Das Projekt dieser Arbeit ist die Untersuchung der subversiven
Selbstinszenierung Krachts als Dandy anhand seines Romans „Faserland“,
sowie darauf aufbauend der Etablierung einer ‚dritten Person‘ zwischen
realem Autor und Werk: dem fiktiven Autor.Dass Krachts medialer Selbstentwurf der Figur des Dandys entspricht, ist bereits vielfach festgestellt worden.Als schwieriger für die Forschung hat sich die Interpretation „Faserlands“ in
Hinblick auf den Dandy herausgestellt. Dem Protagonisten wurde immer
wieder Dandyismus4 unterstellt. Befasst man sich jedoch wissenschaftlich
mit der Figur des Dandys wird deutlich, dass diese Einschätzung nicht
zutrifft. Es stellt sich die Frage, wieso in „Faserland“ trotzdem diese
Begrifflichkeit immer wieder aufkam, warum dies von Kracht intendiert
werden und wie umgesetzt werden könnte.
Die Theorie dieser Arbeit ist, dass Kracht ganz bewusst subtile
dandyistische Hinweise in „Faserland“ gelegt hat, um auf seine
Selbstinszenierung als Dandy hinzuweisen – als dandyistisch-subversive
‚Spur‘, die so ein dandyistisches Verfahren inkludiert: Im Subversiven
verschränken sich hier Inhalt und Verfahren.
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Der Dandy
2.1 Historisch
2.2 Charakter
2.3 Der Dandy der Gegenwart
3. „Faserland“ und Krachts Selbstinszenierung als Dandy
3.1. Archivismus
3.2. Irritationsmomente in Moral und Ästhetik
3.3 Fokus auf Oberflächenphänomene
3.4 Momente der Revolte
3.5 Ironie in „Faserland“
3.6 Die Reise als dandyistisches Motiv
3.7 Der unsichere Erzähler
3.8 Klassische Décadence-Themen
3.9 Der erzählte Körper
3.10 Friktion
4. Friktion: Krachts Autorinszenierung als Dandy
5. Fazit.
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Ziel der Untersuchung von Christian Krachts Roman „Faserland“?
Das Ziel der Arbeit ist die Untersuchung der subversiven Selbstinszenierung Krachts als Dandy und die Etablierung einer ‚dritten Person‘ – des fiktiven Autors – zwischen dem realen Autor und dem Werk.
Warum wird der Protagonist in „Faserland“ oft fälschlicherweise als Dandy bezeichnet?
Obwohl dem Protagonisten oft Dandyismus unterstellt wurde, zeigt eine wissenschaftliche Analyse der Figur des Dandys, dass diese Einschätzung faktisch nicht zutrifft, was die Frage nach Krachts eigentlicher Intention aufwirft.
Welche Rolle spielt die Ironie in Krachts Werk?
Ironie dient in „Faserland“ als dandyistisches Verfahren, um Oberflächenphänomene zu fokussieren und gleichzeitig eine subversive Distanz zur Erzählung zu wahren.
Was versteht die Arbeit unter dem Begriff „fiktiver Autor“?
Der fiktive Autor ist eine künstlich geschaffene Instanz, die Kracht nutzt, um die Grenzen zwischen seiner medialen Selbstinszenierung und der literarischen Figur verschwimmen zu lassen.
Inwiefern fungiert die Reise als dandyistisches Motiv?
Die Reise durch Deutschland in „Faserland“ wird als Mittel zur Selbstinszenierung und als Ausdruck einer inneren Revolte gegen moralische und ästhetische Normen interpretiert.
Was ist unter dem Begriff „Archivismus“ im Kontext der Arbeit zu verstehen?
Archivismus bezieht sich auf die detaillierte Auflistung von Marken und Oberflächenphänomenen, die Kracht nutzt, um die dandyistische Fixierung auf das Äußere zu unterstreichen.
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- Miriam Dovermann (Author), 2011, Der Dandy als fiktiver Autor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215856