriffes untersucht, die im Vierten Teil des Werkes beschrieben sind. Ausgehend von Sartres freiheitlichen Handlungsbegriffes wird der existenzialistische Bruch in der deterministischen Kausalkette aufgezeigt und verschiedene Aspekte der sartreschen Freiheitskonzeption durchleuchtet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Freiheitsbegriffe

1.2 Kernmotiv

2. Die Seinsformen: An-sich und Für-sich

3. Der ontologische Freiheitsbegriff von Jean-Paul Sartre

3.1 Freiheit und Handeln

3.2 Freiheit und Determinismus

3.3 Freiheit und Wille

3.4 Freiheit und Angst

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die zentralen Thesen von Jean-Paul Sartres ontologischem Freiheitsbegriff, wie sie in seinem Hauptwerk "Das Sein und das Nichts" dargelegt sind, systematisch herauszuarbeiten und zu analysieren.

  • Die Differenzierung zwischen den Seinsformen "An-sich" und "Für-sich".
  • Die Rolle der Intentionalität und der Wahrnehmung eines Mangels für das menschliche Handeln.
  • Die Auseinandersetzung mit deterministischen Auffassungen von Freiheit.
  • Das Verhältnis von Freiheit, Wille und existentieller Angst.
  • Die Bedeutung der situativen Selbstgestaltung für das menschliche Sein.

Auszug aus dem Buch

3.1 Freiheit und Handeln

Für Sartre ist die Intentionalität von Handlungen von zentraler Bedeutung. Ein ungeschickter Raucher, der unbeholfen ein Pulverfass umstößt und eine Explosion verursacht, hat nicht gehandelt. Der Arbeiter, der in einem Steinbruch eine Sprengung ausgeführt hat, handelt – denn es war sich seiner Intention bewusst, „er realisierte intentional ein bewusstes Vorhaben“. Doch die bewusste Realisation der Folgen einer Handlung ist für Sartre nicht elementar, sondern die notwendige Bedingung einer Handlung der Erkenntnis eines objektiven Mangels, eines Desiderats, einer Negativität. Für Sartre lösen nicht die Begebenheiten einer Situation die Motive hervor, sich in eine andere, bessere Situation zu denken; die Imagination eines weniger prekären Zustandes führt zur Erkenntnis einer Perspektive aus dem Nicht-Sein, von der aus wir entscheiden, dass die augenblicklichen Begebenheiten des Seins untragbar sind.

Mit dem Beispiel des Arbeiters von 1830 verdeutlicht Sartre seine Gedankengänge: zwar ist der Arbeiter angesichts einer Lohnsenkung in der Lage zu revoltieren, denn er ist grundsätzlich in der Lage sich in eine Situation zu denken, in der sein ohnehin prekärer Lebensstandard noch niedriger wäre, doch er stellt sich seine Lebenslage [seine Leiden] nicht unerträglicher vor - sondern passt sich der Situation aufgrund mangelnder Bildung und Reflexion an, die Voraussetzung dafür sind, sich einen sozialen Zustand zu denken in dem seine Lebenssituation nicht so prekär wäre. Die Orientierungslosigkeit der infolge einer Revolte Herren von Lyon gewordenen Arbeiter im Stadtteil Croix-Rousse verdeutlicht für Sartre die feste Verbindung von Leiden und Sein der Arbeiter, dabei ist das Leiden des Arbeiters „der bloße affektive Tenor seines nicht-setzenden Bewusstseins“. Der Arbeiter, so Sartre, hat bis zu diesem Zeitpunkt nicht gehandelt, vielmehr konstituiert die Lage des Arbeiters sein eigenes Unvermögen, der Arbeiter leidet, ohne sein Leiden in einem neuen Licht zu betrachten und ohne ihm einen neuen Wert zu verleihen. Erst mit dem aufgreifen eines Planes, um seine Leidens- und Lebenssituation zu verändern oder zu beenden, werden sie ihm unerträglich erscheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den allgemeinen Freiheitsbegriff ein, kontrastiert ihn mit deterministischen Sichtweisen und stellt das existenzialistische Anliegen Sartres vor.

2. Die Seinsformen: An-sich und Für-sich: Hier wird die fundamentale ontologische Unterscheidung Sartres zwischen der unbewussten Fülle des An-sich und dem bewussten, negierenden Für-sich erarbeitet.

3. Der ontologische Freiheitsbegriff von Jean-Paul Sartre: Dieses Hauptkapitel analysiert die Bedingungen menschlichen Handelns, die Ablehnung des Determinismus, den Willensbegriff und die Rolle der Angst.

4. Schluss: Die Arbeit fasst zusammen, dass Freiheit bei Sartre untrennbar mit dem menschlichen Sein als ständiges "Werden" und der Sinnstiftung durch das Individuum verbunden ist.

Schlüsselwörter

Jean-Paul Sartre, Existenzialismus, Freiheit, Das Sein und das Nichts, An-sich, Für-sich, Intentionalität, Handlungsbegriff, Determinismus, Nichtung, Bewusstsein, Selbstentwurf, Wille, Existenz, Angst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung des Freiheitsbegriffs bei Jean-Paul Sartre, basierend auf seinem Werk "Das Sein und das Nichts".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die ontologische Struktur des Seins (An-sich vs. Für-sich), die Natur des menschlichen Handelns, die Widerlegung des Determinismus und die existentielle Verantwortung des Menschen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Thesen Sartres zum ontologischen Freiheitsbegriff textnah herauszuarbeiten und die Implikationen für das menschliche Handeln zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Methode, um das Sein und die Intentionalität menschlichen Handelns sowie die zugrundeliegenden Strukturen der Existenz zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Seinsformen An-sich und Für-sich sowie die detaillierte Analyse der Freiheit im Kontext von Handeln, Determinismus, Willen und Angst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben dem Kernbegriff "Freiheit" sind "An-sich", "Für-sich", "Existenzialismus", "Intentionalität" und "Selbstentwurf" zentral für das Verständnis der Arbeit.

Wie unterscheidet Sartre das An-sich vom Für-sich?

Das An-sich ist ein Sein, das mit sich identisch und vollkommen passiv ist, während das Für-sich das bewusste Sein des Menschen ist, das sich durch "Nichtung" auszeichnet und dadurch Freiheit erst ermöglicht.

Warum spielt die "Angst" eine so wichtige Rolle für Sartres Freiheitsbegriff?

Die Angst zeigt dem Menschen seine radikale Freiheit und Verantwortung auf; sie verdeutlicht, dass er nicht durch ein festes Wesen determiniert ist, sondern seine Zukunft in jedem Moment selbst wählen muss.

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Details

Title
Der ontologische Freiheitsbegriff von Jean-Paul Sartre
College
University of Constance  (Fachbereich Philosophie)
Course
Sartre - Das Sein und das Nichts
Grade
1,7
Author
Oliver Hügel (Author)
Publication Year
2012
Pages
18
Catalog Number
V214683
ISBN (eBook)
9783656429500
ISBN (Book)
9783656432913
Language
German
Tags
freiheitsbegriff jean-paul sartre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Hügel (Author), 2012, Der ontologische Freiheitsbegriff von Jean-Paul Sartre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214683
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