Die Website www.wikipedia.org hat in den Jahren seit ihrer Gründung ein beispielsloses Wachstum verzeichnen können und versteht sich selbst als ein Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten in allen Sprachen der Welt.
Der Begriff Wikipedia setzt sich zusammen aus der mit dem hawaiiani-schen Wort für „schnell“ bezeichneten Technik zur kollektiven Erstellung von Internetseiten, und der englischen Schreibweise von Enzyklopädie - „encyclopedia“.
In der vorliegenden Hausarbeit soll das Phänomen der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia genauer betrachtet werden, wobei zunächst kurz auf den Aufbau sowie die Funktionsweise der Website eingegangen wird.
Basierend auf der innovativen Idee, sämtliche Einträge der Enzyklopädie für jeden Nutzer zur Bearbeitung freizugeben, setzt Wikipedia auf das Prinzip der Schwarmintelligenz. Die Grundlage von Wikipedia ist das Vertrauen in die Korrektheit des Wissens anderer, und trotz dieser für eine Enzyklopädie im traditionellen Sinne neuartigen Basis ist es Wikipedia gelungen, Konkurrenten wie Bertelsmann oder Brockhaus in-nerhalb kurzer Zeit hinter sich zu lassen.
Was macht Wikipedia so besonders, wo liegen die Gründe für das ra-sante Wachstum und den erheblichen Erfolg der Seite? Auch diese Frage gilt es in dieser Hausarbeit zu beantworten.
Ferner soll aber auch der tatsächliche Bildungswert von Wikipedia ana-lysiert werden, bevor auf die vorhandenen Schwächen sowie häufig ge-äußerte Kritikpunkte eingegangen wird, um die in der öffentlichen Meinung herrschende Ambivalenz hinsichtlich der Internet-Seite aufzuzeigen. Zum einen ist es die Verlässlichkeit der auf Wikipedia enthaltenen Informationen, die von Kritikern infrage gestellt wird. Zum anderen werden auch die von den Machern der Seite viel gepriesenen Werte wie Objektivität und Unabhängigkeit immer häufiger hinterfragt.
Trotz dieser Kritikpunkte zeigt sich die Enzyklopädie für die Zukunft gut gerüstet, daher sollen schließlich einige Weiterentwicklungen und die Aussichten der Website kurz dargestellt werden, bevor eine Zusam-menfassung den Abschluss der Hausarbeit bildet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wikipedia – Amateure im Netz?
2.1 Aufbau und Funktionsweise
2.2 Nutzertypen
2.3 Organisationsstrukturen
3. Entwicklung zum Marktführer der E-Enzyklopädien
4. Der Bildungswert von Wikipedia
5. Kritik
6. Aussichten
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia. Ziel ist es, die Gründe für das rasante Wachstum und den Erfolg der Plattform zu analysieren, ihren Bildungswert kritisch zu hinterfragen und die bestehende Ambivalenz zwischen kollektiver Wissensproduktion und inhaltlicher Verlässlichkeit zu beleuchten.
- Struktur und Funktionsweise des Wiki-Prinzips
- Organisation und Governance-Strukturen der Wikimedia Foundation
- Analyse des Bildungswerts und der Nutzerinteressen
- Kritische Auseinandersetzung mit Qualität, Neutralität und Zensur
- Zukunftsperspektiven und Weiterentwicklungen des Projekts
Auszug aus dem Buch
2.1 Aufbau und Funktionsweise
Im Unterschied zu anderen elektronischen Enzyklopädien, beispielsweise solchen auf DVD oder CD-ROM, muss man zwingend online sein, um Wikipedia nutzen zu können.
Das Layout von www.wikipedia.org ist hierbei vergleichsweise schlicht gehalten, die Einträge bestehen hauptsächlich aus Text, auf auffällige Farben, Hintergründe oder Effekte wird bewusst verzichtet, die Information soll offenkundig im Vordergrund stehen. So gibt es auch keine Animationen, Videos oder interaktive Karten.5
Bemerkenswert ist, dass Wikipedia trotz der Tatsache, dass die Benutzung der Seite kostenlos ist, konsequent und völlig auf Werbung verzichtet. Die Website finanziert sich ausschließlich über Spenden von Privatpersonen und Unternehmen. Allerdings sind die anfallenden Kosten auch vergleichsweise gering, da es nur wenige Angestellte gibt denen einen Gehalt zu zahlen ist, und lediglich die Technik zum Vertrieb der Seite bereitgestellt werden und das Internet Hosting finanziert werden muss. An der Finanzierung beteiligen sich auch die nationalen Wikimedia-Chapter, die über einen Toolserver die notwendigen Werkzeuge für die Wikipedia-Autoren bereitstellen.
Grundlage für das Entstehen und die Nutzung der Website ist das sogenannte Wiki-Prinzip, welches den zeitlich unmittelbaren Zugang der hinterlegten Information beinhaltet, genauso wie den freiheitlichen Anspruch, dass jeder Betrachter des Wikis gleichzeitig auch das Recht zur Online-Änderung des Textes innehat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der freien Online-Enzyklopädie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Erfolgsfaktoren und der gesellschaftlichen Bedeutung von Wikipedia.
2. Wikipedia – Amateure im Netz?: Dieses Kapitel beleuchtet den Aufbau, die technologische Funktionsweise, die Nutzertypen sowie die internen Organisationsstrukturen der Plattform.
3. Entwicklung zum Marktführer der E-Enzyklopädien: Der Abschnitt zeichnet die historische Entstehung von Wikipedia, beginnend bei Nupedia bis hin zur rasanten Marktdominanz, nach.
4. Der Bildungswert von Wikipedia: Hier wird analysiert, welchen Nutzen die Seite für die persönliche Bildung bietet und wie sich das Suchverhalten der Anwender auf die Wissensvermittlung auswirkt.
5. Kritik: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Schwächen von Wikipedia auseinander, insbesondere hinsichtlich der Zitierbarkeit, Anonymität und potenzieller Machtmissbräuche durch Administratoren.
6. Aussichten: Es werden zukünftige Entwicklungen sowie die Erweiterung des Funktionsumfangs durch Schwesternprojekte und Offline-Versionen dargestellt.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz ab, die den hohen Nutzwert von Wikipedia betont, aber gleichzeitig auf die Grenzen für wissenschaftliche Zwecke hinweist.
Schlüsselwörter
Wikipedia, Online-Enzyklopädie, Schwarmintelligenz, Wiki-Prinzip, Wikimedia Foundation, Wissensmanagement, Internet, Open Content, Internet-Recherche, Qualitätssicherung, Bildungsmedien, Nutzerbeteiligung, digitale Wissensgesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen Wikipedia und untersucht, wie aus der Idee der freien Bearbeitung eine der meistbesuchten Webseiten der Welt entstehen konnte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Organisationsstruktur von Wikimedia, der technologische Aufbau der Seite, der Bildungswert für Nutzer sowie die Kritik an der inhaltlichen Qualität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Gründe für den Erfolg von Wikipedia aufzuzeigen und zu klären, warum das Projekt trotz Kritik eine solche Bedeutung als Wissensquelle erreicht hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse sowie die Auswertung von Fachliteratur und existierenden Studien zum Nutzungsverhalten und zur Struktur der Online-Enzyklopädie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Aufbau, die Nutzerstruktur, die historische Entwicklung, der Bildungswert sowie die Kritikpunkte an der Plattform detailliert ausgeführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Wikipedia, Wiki-Prinzip, Schwarmintelligenz, Online-Enzyklopädie und Qualitätssicherung.
Welches System schützt die Inhalte vor Vandalismus?
Wikipedia nutzt ein System von Administratoren, ein Sichtungssystem für Beiträge sowie eine Diskussionsseite, um die Qualität und Neutralität der Artikel zu überwachen.
Warum wird Wikipedia oft für wissenschaftliches Arbeiten als ungeeignet eingestuft?
Aufgrund der Anonymität der Autoren, der fehlenden festen Redaktion und der ständigen Veränderbarkeit der Inhalte ist eine eindeutige Zitation und Verifizierung der Informationen oft schwierig.
Wie finanziert sich Wikipedia trotz Werbefreiheit?
Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Spenden von Privatpersonen und Unternehmen, da das Projekt durch die Non-Profit-Organisation Wikimedia Foundation betrieben wird.
Welche Rolle spielen die "Schwesternprojekte"?
Projekte wie Wiktionary, Wikinews oder Wikibooks erweitern den Funktionsumfang der Website und bieten themenspezifische Inhalte wie Wörterbücher oder Nachrichtenarchive.
- Citar trabajo
- Janine Knodel (Autor), 2010, Die Enzyklopädie Wikipedia und ihr Erfolg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214792