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"Das Blütenstaubzimmer" von Zoe Jenny. Vom (Blüten-)Staub der 68er

Titre: "Das Blütenstaubzimmer" von Zoe Jenny. Vom (Blüten-)Staub der 68er

Dossier / Travail , 2009 , 22 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Bereits im Klappentext zu Zoë Jennys Debütroman „Das Blütenstaubzimmer“ ist von einem „[…]der ersten und radikalsten Romane der Technogeneration, adressiert in aller Härte an die 68er-Eltern.“ die Rede. Die Autorin selbst distanziert sich von diesem eher politischen Romanverständnis:
„Es wurden auch andere Dinge über das Buch gesagt. Sehr viel interessantere. Das ist die denkbar langweiligste. Weil sie sehr plakativ ist und sehr medientauglich. Also, deshalb wird sie wahrscheinlich auch überall erwähnt. Ich denke nicht, daß es eine Abrechnung sein kann, denn es ist nicht explizit gegen irgend jemanden gerichtet. Und das wäre eine Abrechnung, ja. Dieser Text stellt nur dar. Er zeigt auf, und das ist alles. Das genügt als Erklärung."

Dies zeigt, dass Jenny ihren Roman primär unpolitisch, also nicht als Anklage der 68er-Generation verstanden wissen will.
Insofern wird man Jennys eigenem Verständnis eher gerecht, wenn man im „Blütenstaubzimmer“ einen Roman sieht, der in der Reihe von Texten der Gegenwartsliteratur steht, die „als literarische Protokolle von Deformationen beschrieben werden [können], Familie wird hier zum Zerrbild menschlicher Sozialisation.“
Daher soll im Folgenden in einem ersten Schritt der Frage nachgegangen werden, ob und inwiefern Bezüge zur 68er-Generation hergestellt werden können und müssen.
In einem zweiten Schritt soll untersucht werden, ob dieser Roman mehr als nur die 68er Eltern-Kind-Generation darstellt und ob das Schicksal der Protagonistin Jo als beispielhaft für das Schicksal eines Scheidungskindes gesehen werden kann.
Zu diesem Zwecke sollen besonders die dargestellten familiären Beziehungen und Konflikte genauer betrachtet werden, wobei vor allem auf die weiblichen Hauptfiguren näher eingegangen wird.
Zudem wird es ein Kapitel geben, das speziell auf die Metaphorik und sprachlichen Bilder eingeht, in denen die familiären Konflikte zum Ausdruck kommen.
Darin soll untersucht werden, ob sich neben dem bloßen Darstellen und Aufzeigen4 nicht noch eine weitere Ebene erschließen lässt, die uns weitaus tiefere Einblicke, vor allem in die Psyche der Protagonistin Jo, gewährt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Anklage oder bloße Darstellung?

2. Von Familien, die keine sind

2.1 Die 68er- antiautoritäre „Anti-Eltern“?

2.2 Jo - die unbehauste Tochter

2.3 Rea - ein Gegenentwurf?

3. Jo zwischen Angstkugeln und Insekten (Bildlichkeit und Metaphorik im Roman)

4. Fazit: Verlorenheit und Liebesentzug- Blütenstaub statt „Flower Power“

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit analysiert den Roman „Das Blütenstaubzimmer“ von Zoë Jenny im Hinblick auf die Darstellung familiärer Konflikte und deren Auswirkungen auf die psychische Entwicklung der Protagonistin Jo. Dabei wird untersucht, inwiefern die Erziehung durch die 68er-Generation als Ursache für die soziale Desintegration und emotionale Verwahrlosung der Tochter betrachtet werden kann.

  • Untersuchung von Mutter-Tochter-Beziehungen und familiärer Distanz.
  • Analyse der 68er-Generation und deren antiautoritärem Erziehungsstil.
  • Kontrastierung der Protagonistin Jo mit der Figur Rea.
  • Deutung zentraler Metaphern und Bildsprache zur Verdeutlichung von Angst und Entfremdung.
  • Erarbeitung der Auswirkungen von Scheidungserfahrungen auf das Kindeswohl.

Auszug aus dem Buch

2. Von Familien, die keine sind

„Als meine Mutter ein paar Straßen weiter in eine andere Wohnung zog, blieb ich bei Vater.“(B 5)

Schon mit diesem ersten Satz des Romans wird deutlich, dass wir es hier nicht mit einer traditionellen, konservativen Form der Familie zu tun haben.

„Heute existieren in den hoch entwickelten Gesellschaften viele verschiedene Formen der Familie nebeneinander. Darunter ist auch die traditionelle Form: Der Mann fungiert als Oberhaupt der Familie, weil er die Rolle des Geldverdieners innehat. Die Frau wird als alleinige Erzieherin der Kinder verstanden, die auch für das emotionale Binnenklima der gesamten Familie verantwortlich ist. Der Anteil dieser »traditionellen« Familien wird aber allmählich geringer […]“.5

Die Familie als soziales System, unabhängig von ihrer Form (traditionelle oder Patchwork-Familie bspw.), „[…] ist auf die Erfüllung der Bedürfnisse nach »Glück« ihrer Mitglieder- im Sinne von Liebe, Nähe, Emotionalität, Entspannung und Rückzug- ausgerichtet.“6

Doch die Familienstrukturen, denen man in Jennys Roman begegnet, sind von diesem Ideal weit entfernt. Stattdessen wird man mit Beziehungslosigkeit und scheinbar unüberwindbarer Kommunikationslosigkeit konfrontiert. Die Menschen scheinen, ähnlich wie die beiden Fische im Zimmer von Paulin durch eine Glasscheibe (vgl. B 136), wie durch eine Wand der Sprachlosigkeit und Beziehungsunfähigkeit voneinander getrennt zu sein.

„Die Familie als zentrale Sozialisationsinstanz-[…]- ist mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts in eine Dauerkrise geraten […].“7

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Anklage oder bloße Darstellung?: Dieses Kapitel beleuchtet den Debütroman als literarisches Protokoll familiärer Deformationen und führt in die Fragestellung ein, ob eine bewusste Abrechnung mit der 68er-Generation vorliegt.

2. Von Familien, die keine sind: Hier wird die Abkehr vom traditionellen Familienideal thematisiert und analysiert, wie moderne Sozialisationsinstanzen in die Krise geraten sind.

2.1 Die 68er- antiautoritäre „Anti-Eltern“?: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen der antiautoritären Erziehung der 68er-Generation und der emotionalen Verwahrlosung der Kinder, beispielhaft dargestellt am Verhalten der Mutter Lucy.

2.2 Jo - die unbehauste Tochter: Im Fokus steht hier die traumatische Kindheit der Protagonistin, die durch die Trennung der Eltern und die mangelnde Geborgenheit bei Vater und Mutter geprägt ist.

2.3 Rea - ein Gegenentwurf?: Das Kapitel kontrastiert Jos Schicksal mit dem von Rea, deren familiäres Umfeld zwar materiell gesichert, aber durch tiefe emotionale Kälte und Distanz gekennzeichnet ist.

3. Jo zwischen Angstkugeln und Insekten (Bildlichkeit und Metaphorik im Roman): Eine detaillierte Untersuchung der surrealistischen und affektiven Sprachbilder, die den inneren Seelenzustand und das Ausgegrenztsein der Protagonistin greifbar machen.

4. Fazit: Verlorenheit und Liebesentzug- Blütenstaub statt „Flower Power“: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über die soziale Desintegration des Scheidungskindes und bestätigt die traumatischen Folgen der elterlichen Erziehungsdefizite.

Schlüsselwörter

Zoë Jenny, Das Blütenstaubzimmer, 68er-Generation, antiautoritäre Erziehung, Familienkonflikte, Scheidungskind, Sozialisation, Entfremdung, Metaphorik, Traumatisierung, Gegenwartsliteratur, Kommunikationslosigkeit, Mutter-Tochter-Beziehung, Identitätssuche, Bildsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Zoë Jennys Roman „Das Blütenstaubzimmer“ hinsichtlich der Darstellung gestörter Familienverhältnisse und deren Auswirkungen auf die Entwicklung der Protagonistin Jo im Kontext der 68er-Elterngeneration.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der antiautoritäre Erziehungsstil der 68er, das Scheitern von Mutter-Kind-Beziehungen, die traumatische Erfahrung der Einsamkeit sowie die erzählerische Umsetzung dieser Themen durch Metaphern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Jo unter den „falschen Lebensentwürfen“ ihrer Eltern leidet und das Buch als literarisches Protokoll einer tiefgreifenden sozialen und emotionalen Desintegration zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Roman durch Sekundärliteratur zur Sozialisationstheorie und zeitgenössische Rezensionen interpretiert sowie die Metaphorik des Textes tiefgehend untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Familienstrukturen, die differenzierte Betrachtung der Protagonisten Jo und Rea sowie eine tiefgehende Untersuchung der im Roman verwendeten Bildlichkeit und Metaphorik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere 68er-Generation, antiautoritäre Erziehung, emotionale Verwahrlosung, Scheidungskind, Metaphorik und soziale Desintegration.

Wie unterscheidet sich die Figur Rea von der Hauptfigur Jo?

Während Jo versucht, eine Nähe zu ihrer Mutter aufzubauen und an einer idealisierten Vorstellung festhält, reagiert Rea mit offener Ablehnung, Gehässigkeit und einer kalkulierten Distanz gegenüber ihren wohlhabenden, aber gefühlskalten Eltern.

Welche Bedeutung kommt der Metaphorik im Roman zu?

Die Metaphorik, etwa die „Angstkugeln“ oder das „Insekt“, dient als Sprachmittel, um die für Jo sprachlos bleibenden traumatischen Erfahrungen und ihr Gefühl des dauerhaften Ausgegrenztseins aus der Erwachsenenwelt auszudrücken.

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Résumé des informations

Titre
"Das Blütenstaubzimmer" von Zoe Jenny. Vom (Blüten-)Staub der 68er
Université
Johannes Gutenberg University Mainz
Note
2,3
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
22
N° de catalogue
V215825
ISBN (ebook)
9783656444237
ISBN (Livre)
9783656444503
Langue
allemand
mots-clé
jenny blütenstaubzimmer blüten- staub
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2009, "Das Blütenstaubzimmer" von Zoe Jenny. Vom (Blüten-)Staub der 68er, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215825
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Extrait de  22  pages
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