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"Wie du mir so ich denen?" – Die Unterdrückung der kolonisierten Frau durch Weiße Frauen im Kolonialismus

Titre: "Wie du mir so ich denen?" – Die Unterdrückung der kolonisierten Frau durch Weiße Frauen im Kolonialismus

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 10 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Sciences Sociales générales
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Oyewumi verweist auf die Tatsache, dass die Geschichte des Kolonialismus aus der Sicht der Männer verfasst worden ist (Oyewumi 1997: 121), und erläutert zudem die für sie erkennbaren vier hierarchischen Kategorien, die durch die bio-logische westliche Kultur in den afrikanischen Kolonien vorherrschte: Ganz oben steht der Mann (Europäer), dann die europäische Frau, gefolgt von den Einheimischen (Afrikaner) und die Gruppe der „Others“ (Oyewumi 1997: 122), die afrikanische Frauen miteinschließt (Oyewumi 1997: 122). Trotz dieser hohen Aufmerksamkeit Oyewumi bezüglich race und gender, beschreibt sie darauffolgend, dass der afrikanischen Frau eine „doppelte Kolonialisierung“ (Oyewumi 1997: 122) wiederfährt, sowohl durch die europäische Dominanz als auch durch die von afrikanischen Männern aufgezwungene indigene Tradition (Oyewumi 1997: 122). Was die Autorin dabei unter der europäischen Dominanz versteht, bleibt beim Leser aber unklar: Handelt es sich bei den „Europäern“ nur um Männer oder waren vielleicht auch europäische Frauen dafür verantwortlich, dass afrikanische Frauen nicht nur wegen ihrer Hautfarbe, sondern auch wegen ihres Geschlechts zu „second-class subjects“ wurden (Oyewumi 1997: 128)?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Wie du mir so ich denen? – Die Unterdrückung der kolonisierten Frau durch Weiße Frauen im Kolonialismus

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle deutscher Frauen in den Kolonien und hinterfragt, inwiefern ihr Verhalten gegenüber der einheimischen Bevölkerung als Ausdruck einer eigenständigen Emanzipationsbewegung oder als Teil kolonialer Machtausübung zu deuten ist. Dabei steht insbesondere das ambivalente Spannungsfeld zwischen der eigenen Unterdrückung im patriarchalen System und der aktiven Mitwirkung an rassistischen Herrschaftsstrukturen im Vordergrund.

  • Die Konstruktion von Weiblichkeit im kolonialen Kontext
  • Das ambivalente Verhältnis zwischen „Rasse“, Geschlecht und Macht
  • Partizipation deutscher Frauen an kolonialen Propaganda- und Herrschaftsmechanismen
  • Die (Nicht-)Gleichberechtigung der Frau in den Kolonien
  • Soziale Differenzierung und rassistische Abgrenzung als Machtinstrumente

Auszug aus dem Buch

Wie du mir so ich denen? – Die Unterdrückung der kolonisierten Frau durch Weiße Frauen im Kolonialismus

Die Kolonialgeschichte – auch die deutsche – gilt, wie oben schon erwähnt, immer noch als eine reine Männergeschichte (Dietrich 2007: 283) und erscheint, egal ob in wissenschaftlichen oder in populären Darstellungen als eine männliche Domäne (Bechhaus-Gerst und Leutner 2009: 9) oder zumindest als eine geschlechtsneutrale Epoche (Momozai 2006). Aber auch deutsche Frauen wünschten sich eine „Entwicklung Deutschlands zur Kolonialmacht“ (Dietrich 2007: 237) und waren somit ab 1886 als Aktivistinnen in verschiedenen Kolonialverbänden tätig (Schilling 2009: 70).

Im Gründungsaufruf des Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft (bestehend 1907 bis 1914) können zentrale Motivationen und Argumentationsfiguren für die Auswanderung von deutschen Frauen in die Kolonien identifiziert werden (Walgenbach 2005: 86): Nach der „militärischen Unterwerfung“ (Walgenbach 2005: 86) bzw. der militärischen und wirtschaftlichen Eroberung der Kolonie durch den Mann (Walgenbach 2005: 119), sei es nun die Aufgabe der deutschen Frau, dass „Deutschtum“ zu etablieren. Die Kolonien sollten „innerlich deutsch“ werden (Eickelberg 2011). Dies sei die „nationale Pflicht“ der deutschen Frau (Walgenbach 2005: 86), und legitimiert somit die „Partizipation der deutschen Frau am kolonialen Projekt“ (Walgenbach 2005: 119). Um diese wichtigste „Legitimationsressource“ (Walgenbach 2005: 119) aufrecht zu erhalten, waren die deutschen Frauen natürlich entsprechend darum bemüht, rassistische Vorurteile zu verbreiten und zu verstärken. Durch ihre Betonung der Überlegenheit der Weißen Hausfrau und Mutter, konnten sie sich ihre „außergewöhnlich hohe soziale Mobilität“ (Loosen 2009: 44) und somit auch ihren vermuteten verbesserten Status in den Kolonien absichern. Denn viele Frauen erhofften sich mit dem Leben in den Kolonien, „ihre schlechte finanzielle Lage im Kaiserreich und die geringen Chancen auf eine berufliche Tätigkeit oder eine Versorgungsehe hinter sich zu lassen“ (Loosen 2009: 41).

Zusammenfassung der Kapitel

Wie du mir so ich denen? – Die Unterdrückung der kolonisierten Frau durch Weiße Frauen im Kolonialismus: Diese Arbeit analysiert die Ambivalenz deutscher Frauen in Kolonien, die einerseits patriarchale Strukturen erfuhren und andererseits als Täterinnen an rassistischen Unterdrückungsprozessen mitwirkten.

Schlüsselwörter

Kolonialismus, deutsche Frauen, Rasse, Geschlecht, Emanzipation, Machtstrukturen, rassistische Vorurteile, Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft, koloniale Identität, Geschlechterverhältnisse, Unterdrückung, Machttechnik, nationale Pflicht, Weiblichkeit, koloniale Herrschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle deutscher Frauen in den ehemaligen deutschen Kolonien und deren Beitrag zur Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Verknüpfung von Geschlecht und „Rasse“, die Mitwirkung von Frauen an kolonialer Propaganda sowie das Spannungsfeld zwischen eigener Benachteiligung und der Ausübung von Macht.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob das oft gewaltvolle Verhalten weißer Frauen in Kolonien als Ausdruck einer verzweifelten Emanzipationsbewegung interpretiert werden kann oder lediglich die koloniale Herrschaft legitimierte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer diskursanalytischen Auswertung wissenschaftlicher Literatur, Fachbeiträgen und zeitgenössischer Dokumente zur Kolonialgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Motive für die Auswanderung, die Ideologisierung der weißen Weiblichkeit sowie die spezifischen Machttechniken, die Frauen in den Kolonien anwandten, untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kolonialismus, Gender, Rassismus, Partizipation, soziale Mobilität und das ambivalente Frauenbild im Kaiserreich.

Inwieweit waren deutsche Frauen in Kolonien emanzipiert?

Eine echte emanzipatorische Gleichstellung blieb eine Utopie; die Partizipation der Frau war primär an die koloniale Rassenpolitik gebunden und diente eher der Festigung ihrer sozialen Stellung als der allgemeinen Frauenbefreiung.

Welche Rolle spielte der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellschaft?

Der Frauenbund fungierte als wichtige Organisation, um Frauen für die „nationale Pflicht“ in den Kolonien zu gewinnen, indem er koloniale Propaganda verbreitete und die „kulturelle Sicherung“ der Gebiete förderte.

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Résumé des informations

Titre
"Wie du mir so ich denen?" – Die Unterdrückung der kolonisierten Frau durch Weiße Frauen im Kolonialismus
Université
University of Frankfurt (Main)
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
10
N° de catalogue
V215100
ISBN (ebook)
9783656432159
ISBN (Livre)
9783656434818
Langue
allemand
mots-clé
unterdrückung frau weiße frauen kolonialismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2013, "Wie du mir so ich denen?" – Die Unterdrückung der kolonisierten Frau durch Weiße Frauen im Kolonialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215100
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