In meiner Hausarbeit habe ich mich mit der diplomatischen Anerkennung der beiden deutschen Staaten durch Finnland beschäftigt. Dabei habe ich gemerkt, dass es sich hierbei um ein komplexes und interessantes Thema handelt, welches sich schwer auf zehn Seiten zusammenfassen lässt.
Die Hauptfrage besteht darin, warum Finnland über 20 Jahre gewartet hat, um die beiden deutschen Staaten anzuerkennen, und warum es letztendlich doch von seiner starren Nichtanerkennungspolitik abgewichen ist.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung/Vorwort
- Hauptteil
- Nichtanerkennung und Gleichbehandlung
- Die Hallstein-Doktrin
- Nachtfröste
- Neue Interpretation der Hallstein-Doktrin
- Kekkonen und die Bundesrepublik
- Neutralität als oberstes Gebot
- Resolution des SDP-Parteivorstandes zur deutschen Frage
- Die neue außenpolitische Richtung der BRD
- Die finnische KSZE-Initiative
- Das Deutschlandpaket
- Das Paket kommt überraschend
- Verzögerungstaktik der BRD
- Finnland schickt das Paket erneut
- Verhandlungen mit der DDR
- Anerkennung beider deutscher Staaten
- Schluss/Nachwort
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit analysiert die diplomatische Anerkennung der beiden deutschen Staaten durch Finnland im Zeitraum von 1947 bis 1973. Die Arbeit untersucht die Gründe für Finnlands langjährige Nichtanerkennungspolitik und die Faktoren, die letztendlich zur Anerkennung führten.
- Die Entwicklung der finnischen Handelsvertretungen in Ost- und Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
- Die Rolle der Hallstein-Doktrin und ihre Auswirkungen auf die finnische Deutschlandpolitik
- Der Einfluss der sowjetischen Außenpolitik und die "Nachtfröste" von 1958-59
- Die Bedeutung der Neutralitätspolitik Finnlands im Kontext der deutschen Frage
- Die KSZE-Initiative und ihre Bedeutung für die finnische Deutschlandpolitik
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel untersucht die Gründung der finnischen Handelsvertretungen in Ost- und Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und die Bedeutung des Prinzips der Gleichbehandlung für die finnische Politik. Das zweite Kapitel beleuchtet die Hallstein-Doktrin und ihren Einfluss auf Finnlands Entscheidung, die DDR nicht anzuerkennen. Das dritte Kapitel beschreibt die "Nachtfröste" von 1958-59 und die damit verbundenen außenpolitischen Spannungen zwischen Finnland und der Sowjetunion. Das vierte Kapitel analysiert die neue Interpretation der Hallstein-Doktrin durch die Bundesrepublik Deutschland und ihre Auswirkungen auf die finnische Deutschlandpolitik. Das fünfte Kapitel behandelt die Beziehungen zwischen Finnland und der Bundesrepublik Deutschland in den 1960er Jahren und die Kritik Kekkonens an der Bonner Politik. Das sechste Kapitel beleuchtet die Bedeutung der Neutralitätspolitik Finnlands und die Argumente gegen eine Anerkennung der DDR. Das siebte Kapitel untersucht die Resolution des SDP-Parteivorstandes zur deutschen Frage und ihre Auswirkungen auf die finnische Deutschlandpolitik. Das achte Kapitel analysiert die neue außenpolitische Richtung der BRD unter Willy Brandt und die damit verbundenen Veränderungen in der Deutschlandfrage. Das neunte Kapitel beschreibt die finnische KSZE-Initiative und ihre Bedeutung für die finnische Deutschlandpolitik. Das zehnte Kapitel behandelt die Entstehung des Deutschlandpakets und die damit verbundenen Pläne zur Anerkennung beider deutscher Staaten. Das elfte Kapitel beschreibt die überraschende Veröffentlichung des Deutschlandpakets und die Reaktion der internationalen Staatengemeinschaft. Das zwölfte Kapitel untersucht die Verzögerungstaktik der Bundesrepublik Deutschland in Bezug auf die finnische Deutschlandinitiative. Das dreizehnte Kapitel behandelt die erneute Veröffentlichung des Deutschlandpakets durch Finnland und die Reaktion der Bundesrepublik. Das vierzehnte Kapitel analysiert die Verhandlungen zwischen Finnland und der DDR über die Anerkennung und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Das fünfzehnte Kapitel beschreibt die Anerkennung beider deutscher Staaten durch Finnland und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Januar 1973.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die diplomatische Anerkennung der beiden deutschen Staaten, die Hallstein-Doktrin, die finnische Neutralitätspolitik, die KSZE-Initiative, das Deutschlandpaket, die Beziehungen zwischen Finnland und der Bundesrepublik Deutschland sowie die Beziehungen zwischen Finnland und der DDR. Die Arbeit untersucht die Entwicklung der finnischen Deutschlandpolitik im Kalten Krieg und die komplexen diplomatischen Verhandlungen, die zur Anerkennung beider deutscher Staaten führten.
Häufig gestellte Fragen
Warum erkannte Finnland die beiden deutschen Staaten erst 1973 an?
Finnland verfolgte eine strikte Neutralitätspolitik und wollte durch die Nichtanerkennung vermeiden, in den Kalten Krieg zwischen der BRD und der DDR hineingezogen zu werden.
Was war die Hallstein-Doktrin?
Eine außenpolitische Strategie der BRD, die besagte, dass die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR durch Drittstaaten als „unfreundlicher Akt“ betrachtet wurde und zum Abbruch der Beziehungen zur BRD führen konnte.
Was ist das finnische „Deutschlandpaket“?
Ein diplomatischer Vorschlag Finnlands von 1971, der die gleichzeitige Anerkennung beider deutscher Staaten und die Regelung offener Fragen (wie Reparationen) vorsah.
Welche Rolle spielte Urho Kekkonen?
Präsident Kekkonen leitete die finnische Außenpolitik und nutzte die Deutschlandfrage, um Finnlands Neutralität und seine Rolle als Vermittler (z.B. durch die KSZE-Initiative) zu stärken.
Was bedeuteten die „Nachtfröste“ für Finnland?
Es beschreibt eine Krise in den finnisch-sowjetischen Beziehungen (1958-59), die Finnland verdeutlichte, wie sensibel die Sowjetunion auf die finnische Westorientierung reagierte.
- Quote paper
- Susanne Zehl (Author), 2013, Die diplomatische Anerkennung der beiden deutschen Staaten durch Finnland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215908