Prävention und Intervention von Stress im Studium nach dem Bologna-Prozess


Seminararbeit, 2013

18 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung und Methodik

2 Stress
2.1 Eine Definition
2.2 Eustress
2.3 Distress
2.4 Stressoren
2.5 Stressreaktionen
2.5.1 Körperliche Stressreaktion
2.5.2 Kognitive Stressreaktion
2.5.3 Emotionale Stressreaktion
2.5.4 Behaviorale Stressreaktion

3 Stress im Studium
3.1 Der Bologna - Prozess
3.2 Vorteile
3.3 Nachteile
3.4 Folgen

4 Methoden der Stressprävention im Studium
4.1 Die Zielsetzung
4.2 Einen erfolgreichen Tag planen
4.3 Dringlichkeit und Wichtigkeit unterscheiden
4.4 Verhältnis von Aktivitäten und Erfolg
4.5 Zeitfresser und Störfaktoren

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung und Methodik

Stress spielt in der modernen, leistungsorientierten Dienstleistungsgesellschaft eine große Rolle. Immer mehr Angestellte und Arbeiter erkranken am sogenannten Burnout - Syndrom. Doch sind es nicht nur berufstätige Menschen, die unter Stress leiden können. Mit der zunehmenden Verschulung der Studiengänge im Zuge des Bologna - Prozesses zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes sind seit dem Beschluss 1999 immer mehr Studenten von starkem Stress bedroht und suchen, neben universitärer Beratung, auch Psychologen zur Betreuung auf (Spiegel online, 2009).

Die vorliegende Seminararbeit widmet sich dem Thema Stressbewältigung. Das Augenmerk wird dabei vor allem auf das Teilgebiet Studium und Studenten und Stressbewältigung im universitären Alltag bezogen sein. Hierbei wird auch immer wieder der Bezug zum Bologna - Prozess gesucht. Im zweiten Kapitel wird eine Definition von Stress vorgestellt. Dazu gehören auch Erläuterungen zu den beiden verschiedenen Formen des Stresses, nämlich Eustress und Distress, und zu verschiedenen Formen von Stressoren. Außerdem wird auf Stressreaktionen eingegangen. Hier gibt es vier Ebenen, die körperliche, die kognitive, die emotionale und die behaviorale Stressreaktion. Da die Arbeit sich mit Prävention beschäftigt werden vorrangig nachteilige Auswirkungen der Stressoren behandelt. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit dem Bologna - Prozess und den Vor - und Nachteilen des neuen Studiums. Im vierten Kapitel sollen anwendungsgerechte Möglichkeiten für eine erfolgreiche Stressprävention angeboten werden. Anschließend wird ein Fazit die Arbeit zusammenfassen.

2 Stress

2.1 Eine Definition

„Stress [wird] verstanden als Reaktion auf als unannehmbar oder bedrohlich erlebte, konflikthafte Beanspruchung, erwachsend aus starken Über- oder Unterforderungen der Leistungsvoraussetzungen [...]. Stressreaktionen sind kennzeichnend für Situationen, in denen es Betroffenen weder gelingt, den belastenden Umständen auszuweichen, noch durch eigenes Handeln eine Situationsveränderung zu erreichen [...]“ (Rensing, Koch, Rippe & Rippe, 1998 S. 125). Wichtig dabei ist jedoch, dass Stress durch spezifische Reize sowohl von außen, wie auch von innen entstehen kann und somit eine Beziehung zwischen einem Menschen und seiner Umwelt umfasst (Nitsch, 1981). Natürlich definiert jeder Mensch für sich individuell, was Stress ist und wo die Grenzen zum Empfinden desselben liegen. Abhängig von Erziehung und Veranlagung geht jeder Mensch anders mit Stress um.

2.2 Eustress

Eustress definiert einen eher positiven Stress, den man nach dem Bewältigen schwieriger Lösungen empfinden kann, er wirkt leistungsmotivierend und stimulierend (Kulbe, 2009). Dies kann zum Beispiel Begeisterung und eine erhöhte Spannkraft nach sich ziehen. Die Aufmerksamkeit kann dadurch gesteigert werden und spornt den Menschen zu Höchstleistungen an. Gleichzeitig wird das Gedächtnis durch die Aussendung von Botenstoffen trainiert (Kienbaum, 2010).

2.3 Distress

Distress dagegen ist die negative und ungesunde Form des Stresses, vor allem nach anhaltendem Stress ohne Erholungspausen (Kulbe, 2009). Als Folgen können bei Distress Denkblockaden und ein sogenannter Tunnelblick auftreten. Oft werden selbst einfache Möglichkeiten nicht mehr wahrgenommen. Hier zeigt sich auch die Funktion des Distress als Alarmreaktion auf Belastungen (Kienbaum, 2010).

2.4 Stressoren

Stressoren sind reizende Faktoren, die Stress auslösen. Dazu gehören sowohl externe wie auch interne Belastungsmerkmale, die als unangenehm empfunden werden (Kulbe, 2009). Sie treten besonders beim Erleben von Bedrohung und beim Fehlen kompensierender Merkmale auf. Man unterscheidet einerseits zwischen psychisch - exogenen Stressoren, wie Erwartungsdruck und Bedrohung, und psychisch - endogenen Stressoren, wie Schmerz und Hunger und andererseits physisch - exogenen Stressoren, wie körperlicher Belastung und Verletzungen, und physisch - endogenen Stressoren, wie Erschöpfung und Krankheiten (Rensing, Koch, Rippe & Rippe, 1998).

2.5 Stressreaktionen

2.5.1 Körperliche Stressreaktion

Der Mechanismus der Stressreaktion erfolgt nach dem Auftreten eines Stressors und gibt Informationen an das Gehirn weiter, das anschließend Prozesse auslöst um den Körper mit der Beanspruchung fertig werden zu lassen (Kienbaum, 2010). Exogene Reize werden durch das Zentrale Nervensystem registriert, woraufhin ein biochemischer Prozess in Gang gesetzt wird, der den Ablauf der Körperfunktionen zwischen Organen und Systemen beeinflusst (Kienbaum, 2010). Durch den Sympathikus wird innerhalb des Vegetativen Nervensystems eine Leistungssteigerung der Organe erreicht, die für das Flucht - und Angriffsverhalten zuständig sind, eine erhöhte Alarmbereitschaft entsteht und die Reaktiongeschwindigkeit nimmt zu (Kienbaum, 2010). Demn Körper widerfährt eine erhöhte Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin, Noradrenalin, und Cortisol (Klaner, 1998). Die Sauerstoffzufuhr, das Kreislaufsystem und die Energieversorgung sowie die Durchblutung und der Stoffwechsel werden angeregt (Rensing, Koch, Rippe & Rippe, 1998). Der Parasympathikus aktiviert die Organe, die für die Regeneration zuständig sind (Kienbaum, 2010). Die Balance und Abstimmung zwischen den Organen erfolgt über das Hormonsystem. (Kienbaum, 2010). Um diese Balance ausreichend gewährleisten zu können, muss jeder Anspannung eine Entspannung folgen. Wenn der Schockzustand zu lange anhält, kann es zu einer Erschöpfungsphase kommen, da der Körper der Überbeanspruchung nicht zu lange ausgesetzt werden kann.

2.5.2 Kognitive Stressreaktion

Die kognitive Stressreaktion umfasst vor allem ein verstelltes Urteils - und Erkenntnisvermögen (Klaner, 1998). Oft Kreisen die Gedanken nur um ein Thema, die Aufmerksamkeit wird geringer und es kommt zu Denkblockaden. Damit einher gehen oft ein verringertes Selbstbewusstsein, Zukunftsängste und das Ablehnen von Verantwortung (Klaner, 1998). Es kann sogar dazu kommen, dass andere Reize ausgeblendet werden (Greiner, Langer & Schütz, 2012).

2.5.3. Emotionale Stressreaktion

Emotionen sind individuell bestimmt und können nur durch die betroffene Person selber beurteilt werden (Klaner, 1998). Hierbei handelt es sich um Gefühle, wie zum Beispiel Ärger, Trauer, Verzweiflung, Pessimismus, Unsicherheit, Über- oder Unterforderung und Panikanfälle. Häufig kommt es zu Überempfindlichkeit (Greiner, Langer & Schütz, 2012).

2.5.4 Behaviorale Stressreaktion

Unter der behavioralen Stressreaktion versteht man die zunehmende Unfähigkeit, Dinge organisiert und planvoll zu erledigen (Greiner, Langer, Schütz, 2012). Meist werden mehrere Dinge unstrukturiert gleichzeitig erledigt und Pausen missachtet, was wiederum in der Regel ein noch größeres Stressgefühl zur Folge hat (Greiner, Langer & Schütz, 2012).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Prävention und Intervention von Stress im Studium nach dem Bologna-Prozess
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Psychologie)
Note
2,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V215222
ISBN (eBook)
9783656432333
ISBN (Buch)
9783656434184
Dateigröße
423 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hierbei handelt es sich um ein fachfremdes Seminar, das im Basismodul im Studiengang Europäische Geschichte belegt werden musste.
Schlagworte
Prävention, Intervention, Stress, Bologna, Psychologie, Arbeitsorganisation, Zeitmanagement
Arbeit zitieren
Florian Kistner (Autor), 2013, Prävention und Intervention von Stress im Studium nach dem Bologna-Prozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215222

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