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Kündigungsschutz als Beschäftigungshemmnis? Eine Problemanalyse und Bewertung

Title: Kündigungsschutz als Beschäftigungshemmnis? Eine Problemanalyse und Bewertung

Examination Thesis , 2003 , 87 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: David Geiseler (Author)

Business economics - Economic Policy
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Die Diskussion um den Kündigungsschutz wird seit Walter Eucken und Alfred Müller-Armack, alsodem Beginn der sozialen Marktwirtschaft, immer wieder kontrovers diskutiert. Dabei kommt kaum einem anderen Thema eine ähnlich emotionale Bedeutung zu: Auf der einen Seite wird dem Kündigungsschutz unterstellt er hemme Neueinstellungen und sorge somit für hohe Arbeitslosigkeit. Auf der anderen Seite wird behauptet, er verhindere Entlassungen und schaffe dadurch eine geringere Arbeitslosenquote.
Zur Untersuchung der Frage, ob der Kündigungsschutz in Deutschland ein Beschäftigungshemmnis darstellt, werden insbesondere empirische Erhebungen der OECD sowie bekannte Modelle der Wirtschaftswissenschaften zu Rate gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen

2.1 Akteure des Arbeitsmarktes

2.1.1 Arbeitnehmerseite

2.1.1.1 Gewerkschaften

2.1.1.2 Betriebsrat

2.1.2 Arbeitgeberseite

2.1.2.1 Arbeitgeberverbände

2.1.2.2 Einzelne Arbeitgeber

2.1.3 Der Staat: Politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2.2 Ausprägungen von Arbeitslosigkeit

2.2.1 Freiwillige Arbeitslosigkeit

2.2.2 Unfreiwillige Arbeitslosigkeit

2.2.2.1 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit

2.2.2.2 Strukturelle Arbeitslosigkeit

2.2.3 Zusammenfassung

2.3 Flexibilität des Arbeitsmarktes

2.4 Steuerungsinstrumente gegen Arbeitslosigkeit

2.4.1 Lohnpolitik

2.4.2 Angebotspolitik im neoklassischen Modell

2.4.3 Nachfragepolitik im Sinne des keynesianischen Paradigmas

2.4.4 Bestandsschutz versus Abfindungszahlungen

2.5 Zusammenfassung

3 Kündigungsschutz und seine Wirkungen

3.1 Kündigungsschutz in Deutschland de lege lata

3.2 Messbarkeit der Rigiditäten des Kündigungsschutzes im internationalen Vergleich

3.2.1 Der Indikatoren-Ansatz der OECD

3.2.1.1 Vorgehensweise

3.2.1.2 Ergebnis

3.2.2 Der Befragungs-Ansatz

3.3 Exkurs: Internationale Referenzmodelle im Vergleich mit dem deutschen Kündigungsschutz

3.3.1 Die „Employment-at-Will“-Doktrin und das Diskriminierungsverbot in den USA

3.3.2 Flexicurity in Dänemark

3.4 Kündigungsschutz als Kompensation verschieden starker Marktpositionen

3.5 Theoretische Modelle zur Wirkung des Kündigungsschutzes auf das Niveau der Beschäftigung

3.5.1 Die neoklassische Wirkung von Kündigungsschutz

3.5.2 Die Insider-Outsider-Theorie

3.5.3 Wirkung von Kündigungsschutz im Verlauf des Konjunkturzyklus

3.5.4 Wirkung des Kündigungsschutzes aus institutionalistischer Sicht

3.5.4.1 Verteilungsorientierte Sicht

3.5.4.2 Effizienzorientierte Sicht

3.5.4.3 Staatlicher versus privatwirtschaftlicher Kündigungsschutz

3.5.5 Zwischenfazit

3.6 Atypische Kontrakttypen als Mittel zur Umgehung von Kündigungsschutzvorschriften

3.6.1 Kündigungsschutz im intertemporalen Vergleich

3.6.1.1 Das Beschäftigungsförderungsgesetz (BeschFG)

3.6.1.2 Die Kleinbetriebsklausel

3.6.2 Zeitarbeit

3.6.2.1 Zeitarbeit als atypische Beschäftigungsform

3.6.2.2 Zeitarbeit als Wiedereingliederungsmaßnahme

3.6.3 Arbeitnehmerüberlassung

3.6.4 Zwischenfazit

3.7 Kündigungsschutz in Deutschland de lege ferenda

3.7.1 Die Flexibilisierung des Schwellenwertes für Kleinbetriebe

3.7.2 Abfindungen statt Weiterbeschäftigung

4 Schlussbetrachtung und Wertung

4.1 Modellentscheidung

4.2 Vergleichbarkeit mit anderen Ländern

4.3 Das Arbeitsangebot

4.4 Die Arbeitsnachfrage

4.5 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Wirkung des Kündigungsschutzes in Deutschland auf das Beschäftigungsniveau. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, ob der Kündigungsschutz zu Recht als ein maßgebliches Beschäftigungshemmnis betrachtet wird oder ob er andere ökonomische Funktionen erfüllt.

  • Kritische Analyse des Kündigungsschutzes als Instrument der Arbeitsmarktpolitik.
  • Vergleich der Auswirkungen rigider Kündigungsschutzregelungen auf die Arbeitslosenquote.
  • Diskussion theoretischer Modelle (Neoklassik, Insider-Outsider-Theorie, Institutionalismus).
  • Bewertung von Alternativansätzen wie Flexicurity oder atypischen Beschäftigungsverhältnissen.

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1 Vorgehensweise

Beim internationalen Vergleich der Vorschriften zur Sicherung des Bestandsschutzes von Beschäftigungsverhältnissen werden verschiedene Aspekte des Kündigungsschutzes quantifiziert. Die neuesten Erhebungsdaten zu den jeweiligen gesetzlichen Regelungen wurden 1999 von der OECD veröffentlicht. Diese Daten werden genutzt, um durch sie den Regulierungsgrad von Beschäftigungsverhältnissen zu veranschaulichen (Tabelle 1).

Spalte (A) gibt auf einer Skala von „Null“ bis „Drei“ Auskunft über die Verfahrensanforderungen, die bei einer Kündigung zu beachten sind. Bei einer „Null“ sind keine Anforderungen zu berücksichtigen. Der Wert „Eins“ wird vergeben, wenn eine schriftliche Begründung der Kündigung erforderlich ist. Muss eine dritte Partei, wie zum Beispiel der Betriebsrat oder eine Mitarbeitervertretung von der Kündigung in Kenntnis gesetzt werden, so wird eine „Zwei“ vergeben. Wenn die Kündigung erst durch die Autorisierung durch eine dritte Partei wirksam wird, so wird eine „Drei“ vergeben.

In Spalte (B) wird die Zugangsfrist einer Kündigung dargestellt. Soweit hierbei eine Kündigung zu ihrer Wirksamkeit eine vorausgehende Warnung durch den Arbeitgeber erfordert, wird pauschalisierend festgelegt, dass diese die Frist um sechs Tage verlängert. Hierbei wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jedoch der tatsächliche Zugangszeitraum zwischen wenigen Tagen bis hin zu einigen Monaten variieren kann.

Weiterhin erhöht sich, nach der OECD-Rechnung, die Zugangsfrist um einen Tag, falls die Kündigung mündlich erfolgen beziehungsweise dem betroffenen Beschäftigten persönlich übergeben werden kann. Zwei Tage werden hinzugerechnet, wenn eine Zusendung über den Postweg notwendig ist und drei Tage, falls die Postsendung registriert werden muss, beispielsweise als Einschreiben. Die Zugangsfrist für Deutschland wird dadurch errechnet, dass Kündigungen nur „zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats“ wirken und somit die längste, zur eigentlichen Kündigungsfrist hinzuzurechnende Zeit 15 Tage beträgt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland und Motivation der Forschungsfrage bezüglich des Kündigungsschutzes als Beschäftigungshemmnis.

2 Grundlagen: Erläuterung der Akteure am Arbeitsmarkt, der verschiedenen Arten der Arbeitslosigkeit und der staatlichen Steuerungsinstrumente.

3 Kündigungsschutz und seine Wirkungen: Detaillierte Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, internationaler Vergleiche und theoretischer Modelle zur Auswirkung des Kündigungsschutzes.

4 Schlussbetrachtung und Wertung: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion politischer Reformoptionen sowie der Modellentscheidungen.

Schlüsselwörter

Kündigungsschutz, Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit, Beschäftigungsniveau, Bestandsschutz, Abfindungen, Insider-Outsider-Theorie, Flexicurity, Neoklassik, Institutionalismus, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitsrecht, Konjunkturzyklus, Zeitarbeit, Lohnpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Debatte, ob der strenge deutsche Kündigungsschutz die Schaffung neuer Arbeitsplätze verhindert und somit die Arbeitslosigkeit fördert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Kündigungsschutz auf das Beschäftigungsniveau, der Vergleich verschiedener Arbeitsmarktmodelle und die Analyse von Umgehungsmöglichkeiten wie atypischen Kontrakttypen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Kündigungsschutz kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob die Aufweichung dieser Regelungen tatsächlich als „Job-Motor“ fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine Kombination aus empirischer Analyse (internationale Datenvergleiche der OECD) und einer theoretischen Fundierung durch verschiedene ökonomische Modelle.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des deutschen Rechts, die Messbarkeit von Rigiditäten im internationalen Vergleich, theoretische Wirkungsanalysen sowie die Diskussion atypischer Beschäftigungsverhältnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen gehören Kündigungsschutz, Arbeitslosigkeit, Beschäftigungseffekte, Flexibilität, Insider-Outsider-Theorie und Arbeitsmarktregulierung.

Welche Rolle spielen Kleinbetriebe in der Analyse?

Kleinbetriebe sind Gegenstand der Diskussion um die „Kleinbetriebsklausel“, deren Schwellenwerte als politisches Instrument zur Flexibilisierung der Kündigungsregeln immer wieder debattiert werden.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Kündigungsschutzes als „Beschäftigungshemmnis“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Kündigungsschutz kein maßgebliches Beschäftigungshemmnis darstellt und dass eine Aufweichung der Regeln in Rezessionszeiten meist nicht zu den erhofften positiven Beschäftigungseffekten führt.

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Details

Title
Kündigungsschutz als Beschäftigungshemmnis? Eine Problemanalyse und Bewertung
College
University of Duisburg-Essen  (VWL)
Grade
2,3
Author
David Geiseler (Author)
Publication Year
2003
Pages
87
Catalog Number
V21469
ISBN (eBook)
9783638250832
ISBN (Book)
9783638726658
Language
German
Tags
Kündigungsschutz Beschäftigungshemmnis Eine Problemanalyse Bewertung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Geiseler (Author), 2003, Kündigungsschutz als Beschäftigungshemmnis? Eine Problemanalyse und Bewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21469
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