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Telefonbefragung. Eine kritische Betrachtung der Erhebungsmethode anhand eines Forschungsprozesses

Title: Telefonbefragung. Eine kritische Betrachtung der Erhebungsmethode anhand eines Forschungsprozesses

Term Paper , 2011 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Christopher Schwing (Author)

Social Work
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In der Sozialwissenschaft geht es darum, die Entstehung und Entwicklung gesellschaftlicher Phänomene zu erkennen, zu begründen und gegebenenfalls vorherzusagen. Dazu bedienen sich die Soziologen der empirischen Sozialforschung, in der mit Hilfe von Forschungsprozessen Hypothesen verifiziert oder falsifiziert werden. Zur Durchführung eines Forschungsprozesses bedarf es einer genauen Planungszeit, in der Entscheidungen bezüglich des optimalen Vorgehens getroffen werden müssen. In unserem Seminar führten wir einen kompletten Forschungsprozess zum Thema „Eigeninitiative in Deutschland“ durch. Bei der Theoriebildung stützten wir uns auf die „Theorie der Selbstbestimmung“ von Deci und Ryan. Diese unterscheiden 6 Typen von Motivation: amotiviert (ohne Motivation), extern, introjiziert, identifiziert, integriert (alle vier von außen reguliert) und intrinsisch (von innen reguliert) motiviert. Jeder Motivationstyp unterscheidet sich in der Qualität der Motivation und lässt Rückschlüsse zu, inwieweit Eigeninitiative besteht. Bei dem Begriff Motivation handelt es sich um eine latente Variable, die im Zuge der Operationalisierung durch Indikatoren messbar gemacht werden muss. Dazu stellten wir eine Hilfstheorie auf: in den vier Lebensbereichen Religion, Freundschaft, Arbeit und Politik soll Motivation gemessen werden. Mit Hilfe der Likert-Skala, ein Skalierungsverfahren zur Messung persönlicher Einstellungen, stellten wir einen Fragebogen auf, in dem wir zu jedem Bereich eine hypothetische Frage mit sechs Antwortmöglichkeiten vorgaben. Die Befragten sollten auf einer Skala von 1 bis 6 ihre Zustimmung bzw. Ablehnung zur Antwort zum Ausdruck bringen. Jede Antwortaussage stand dabei für einen der sechs Motivationstypen. Bei der Untersuchungsform entschieden wir uns für die Telefonbefragung. Anhand eines Fragebogens wurden in vier Städten Deutschlands Daten erhoben und mit dem Programm CATI (Computer Assisted Telephone Interview) erfasst. Anschließend erfolgte die Analyse und Auswertung der Daten. In dieser Hausarbeit um die Vor- und Nachteile eines Telefoninterviews in Abgrenzung zu anderen Methoden gehen. Dabei erfolgt zuerst eine Einführung in die Theorie der Befragung. Anschließend werden die Ergebnisse sowie die Probleme, die unsere Erhebung ergeben haben, genannt. Nach einer Reflexion darüber, wie gut sich Theorie und Praxis einer Telefonbefragung vereinbaren ließen und was verbesserungswürdig war, gehe ich der Frage nach, ob eine andere Methode...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Formen der Datengewinnung – Die Befragung

3 Durchführung einer eigenen Telefonbefragung

4 Reflexion von Praxis und Theorie

5 Persönliches Fazit

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die methodische Eignung und praktische Durchführung der Telefonbefragung als Instrument der empirischen Sozialforschung, wobei kritisch reflektiert wird, inwieweit theoretische Standards in der Praxis umsetzbar sind und welche Limitationen diese Methode im Vergleich zu anderen Erhebungsformen aufweist.

  • Theoretische Grundlagen und Typologien der Befragungsmethodik
  • Praktische Durchführung einer Telefonbefragung (CATI)
  • Reflektion von Praxisproblemen (Ausschöpfungsquote, Stichprobenauswahl, Interviewer-Interaktion)
  • Vergleichende Analyse: Telefonbefragung vs. postalische und Face-To-Face-Befragung
  • Methodenkritik hinsichtlich Datenqualität und sozialer Erwünschtheit

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Das Telefoninterview

Das Telefoninterview ist die Untersuchungsform, für die wir uns in unserer Studie entschieden haben. In den letzten Jahren wurde es insbesondere für die Marktforschung immer bedeutsamer, da innerhalb eines geringen Zeitraumes zahlreiche Daten erhoben werden können. Verglichen zu anderen Methoden wird dies zusätzlich mit geringeren Kosten realisiert. Da inzwischen in unseren Breitengraden beinahe jeder Haushalt mit einem Telefon ausgestattet ist, ist die Stichprobe entsprechend groß. Zumindest theoretisch ist die Erreichbarkeit der Zielpersonen sehr hoch. Zudem ermöglicht sie einen persönlichen Kontakt mit den Befragten, ohne real in Erscheinung zu treten. Dies erleichtert den Zugang zu den Befragenden.

Die Nummern für eine Telefonbefragungen stammen entweder von einer Generierung von Nummern aus zufälligen Zahlenkombinationen, genannt Random-Digit-Dialing, (vgl. Schnell/Hill/Esser 2008, S.365) oder aus dem Telefonbuch. Die Zielperson des Haushaltes wird anschließend entweder mit der Last-Birthday-Methode bzw. der Next-Birthday-Methode ermittelt, das heißt, dass je nach Methode die Person im Haushalt befragt wird, die zuletzt oder als nächstes Geburtstag hat.

Die Zahl der Ausfälle ist laut Statistiken bei Telefonbefragungen und schriftlichen Befragungen gleich. Über die Ausschöpfungsquote liegen keine genauen Daten vor. Schnell/ Hill/Esser (2008) nennen eine Verweigerungsrate von ca. 28% (vgl. ebd. S.368), wobei Länge und Thema des Interviews keine Rolle spielen. Die richtige Zeit des Anrufes und die Anstrengung des Interviewers, den Angerufenen zu überzeugen, erhöhen allerdings die Teilnahmebereitschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der empirischen Sozialforschung ein und erläutert die spezifische Forschungszielsetzung der durchgeführten Untersuchung zur Eigeninitiative in Deutschland.

2 Formen der Datengewinnung – Die Befragung: Dieses Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Befragungsformen und erläutert die theoretischen Anforderungen an eine wissenschaftlich fundierte Datenerhebung.

3 Durchführung einer eigenen Telefonbefragung: Hier werden die praktischen Abläufe der eigenen CATI-Studie sowie die resultierenden Daten und die aufgetretenen Hindernisse detailliert dargestellt.

4 Reflexion von Praxis und Theorie: Der Autor gleicht die theoretischen Ideale der Befragungsmethodik kritisch mit den tatsächlich gemachten praktischen Erfahrungen ab.

5 Persönliches Fazit: Das Fazit fasst die Eignung der Telefonbefragung zusammen und bewertet diese im Kontext alternativer Erhebungsmethoden wie Face-To-Face-Interviews.

6 Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen aufgelistet, auf die in der Arbeit Bezug genommen wurde.

Schlüsselwörter

Telefonbefragung, Empirische Sozialforschung, Datenerhebung, Interviewführung, Ausschöpfungsquote, CATI, Methodenreflexion, Sozialforschung, Stichprobenauswahl, Datenqualität, Standardisierung, Eigeninitiative, Umfrageforschung, Interaktion, Befragungsmethodik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Telefonbefragung als sozialwissenschaftliche Erhebungsmethode und reflektiert den gesamten Forschungsprozess einer selbst durchgeführten Studie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen der Befragung, die praktische Durchführung von Telefoninterviews sowie die kritische Reflexion von methodischen Herausforderungen wie Stichprobenauswahl und Antwortverhalten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die theoretischen Anforderungen einer Telefonbefragung mit der praktischen Umsetzung zu vergleichen und zu untersuchen, wo Diskrepanzen bestehen und wie diese die Ergebnisqualität beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der quantitativen Telefonbefragung (CATI) unter Anwendung einer Likert-Skala zur Messung von Motivationstypen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die theoretischen Grundlagen der Datengewinnung erläutert als auch die konkrete Umsetzung der Befragung, inklusive der auftretenden Probleme und Auswertung der erhobenen Daten, detailliert beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Telefonbefragung, Empirische Sozialforschung, Datenqualität, Ausschöpfungsquote und Methodenreflexion beschreiben.

Warum wird die Erreichbarkeit bei Telefoninterviews als problematisch empfunden?

Der Autor stellt fest, dass zeitliche Faktoren (Mittagszeit) und die spezifische Zielgruppenstruktur die Erreichbarkeit erschweren, da viele Probanden aufgrund von Erwerbstätigkeit oder Studium zu bestimmten Zeiten nicht telefonisch kontaktiert werden können.

Welchen Einfluss hat die „soziale Erwünschtheit“ auf die Ergebnisse?

Bei sensiblen Themen wie Religion oder Wahlverhalten neigen Befragte dazu, sozial erwünschte statt wahrheitsgemäßer Antworten zu geben, um sich selbst besser darzustellen, was die Validität der Daten beeinträchtigt.

Warum wird eine Face-To-Face-Befragung als mögliche Alternative diskutiert?

Obwohl sie schwieriger zu koordinieren ist, bietet die Face-To-Face-Befragung durch den direkten Kontakt die Möglichkeit, Mimik und Tonlage des Gegenübers zu deuten, was eine sensiblere Gesprächsführung ermöglicht.

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Details

Title
Telefonbefragung. Eine kritische Betrachtung der Erhebungsmethode anhand eines Forschungsprozesses
College
University of Hildesheim
Course
Methoden der empirischen Sozialforschung
Grade
1,7
Author
Christopher Schwing (Author)
Publication Year
2011
Pages
16
Catalog Number
V214832
ISBN (eBook)
9783656428794
ISBN (Book)
9783656435266
Language
German
Tags
Forschung Erhebungsmethode Telefon Befragung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Schwing (Author), 2011, Telefonbefragung. Eine kritische Betrachtung der Erhebungsmethode anhand eines Forschungsprozesses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214832
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