Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen

Die Folgen und der Umgang damit

Title: Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen

Bachelor Thesis , 2010 , 66 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Lena Raubach (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit Ende Januar 2010 wird die Welt wieder mit Nachrichten überschwemmt, die bekannt gewordene Fälle von sexuellem Missbrauch unter anderem auch am Canisius-Kolleg in Berlin betreffen. Es gibt sogar seit 2002 offizielle Leitlinien von Seiten der Deutschen Bischofskonferenz wie mit diesem Thema umgegangen werden soll. Sexueller Missbrauch von Minderjährigen scheint also ein allgegenwärtiges Thema zu sein, zwischen Ostern und dem Turiner Grabtuch. Und es werden seit Monaten Tag für Tag mehr Fälle öffentlich bekannt. Sexueller Missbrauch begegnet einem zur Zeit überall und man bekommt aufgrund des sensationslüsternen Medienspektakels um diese Fälle den Eindruck, dass Kinder und Jugendliche nirgendwo mehr sicher sind.
Heute habe ich im Internet gelesen, dass in einem Prozess in Kassel um sexuellen Missbrauch von Seiten eines 57-jährigen, 3.200 Fälle wegen Verjährung verworfen wurden und dem Angeklagten somit <<nur>> noch 500 Fälle angelastet werden können. Der Angeklagte bekam eine Haftstrafe von 5 Jahren!
Was mich an diesem Thema interessiert, ist nicht unbedingt das Vorgehen der katholischen Kirche oder das des Gerichts. Es ist die allgegenwärtige Präsenz dieses Themas, ob in den Medien oder in meinem beruflichen Feld. Mich interessiert in erster Linie daran, wie es den Kindern und Jugendlichen, oder besser gesagt heute schon meist Erwachsenen damit geht. Wie können Sie mit einer solchen Erfahrung leben? Und wie kann man Sie von pädagogischer Seite aus bestmöglich dabei unterstützen?
Ich bin staatlich anerkannte Erzieherin und habe mein Arbeitsfeld auch während meines Studiums nie verlassen. Während meiner Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen, wie einem Heim für behinderte Kinder, Kinderbetreuung im Frauenhaus oder auch einem Praktikum in einer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, habe ich immer wieder mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet die sexuell missbraucht wurden. Ich versuchte damit so normal wie möglich umzugehen. Es nicht tot zu schweigen aber auch keine allzu große Dramatik hineinzulegen, je nach Fall und je nach Person. Häufig machten die Kinder und Jugendlichen es auch gar nicht zum Thema. Allerdings gab es häufig wiederkehrende Verhaltensweisen die mich an vorangegangene Fälle erinnerten und durch die ich anfing Parallelen zu ziehen.
Aus diesen Gründen wollte ich mich in meiner Bachelor-Arbeit mit eben diesem Thema, mit den Folgen und dem Umgang damit beschäftigen.......

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Problematik

2.1. Definition von sexuellen Missbrauch

2.2. Formen von sexuellem Missbrauch

2.2.1. Art der Handlungen

2.2.2. Absicht des Täters

2.2.3. Frage nach der Einwilligung

2.2.4. Gewaltanwendung

2.2.5. Widerstand

2.2.6. Bewusstheit der Tat

2.2.7. Beziehung zwischen Opfer und Täter

2.2.8. Alter des Opfer oder/ und des Täters

2.3. Grundzüge gesetzlicher Grundlagen

2.4. Ausmaß und Dunkelziffer

2.5. Täter und Opfer

2.6. Phasen des Missbrauchs

3. Folgen von sexuellem Missbrauch

3.1. Begriffliche Abgrenzung zwischen Kurz- und Langzeitfolgen

3.2. Geschlechtstypische Unterschiede

3.3. Die 4 traumatogenen Dynamiken nach Finkelhor und Browne

3.4. Posttraumatische Belastungsstörung

3.5. Somatische und psychosomatische Beschwerden

3.6. Störungen des Sexualverhaltens

3.7. Störungen des Sozialverhaltens

3.8. Angststörungen und Depressionen

3.9. Persönlichkeitsstile und –störungen

3.10. Substanzgebundenes Suchtverhalten

3.11. Selbstschädigendes Verhalten

3.12. Suizidalität

3.13. Dissoziative Störungen

4. Überlebensstrategien der Betroffenen

5. Umgang mit sexuellem Missbrauch

5.1. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der Betroffenen

5.2. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der Eltern der Betroffenen

5.3. Umgang mit sexuellem Missbrauch in den eigenen Reihen von Seiten der Institutionen

5.4. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der pädagogischen Fachkräfte

5.5. Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der Therapeuten

6. Revikitimisierung

6.1. Fakten über Revikitimisierung

6.2. Prävention von Reviktimisierung

7. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Folgen von sexuellem Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen sowie die Möglichkeiten eines pädagogischen Umgangs mit den betroffenen Personen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die betroffenen Personen mit ihren Erfahrungen leben und wie sie von professioneller pädagogischer Seite bestmöglich unterstützt werden können.

  • Definitionen und Erscheinungsformen sexuellen Missbrauchs
  • Die kurz- und langfristigen psychischen und somatischen Folgen
  • Traumatogene Dynamiken und Überlebensstrategien der Betroffenen
  • Der Umgang mit Missbrauchsfällen in Institutionen
  • Prävention und Vermeidung von Reviktimisierung

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Art der Handlungen

Nach Brockhaus und Kolshorn gibt es zwei Definitionen von sexueller Gewalt. Einmal die enge Definition die jegliche Form von Körperkontakt beinhaltet und einmal die weite Definition die auch Handlungen ohne körperlichen Kontakt wie zum Beispiel Spannen oder Exhibitionismus beinhaltet. (vgl. Brockhaus und Kohlshorn 1993, S:22).

Nach Bange gibt es neben diesen beiden Definitionen noch ein weiteres Kategorisierungssystem. Hier wird zu dem auch zwischen normativen, klinischen und Forschungs- Definitionen unterschieden. (vgl. Bange 2004, S. 30 f). „Normative Definitionen beinhalten von vorneherein vorgenommene, abstrakte Bewertungen von Handlungen oder Ergebnissen, wie z.B., feministische Definitionen, welche männliche Dominanz und patriarchalische Gesellschaftsstrukturen betonen.“ (a.a.o.) Hierunter würde zum Beispiel die Haltung mancher Einrichtungen für Mädchen die Opfer sexuellen Missbrauchs wurden fallen, dass alle Männer Täter sind.

Für eine klinische Definition wäre entscheidend, ob sich das Opfer geschädigt fühlt. Da es allerdings in manchen Fällen erst zu späten Folgen von sexuellem Missbrauch kommt, ist dies direkt danach oft nicht festzustellen. Hinzu kommt, dass es hierbei immer auf das subjektive Erleben des Opfers ankommt, wobei die Objektivität auf der Strecke bleiben kann. Wenn ein Kind zum Beispiel über ausreichende Bewältigungsstrategien verfügt und deshalb nicht unter den negativen Folgen des Missbrauchs leidet, wird ihm nach dieser Definition quasi abgesprochen einen sexuellen Missbrauch erlebt zu haben.

Bei den Forschungs- Definitionen kommt es auf den gelegten Schwerpunkt an. Fragestellung und Erkenntnisinteresse der Forschenden sind hierbei die ausschlaggebenden Punkte, durch die je nach Schwerpunkt an den klinischen Erkenntnissen wie auch an den normativen Bewertungen angeknüpft werden kann. (vgl. a.a.o.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit des Themas in den Medien und das Ziel der Arbeit, Betroffene aus pädagogischer Sicht besser unterstützen zu können.

2. Einführung in die Problematik: Dieses Kapitel definiert sexuellen Missbrauch, erläutert die verschiedenen Formen und Täterstrategien sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen und das Dunkelfeld.

3. Folgen von sexuellem Missbrauch: Das Kapitel bietet eine detaillierte Übersicht über kurz- und langfristige psychische, somatische und psychosomatische Folgen sowie Störungsbilder.

4. Überlebensstrategien der Betroffenen: Hier wird die Kreativität und der Widerstandswille von Kindern und Jugendlichen beleuchtet, die versuchen, sich gegen Missbrauch zu schützen.

5. Umgang mit sexuellem Missbrauch: Das Kapitel widmet sich den Bewältigungswegen durch Betroffene, Eltern, Institutionen, Fachkräfte und Therapeuten.

6. Revikitimisierung: Hier werden Fakten und Präventionsmöglichkeiten hinsichtlich erneuter Opfererfahrungen im Lebensverlauf diskutiert.

7. Schlussbemerkung: Die Autorin reflektiert ihren Lernprozess und die Schwierigkeit, in der Fachliteratur konkrete Handlungsanweisungen für den pädagogischen Alltag zu finden.

Schlüsselwörter

Sexueller Missbrauch, Kindesmissbrauch, Traumafolgen, Prävention, Reviktimisierung, Posttraumatische Belastungsstörung, Soziale Arbeit, Überlebensstrategien, Täterstrategien, Psychosomatik, Pädagogik, Dissoziation, Kinderschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit befasst sich mit den vielschichtigen Folgen von sexuellem Missbrauch bei Minderjährigen und analysiert, wie pädagogische Fachkräfte sowie das Umfeld der Betroffenen professionell mit diesen traumatischen Erlebnissen und deren Auswirkungen umgehen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition und Einordnung von sexuellem Missbrauch, die psychischen und körperlichen Auswirkungen auf die Betroffenen (wie PTBS oder Suchtverhalten), die Strategien zur Bewältigung sowie Maßnahmen zur Prävention von Reviktimisierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, für pädagogische Fachkräfte eine theoretische Grundlage zu schaffen, um Sicherheit im täglichen Umgang mit betroffenen Kindern und Jugendlichen zu gewinnen und Wege der Unterstützung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und fachwissenschaftlicher Publikationen sowie der Einbeziehung von Praxiserfahrungen der Autorin.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problemstellung (Definition, gesetzliche Grundlagen), eine detaillierte Analyse der Störungsbilder als Folgen des Missbrauchs, die Erläuterung von Überlebensstrategien der Kinder sowie konkrete Handlungsempfehlungen für verschiedene professionelle Ebenen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Reviktimisierung, traumatogene Dynamiken, Posttraumatische Belastungsstörung, Schutzbefohlene und die Rolle des pädagogischen Fachpersonals.

Wie gehen Täter strategisch vor?

Täter handeln oft zielgerichtet, indem sie Vertrauen aufbauen, Grenzen systematisch austesten, das Kind isolieren und das Geschehene durch Drohungen oder Schuldumkehr zum Geheimnis erklären.

Warum ist das Thema Reviktimisierung so relevant?

Da Menschen mit Missbrauchserfahrungen ein statistisch signifikant höheres Risiko haben, im späteren Verlauf erneut Viktimisierungen zu erfahren, ist eine präventive Arbeit essenziell, um die Autonomie und Schutzfähigkeiten der Betroffenen zu stärken.

Welche Rolle spielen die Eltern bei der Aufarbeitung?

Eltern sind nach der Aufdeckung oft selbst traumatisiert und leiden unter Schuldgefühlen. Sie benötigen gezielte Beratung, um ihren eigenen Schock zu verarbeiten und gleichzeitig eine unterstützende Ressource für ihr Kind zu werden.

Excerpt out of 66 pages  - scroll top

Details

Title
Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen
Subtitle
Die Folgen und der Umgang damit
College
University of Applied Sciences Darmstadt
Grade
3,0
Author
Lena Raubach (Author)
Publication Year
2010
Pages
66
Catalog Number
V215199
ISBN (eBook)
9783656459088
ISBN (Book)
9783656459811
Language
German
Tags
Sexueller Missbrauch Kindesmissbrauch Folgen von Missbrauch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Raubach (Author), 2010, Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215199
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  66  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint