Theater Apropos. Theater in der Sozialen Arbeit


Studienarbeit, 2011

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

Entstehungsgeschichte

Umsetzung

Zielgruppe

Stücke

Die Idee

Leitung

Stück: Kleiner Mann, was nun?

Theater als Therapie?!

Hinweis

Quellen

Kurzbeschreibung

Theater Apropos: verrückt und unkonventionell! Patienten, Psychiater und Psychologen entwickeln und spielen gemeinsam Theaterstücke um dem Publikum einen selbstverständlichen Umgang mit Menschen mit psychischen Erkrankungen zu vermitteln.

Entstehungsgeschichte

1998 wurde das Theater Apropos in München gegründet. Die Idee kam von Prof. Dr. Hans Lauter, dem ehemaligen Direkter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar in München.1

Er meinte, dass sich Fachpersonal und Patienten in der Regel nur im therapeutischen Kontext mit festgelegten Rollenzuschreibungen in einer hierarchisch geprägten Beziehung begegnen. Oft fehlen ihnen Freiräume für Begegnungen ohne einen therapeutischen Anspruch. Mit diesem Hintergedanken führte er zahlreiche Gesprächen mit Patienten und Theaterprofis und entwickelte so die Idee, dass die Bühne ein Freiraum für die Begegnung sein könnte. So entstand das Grundgerüst für das Theater Apropos.

Mit Hilfe des Vereins Ariadne e.V. (Verein zur Hilfe für Alterskranke und seelisch Kranke) wurde das Theater Apropos gegründet.

Umsetzung

Unter der künstlerischen Leitung und professionellen Regie von Anette Spola und Rudolf Vogel des Münchener TamS Theaters spielen in der Regel 12 bis 15 Menschen mit seelischen Erkrankungen (schizo phrene Psychosen, schwere Depressionen, manisch depressive Erkrankungen etc.) und deren therapeutische Fachkräfte (Therapeuten, Psychiater etc.) gemeinsam Theater.2

Die Betroffenen, vor allem jüngere Menschen, sind in der Regel in therapeutischen Wohngruppen untergebracht und sie haben längere oder mehrfache Klinikaufenthalte hinter sich. Ein Ziel ist die öffentliche Aufführung an den verschiedensten Theatern und Kulturzentren im Raum München.

Bei dem Theaterprojekt treten die seelischen Probleme und Krisen der Betroffenen in den Hintergrund. Hier stehen Patient und Therapeut unter gleichen Voraussetzungen auf einer Bühne. So wird das Theaterstück gemeinsam erarbeitet und entwickelt und jeder Teilnehmer kann seine Ideen in das Projekt einbringen. Es gibt keinen therapeutischen Anspruch, den es sonst immer im Umgang mit dem Fachkräften gibt. Durch einen spielerischen Umgang mit den Rollen entdecken die Teilnehmer neue kreative Fähigkeiten, sie entfalten ihre persönliche Freiheit und es führt zu einer veränderten Kommunikation in der Gruppe. Außerdem tragen die Aufführungen zur Endstigmatisierung psychisch Kranker bei.

Bis zum heutigen Zeitpunkt nahmen um die 40 Menschen mit seelischen Erkrankungen und weitere Fachkräfte an den Theaterstücken des Theater Apropos teil. 7 Theaterstücke wurden seit Gründung des Theaters erfolgreich aufgeführt. Die Themen waren u.a. Glück (Theaterstück: Lucky Hans), die Grenzen verbaler Kommunikation (Theaterstück: Liebst Du mich?) oder soziale Ausgrenzung (Theaterstück: Kleiner Mann - was nun?).

Zielgruppe

Als Zielgruppe des Theaters Apropos lassen sich Menschen mit seelischen und psychischen Erkrankungen definieren. Vorwiegend werden Patienten mit schizophrenen Psychosen und Depressionen angesprochen.3

Die Idee

Entgegen den Erwartungen der Gruppe begann die Arbeit in den ersten Wochen ohne Textvorlage. Es gab kein fertiges Stück, keine Textvorlagen, keine Konzeption und keinen Plan wie die Proben ablaufen würden.

Begonnen wurde mit kleinen Improvisationen und Körperübungen, später folgten Sprachübungen. Diese Übungen zu Beginn legten das Hauptgewicht auf Wahrnehmungs-, Reaktions- und Konzentrationsübungen. Das wurde so gewählt, da Störungen der Wahrnehmung, des Denkens und der Konzentration zu den belastenden Erfahrungen der Betroffenen zählt und dies auf dieser Weise berücksichtigt werden soll.

Moreno, der Begründer des Psychodrama, ließ folgende Inschrift auf seinen Grabstein schreiben: „Hier ruht der Mann, der das Lachen wieder in die Psychiatrie geführt hat.“ Die Theaterpädagogin Anette Spola vom Theater Apropos möchte daher das Spielen als Vorgang vermitteln. Das Thema kennenlernen steht hier im Vordergrund, sich und den anderen zu kennen. „Was kann ich alles aushalten mit Körperhaltung, mit Gesten, mit kleinen Gesten, mit theatralischen großen Gesten.“4 Das Anliegen von Frau Spola ist es, dass Spiel als Zusammenspiel zu vermitteln und im Spiel das Lebendig sein zu vermitteln. So mussten die Akteure stimmliche Äußerungen in klarem, lautem und verständlichem Sprechen, was für viele Betroffene eine große Hürde darstellte. Gleichzeitig sollten sie aber auch Äußerungen flüstern, summen, krätzen, schnaufen oder stottern um gezielt neue Erfahrungen zu machen.

Frau Spola spricht hier von einem Entwicklungsprozess den alle Teilnehmer durchgehen. Ein neugeborenes Kind kann sich ausdrücken durch Bewegung, Mimik und Töne. Später kommt die Sprache hinzu und genauso wird in der Theaterarbeit begonnen. Außerdem betont sie weiterhin, dass sich die Entwicklung auch in den Emotionen vollzieht. Zuerst ist das Kleinkind unsicher und traut sich nur wenige Schritte, mit der Zeit wird es neugieriger und wagt sich weitere Schritte. So ist auch die Arbeit in der Gruppe zu verstehen, von der Unsicherheit bis hin zur Selbstständigkeit der Gruppe.

[...]


1 http://www.theater-apropos.de/konzept.htm (28.11.11, 15.20 Uhr)

2 http://www.theater-apropos.de/konzept.htm (28.11.11, 15.20 Uhr)

3 http://www.theater-apropos.de/konzept.htm (28.11.11, 15.20 Uhr)

4 http://www.theater-apropos.de/konzept.htm (02.12.2011, 18.45 Uhr)

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Theater Apropos. Theater in der Sozialen Arbeit
Hochschule
Hochschule Coburg (FH)  (Soziale Arbeit)
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
11
Katalognummer
V215901
ISBN (eBook)
9783656447351
ISBN (Buch)
9783656447535
Dateigröße
735 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theater, apropos, sozialen, arbeit
Arbeit zitieren
Stephanie Drinkgern (Autor:in), 2011, Theater Apropos. Theater in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215901

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