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Die Grundzüge der Zentralplanwirtschaft

Titel: Die Grundzüge der Zentralplanwirtschaft

Seminararbeit , 2000 , 11 Seiten , Note: 1,8

Autor:in: Michael Schulz (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
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Diese Seminararbeit untersucht das Thema: Die Grundzüge der Zentralplanwirtschaft. Am Beispiel der DDR soll dem Leser ein kurzer Einblick in die Grundprinzipien einer Planwirtschaft gegeben und Probleme aufgezeigt werden, die mitverantwortlich am Scheitern dieses Wirtschaftssystems waren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Ausgewählte Charakteristika der Zentralplanwirtschaft

2 Der Prozeß der Planung

3 Grundsätze und Probleme des Preissystems

4 Probleme der Produktivität

5 Probleme der Investition/Innovation

6 Zentrale Planung versus Demokratie

7 Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Seminararbeit untersucht die fundamentalen Prinzipien der Zentralplanwirtschaft am Beispiel der DDR, um die strukturellen Ursachen zu identifizieren, die maßgeblich zum Scheitern dieses Wirtschaftssystems beigetragen haben.

  • Grundlegende Charakteristika und Institutionen der Planwirtschaft
  • Struktur und Ablauf des Planungsprozesses
  • Funktionsweise und systembedingte Defizite des Preissystems
  • Problematiken bei Produktivität, Investitionen und Innovationen
  • Spannungsfeld zwischen zentraler Lenkung und demokratischen Prinzipien

Auszug aus dem Buch

2 Der Prozeß der Planung

Die Aufgabe des Staates war es, alle wirtschaftlichen Gütererzeugungs- und Verteilungsprozesse für eine bestimmte Planungsperiode zu planen. Die Durchführung dieser Aufgabe kam in der DDR hauptsächlich der staatlichen Plankommission zu, die dem Ministerrat unterstellt war, einem „Vollzugsorgan des Parteiwillens in der Wirtschaft“,9 welcher wiederum den Weisungen des Politbüros der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) abhängig war.10 Außerdem waren an der Planung die für die jeweiligen Bereiche zuständigen Industrieministerien, Organisationen der Wirtschaftszweige und die Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) beteiligt. Die unterste Ebene der Planung vollzog sich schließlich auf der des Betriebes. Wie schon aus der Hierarchie der Planung abzulesen sei könnte, gab es zwischen den jeweiligen Einzelplanungen nicht zwangsläufig einen Übereinstimmung. So ist davon auszugehen, daß der Ministerrat als oberste Planungsinstanz einerseits und der Betrieb andererseits grundsätzlich unterschiedliche Vorstellungen über die Quantität und Qualität des Planziels hatten.11

Konkret verlief die Planung in der DDR nach folgendem dreistufigem Prozeß ab: Die Plankommission erarbeitete auf Grundlage von Prognosen, Bedarfsermittlung und Verflechtungsbilanzen eine „Staatlicher Aufgabe“ (STAG), einen Plan, der die Produktionswünsche des Staates widerspiegelt. Darin konnten Vorgaben enthalten sein, wie die wert- oder mengenmäßigen Vorgaben zu einzelnen Gütern oder Güterklassen, aber auch Angaben zur Produktivität, zu Kosten oder dem Materialverbrauch; sogenannte Kennziffern. Sicherlich wäre es im Sinne einer „in sich“ konsistenten Planung vorteilhaft geschienen, konkret festzulegen „was und wo und wie viel produziert wird und wie die Verteilung des Sozialprodukts stattfindet“12, wegen einer zu geringen Informationsverarbeitungskapazität war dieses Ziel jedoch niemals erreichbar. Die „Staatliche Aufgabe“ wurde zur verbindlichen Vorgabe für die „eigenverantwortliche Ausarbeitung der Planentwürfe (PE) [...] durch die zentralen und örtlichen Staatsorgane und wirtschaftsleitenden Organe, die Kombinate, Betriebe und Einrichtungen“.13 D.h. als zweiter Schritt auf wurde diesen Ebenen ebenfalls ein Plan erstellt, der als Instrument zur Planung und Koordination aller (einzelnen) Güter und Güterverflechtungen diente.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Ausgewählte Charakteristika der Zentralplanwirtschaft: Definition der Planwirtschaft als System staatlicher Lenkung und Darstellung der Eigentumsverhältnisse sowie des Außenhandelsmonopols in der DDR.

2 Der Prozeß der Planung: Beschreibung der hierarchischen Strukturen des Planungsprozesses von der staatlichen Plankommission bis hin zur betrieblichen Umsetzung.

3 Grundsätze und Probleme des Preissystems: Analyse der Preisbildung auf Basis der Arbeitswerttheorie und Erläuterung der daraus resultierenden Inkonsistenzen und Lenkungsprobleme.

4 Probleme der Produktivität: Untersuchung der mangelnden Leistungsanreize und des Prinzipal-Agent-Problems, das zu „weichen Plänen“ und Ineffizienz führte.

5 Probleme der Investition/Innovation: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Kapitalallokation und der innovationsfeindlichen Anreizstrukturen innerhalb des DDR-Systems.

6 Zentrale Planung versus Demokratie: Darstellung der Unvereinbarkeit totalitärer staatlicher Lenkungsmechanismen mit demokratischen Freiheitsrechten.

7 Abschließende Bemerkungen: Zusammenfassende Bewertung, dass insbesondere das Informations- und Interessenproblem maßgeblich zum ökonomischen Scheitern beitrugen.

Schlüsselwörter

Zentralplanwirtschaft, DDR, Wirtschaftssystem, Staatliche Plankommission, Volkseigentum, Preissystem, Planerfüllung, Investition, Innovation, Produktivität, Informationsproblem, Interessenproblem, Wirtschaftsgeschichte, Sozialismus, Marxismus-Leninismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die strukturellen Grundzüge und Funktionsprinzipien der DDR-Zentralplanwirtschaft sowie die ökonomischen Defizite, die zu deren Scheitern führten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die staatliche Planungsstruktur, die Preisbildung, die Produktivität, Investitionshemmnisse sowie das Spannungsverhältnis zwischen Planungszwang und Demokratie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die systembedingten Mechanismen der DDR-Wirtschaft aufzuzeigen, die aufgrund von Informations- und Anreizproblemen eine effiziente Ressourcenallokation verhinderten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse der Wirtschaftsordnung unter Einbezug relevanter sozial- und wirtschaftsgeschichtlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Planungshierarchie, die Problematik der Preisbildung nach marxistischen Vorgaben und die systembedingten Hindernisse für Produktivität und technologische Innovation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentralplanwirtschaft, DDR, Planerfüllung, Preissystem, Informationsproblem und Interessenproblem.

Was besagt das "Prinzipal-Agent-Problem" in diesem Kontext?

Es beschreibt die Abhängigkeit des Staates (Prinzipal) von den wahrheitsgemäßen Kapazitätsinformationen der Betriebe (Agent), welche diese jedoch zurückhielten, um die Planerfüllung und damit verbundene Prämien leichter zu erreichen.

Warum führte die Preisbildung in der DDR zu Fehlentwicklungen?

Da Preise nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt wurden, sondern auf veralteten Kostenmodellen und politischer Steuerung basierten, konnten sie keine korrekten Knappheitssignale senden, was zu Ineffizienz führte.

Welchen Einfluss hatte das Eigentum an Produktionsmitteln auf die Wirtschaft?

Die Verstaatlichung der Betriebe eliminierte den natürlichen Wettbewerb und Gewinnanreize, wodurch das marktwirtschaftliche System der Leistungssteigerung durch Konkurrenz außer Kraft gesetzt wurde.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Grundzüge der Zentralplanwirtschaft
Hochschule
Universität Mannheim
Note
1,8
Autor
Michael Schulz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
11
Katalognummer
V214850
ISBN (eBook)
9783668708174
ISBN (Buch)
9783668708181
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundzüge zentralplanwirtschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Schulz (Autor:in), 2000, Die Grundzüge der Zentralplanwirtschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/214850
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Leseprobe aus  11  Seiten
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