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Die Heilung eines Blindgeborenen (Joh 9)

Titel: Die Heilung eines Blindgeborenen (Joh 9)

Seminararbeit , 2012 , 15 Seiten

Autor:in: Philipp Schaan (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Die Wiese ist eine Wunderwelt: Wo sie sich entwickeln darf, bringt sie unzählige Gewächse hervor. Nicht nur Gräser, sondern Blumen, die mit Farben und Düften Insekten anlocken und verführen, auf dass ihr Pollen von den geflügelten Gästen weitergetragen werde. Kein Wunder, dass die Wiese und ihre Bewohner Maler und Dichter inspiriert haben – wie etwa Christian Morgenstern, der in einem Gedicht „butterblumengelbe Wiesen“ besang.“
(Sächsische Zeitung 2012)
In diesem Abschnitt eines Zeitungsartikels über die Wildwiese als Heimat vieler verschiedener Pflanzen und Tiere taucht der Begriff Wunder mehrfach auf. Der Autor bezeichnet die Wiese als Wunderwelt, die das Leben ihrer Bewohner erst ermöglicht und findet es auch nicht verwunderlich, dass dieser Ort, mit seinen vielen Farben und Düften, Maler und Dichter zu ihren Werken inspiriert hat. Die zwei Wunderbegriffe zeigen schon die Ambiguität dieses Wortes auf, das manchmal mit und manchmal gegen naturwissenschaftliche Erkenntnisse genutzt wird. Auch im Neuen Testament spielt der Wunderbegriff eine große Rolle, wenn es um die Wundertaten Jesu geht, die in den vier kanonischen Evangelien vorkommen.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Begriff Wunder mit seiner Problematik einzugrenzen und zu definieren und die Überlieferung und Verwendung der Wunder Jesu kurz aufzuzeigen. Dabei sollen auch die Gattungen der ‚Wundergeschichte‘ und ihre Funktionen erläutert, sowie ihr klassischer Aufbau aufgezeigt werden.
In einem zweiten Schritt sollen am Beispiel „Heilung eines Blindgeborenen“ aus dem Johannesevangelium (Kap. 9) die gewonnenen Erkenntnisse aufgezeigt werden. Dazu versuche ich, die ursprüngliche Wundergeschichte, welche der Autor als Grundlage nutzte, herauszuarbeiten, um danach auf die vom Autor eingebrachten Elemente als ‚johanneisch‘ darstellen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

2.1 Der Begriff ‚Wunder‘

2.2 Überlieferung der Wunder Jesu

2.3 Funktion der Wundergeschichten

2.4 Gattungen der Wundergeschichten

2.5 Form der Wundergeschichten

3. Wunder im Johannesevangelium

4. Heilung eines Blindgeborenen

4.1 Die Traditionsgeschichte der Wundererzählung

4.2 Die johanneischen Anteile der Wundererzählung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den Begriff des Wunders und dessen Problematik zu definieren sowie die Überlieferung und Verwendung von Wundergeschichten im Neuen Testament zu erläutern. Am Beispiel der Heilung eines Blindgeborenen (Joh 9) wird untersucht, wie der Autor des Johannesevangeliums eine traditionelle Wundergeschichte durch spezifisch johanneische Elemente ergänzt und neu kontextualisiert hat.

  • Definition und Problematik des Wunderbegriffs im antiken und neuzeitlichen Kontext
  • Formen, Gattungen und Funktionen neutestamentlicher Wundererzählungen
  • Besonderheiten des Wunderverständnisses im Johannesevangelium (Semeia)
  • Traditionsgeschichtliche Analyse der Heilungserzählung in Joh 9
  • Unterscheidung zwischen ursprünglichem Erzählkern und johanneischer Redaktion

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Traditionsgeschichte der Wundererzählung

Im neunten Kapitel des Johannesevangeliums wird zu Beginn von der Heilung eines Blinden erzählt, der seit seiner Geburt blind ist. Teilweise wird die Wundergeschichte in diesem Kapitel auf die Verse 1-7 beschränkt, was aber nicht unproblematisch ist, da das gesamte neunte Kapitel von dem Blinden handelt und nach dem siebten Vers nicht zu einer nächsten Wundergeschichte übergeht, wie es in den Summarien der Synoptiker der Fall ist.

Mattias Rein (1995) sieht das gesamte neunte Kapitel als sehr kohärent an und unterteilt es in sieben Szenen, die sich sowohl von den Personen, als auch vom Ort und der voranschreitenden Zeit her unterscheiden.

In der ersten Szene (V 1-7) treffen Jesus und seine Jünger im Vorübergehen einen Blinden, von dem sie auf Anhieb wissen, dass er von Geburt an blind ist. Die Jünger fragen Jesus nach dem Grund der Krankheit, was dieser aber nicht beantwortet und vielmehr den Zweck der Blindheit, das Offenbarwerden der Werke Gottes, nennt. Daraufhin spuckt Jesus auf die Erde, formt einen Teig den er dem Blinden auf die Augen streicht und schickt ihn, sich im Teich Schiloach zu waschen. Als der Blinde vom Waschgang zurückkommt, kann er sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Ambiguität des Wunderbegriffs ein und formuliert das Ziel der Arbeit, die Wundererzählung in Joh 9 hinsichtlich ihrer ursprünglichen Struktur und der johanneischen Überarbeitung zu analysieren.

2. Grundlagen: Hier werden zentrale theoretische Konzepte wie der Wunderbegriff, die mündliche Überlieferung, die Funktionen und die verschiedenen Gattungen von Wundergeschichten im Neuen Testament dargelegt.

3. Wunder im Johannesevangelium: Dieses Kapitel beleuchtet die spezifische Rolle der Wunder als Zeichen (Semeia) im vierten Evangelium und arbeitet die deutliche Reduzierung der Wunderanzahl im Vergleich zu den Synoptikern heraus.

4. Heilung eines Blindgeborenen: Dieser Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse von Joh 9, wobei zwischen der zugrundeliegenden Traditionsgeschichte und den vom Autor hinzugefügten johanneischen Elementen unterschieden wird.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass die untersuchte Wundergeschichte als Träger einer christologischen Botschaft dient, die durch die Verknüpfung von altem Erzählgut und bewussten theologischen Brüchen für den nachösterlichen Leser transparent gemacht wurde.

Schlüsselwörter

Wunder, Johannesevangelium, Joh 9, Blindgeborener, Semeia, Wundergeschichte, Traditionsgeschichte, Jesus Christus, urchristliche Mission, neutestamentliche Exegese, Zeichen, Offenbarung, Sabbatheilung, christologische Bedeutung, Wunderhandeln.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verständnis und die Funktion von Wundergeschichten im Neuen Testament mit einem speziellen Fokus auf die Heilung eines Blindgeborenen im neunten Kapitel des Johannesevangeliums.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Kernbereichen zählen die Begriffsklärung von „Wunder“, die Gattungslehre biblischer Wundergeschichten, die Funktion von Wundern im urchristlichen Kontext sowie die literarische Analyse von Joh 9.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den ursprünglichen Kern der Wundererzählung in Joh 9 von den späteren, für das Johannesevangelium typischen Überarbeitungen abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine exegetische Analyse durchgeführt, die insbesondere traditionshistorische und redaktionsgeschichtliche Ansätze verwendet, um die Schichten des Textes freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der sieben Szenen des neunten Kapitels und vergleicht diese mit den klassischen Strukturen einer Wundererzählung, um johanneische Charakteristika zu identifizieren.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit den Begriffen Wunder, Johannesevangelium, Traditionsgeschichte, Zeichen (Semeia) und johanneische Redaktion beschreiben.

Warum spielt der Sabbat in der Erzählung über den Blindgeborenen eine Rolle?

Der Sabbat dient dem Autor vor allem als rhetorischer Aufhänger für die Auseinandersetzung zwischen Jesus und den Pharisäern, wobei die Legitimität des Handelns am Sabbat diskutiert wird.

Welche Bedeutung kommt dem Begriff „Semeion“ zu?

Im Johannesevangelium bezeichnet Semeion (Zeichen) die Wunder nicht als bloße Wundertaten, sondern als Hinweise auf eine tiefere, christologische Dimension und das Wirken Gottes durch Jesus.

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Details

Titel
Die Heilung eines Blindgeborenen (Joh 9)
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Katholische Theologie)
Veranstaltung
Biblische Wundergeschichten
Autor
Philipp Schaan (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V215550
ISBN (eBook)
9783656439264
ISBN (Buch)
9783656440284
Sprache
Deutsch
Schlagworte
heilung blindgeborenen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Schaan (Autor:in), 2012, Die Heilung eines Blindgeborenen (Joh 9), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215550
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Leseprobe aus  15  Seiten
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