Die Tempelkultur im antiken Pompeji


Hausarbeit, 2012

26 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung
1. Allgemeines und die Geschichte Pompejis

Hauptteil
1. Tempel des Jupiter
2. Apollotempel
3. Der Tempel am Foro Triangolare oder Herkules-Minerva Tempel
4. Isis Tempel
5. Tempel der Venus

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

1. Allgemeines und die Geschichte Pompejis

Um einen guten Einstieg in die Thematik der Tempelkultur zu ermöglichen, wird sich diese Arbeit anfangs mit dem Stadtplan, sowie der allgemeinen Geschichte Pompejis befassen. Im Inhaltsverzeichnis schon deutlich aufgeführt, wird das Hauptaugenmerk der Arbeit auf den fünf wichtigsten Tempeln des alten Pompeji liegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie auf der Abb. 1 gut zu erkennen sind, sind diese fünf im Südwesten des Stadtkerns angesiedelt. Drei wichtige Kultbauten, namentlich der Jupitertempel (1), der Apollotempel (2), sowie der Venustempel (3) befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Forum, dem wichtigsten Ort der Stadt. Der Isistempel (4) und auch der Tempel am Foro Triangulare (5) hatten ihren Standort hingegen im Theaterbezirk des antiken Pompeji.

Geschichte Pompejis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Nicht nur die Geschichte dieser Tempel ist von großer Wichtigkeit, sondern auch die Geschichte der gesamten Stadt. Pompejis Anfänge liegen im Dunkeln der Geschichte. Es gibt keine genauen Überlieferungen der antiken Stadtgeschichte. Erhellt wird dessen Geschichte erst in den letzten 170 Jahren, genauer gesagt zwischen den Jahren 89 v. Chr. und 79 n. Chr. Das Jahr 89 v. Chr. ist deswegen ein wichtiges Jahr für die Stadt und auch für die Bewohner, weil Pompeji in eine römische Stadt umgewandelt wurde, sie nun eine römische Kolonie ist. Diese Umwandlung war das Resultat der Bundesgenossenkriege, in denen die Einwohner Italiens in den römischen Staat aufgenommen werden wollten. Die Gegner Roms konnten diesen Krieg nicht gewinnen, jedoch gewährte Rom auf Grundlage zweier Gesetze[1] den Italienern Bürgerrechte. Der offizielle Name der Stadt lautete nun, nach dem Ende der Bundesgenossenkriege, „Colonia Cornelia Veneria Pompejanorum“. Amtssprache war, nachdem die oskische Sprache langsam verdrängt wurde, Latein. In den darauf folgenden Jahren wurde Pompeji, auch aufgrund seiner durchaus exquisiten Lage am Golf von Neapel, zu einem begehrten Ort für die römische Oberschicht. Es entstanden, nicht nur in der Zeit nach den Bundesgenossenkriegen, pompöse Villen. Hier wären z.B. die Casa del Fauno oder aber auch die Villa dei Misteri zu nennen. Diese privaten Domizile, sowie auch die öffentlichen Bauten mussten im Jahre 62 n. Chr. ihre Standfestigkeit unter Beweis stellen. Grund hierfür war ein schweres Erdbeben, welches die kampanische Region heimsuchte und den Großteil der Stadt Pompejis zerstörte. Diese Zerstörung beschränkte sich aber nicht nur auf Pompeji, sondern betraf auch andere Städte, wie z.B. Herculaneum. Wichtige öffentliche Bauten, wie z.B. der Isistempel, wurden zeitnah nach der Zerstörung wieder aufgebaut. Andere wichtige Gebäude, wie der Venustempel oder aber auch das Forum, blieben bis zum Untergang unvollendet. Nach dem Ausbruch des Vesuvs am 24. August 79 n. Chr., fand Pompeji sein Ende unter einer meterdicken Schicht aus Asche.[2]

Grabungsgeschichte

Diese, bis zu sechs Meter dicke Asche- und Lapillischicht[3], blieb bis in das Jahr 1748 hinein unerforscht. Erst in diesem Jahr, knapp 1650 Jahre nach der Verschüttung des antiken Pompeji, begannen, unter der Leitung von Giacopo Martorelli und Roque Joaquín Alcubierre, die Ausgrabungen. Als Initiator und Förderer dieses Unternehmens ging Karl III.[4] in die Geschichte ein. Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Erforschung der Vesuvstädte, explizit auch der Erforschung Pompejis, ist der Zeitraum um das Jahr 1756 zu nennen. In Diesem fand der erste Besuch Winckelmanns in der kampanischen Stadt statt. Seine Briefe schaffen, in den folgenden Jahren, die Grundlage für die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen über die Städte Herculaneum und auch Pompeji. Ein weiterer Eckpunkt der Forschungs- und Ausgrabungsgeschichte stellte die Aufstellung Guiseppe Fiorellis als neuer Grabungsleiter in Pompeji dar. Er war ein bedeutender Archäologie, sowie ein großer Förderer der wissenschaftlichen Dokumentation. Knapp 100 Jahre nach Winckelmanns ersten Besuch übernahm er, im Jahre 1860 die Ausgrabungsleitung in Pompeji. Nach der systematischen wissenschaftlichen Dokumentation der Ausgrabungsgebiete unter der Leitung von Fiorelli, begann im Jahre 1924 ebenfalls die systematische Erforschung aller unbekannten Zonen in Pompeji. Dies geschah unter der Leitung von Amedeo Maiuri. Ein letzter wichtiger Punkt der Forschungsgeschichte stellt den Beginn der Konservierung Pompejis unter der Führung von Alfonso de Franciscis im Jahre 1961 dar.[5]

Hauptteil

Nach diesen einführenden Worten über die allgemeine Geschichte, sowie die Forschungsgeschichte der Stadt Pompeji, wird nun das Hauptaugenmerk auf die fünf verschiedenen Tempel gelegt.

1. Tempel des Jupiter

Forum

Der erste Tempel, der nun genauer beleuchtet wird, ist der Tempel des Jupiter am Forum in Pompeji. Dieser Tempel, der kapitolinischen Trias geweiht, womit sich diese Arbeit aber später noch beschäftigen wird, stand am zentralsten und auch wichtigsten Platz der Stadt, dem Forum. Dieses war in der Antike der Haupt- , sowie der Markplatz in der Stadt. Umgeben war dieser riesige Platz von übereinander geschossigen Hallen, welche aus Tuff bestanden[6]. Diese Doppelgeschossigkeit ist sehr gut auf der Abbildung 2 zu erkennen. Die Portikus umringte aber nicht, wie normalerweise üblich, den kompletten Platz, sondern war in diesem Fall in Richtung Norden, hinter dem Jupitertempel offen. Die Säulen waren also nur an drei Seiten des Forums zu finden. Dieser Zustand lässt sich leicht auf der Rekonstruktionszeichnung der Abbildung 3 erkennen. Dieses gewaltige Forum war, wie es Holger Sonnabend schreibt, „der richtige Ort, um den römischen Staatsgöttern die ihnen gebührende Vehrehrung zu erweisen[7]“.

Tempel

Die Staatsgötter bestanden in der römischen Welt aus dem kapitolinischem Trias. In diesem Trias, wie der Name schon sagt aus drei Göttern bestehend, befanden sich die Götter Jupiter, Minerva und Juno.

Diese Verehrung dieser Götter geschah in dem, an der nördlichen Schmalseite des Forums gelegenen Tempel des Jupiter. Die ursprüngliche Form dieses Tempels war aber nicht dem Trias, sondern nur Jupiter geweiht. Der Beginn des Baus lässt sich ca. in das zweite Jahrhundert vor Christus datieren. Die Umgestaltung und die Umweihung auf das kapitolinische Trias fand ein paar Jahrzehnte später, ca. 80 v. Chr. statt.

[...]


[1] Anm: Die zwei Gesetze: 1. „lex Julia de civitate“ aus dem Jahre 90 v. Chr.; 2. „lex Plautia-Papiria“ von 89 v. Chr.

[2] Fitschen 1973, 17-27

[3] Lapilli = ital. „Steinchen“; bis zu 6 cm große Pyroklasten

[4] König von Spanien; sowie bis zu dem Jahr 1759 König von Neapel und Sizilien

[5] Irelli 1973, 65-68

[6] Weichardt 1909, 23

[7] Sonnabend 2007, 112

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Tempelkultur im antiken Pompeji
Hochschule
Universität Trier  (Zentrum für Altertumsforschung)
Veranstaltung
Die Vesuvstädte
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V215287
ISBN (eBook)
9783656440963
ISBN (Buch)
9783656442318
Dateigröße
702 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tempelkultur, pompeji
Arbeit zitieren
Michael König (Autor), 2012, Die Tempelkultur im antiken Pompeji, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215287

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