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Das konstruktive Misstrauensvotum

Bedeutung und Funktion im politischen System Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen in der Verfassungspraxis am Beispiel des Regierungssturzes 1982

Titre: Das konstruktive Misstrauensvotum

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 30 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Saleem Arif (Auteur)

Politique - Système politique de l'Allemagne
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Ein Verfahren, das dem Parlament das Recht gibt die Regierung zu stürzen, ist (in verschiedenen Variationen) in allen parlamentarischen Demokratien etabliert. Auch die Bundesrepublik Deutschland wird zu den parlamentarischen Demokratien gezählt. Artikel 67 des Grundgesetz stattet den deutschen Bundestag mit einem solchen Kontrollinstrument gegen die Regierung, dem sog. konstruktiven Misstrauensvotum, aus. Zwar verfügen in unterschiedlichen Ausprägungen auch die meisten Landesverfassungen der deutschen Bundesländer über ein solches Verfahren. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht jedoch die Bedeutung, Funktion und Wirkung dieses Misstrauensvotum für das politische System Deutschlands auf der bundesdeutscher Ebene. Obwohl es in Deutschland bislang erst zwei solcher Fälle (1972 und 1982) gab, ist Art.67 Grundgesetz dennoch von großer Bedeutung für die vom Grundgesetz konzipierte politische Ordnung, da es – dies sei als These vorangestellt – durch die konstruktive Form ein Machtausgleich in der Beziehung zwischen Parlament und Regierung herstellt und somit für Regierungsstabilität sorgt.
Daher wird im Folgenden das Verfahren des Misstrauensvotums zunächst anhand wesentlicher Merkmale erläutert, um dann insbesondere mit Blick auf das Misstrauensvotum in der Weimarer Republik die historische Entwicklung des konstruktiven Misstrauensvotum in Deutschland kurz zu umreißen. Hieraus wird sich ableiten lassen, wieso sich die „Väter“ des Grundgesetzes für die Form des konstruktiven Misstrauensvotum entschieden und welche Bedeutung dieses im Grundgesetz verankerte Verfahren für das politische System Deutschlands hat. Dabei soll geklärt werden, inwieweit dies für Regierungsstabilität sorgt. Diese ersten Erkenntnisse sollen schließlich an der Verfassungspraxis beispielhaft am 1982 erfolgreich durchgeführten konstruktiven Misstrauensvotum überprüft werden. Von besonderem Interesse sind hierbei vor allem die mit dem Regierungssturz von 1982 verbundenen Auswirkungen und die Bedenken und Vorbehalte, die gegen die Anwendung dieses Verfassungsrecht, aufkamen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das parlamentarischrepräsentative System der Bundesrepublik Deutschland

3. Das Misstrauensvotum in Deutschland

3.1 Das destruktive Misstrauensvotum in der Weimarer Republik

3.2 Entscheidung für das konstruktive Misstrauensvotum im Grundgesetz

3.3 Zwischenfazit: Bedeutung des konstruktiven Misstrauensvotum für das politische System Deutschlands - Das Misstrauensvotum als Regierungsstabilisator?

4. Das konstruktive Misstrauensvotum in der Verfassungspraxis

4.1 Das konstruktive Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Brandt

4.2 Das konstruktive Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Schmidt

4.2.1 Auswirkungen und Rezeption des Regierungssturzes

4.2.2 verfassungsmäßige Legalität gleich demokratische Legitimität?

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung, Funktion und Wirkung des konstruktiven Misstrauensvotums für das politische System Deutschlands, insbesondere unter dem Aspekt der Regierungsstabilität, und analysiert dies beispielhaft am Regierungssturz von 1982.

  • Mechanismen des konstruktiven Misstrauensvotums gemäß Art. 67 GG
  • Historischer Vergleich zum destruktiven Misstrauensvotum der Weimarer Republik
  • Analyse der Regierungsstabilität als zentrales Ziel der Verfassungsordnung
  • Fallbeispiel: Das konstruktive Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt 1982
  • Diskussion über Legalität und demokratische Legitimität von Regierungswechseln

Auszug aus dem Buch

4.2 Das konstruktive Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Schmidt

Bundestagspräsident Stücklen im Bundestag am 01.10.1982:

„Damit ist der Antrag der Fraktionen der CDU/CSU und FDP nach Art. 67 des Grundgesetzes mit der erforderlichen absoluten Mehrheit der Mitglieder des Bundestages angenommen. Ich stelle fest, der Abgeordnete Dr. Helmut Kohl ist zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt“.

Im Gegensatz zum Misstrauensvotum 10 Jahre zuvor endete dieses also erfolgreich. Helmut Schmidt war durch das konstruktive Misstrauensvotum gestürzt und wurde „mit den Stimmen der CDU/CSU und mit mehrheitlicher Unterstützung der FDP“ durch den neuen Bundeskanzler Helmut Kohl ersetzt. Mit 256 von 495 gültigen Stimmen erhielt Kohl sieben Stimmen mehr als zur absoluten Mehrheit. der sog. Kanzlermehrheit, notwendig waren. Dies bedeutete aber auch, dass 19 Abgeordnete der FDP nicht für Kohl gestimmt hatten, was als Beleg dafür gedeutet wurde, wie gespalten die Parteien waren.

10 Jahre nach dem ersten Misstrauensvotum kam es also zum Bruch der sozial-liberalen Koalition. Erhebliche Spannungen innerhalb der Koalition aber auch innerhalb der SPD selbst hatten Schmidt schrittweise schon seit den Bundestagswahlen 1980 an Autorität gekostet. Schon im Januar 1982 konnte sich Bundeskanzler Schmidt daher seiner „Kanzlermehrheit“ nicht mehr sicher sein und sah sich deshalb gezwungen zur Disziplinierung der Parlamentsmehrheit die Vertrauensfrage nach Art. 68 GG zu stellen, welche er auch mit einer knappen Mehrheit für sich entscheiden konnte. Die wachsenden Konflikte zwischen den Koalitionsparteien konnte er damit jedoch nicht beenden. Die Differenzen in der Wirtschaftspolitik und sicherheitspolitischen Fragen verstärkten sich sogar. Soziale und liberale Positionen erwiesen sich immer mehr als unvereinbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema des konstruktiven Misstrauensvotums als zentrales Kontrollinstrument und stellt die Forschungsfrage nach dessen Rolle für die Regierungsstabilität.

2. Das parlamentarischrepräsentative System der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Grundzüge des deutschen Regierungssystems und die Verankerung der parlamentarischen Verantwortlichkeit der Regierung im Grundgesetz.

3. Das Misstrauensvotum in Deutschland: Es wird die historische Entwicklung vom destruktiven Misstrauensvotum der Weimarer Republik zur konstruktiven Lösung des Grundgesetzes nachgezeichnet und dessen stabilisierende Funktion analysiert.

4. Das konstruktive Misstrauensvotum in der Verfassungspraxis: Anhand des Falls von 1982 wird die Anwendung des Instruments in der Realität sowie die damit verbundene gesellschaftliche und politische Debatte über Legitimität untersucht.

5. Schluss: Das Fazit resümiert die stabilisierende Wirkung des konstruktiven Misstrauensvotums und unterstreicht dessen Bedeutung trotz der kritischen öffentlichen Wahrnehmung als demokratisch legitimer Vorgang.

Schlüsselwörter

Konstruktives Misstrauensvotum, Grundgesetz, Regierungsstabilität, Bundeskanzler, Parlamentarismus, Verfassungspraxis, Regierungssturz, Politische Legitimität, Weimarer Republik, Vertrauensfrage, Regierungswechsel, Koalition, Opposition, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das konstruktive Misstrauensvotum nach Art. 67 GG und dessen Bedeutung für die Stabilität und Funktion des deutschen Regierungssystems.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die parlamentarische Kontrolle, der historische Vergleich zur Weimarer Republik sowie die Verfassungspraxis von Regierungsstürzen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie das konstruktive Misstrauensvotum zur Regierungsstabilität beiträgt und ob die Anwendung dieses Verfahrens als demokratisch legitim einzustufen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Verfassungsrecht, historischer Entwicklung und der Auswertung von Fallbeispielen und Dokumenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen des parlamentarischen Systems in Deutschland und die historische Genese des Misstrauensvotums diskutiert, gefolgt von einer detaillierten Analyse des Regierungssturzes von 1982.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen das konstruktive Misstrauensvotum, Regierungsstabilität, Art. 67 GG, politische Legitimität und das Fallbeispiel des Regierungssturzes von 1982.

Warum wird der Regierungssturz von 1982 als Fallbeispiel gewählt?

1982 stellt den erfolgreich durchgeführten Anwendungsfall des konstruktiven Misstrauensvotums auf Bundesebene dar, an dem sich die Wirkung des Instruments sowie die öffentliche Kritik besonders gut aufzeigen lassen.

Wie bewertet die Arbeit die Legitimität des Regierungswechsels 1982?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Regierungswechsel von 1982 sowohl verfassungsrechtlich legal als auch demokratisch legitim war, obwohl er in der öffentlichen Wahrnehmung zum Teil auf Unverständnis stieß.

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Titre
Das konstruktive Misstrauensvotum
Sous-titre
Bedeutung und Funktion im politischen System Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen in der Verfassungspraxis am Beispiel des Regierungssturzes 1982
Université
University of Duisburg-Essen  (Politikwissenschaft)
Cours
Einführung in die politische Systemlehre und das wissenschaftliche Arbeiten
Note
1,3
Auteur
Saleem Arif (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
30
N° de catalogue
V214707
ISBN (ebook)
9783656429388
ISBN (Livre)
9783656442837
Langue
allemand
mots-clé
Misstrauensvotum konstruktives Misstrauensvotum politisches System Deutschland Regierungssturz 1982 Kanzlersturz Schmidt Helmut Schmidt Kohl Helmut Kohl Parlament Bundestag Verfassungspraxis Regierungsstabilität Stabilität Stabilisator destruktives Misstrauensvotum Bundeskanzler Kanzler System Demokratie Repräsentation parlamentarischrepräsentativ
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Citation du texte
Saleem Arif (Auteur), 2013, Das konstruktive Misstrauensvotum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214707
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Extrait de  30  pages
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