Unter den sogenannten Hanghäuser von Ephesos sind zwei Wohninsulae zu verstehen, die durch das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) in den Jahren 1960–1985 ausgegraben wurden. Die beiden insulae waren im 1. Jh. n. Chr. Teils des Stadtzentrum der Stadt, am Nordhang des Bülbüldagh errichtet worden, nach mehreren Umbauphasen wurden das Hanghaus 2 durch ein Erdbeben am Ende des 3. Jhs., das Hanghaus 1 ebenso , in der Spätantike verschüttet. Insbesondere Hanghaus 2 stellt das besterhaltene antike Wohnhaus des östlichen Mittelmeerraumes dar. Der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand der Architektur und der prächtigen Ausstattung sowie der große Fundreichtum gewähren einen tiefen Einblick in die Wohn- und Lebenswelt der ephesischen Oberschicht im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. Das noch nicht vollständig publizierte Hanghaus 2, welches aus sieben Wohneinheiten besteht wies sich für die Archäologie als ein außerordentlicher Glücksfall. Da in seinen Ruinen nicht nur die reiche Ausstattung von Wandmalereien , Marmorwandvertäfelungen, Stukkaturen, Mosaik- und Marmorböden, Brunnenanlagen, Hypokaustheizungen und Marmorarchitekturen konserviert wurden, sondern auch das gesamte Inventar bestehend aus Skulpturen, Mobiliar, Terrakotten, Keramik-, Metall- und Beinfunden wie auch Funden aus Glas. Diese Arbeit soll einen Überblick über die bezüglich des Forschungsstandes wie auch über die in der insula, mit ihren ca. 4.000 m² Grundfläche, gemachten Funde geben. Hierbei werde ich auch auf einzelne Fundbereiche eingehen und vorstellen. Die Arbeit soll dazu dienen einen Eindruck von der Fülle der gemachten Funde zu vermitteln. Auf Grund des begrenzten Rahmes dieser Hausarbeit werde ich darauf verzichte zu tief ins Detail gehen.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
Ephesos, Lage und Region
Grabungsgeschichte/Forschungsstand
Die Hanghäuser
Bauphasen des Hanghauses 2
Funde
Terrakotten
Malereien
Datierungen
Fazit
Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über das Hanghaus 2 in Ephesos, mit besonderem Fokus auf dessen archäologische Erschließung, die bauliche Entwicklung sowie die reichhaltige Fundlandschaft, die Einblicke in die Lebenswelt der ephesischen Oberschicht gewährt.
- Historische Einordnung von Ephesos und geographische Lage.
- Grabungsgeschichte und aktueller Forschungsstand der Hanghäuser.
- Analyse der vier architektonischen Bauphasen des Hanghauses 2.
- Untersuchung des Fundinventars, insbesondere Terrakotten und Wandmalereien.
- Chronologische Einordnung der baulichen und künstlerischen Entwicklung bis zur Zerstörung.
Auszug aus dem Buch
Die Hanghäuser
Bei den sogenannten Hanghäuser handelt es sich um zwei Komplexe genauer gesagt um zwei insulae auf denen sich private Wohnhäuser errichtet wurden.
Beide insulae liegen am Südhang des Bülbüldağ, des größeren der beiden Stadtberge von Ephesos. Der besser erhaltene Komplex der beiden insulae ist das Hanghaus 2 das eine Fläche von etwa 4000 m² einnimmt. Im Norden grenzt das Grundstück, welches in terrassenartiger Weise, mit sieben einzelnen Wohneinheiten bebaut war an die sogenannte Kuretenstraße. Die Umgestaltung des Grundstückes der dort errichteten ehemals Peristylhäuser, von ebenmäßigen Größen, in eine römische Wohnbebauung, in der bis heute sichtbare Form, begann in der römischen Kaiserzeit. Die Nutzung, in der heute sichtbaren Struktur, endete mit der Zerstörung des Hanghauses 2 durch das Erdbeben im 3. Viertel des 3. Jahrhunderts n. Chr. Das Hanghaus 2 ist sticht vor allem durch seine gut erhaltenen Wandmalereien hervor, die zum großen Teil in das 3. Jahrhundert n. Chr. datiert werden. Bei diesem Fund handelt es sich um den bisher umfangreichsten und am besten erhaltenen Fund von antiken Wandmalereien dieser Zeit, die aus dem Osten des römischen Reiches bekannt sind. Hierbei repräsentierten die Häuser jedoch die Behausungen der gehobenen Klasse der Stadtbevölkerung. Die Häuser waren, abgesehen von den Teils sehr aufwendig gestalteten Wandmalereien, mit einer Reihe von Annehmlichkeiten versehen die den Luxus der gehobenen Schicht wiederspiegelten. So besaßen die Häuser repräsentative gestaltete Innenhöfe, fließend warmes und kaltes Wasser und daran angeschlossene eigene Latrinen, Bäder mit Thermenheizungen sowie Anschluss an die zentrale Kanalisation. Die Wände waren der Häuser waren zum Teil mit Marmorplatten verkleidet oder wiesen zumeist Mosaiköden aus schwarz-weißen Marmor auf.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Einleitung definiert das Hanghaus 2 als herausragendes archäologisches Wohnhaus des östlichen Mittelmeerraumes und erläutert den Zweck dieser Arbeit.
Ephesos, Lage und Region: Dieses Kapitel skizziert die geographische Lage von Ephesos und die komplexe Siedlungsgeschichte der Region von der Bronzezeit bis zur römischen Kaiserzeit.
Grabungsgeschichte/Forschungsstand: Hier werden die Ausgrabungen durch das ÖAI (1960–1985) und der aktuelle Stand der Publikationen der einzelnen Wohneinheiten thematisiert.
Die Hanghäuser: Es wird der architektonische Charakter der beiden insulae am Südhang des Bülbüldağ sowie die luxuriöse Ausstattung der Wohneinheiten beschrieben.
Bauphasen des Hanghauses 2: Dieses Kapitel unterteilt die bauliche Entwicklung des Komplexes in vier Phasen, von der Gründung über Umbaumaßnahmen bis zur Zerstörung durch Erdbeben.
Funde: Ein allgemeiner Überblick über die Vielzahl an Kleinfunden, Möbelstücken und Gebrauchsgegenständen, die in den Ruinen des Hanghauses gefunden wurden.
Terrakotten: Untersuchung der zeitlichen Verteilung, Funktion und Herstellung der Terrakotta-Figuren sowie ihrer Bedeutung im häuslichen Inventar.
Malereien: Analyse des großen Komplexes kaiserzeitlicher Wandmalerei, deren Erhaltungszustand und der Aussagewert für die Ausstattungskontexte der Räume.
Datierungen: Zusammenfassende Betrachtung der chronologischen Einordnung des Areals von den späthellenistischen Anfängen bis zur Nutzungsaufgabe nach den Erdbeben im 3. Jh. n. Chr.
Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der archäologischen Bedeutung des Hanghauses 2 als Quelle für die Lebenswelt der spätantiken Oberschicht.
Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen und Fachpublikationen.
Schlüsselwörter
Ephesos, Hanghaus 2, Archäologie, Wohnkultur, Wandmalerei, Terrakotten, Bauphasen, Kaiserzeit, Kleinasien, Insula, Forschungsgeschichte, Ausgrabung, Spätantike, Peristylhäuser, Oberschicht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Hanghaus 2 in Ephesos als ein bedeutendes archäologisches Denkmal, das tiefe Einblicke in die Wohn- und Lebenskultur der ephesischen Oberschicht der römischen Kaiserzeit gewährt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Grabungsgeschichte, die bauliche Entwicklung über mehrere Phasen, die künstlerische Ausstattung sowie das Fundspektrum der dort geborgenen Artefakte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den Forschungsstand sowie die Funde in der ca. 4.000 m² großen insula zu geben und die Fülle der archäologischen Zeugnisse zu veranschaulichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse archäologischer Berichte, Befundauswertungen und kunsthistorischer Vergleiche der Ausstattung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der baulichen Bauphasen, die Untersuchung von Terrakotten und Wandmalereien sowie eine chronologische Einordnung der Nutzung des Gebäudekomplexes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Ephesos, Hanghaus 2, Wandmalerei, Terrakotten, Bauphasen und römische Kaiserzeit.
Welche Bedeutung haben die Wandmalereien für die Forschung?
Die Wandmalereien stellen den größten zusammenhängenden Komplex kaiserzeitlicher Malerei in Kleinasien dar und erlauben Rekonstruktionen der Ausstattung von Räumen über mehrere Stockwerke hinweg.
Wie endete die Nutzung des Hanghauses 2?
Die Nutzung endete infolge einer Serie verheerender Erdbeben in den 60er Jahren des 3. Jahrhunderts n. Chr., nach denen der Komplex unbewohnt blieb und langsam verfiel.
- Citation du texte
- Andreas Hickel (Auteur), 2012, Hanghaus 2 in Ephesos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215527