LehrerInnen sind Personen, die die verantwortungsvolle Aufgabe haben, anderen, meist jungen Menschen, Bildung zu vermitteln und ihnen zu helfen ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollten sie ihren Sprösslingen einen möglichst unbeschwerlichen Einstieg in das Berufsleben ermöglichen und ihnen das Nötige vermitteln, um in der Gesellschaft erfolgreich agieren zu können.
Allein aus dieser gängigen Definition ist abzulesen, dass ein gewisses Talent, anderen etwas beibringen zu können, Vorraussetzung ist um den Lehrberuf erfolgreich auszuüben. Weiters ist, sowie in vielen anderen Berufen auch, Leidenschaft gefragt. Dieser Punkt ist auf jeden Fall mit dem erst genannten gleich, wenn nicht sogar darüber zu setzen, da die Arbeit eines Lehrers/einer Lehrerin zweifelsohne Anstrengungen besonderer Art mit sich bringt. Mit ‚Anstrengungen besonderer Art’ werden hier nicht nur der Stress bezeichnet, welcher durch die zu leistenden Erziehungsarbeit und den Umgang mit Kindern und Jugendlichen entsteht, sonder auch die Tatsache, dass der Berufsstand derzeit argen Kritiken, sowie Beschwerden ausgesetzt ist. Insbesondere seit dem schwachen Abschneiden der österreichischen SchülerInnen bei der populären PISA-Studie hagelt es von Seiten der Eltern und der Medien Kritiken auf den Lehrkörper. Als Konsequenz kommt es nun zum Reformdrang. Auf einmal sind LehrerInnen mit Blitzideen, wie Noten für Unterrichtende, legale Schummelzettel, oder Schularbeiten, die im Nachhinein von den SchülerInnen noch mal verbessert werden können, und zu guter Letzt noch mit einer eventuellen Einführung einer Gesamtschule konfrontiert. Zusammengefasst kann man behaupten, dass LehrerInnen in Zeiten wie diesen keineswegs ein leichtes Los haben.
Die nötige Brisanz um eine Studie zum Thema Lehrer zu verfassen ist also de facto vorhanden. Das Ziel dieser Arbeit ist es Unterschiede zwischen den Lehrergenerationen zu eruieren, und diese auch möglichst genau zu definieren. Dadurch hoffen wir LehrernInnen, und auch vor allem anderen Interessierten verständlich zu machen, dass auch während der Karriere eines einzelnen Lehrers/einer einzelnen Lehrerin die Welt nicht still steht, sonder sich Anschauungen, Zielsetzungen, Vorgehensweisen usw. verändern. Die Studie soll auch einen Teil dazu beitragen, dass berufsfremde Personen einen kurzen Einblick in die Schwierigkeiten und Tücken des Lehrerdaseins bekommen, um so ein besseres Verständnis davon zu erlangen, was es bedeutet LehrerIn zu sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Zusammenfassung
2. Einleitung
3. Der Forschungsprozess
3.1. Erhebungsinstrument
3.1.1. Das Leitfaden-Interview
3.1.2. Der standardisierter Fragebogen
4. Ergebnisse:
4.1. Berufswahl
4.2. Erziehung und Umgang mit SchülerInnen
4.2.1. Was haben die SchülerInnen im Unterricht gelernt?
4.2.2. Umgang mit SchülerInnen
4.2.3. Disziplin
4.2.4. LehrerInnen im Umgang mit privaten Problemen von SchülerInnen
4.2.5. Unverzichtbare Kompetenzen
4.3. Wie fühlen sich LehrerInnen in ihrem Beruf
4.4. Unterrichtsgestaltung
4.4.1. Lehrpersonen und Lehrpläne
4.4.2. Verwendung von modernen Medien im Unterricht:
4.5. Leistungsbewertung:
4.5.1. Methoden der Bewertung
4.5.2. Benotungskriterien
5. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Transformation individueller Prioritäten hinsichtlich der Unterrichtsarbeit im Verlauf einer LehrerInnen-Karriere zu untersuchen und dabei Unterschiede zwischen Junglehrkräften und erfahrenen Lehrpersonen zu definieren.
- Vergleich der Lehrmethoden und Zielsetzungen zwischen Generationen
- Einfluss von Berufsjahren auf das Engagement und die Arbeitsroutine
- Umgang mit Disziplin, privaten Schülerproblemen und Leistungsbewertung
- Rolle moderner Unterrichtsmedien und technologischem Fortschritt
- Veränderung der Selbstsicherheit und beruflichen Herausforderungen im Zeitverlauf
Auszug aus dem Buch
4.2.4. LehrerInnen im Umgang mit privaten Problemen von SchülerInnen
Lehrpersonen wollen ihre Freizeit zwar „SchülerInnen-frei“ verbringen, trotzdem sprechen über ¾ der Befragten mit SchülerInnen über deren private Angelegenheiten. Meistens werden solche Probleme mit Jung-LehrerInnen besprochen, obwohl Alt- sowie Jung-LehrerInnen zu gleichen Teilen bemerken, wann SchülerInnen private Probleme haben. Dies kann auch mittels eines Interview- Zitats belegt werden:
„Wir Lehrer merken zwar, wenn ein Schüler oder eine Schülerin Probleme hat. Aber es ist nicht meine Aufgabe, ihre Probleme zu lösen. Dafür hat unsere Schule ja die Vertrauenslehrerin, zu der die Schüler gehen können. Und außerdem hat jede Klasse einen Klassenvorstand, mit dem können sie auch darüber reden. Es gibt also wohl genug Personen, an die sie sich wenden können“ (Lehrerin, 23 UT)
Warum sich vor allem Jung- LehrerInnen für die Probleme ihrer SchülerInnen interessieren, könnte wie folgt begründet werden: Der Einstieg in einen neuen Beruf ist oft nicht leicht, was meist dazu führt, dass man bemüht ist, sich diesen Einstieg so angenehm wie möglich zu machen. Gerade bei dem Lehrberuf ist es (speziell am Anfang) eine große Hilfe, wenn man von den Schülern akzeptiert und gemocht wird. Und das Interesse, das NeueinsteigerInnen im Lehrberuf an den Schülern und deren Problemen zeigen, kann zu der gewünschten Anerkennung und Akzeptanz führen. Möglicherweise wenden sich die SchülerInnen auch von sich aus eher an die jüngeren Lehrpersonen, da diese ihnen altersmäßig näher stehen, und sie sich deshalb eher Verständnis und Hilfe von ihnen erwarten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zusammenfassung: Definition der Kernbegriffe und Überblick über die zentralen Studienergebnisse hinsichtlich der Unterschiede zwischen jungen und erfahrenen Lehrkräften.
2. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage des Lehrerberufs, der Relevanz des Themas angesichts gesellschaftlicher Kritik sowie der methodischen Herangehensweise.
3. Der Forschungsprozess: Erläuterung des gewählten Studiendesigns, bestehend aus Leitfaden-Interviews und einem standardisierten Fragebogen zur Datenhebung.
4. Ergebnisse: Detaillierte Analyse der erhobenen Daten zu den Themenbereichen Berufswahl, Erziehung, Unterrichtsgestaltung und Leistungsbewertung.
5. Schlussfolgerung: Synthese der Forschungsergebnisse mit der Erkenntnis, dass eine berufliche Transformation stattfindet, die jedoch nicht zwangsläufig negativ als „Alltagstrott“ zu bewerten ist.
Schlüsselwörter
LehrerInnen-Karriere, Unterrichtsarbeit, individuelle Prioritäten, JunglehrerInnen, AltlehrerInnen, Forschungsprozess, Leitfaden-Interview, Fragebogen, Unterrichtsgestaltung, Leistungsbewertung, Berufsalltag, Disziplin, Medien im Unterricht, Schülernähe, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die persönlichen Schwerpunkte und Prioritäten von Lehrkräften im Laufe ihrer langjährigen Berufstätigkeit verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die Berufswahl, das Erziehungsverhalten, die Gestaltung des Unterrichts sowie die Kriterien der Leistungsbewertung.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen der älteren Lehrergeneration und jungen Berufseinsteigern aufzuzeigen und zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein zweistufiges Vorgehen gewählt: zunächst qualitative Leitfaden-Interviews und anschließend eine quantitative Untersuchung mittels standardisierter Fragebögen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die empirischen Ergebnisse aus den Befragungen, inklusive der Kreuztabellen zu Themen wie Disziplin und Unterrichtsstil.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Aspekte sind LehrerInnen-Karriere, Transformation, Unterrichtsarbeit und der Generationenvergleich zwischen Jung und Alt.
Gibt es einen deutlichen Unterschied beim Umgang mit Schülerproblemen?
Ja, die Studie zeigt, dass sich junge Lehrkräfte häufiger mit den privaten Problemen ihrer Schüler befassen als ihre älteren Kollegen, die hier eher Grenzen ziehen.
Wie verändert sich die Einstellung zu modernen Unterrichtsmedien?
Junge Lehrkräfte nutzen moderne digitale Medien deutlich offener und häufiger, während ältere Generationen eher an bewährten, klassischen Methoden festhalten.
Welchen Stellenwert hat die Disziplin in der Studie?
Disziplin wird von allen Generationen als wichtig eingestuft, wobei Disziplinprobleme oft unterschwellig existieren, jedoch sozial erwünscht kaum offen thematisiert werden.
Wird der Berufstrott durch die Studie bestätigt?
Es findet eine Transformation statt, die als Routine bezeichnet werden kann; diese wird jedoch nicht nur negativ gesehen, sondern spiegelt auch eine wachsende berufliche Gelassenheit wider.
- Arbeit zitieren
- MA Markus Scholze (Autor:in), 2007, Unterschiede zwischen den Lehrergenerationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215861