Gegenstand der gesamten Unterrichtseinheit ist die Geschichte der kleinen Hexe, welche 1957 vom Autor Otfried Preußler veröffentlicht wurde. Otfried Preußler versteht sich als Geschichtenerzähler und wendet sich vor allem an das junge Publikum. Nach Preußler richtet sich das Buch „Die kleine Hexe“ an Kinder zwischen vier und acht Jahren. Neben dem Medium Buch ist „Die kleine Hexe“ auch als Kassettenfolge, als CD, als Hörspiel, als Videofilm, als Brettspiel und als Bühnenstück verfügbar.
Die fantastisch‐komische Erzählung gliedert sich in zwanzig Kapitel, die ein ganzes Hexenjahr umfassen. Das Buch beginnt kurz vor der Walpurgisnacht und endet mit der Walpurgisnacht des kommenden Jahres. Weiterhin finden die jeweiligen Jahreszeiten (Winter, Fastnacht,…) Berücksichtigung. Die einzelnen Kapitel werden im Präteritum geschrieben und enthalten neben dem auktorialen Erzähler Dialoge zwischen dem Raben und der kleinen Hexe. Die Dialoge sind im Präsens verfasst.
Besonders bei den Dialogen entspricht die Erzählzeit der erzählten Zeit. Weiterhin sind typische Merkmale eines Märchens wie Hexen, sprechende Tiere sowie Gutes und Böses zu finden. Darüber hinaus beginnt die Erzählung mit der Einleitungsphrase „Es war einmal“. Die kindgerechte und knappe Sprache ist der Lesefähigkeit der jungen Leserschaft angepasst, jedoch sind einige Begriffe inzwischen veraltet. Da Begriffe wie Muhme, Schindelmacherin oder Kräme den Kindern heute nicht mehr geläufig sind, ist es notwendig, dass die Lehrkraft Erklärungen für die Begriffe bereithält. Im Kapitel „Rachepläne“ könnten folgende Begriffe zu Verständnisschwierigkeiten führen: Das Wort „erspähen“ gehört zu der Wortart der Verben. Im Text wird es auf den Raben Abraxas bezogen, der seit Tagen auf die Ankunft der kleinen Hexe wartet.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Informationen
2. Einordnung der Stunde
2.1. Thema der Unterrichtseinheit
2.2. Thema der Unterrichtsstunde
2.3. Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit
2.4. Stundenbezogene Kompetenzbereiche und Kompetenzen
2.5. Hauptintention der Stunde
3. Situation der Klasse
3.1. Darstellung der allgemeinen Unterrichtsbedingungen
4. Sachanalyse
5. Didaktische Begründungen
6. Methodische Begründung
7. Verlaufsplanung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Unterrichtseinheit ist es, die Schülerinnen und Schüler durch das rollenverteilte Lesen des Kapitels „Rachepläne“ zur intensiven Auseinandersetzung mit der Lektüre „Die kleine Hexe“ zu motivieren und dabei ihre Lesetechnik sowie ihr Textverständnis zu fördern. Im Zentrum steht die Reflexion über die Rachegedanken der Protagonistin und deren moralische Bewertung.
- Förderung der Leseflüssigkeit durch gezielte Lautleseverfahren.
- Auseinandersetzung mit moralischen Fragestellungen im Kontext von Rache und Gerechtigkeit.
- Stärkung der sozialen Kompetenz durch Gruppenarbeit und rollenverteiltes Vorlesen.
- Vertiefung der mündlichen Ausdrucksfähigkeit durch Präsentation und Diskussion.
- Einsatz von Lesetagebüchern zur Dokumentation des individuellen Lernprozesses.
Auszug aus dem Buch
„Rachepläne“
Erzähler: Mit wunden Füßen und durchgelaufenen Schuhsohlen kam die kleine Hexe am Morgen des vierten Tages zu Hause an. Der Rabe Abraxas erspähte sie und flatterte ihr entgegen. Rabe: „Endlich bist du zurück! Bist du zu Fuß gekommen?“ Kleine Hexe: „Ja, mein Besen ist futsch.“ Rabe: „Dein Besen ist futsch?“ Erzähler: Dem Raben ging ein Licht auf. Rabe: „Sie haben dich erwischt! Das war ja vorauszusehen.“ Erzähler: Der kleinen Hexe war alles einerlei. Ohne ihre staubigen Kleider auszuziehen, ließ sie sich aufs Bett fallen. Am nächsten Morgen berichtete sie dem Rabe Abraxas, was passiert war. Rabe: „Da hast du aber noch einmal Glück gehabt! Nun vergiss nicht, bis zum nächsten Jahr eine gute Hexe zu werden!“ Kleine Hexe: „Ich gebe mir Mühe. Vorher muss ich jedoch etwas Wichtiges erledigen.“ Rabe: „Was denn?“ Erzähler: Die kleine Hexe verzog das Gesicht und erklärte ihr Vorhaben. Kleine Hexe: „Ich werde mich rächen!“ Rabe: „An wem?“ Kleine Hexe: „An der Muhme Rumpumpel. Ich werde ihr eine Schweinenase und Eselsohren anhexen!“ Rabe: „Gewiss, das war eine Gemeinheit von ihr. Sie ist aber eine Hexe und wird sich im Handumdrehen das Zeug wieder weghexen!“ Erzähler: Die kleine Hexe dachte kurz nach und kam zu dem Entschluss, dass der Rabe Abraxas nicht ganz Unrecht hatte. Kleine Hexe: „Lass mal! Mir wird schon noch etwas viel Besseres einfallen!“ Rabe: „Aber du hast der Oberhexe doch versprochen, eine gute Hexe zu werden. Und gute Hexen dürfen nichts Böses anrichten, meine ich.“ Kleine Hexe: „Ist das dein Ernst?“ Rabe: „Allerdings. Ich würde an deiner Stelle darüber nachdenken.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Informationen: Dieses Kapitel enthält die administrativen Rahmendaten zur Unterrichtsstunde, wie Datum, Zeit und das behandelte Fach.
2. Einordnung der Stunde: Hier wird das Thema der Unterrichtseinheit und die spezifische Stellung dieser Stunde innerhalb der gesamten Reihe dargestellt.
3. Situation der Klasse: Dieses Kapitel beschreibt die soziokulturelle Zusammensetzung der Klasse sowie den Leistungsstand und die methodischen Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler.
4. Sachanalyse: Hier werden der Inhalt der Ganzschrift, deren Einordnung in das Werk von Otfried Preußler sowie sprachliche Besonderheiten und Interpunktionszeichen fachlich analysiert.
5. Didaktische Begründungen: Dieses Kapitel legt die pädagogische Relevanz der Lektürewahl dar und erläutert, wie durch das rollenverteilte Lesen und die Arbeit am Lesetagebuch die Lesemotivation gestärkt werden soll.
6. Methodische Begründung: Hier wird der geplante Unterrichtsverlauf unter methodischen Aspekten begründet, insbesondere die Gestaltung der Einstiegs-, Erarbeitungs- und Ergebnissicherungsphasen.
7. Verlaufsplanung: Dieses Kapitel stellt die zeitliche Abfolge der Unterrichtsphasen und die eingesetzten Medien tabellarisch dar.
Schlüsselwörter
Die kleine Hexe, Otfried Preußler, Leseförderung, rollenverteiltes Lesen, Lesetagebuch, Grundschule, Rachepläne, Unterrichtsplanung, Lesemotivation, Literaturunterricht, Sozialformen, Deutschunterricht, Lesetechnik, Interpunktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es handelt sich um eine detaillierte Unterrichtsvorbereitung für eine Deutschstunde in einer Grundschulklasse, in der das Buch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler behandelt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsstunde?
Die zentralen Felder sind die Leseerziehung, die Auseinandersetzung mit dem Thema Rache und die methodische Umsetzung des rollenverteilten Lesens.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Das Ziel ist, dass die Kinder durch das Lesen in verteilten Rollen ihre Lesetechnik verbessern und sich inhaltlich reflektiert mit den Racheplänen der kleinen Hexe auseinandersetzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Ansätze der Lesesozialisationsforschung sowie Lautleseverfahren zur Förderung der Leseflüssigkeit und des Textverständnisses angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine tiefgehende Sachanalyse der Lektüre, didaktische Begründungen für die Methodenwahl sowie eine genaue Verlaufsplanung der Stunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie „Die kleine Hexe“, „Leseförderung“, „rollenverteiltes Lesen“ und „Unterrichtsplanung“ definieren.
Welche Rolle spielt der Rabe Abraxas in dieser Stunde?
Der Rabe Abraxas fungiert im behandelten Kapitel als moralischer Ratgeber der kleinen Hexe, der sie dazu anregt, ihre Rachepläne kritisch zu hinterfragen.
Warum wird der Text für das rollenverteilte Lesen extra modifiziert?
Der Text wurde vereinfacht, gekürzt und mit kürzeren Rollen versehen, um auch leistungsschwächeren Schülern eine erfolgreiche Teilhabe am Leseprozess zu ermöglichen.
- Citar trabajo
- Julia Uhlitzsch (Autor), 2013, Unterrichtsstunde: "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler. Kapitel Rachepläne., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215023