Meldungen über Gewalt und dem Bösen überschütten den Menschen in einer schockierenden Menge. Kriege, Kindesverwahrlosungen und –misshandlungen, Tötungsdelikte, Fremdenhass, Unterdrückung, Korruption, Folterungen, sexuelle Übergriffe etc. Grausame Ereignisse wie diese sind real und allgegenwärtig. Konfrontiert durch die Medien mit solchen ‚Schreckensnachrichten‘, stellt sich meist die Frage nach dem ‚Warum‘. Was bewegt den Menschen solche menschenverachtenden Taten zu vollbringen und vor allem, wie ist ein Mensch dazu überhaupt in der Lage?
Diese wissenschaftliche Hausarbeit soll Ansätze liefern, um das Böse im Menschen zu erklären. Dabei werden sowohl psychologische als auch soziologische Perspektiven herangezogen. Das Ziel wird es sein, die Gründe für gewalttätiges Verhalten von Menschen zu durchleuchten und ferner Einflüsse aufzuzeigen, die solche Handlungen verursachen oder beeinflussen können. Welche Faktoren sind entscheidend dafür, dass böses Verhalten ausgelöst wird? Welche Umstände sind ausschlaggebend dafür, dass sich der Charakter eines Menschen zum negativen entwickelt und zuvor geltende moralische Grundsätze scheinbar gänzlich ausgeblendet werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Anziehungskraft vs. Verachtung des Bösen
3. Theorien der Aggressions- und Gewaltforschung
3.1 Aggression und Gewalt
3.2 Triebtheorie nach Sigmund Freud
3.3 Frustrations - Aggressions – Hypothese
3.4 Soziale Kontrolltheorie
4. Relevanz der Erziehung
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen von gewalttätigem und bösartigem Verhalten aus psychologischer sowie soziologischer Sicht, um zu ergründen, welche Faktoren und Lebensumstände Individuen zu solchen Handlungen bewegen.
- Psychologische und soziologische Erklärungsansätze für Aggression und Gewalt
- Die Bedeutung von Triebtheorien und Frustrationserfahrungen
- Der Einfluss sozialer Kontrolle und Integration auf das Verhalten
- Die prägende Rolle der Erziehung und Kindheit für die Entwicklung
- Der Kreislauf der Gewalt und Möglichkeiten der Prävention
Auszug aus dem Buch
3.2 Triebtheorie nach Sigmund Freud
Die Triebtheorie nach Sigmund Freud fußt auf den Gedankengang, dass dem Lebenstrieb („Nach S. Freud ist der Lebenstrieb ein Grundantrieb des Menschen zur Erhaltung des Lebens, der den Geschlechtstrieb und den Selbsterhaltungstrieb umfasst“15) ein Todestrieb gegenübersteht. Dieser verlegt einerseits die aggressiven Impulse nach Außen um andere Existenzen zu schädigen, andererseits kann er sich vernichtend gegen die eigene Person richten. Ein Beispiel für diese Autoaggression wäre das zum Teil vorkommende selbstverletzende Verhalten bei depressiven Individuen.16 Menschliches Verhalten erfolgt nach Freud durch das Zusammenwirken dieser beiden Triebe. Der Begriff ‚Todestrieb‘ stammt aus der Psychoanalyse. Er geht von der Bereitschaft des Lebewesens zur Aggression aus und ist somit als Antrieb gewaltbereiten Handelns zu verstehen. Im Normalzustand sind Todes- und Lebenstrieb gleichermaßen ausgebildet. Lediglich bei erkrankten Menschen ist eine verstärkte Ausprägung einer der beiden Triebe zu beobachten.17 Während der Todestrieb also darauf abzielt das Lebendige auszulöschen, dient der Lebenstrieb dem Menschen zu seinem Erhalt und Überleben. Er erschwert das destruktive Ziel, welches der Todestrieb beabsichtigt, indem die negativen Energien gegen Objekte in der Lebenswelt gelenkt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand eines erschütternden Beispiels das Phänomen des Bösen und definiert das Ziel der Arbeit, gewalttätiges Verhalten psychologisch und soziologisch zu untersuchen.
2. Anziehungskraft vs. Verachtung des Bösen: Dieses Kapitel erörtert die paradoxe Faszination, die das Böse auf den Menschen ausübt, und verdeutlicht die Schwierigkeit, diesen Begriff wissenschaftlich eindeutig zu definieren.
3. Theorien der Aggressions- und Gewaltforschung: Hier werden zentrale theoretische Positionen aus Psychologie und Soziologie vorgestellt, um Motive von aggressivem Handeln zu systematisieren.
3.1 Aggression und Gewalt: Dieser Abschnitt differenziert die Begriffe Aggression und Gewalt und zeigt auf, dass nicht jede aggressive Regung zwangsläufig in Gewalt mündet.
3.2 Triebtheorie nach Sigmund Freud: Es wird Freuds Modell des Todes- und Lebenstriebs sowie dessen Bedeutung für die Entstehung von Gewalt und Autoaggression analysiert.
3.3 Frustrations - Aggressions – Hypothese: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen frustrierenden Erlebnissen und der Entladung in aggressive Handlungen sowie die Bedeutung der Frustrationstoleranz.
3.4 Soziale Kontrolltheorie: Der Fokus liegt hier auf der Bedeutung sozialer Integration und Bindungen, deren Fehlen zu Abweichungen und Desintegration führen kann.
4. Relevanz der Erziehung: Die Bedeutung der Kindheit als prägende Phase wird hervorgehoben, wobei der Erziehung eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung von Werten und der Gewaltprophylaxe zukommt.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die behandelten Theorien zusammen und betont, dass es nicht die eine Ursache für das Böse gibt, sondern ein komplexes Zusammenwirken verschiedener Faktoren vorliegt.
Schlüsselwörter
Aggression, Gewalt, Böses, Triebtheorie, Sigmund Freud, Todestrieb, Frustration, Frustrationstoleranz, Soziale Kontrolltheorie, Erziehung, Kindheit, Sozialisation, Gewaltprävention, Psychologie, Soziologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftlichen Ursachenforschung von aggressivem und bösartigem Verhalten bei Menschen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Felder sind psychologische Triebmodelle, die Frustrations-Aggressions-Hypothese, soziale Kontrollmechanismen sowie der Einfluss der Erziehung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Beweggründe für gewalttätiges Verhalten zu durchleuchten und Einflüsse aufzuzeigen, die zur Entwicklung negativer Charakterzüge beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse psychologischer und soziologischer Fachliteratur zur Aggressions- und Gewaltforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert drei spezifische theoretische Positionen: Freuds Triebtheorie, die Frustrations-Aggressions-Theorie und die soziale Kontrolltheorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Aggression, Gewalt, Triebtheorie, Frustration, Erziehung, soziale Kontrolle und psychische Entwicklung sind die prägenden Begriffe.
Inwiefern beeinflusst die Kindheit laut der Arbeit das spätere Verhalten?
Die Kindheit wird als äußerst prägend beschrieben, da hier durch Erziehung die Grundlagen für Normen, Werte und den Umgang mit dem eigenen Aggressionspotential gelegt werden.
Warum ist das Konzept des „Täter-Opfer-Kreislaufs“ in diesem Kontext wichtig?
Die Arbeit weist darauf hin, dass viele Opfer von Gewalterfahrungen in der Kindheit später selbst zu Tätern werden, was die Bedeutung präventiver Erziehung unterstreicht.
Was schlussfolgert die Autorin hinsichtlich der Entstehung des Bösen?
Es gibt nicht den einen „Antrieb“ für böswilliges Handeln; vielmehr ist es das komplexe Zusammenwirken verschiedener sozialer und psychischer Faktoren, die einander bedingen.
- Citation du texte
- Lisa Rangus (Auteur), 2012, Das Böse in uns. Theoretische Erklärungsversuche aus der Psychologie und Soziologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215000