Lernen als soziale Kompetenz. Die Relevanz des Lernens für das gesellschaftliche Leben


Hausarbeit, 2013

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Was ist Lernen?
2.1. Begriffsbestimmung
2.3. Lernpsychologische Grundlagen
2.3.1. Bedeutung von Verhaltenskonsequenzen für den Menschen

3. Lernen als soziale Kompetenz
3.1. Begriffsbestimmung: Soziale Kompetenz
3.2. Ein Sonderaspekt sozialer Kompetenz: Kommunikation
3.3. Leben in einer Wissensgesellschaft - Lebenslanges Lernen

4. Fazit

ANHANG

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Jede Gesellschaft verlangt vom Neuankömmling, dass er sich lernend dem Lebensstil, den er vorfindet, anpasst.“

(Prof. Dr. Alexander Mitscherlich)

Lernen ist ein zentraler Begriff in der Pädagogik. Sowohl Menschen als auch Tiere sind lernfähig, wobei im Falle des Menschen der Lernprozess das Merkmal zum Menschwerden selbst darstellt[1].

Bereits im frühesten Kindesalter lernen Menschen zu gehen und selbstständig zu essen, sie lernen Klavierspielen oder Fahrradfahren oder wie sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben.

„Lernen“ ist folglich eng mit dem Begriff des „Verhaltens“ verbunden. Der Mensch lernt in einer Gesellschaft zu agieren, sich zu integrieren und sich dieser anzupassen, wobei die Gesellschaft ebendiese Voraussetzungen reziprok vom Individuum verlangt, wie dies bereits im Eingangszitat angeführt wird.

Zusätzlich zeichnet sich der Begriff des Lernens durch zahlreiche weitere Facetten aus, die den Menschen jeweils auf ihre Weise beeinflussen. So lernt der Mensch zu kommunizieren, er eignet sich das Wissen an, das von ihm während seiner schulischen Laufbahn gefordert wird und welches zu einem bestimmten Zeitpunkt darüber entscheidet, ob er für den von ihm gewählten Beruf qualifiziert ist. Lernen ist folglich ausschlaggebend für die persönliche Entwicklung und den zukünftigen Erfolg eines Menschen.

Doch was konkret verbirgt sich hinter dem Lernbegriff? Welche psychologischen Vorgänge werden als Lernen definiert? Ist Lernen infolge dessen ein rein psychologischer Vorgang oder kann der Mensch oder sein Umfeld hierauf Einfluss nehmen und Lernen als eigenen Vorteil nutzen? Kann Lernen eventuell sogar als soziale Kompetenz definiert werden?

Gemäß dieser Fragen wird zunächst der Lernbegriff aus pädagogischer Sicht definiert und in seinen Formen erläutert, um anschließend dessen Bedeutung aus psychologischer Betrachtungsweise zu ergründen. Nachdem die notwendigen Grundlagen für das Lernverständnis erläutert wurden, wird der Bogen zu der Relevanz des Lernens für die Gesellschaft bzw. die soziale Kompetenz für das Individuum fokussiert, wofür wiederum zunächst der Begriff der sozialen Kompetenz definiert werden soll, um hiernach entsprechende Beispiele anzuführen.

Ziel dieser Arbeit ist demnach zu erschließen, welche Relevanz der Lernbegriff konkret für das gesellschaftliche Leben spielt und ob dieser maßgebend für unsere soziale Kompetenz ist.

2. Was ist Lernen?

Eine angemessene Definition des Lernbegriffs ist bereits auf Grund seines weitreichenden Einflusses in zahlreiche lebensweltliche Bereiche relativ schwierig. Insofern ist eine Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven zur bestmöglichen Erfassung dieser Bereiche notwendig, wobei jedoch nicht von einer vollständigen Auffassung der Definition ausgegangen werden kann. Im Folgenden werden hierzu die pädagogische als auch die psychologische Betrachtungsweise vorgestellt.

2.1. Begriffsbestimmung

Lernen als Grundbegriff der Pädagogik kann en gros als Prozess definiert werden, der auf Grund von Erfahrung eine relativ dauerhafte Verhaltensänderung im Verhaltenspotenzial bewirkt.[2] Diese Variation des Verhaltens darf jedoch nicht durch Müdigkeit, Reifung, Drogengebrauch, Verletzung oder Krankheit verursacht werden[3] und ist notwendig für die Anpassung an stetig wechselnde Umweltbedingungen[4]. Da Lernen selbst nicht beobachtbar ist, stellen Verhaltens- oder Leistungsänderungen ein Indiz für einen Lernfortschritt dar[5].

Die Anpassung an evolutionäre Veränderungen durch den „individuellen Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten“ kann als „Lernen der Gehirne“ bezeichnet werden, wohingegen die Speicherung dieses Anpassungswissens und dessen genetische Weitergabe als „Lernen der Gene“ bezeichnet werden kann[6]. Diese Lernoptionen sind bei allen Lebewesen identisch. Für den Menschen existiert jedoch eine weitere Art des Lernens, nämlich das „Lernen der Gesellschaft“[7].

Letztere impliziert den Zugang zu kulturellen Werten, Erinnerungen und Wissen, die sowohl in institutionellen Einrichtungen wie Bibliotheken oder Datenbanken gespeichert sind als auch durch Kommunikation vermittelt werden können[8]. Demzufolge verläuft menschliches Lernen hauptsächlich kulturbezogen, wobei kulturspezifische Bildungssysteme, kulturelle Ansichten sowie die Sprache den Horizont der Lernkapazität und Inhalte bilden.

Wissen-Lernen, Können-Lernen, Leben-Lernen und Lernen-Lernen stellen hierbei die inhaltlichen Lernaspekte dar, die erfahrungsbezogen, dialogisch (also kommunikativ), sinnvoll (durch Verstehen des Sinnes eines Geschehnisses) und ganzheitlich (als sinnvoller, den Horizont übergreifenden Prozess) angeeignet werden können[9].

Wissen-Lernen ist objektiv und umfasst die Lösungsfähigkeit theoretischen, schulischen Wissens, das zur heutigen Wissensgesellschaft beiträgt, wohingegen Können-Lernen die Aneignung praktischer, körperlicher Fähigkeiten wie Schreiben oder Fahrradfahren beinhaltet[10]. Leben-lernen unterscheidet sechs Stufen: „Überleben-, Lebensbewältigung-, Lebensbefähigung-, Biographisches-und Sterben-Lernen sowie Lebenskunst. Lernen-Lernen als letzter Aspekt impliziert die Fähigkeit der Aneignung von Lerntheorien[11].

Wissenschaftliche Disziplinen unterscheiden zudem in der Regel zwei Lernformen, über die eine entsprechende Aneignung stattfinden kann: Formales wie informelles Lernen[12].

2.3. Lernpsychologische Grundlagen

Die Lernpsychologie setzt sich aus physiologischen Erkenntnissen und experimentellen Beobachtungen zusammen.

Physiologische Lerngrundlage bildet das Gehirn, das in drei große Bereiche unterteilt werden kann: Den R-Komplex, bestehend aus Hirnstamm, Kleinhirn und Thalamus, der die lebensnotwendigen Funktionen des Körpers steuert, das limbische System, das für Emotionen sowie teilweise für das Gedächtnis zuständig ist, und den Neocortex, auch als Großhirn bezeichnet, der alle kognitiven Vorgänge steuert und Sinneswahrnehmungen verarbeitet[13].

Für Lernprozesse ist der Neocortex - aufgeteilt in zwei Hemisphären (Gehirnhälften) - ausschlaggebend, da hier unter anderem Informationen verarbeitet werden, die zum Erlernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten unabdingbar sind[14]. Die rechte Hemisphäre ist bei den meisten Menschen für die analytische Informationsverarbeitung zuständig, was die Fähigkeit Bilder und Muster zu erkennen sowie mathematische Probleme zu lösen beinhaltet, wohingegen die linke Hemisphäre bei den meisten Menschen für das Erlernen sprachlicher und musikalischer Fähigkeiten zuständig ist[15].

Einige Menschen neigen zu der Tendenz die Fähigkeiten einer Hemisphäre stärker auszuschöpfen als die andere, was durchaus Einfluss auf das Lernverhalten eines Menschen haben kann. Gerade im Bildungssystem wird häufig über die Frage diskutiert, ob die Fächerinhalte an Schulen analytisch-denkende Schüler benachteiligen.[16] In diesem Fall trüge eine Benachteiligung dieser Art in gleichem Maße zu einer sozialen Benachteiligung bei, da die Berufschancen eines Menschen stark von den schulischen Leistungen determiniert sind.

[...]


[1] Vgl. Göhlich, M.; Zirfas, J. 2007, S. 7

[2] Vgl. Tarpy, R. M. 1979, S. 1

[3] Vgl. Lefrançois, G. R. 2006, S. 6

[4] Vgl. Göhlich, M.; Zirfas, J. 2007, S. 7

[5] Vgl. Gerrig, R. J., Zimbardo, P. G. 2008, S. 192

[6] Krüger, H.-H.; Grunert, C. 2006, S. 288

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. ebd.

[9] Vgl. Göhlich, M.; Zirfas, J. 2007, S. 180

[10] Vgl. ebd. S. 181 f.

[11] Vgl. ebd. S. 187 f.

[12] Vgl. Barre, K.; Hahn, C. (Hrsg.) 2012, S. 17

[13] Deutscher Manager Verband E.V. 2004, S. 235 f.

[14] Vgl. Gerrig, R. J., Zimbardo, P. G. 2008, S. 95 f.

[15] Vgl. Edelmann, W. 2000, S. 10

[16] Vgl. Ebd. S. 13

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Lernen als soziale Kompetenz. Die Relevanz des Lernens für das gesellschaftliche Leben
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Gestaltung, Evaluation, Forschung und Innovation beruflicher Bildungsprozesse
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V215559
ISBN (eBook)
9783656439202
ISBN (Buch)
9783656440550
Dateigröße
1021 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
relevanz, lernens, leben, lernen, kompetenz
Arbeit zitieren
Carolin Haas (Autor), 2013, Lernen als soziale Kompetenz. Die Relevanz des Lernens für das gesellschaftliche Leben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215559

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