Dass Fehlinvestitionen in der Wirtschaft nicht ungewöhnlich sind, zeigt eine für das
Handelsblatt erstellte Studie des „Centrums für Bilanzierung und Prüfung“ der Universität
Saarbrücken. Demnach mussten die 25 Industriekonzerne im Deutschen Aktienindex
als Folge von Fehlinvestitionen und überteuerten Zukäufen seit dem Jahr 2007 43,4
Milliarden Euro abschreiben, davon allein im Jahr 2011 13,3 Milliarden Euro.
Diese Arbeit soll zeigen, inwieweit die statischen Investitionsrechnungen Kostenvergleich,
Gewinnvergleich und Rentabilitätsvergleich geeignet sind, Investitionen zu beurteilen,
Investitionsentscheidungen zu unterstützen und somit Fehlinvestitionen zu
vermeiden. Im ersten Kapitel wird eine kurze Übersicht zu Investitionen gegeben sowie
die unterschiedlichen Arten der Investitionsbeurteilung dargestellt. Anschließend werden
die Kostenvergleichsrechnung, die Gewinnvergleichsrechnung und die Rentabilitätsvergleichsrechnung
ausführlich und anhand von Beispielen vorgestellt, auf ihre Eignung
untersucht und zum Abschluss kritisch beurteilt. Im dritten Kapitel werden die
alternativen Methoden zur Investitionsbeurteilung kurz vorgestellt und in Kontext mit
den im Kapitel vorher untersuchten Methoden gestellt. Die Arbeit endet mit einem Fazit,
in dem die Ergebnisse zusammengefasst werden. Außerdem wird gezeigt, mit welchen
Investitionsrechnungen Unternehmen in der Praxis arbeiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Investitionen und ihre Bewertungsmöglichkeiten
3. Untersuchung der Verfahren
3.1. Kostenvergleichsrechnung
3.2. Gewinnvergleichsrechnung
3.3. Rentabilitätsvergleichsrechnung
3.4. Bewertung der Verfahren
4. Alternative Modelle zur Investitionsbeurteilung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung statischer Investitionsrechnungen zur Beurteilung von Investitionsprojekten und zur Unterstützung von Investitionsentscheidungen, um das Risiko von Fehlinvestitionen zu minimieren. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Verfahren in der Praxis Anwendung finden und wo ihre Grenzen im Vergleich zu dynamischen Methoden sowie qualitativen Bewertungsansätzen liegen.
- Grundlagen der Investitionstheorie und Arten der Investitionsbeurteilung
- Detaillierte Analyse und beispielhafte Anwendung der Kosten-, Gewinn- und Rentabilitätsvergleichsrechnung
- Kritische Bewertung der Schwachstellen statischer Investitionsrechnungen
- Gegenüberstellung von statischen und dynamischen Verfahren sowie alternativen Modellen
- Integration qualitativer Faktoren durch Nutzwertanalysen (Scoring Modelle)
Auszug aus dem Buch
3.1. Kostenvergleichsrechnung
Bei der Kostenvergleichsrechnung werden die durchschnittlichen Kosten der alternativen Investitionsprojekte gegenübergestellt. Entschieden wird sich hierbei für das Projekt mit den geringsten(durchschnittlichen) Kosten. Kosten, die für alle Investitionsalternativen identisch sind, müssen hierbei nicht berücksichtigt werden, da sie keinen Einfluss auf das Ergebnis haben. Der Vollständigkeit halber können sie jedoch angegeben werden.
Eine entscheidende Bedingung für die Kostenvergleichrechnung ist, dass Erlöse vollkommen unberücksichtigt bleiben. Daher kann die Kostenvergleichsrechnung nur Investitionsentscheidungen unterstützten, bei denen die Erlöse unabhängig von der Investitionsalternative sind oder die Investitionen aufgrund von Gesetzen oder Anordnungen durchgeführt werden müssen, obwohl nicht mit Gewinnen zu rechnen ist.
Die Kostenvergleichsrechnung eignet sich einerseits für den direkten Vergleich zwischen zwei oder mehreren Investitionsalternativen und andererseits für das sogenannte Ersatzproblem. Bei dem es darum geht ob es wirtschaftlich ist eine vorhandenes Anlage oder Verfahren durch eine entsprechende neue Anlage/Verfahren zu ersetzten oder diese Investition in die Zukunft verschoben werden soll.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die wirtschaftliche Relevanz von Investitionsentscheidungen und die Notwendigkeit, durch fundierte Rechenverfahren Fehlinvestitionen zu vermeiden.
2. Investitionen und ihre Bewertungsmöglichkeiten: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Investition und unterscheidet zwischen quantitativen, finanzorientierten Methoden und qualitativen Ansätzen der Entscheidungsfindung.
3. Untersuchung der Verfahren: Hier werden die statischen Verfahren – Kosten-, Gewinn- und Rentabilitätsvergleichsrechnung – detailliert erläutert, anhand von Beispielen angewandt und kritisch hinsichtlich ihrer Eignung für Investitionsentscheidungen bewertet.
4. Alternative Modelle zur Investitionsbeurteilung: Das Kapitel stellt ergänzende statische Methoden wie die Amortisationsrechnung sowie dynamische Verfahren und Scoring-Modelle für qualitative Faktoren vor.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Vor- und Nachteile der statischen Verfahren und gibt einen Ausblick auf deren Anwendung in der Praxis sowie die Notwendigkeit ergänzender Methoden.
Schlüsselwörter
Investitionsrechnung, Statische Verfahren, Kostenvergleichsrechnung, Gewinnvergleichsrechnung, Rentabilitätsvergleichsrechnung, Investitionsentscheidung, Fehlinvestitionen, Dynamische Verfahren, Amortisationsrechnung, Nutzwertanalyse, Scoring-Modell, Investitionskontrolle, Kapitalbindung, Wirtschaftlichkeit, Investitionsplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Bewertung statischer Investitionsrechenverfahren zur Unterstützung unternehmerischer Investitionsentscheidungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Investitionsarten, die Durchführung statischer Rechenmodelle und deren kritische Reflexion hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Investitionen rechnerisch beurteilt werden können, um Fehlinvestitionen zu vermeiden und die wirtschaftliche Zukunft eines Unternehmens zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und veranschaulicht die theoretischen Konzepte anhand von praxisnahen Beispielen und Tabellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung der Kosten-, Gewinn- und Rentabilitätsvergleichsrechnung sowie einem Vergleich mit dynamischen und qualitativen Modellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Investitionsrechnung, Wirtschaftlichkeit, statische Verfahren und Entscheidungsunterstützung geprägt.
Warum ist die Kostenvergleichsrechnung bei Projekten mit unterschiedlichen Erlösen problematisch?
Da die Kostenvergleichsrechnung Erlöse explizit ausklammert, kann sie Investitionen nur dann verlässlich beurteilen, wenn die erzielbaren Erlöse unabhängig von der Wahl der Alternative sind.
Was ist der Hauptvorteil von Scoring-Modellen?
Scoring-Modelle (Nutzwertanalysen) ermöglichen es, auch nicht-finanzielle, qualitative Faktoren wie Qualität oder Mitarbeiterzufriedenheit quantitativ in die Investitionsentscheidung einzubeziehen.
- Arbeit zitieren
- Moritz Röhrdiek (Autor:in), 2012, Investitionsbeurteilung mit statischen Verfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215270