Anliegen dieser Arbeit ist die systemtheoretische Betrachtung von Dienstleistungen insbesondere im Mobilitätssektor und der Veranschaulichung dieses Konzeptes anhand der flinc AG. Vor dem Hintergrund einer enormen Beteiligung des Dienstleistungssektors innerhalb des Wirtschaftsgefüges (Friedrich-Ebert-Stiftung 2012: 3) wird das Potential von Mobilitätsdienstleistungen bezüglich der Entschärfung nachhaltigkeitsrelevanter
Problemfelder herausgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Dienstleistungssysteme
2.1 Grundlagen
2.2 Zukunftsverantwortung des Dienstleistungssektors
3 Problemstellung Mobilitätssektor
3.1 Relevanz für Nachhaltige Entwicklung
3.2 Mobilitätsdienstleistungen als Lösungsansatz
4 flinc AG – Ein Praxisbeispiel
4.1 Besonderheiten als Mitfahrzentrale
4.2 Dienstleitstungsspezifische Merkmale
5 Diskussion und Ausblick
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Potenzial moderner Mobilitätsdienstleistungen für eine nachhaltige Entwicklung kritisch zu beleuchten. Anhand einer systemtheoretischen Betrachtung wird analysiert, inwiefern innovative Konzepte wie die Mitfahrzentrale „flinc AG“ dazu beitragen können, verkehrsbedingte ökologische und soziale Herausforderungen zu entschärfen.
- Systemtheoretische Analyse von Dienstleistungssystemen
- Nachhaltigkeitsrelevante Herausforderungen im Mobilitätssektor
- Das Konzept „Nutzen statt Besitzen“ bei Mobilitätsdienstleistungen
- Analyse des Praxisbeispiels flinc AG (Technik, Vertrauensnetzwerk, Öko-Effizienz)
- Diskussion über kollektiven Individualverkehr als Nischen- vs. Zukunftslösung
Auszug aus dem Buch
Systemtheoretische Einordnung
Um die Zusammenhänge des komplexen und weitreichenden Feldes der Dienstleistungen möglichst vollständig zu verstehen, ist es nützlich, das Konstrukt systematisch zu analysieren. So können im Rahmen systemtheoretischer Analysen beispielsweise gezielte Modellbildungen durchgeführt werden. Auf diese Weise können Strukturen aufgezeigt, Interdependenzen erkannt und die Behebung eventueller Teilprobleme erleichtert werden. (Nini 2011: 27f.) So beschreibt Lembke (2011) die Relevanz und Vorzüge der systemanalytischen Betrachtungsweise wie folgt (Lembke 2011: 20): „Als wichtiges Kennzeichen eines Systems wird der ganzheitliche Zusammenhang von Dingen, Vorgängen und Teilen verstanden, wobei das Wesen der einzelnen Bestandteile vom übergeordneten Ganzen her bestimmt wird“.
Das Potential der systematischen Analyse in Bezug auf Dienstleistungen liegt vor allem darin, dass Verbesserungspotentiale wie beispielsweise die Steigerung von Effektivität und Effizienz aufgedeckt werden können und dadurch eine umfassend hohe Qualität erreicht werden kann (Probst 1993: 165; 168). Bedürfnisse und Chancen hinsichtlich beteiligter Einheiten werden auf diese Weise transparenter und Risikopotentiale können frühzeitig erkannt werden (Duckwitz & Schlick et al. 2012; Fehlbaum & Hill et al. 1994: 21f.).
Die Abgrenzung vom System zu dessen Umwelt ist nach dem systemtheoretischen Ansatz grundlegend (Luhmann 1991: 35). Ein System, beispielsweise eine bestimmte Dienstleistung, umgibt sich einerseits mit einem übergeordneten System, dem sogenannten Supersystem (vgl. Abb. 1). Andererseits lässt sich das System in seine Bestandteile untergliedern. Die Untereinheiten werden als Subsysteme bezeichnet, welche sich wiederum in Elemente teilen. Die Elemente stellen die kleinsten Einheiten des Systems dar und bilden Beziehungen untereinander und zu allen weiteren Einheiten des gesamten Systemgebildes aus. Die Gesamtheit dieser Relationen wird als Struktur oder auch Ordnung des Systems bezeichnet. (Lembke 2011: 20)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Mobilitätssektors ein und stellt das Ziel der Arbeit sowie die systemtheoretische Herangehensweise vor.
2 Dienstleistungssysteme: Dieses Kapitel definiert Dienstleistungen anhand ihrer konstitutiven Merkmale und führt in das systemtheoretische Verständnis von Dienstleistungsstrukturen ein.
3 Problemstellung Mobilitätssektor: Hier werden die ökologischen und sozialen Herausforderungen des aktuellen Verkehrsaufkommens diskutiert und Mobilitätsdienstleistungen als Lösungsansatz identifiziert.
4 flinc AG – Ein Praxisbeispiel: Das Kapitel analysiert die flinc AG als konkretes Fallbeispiel für CarPooling und untersucht dessen systemtheoretische Einordnung und Dienstleistungsmerkmale.
5 Diskussion und Ausblick: Hier werden der ökonomische, ökologische und soziale Beitrag von Mitfahrzentralen kritisch reflektiert und ihr zukünftiges Potenzial als Alternative zum Individualverkehr bewertet.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse über das Potenzial systematischer Mobilitätslösungen für eine nachhaltige Entwicklung.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Mobilitätsdienstleistungen, Systemtheorie, flinc AG, CarPooling, Individualverkehr, Verkehrswende, Nutzen statt Besitzen, Dienstleistungsmanagement, Ressourceneffizienz, Umweltbelastung, soziale Mobilität, Infrastruktur, Verkehrsvermeidung, Innovation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Dienstleistungen im Mobilitätssektor für eine nachhaltige Entwicklung unter Anwendung einer systemtheoretischen Perspektive.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Nachhaltigkeit im Verkehrswesen, das Prinzip „Nutzen statt Besitzen“, Dienstleistungssysteme sowie die Organisation von CarPooling-Angeboten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Beitrag von Mobilitätsdienstleistungen zur Entschärfung nachhaltigkeitsrelevanter Problemfelder im Verkehrssektor aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systemtheoretische Analyse gewählt, um Strukturen, Einheiten und Interdependenzen der flinc AG als Dienstleistungssystem ganzheitlich zu erfassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Grundlagen von Dienstleistungen, der Problemanalyse des Mobilitätssektors, einer detaillierten Fallstudie zur flinc AG sowie einer anschließenden Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, Mobilitätsdienstleistungen, CarPooling, Systemtheorie und Verkehrswende charakterisiert.
Wie unterscheidet sich flinc AG von herkömmlichen Mitfahrzentralen?
flinc AG integriert Echtzeit-Technologien, Navigationssysteme, ein Vertrauensnetzwerk und bietet zudem kurzfristige sowie regionale Streckenvermittlung an.
Welche Rolle spielen „psychologische Barrieren“ bei der Nutzung derartiger Dienste?
Psychologische Hürden, insbesondere die Vertrauensfrage beim Teilen des Autos mit Fremden, werden als wesentliche Hemmnisse für die Akzeptanz von CarPooling identifiziert.
Inwiefern beeinflusst der systemtheoretische Ansatz die Analyse?
Er ermöglicht es, die flinc AG nicht isoliert, sondern als eingebettetes System im Supersystem „Verkehrsnetz“ mit spezifischen Subsystemen und Elementen zu verstehen.
- Quote paper
- B.Sc. Verena Schmidt (Author), Anna Brinkmann (Author), 2012, Potential von Dienstleistungen für eine nachhaltige Entwicklung im Mobilitätssektor am Beispiel „flinc AG“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215513