Die Mediensprache hat genauso wie die Gegenwartssprache viele verschiedene Variationsmöglichkeiten. Eine Variante dieser Sprache ist der Dialekt in den Medien. In den folgenden Seiten wird dieser dialektale Gebrauch aus historischer Sicht erläutert. Mit den Medien sind in diesem Zusammenhang die Presse, der Hörfunk, das Fernsehen und das Internet gemeint, welche in der Arbeit betrachtet werden. Doch zuerst erfolgt eine Definition der Standardsprache, der Umgangssprache und des Dialekts, um Unterschiede aufzuzeigen, die für das jeweilige Medium konstitutiv sein könnten. Die Ausführungen nehmen vor allem Bezug auf die Arbeit von Erich Straßner aus dem Jahre 1983, da er die geschichtliche Entwicklung des Mediendialekts zumindest bis in die 1980er Jahre gut dargestellt hat. Auf die heutige Situation dieser Sprachform in den Medien wird jeweils kurz eingegangen. Zudem wird die Ausarbeitung angereichert mit anderen Texten, die zum größten Teil spezifische Beispiele darstellen. Die Arbeit beschränkt sich hierbei auf den deutschsprachigen Raum (also Deutschland, teilweise Österreich und die Schweiz).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition: Standardsprache – Umgangssprache – Dialekt
3. Untersuchung der einzelnen Medien
3.1 Presse
3.2 Hörfunk
3.3 Fernsehen
3.4 Internet
4. Exkurs: Dialekt in der Werbung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und gegenwärtigen Gebrauch von Dialekten in den Massenmedien Presse, Hörfunk, Fernsehen und Internet. Ziel ist es zu klären, inwieweit dialektale Sprachformen neben der Standardsprache existieren und welche Funktionen sie in den jeweiligen Medienformaten erfüllen.
- Definition und Abgrenzung von Standardsprache, Umgangssprache und Dialekt
- Analyse des Dialektgebrauchs in der Presse über verschiedene Jahrhunderte
- Die Rolle regionaler Identität im Hörfunk und Fernsehen
- Besonderheiten dialektaler Kommunikation in digitalen Medien (Internet/Chat)
- Die strategische Verwendung von Dialekt in der Werbesprache
Auszug aus dem Buch
3.1 Presse
Druckmedien, vor allem Zeitungen, Zeitschriften und Flugblätter, sind seit dem 16. Jahrhundert überliefert worden. So zum Beispiel Annus Christi, die erste periodische Monatsschrift der Schweiz in deutscher Sprache, die im schweizerischen Rorschach im Jahre 1597 das erste Mal gedruckt wurde, oder die Wochenzeitschrift Aviso, eine der ersten deutschen periodischen Zeitungen, welche in Wolfenbüttel das erste Mal 1604 gedruckt wurde. Da die Herausgeber der Druckmedien auf ständige Aktualität und regelmäßiges Erscheinen dieser Zeitungen bestanden, konnten viele Texte nicht oder nur unzureichend auf sprachliche Richtigkeit sowie dialektale Gebrauchsformen hin überprüft werden. Aufgrund der immer weiter steigenden Schreib- und Verlegertätigkeiten in Deutschland gab es bis zum Ende des 17. Jahrhunderts viele Tages- und Wochenzeitschriften sowie Zeitungen, die Erzählungen und Briefe mit persönlichem und „beinahe literarischem Anspruch“ druckten. Neben dieser Schreibweise zeigte sich allerdings auch, dass der Stil geprägt war von vielen Regionalismen (regionalbedingte Abweichungen in der Sprache, vor allem bezogen auf den Wortschatz, die in standardsprachlichen Texten vorkommen). Grund dafür waren die vielen Schreiber, die ihre Texte oftmals im Sprachstil ihrer Heimatlandschaft verfassten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung steckt den Rahmen der Untersuchung ab, definiert die betrachteten Medien und legt den Fokus auf die historische sowie aktuelle Entwicklung des Mediendialekts.
2. Definition: Standardsprache – Umgangssprache – Dialekt: Dieses Kapitel erläutert die sprachwissenschaftliche Hierarchie zwischen Hochsprache und Dialekt sowie die Rolle der Umgangssprache als vermittelnde Varietät.
3. Untersuchung der einzelnen Medien: Hier wird der Dialektgebrauch systematisch in den vier Bereichen Presse, Hörfunk, Fernsehen und Internet analysiert.
4. Exkurs: Dialekt in der Werbung: Das Kapitel untersucht die gezielte Nutzung dialektaler Elemente in Werbespots zur Schaffung von Nähe und Authentizität sowie deren Grenzen bei hochpreisigen Produkten.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz des Modernisierungsprozesses und der Dominanz der Standardsprache Dialekte in den Medien weiterhin existieren und teilweise sogar gezielt als identitätsstiftendes Mittel eingesetzt werden.
Schlüsselwörter
Dialekt, Standardsprache, Umgangssprache, Mediendialekt, Presse, Hörfunk, Fernsehen, Internet, Regionalismen, Werbesprache, Identität, Soziolekt, Sprachwandel, Sprachöffentlichkeit, Sprachgebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Gebrauch und der Funktion von Dialekten innerhalb verschiedener Medienformen im deutschsprachigen Raum.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die sprachliche Abgrenzung von Dialekt und Hochsprache, die historische Entwicklung dieser Varietäten in den Medien sowie deren Wirkung auf die Rezipienten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie und warum Dialekte in den verschiedenen Medien genutzt werden und welche Bedeutung sie für die Kommunikation und Identitätsbildung haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die historische Perspektiven mit aktuellen Beobachtungen zum Sprachgebrauch verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Medien Presse, Hörfunk, Fernsehen und Internet einzeln hinsichtlich ihres Dialektanteils untersucht, ergänzt um einen speziellen Exkurs zur Werbung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Dialekt, Standardsprache, Medien, Regionalismen und Werbesprache charakterisiert.
Warum wird im Fernsehen seltener Dialekt gesprochen als im Hörfunk?
Laut der Untersuchung fehlt dem Fernsehen im Vergleich zum Hörfunk die „intime Funktion“; zudem ist der Sendebereich oft zu groß, um regionale Dialekte gezielt einzusetzen, ohne die allgemeine Verständlichkeit zu gefährden.
Welche Bedeutung hat der Dialekt in der Internetkommunikation?
Im Internet, insbesondere beim Chatten, zeigt sich eine häufigere Dialektverwendung, da die synchrone Kommunikation mündliche Sprachstrukturen begünstigt und orthografische Normen dort oft vernachlässigt werden.
- Citation du texte
- Anja Hetebrüg (Auteur), 2008, Dialektaler Sprachgebrauch in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215757