Im Fernsehen, Radio, Internet und in Zeitungen ist die Thematik des Älterwerdens und des Todes omnipräsent. Wir leben in einer schnelllebigen Gesellschaft, in der Jugendlichkeit das anzustrebende Ideal darstellt. Falten und graues Haar dagegen sind Zeichen der Vergänglichkeit des Menschen und unerwünscht. Alles, was ein Mensch besitzen kann, sei es Geld, Macht oder Ruhm, ist auf Erden unbeständig und vergänglich. Nicht nur in unserer Gesellschaft ist dieses Problem von großer Bedeutung.
Bereits in der Bibel wurden der Tod und die Vergänglichkeit beschrieben. Nun stellt sich jedoch die Frage, wie die Menschen in früheren Generationen mit dieser Thematik umgingen.
Hierbei wird besonders die Zeit des Barock genauer betrachtet werden. Als Beispiel soll ein lyrisches Werk der Barockzeit herangezogen werden.
Der Gedanke der Vergänglichkeit alles Irdischen war eines der bedeutendsten Motive der Barockzeit und prägte vor allem die dichterische Kunst des wohl bekanntesten Lyrikers jener Epoche: Andreas Gryphius.
Zunächst soll beschrieben werden, welche Einflüsse die Dichtkunst Andreas Gryphius’ beeinflusst haben. Der sich anschließende „Vanitas- Gedanke“ gibt Aufschluss über den Ursprung der Vergänglichkeitsvorstellung im Alten und Neuen Testament. Hierbei soll der Vermutung nachgegangen werden, dass die „Eitelkeit“ nicht erst ein Phänomen der barocken Zeit war, sondern ihre Anfänge bereits im christlichen, biblischen Kanon zu finden sind.
Eine weitere Thematik, die behandelt wird, ist der „christliche Stoizismus“. Er ist eng verwandt mit dem Vanitas- Motiv und bietet dem barocken Menschen eine geistige Hilfestellung, um der pessimistischen Grundhaltung mit Rationalität und Akzeptanz entgegenzutreten.
1. EINLEITUNG 3
2. EINFLÜSSE AUF DIE LYRIK GRYPHIUS’ 4
2.1. Literaturhistorische Einordnung 4
3. DER VANITAS- GEDANKE 5
3.1 Der Vanitas- Gedanke im Alten- und Neuen Testament 6
3.2 Christlicher Stoizismus 8
4. INTERPRETATION AN EINEM AUSGEWÄHLTEN BEISPIEL 10
4.1 „Es ist alles eitel“- Andreas Gryphius 10
4.2 Formale Aspekte 11
4.3 Analyse 11
5. VERÄNDERUNGEN AM GEDICHT „VANITAS, VANITATUM ET OMNIA VANITAS. ES IST ALLES GANTZ EYTEL.“ 14
6. DIE ZAHLENKOMBINATION IN DEN LISSAER SONETTEN 16
7. SINNBILDER DER VANITAS UND IHR BIBLISCHER URSPRUNG 18
8. ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG 20
9. ANHANG 21
BIBLIOGRAPHIE 22
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. EINFLÜSSE AUF DIE LYRIK GRYPHIUS’
2.1. Literaturhistorische Einordnung
3. DER VANITAS- GEDANKE
3.1 Der Vanitas- Gedanke im Alten- und Neuen Testament
3.2 Christlicher Stoizismus
4. INTERPRETATION AN EINEM AUSGEWÄHLTEN BEISPIEL
4.1 „Es ist alles eitel“- Andreas Gryphius
4.2 Formale Aspekte
4.3 Analyse
5. VERÄNDERUNGEN AM GEDICHT „VANITAS, VANITATUM ET OMNIA VANITAS. ES IST ALLES GANTZ EYTEL.“
6. DIE ZAHLENKOMBINATION IN DEN LISSAER SONETTEN
7. SINNBILDER DER VANITAS UND IHR BIBLISCHER URSPRUNG
8. ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Vanitas-Motiv in der Lyrik von Andreas Gryphius, insbesondere anhand des Sonetts „Es ist alles eitel“. Ziel ist es, die philosophischen und biblischen Hintergründe dieser Vergänglichkeitsvorstellung zu beleuchten, den Einfluss des „christlichen Stoizismus“ sowie von Martin Opitz auf Gryphius' Werk zu analysieren und die Bedeutung von Sinnbildern und numerologischer Struktur für die Interpretation der Gedichte zu ergründen.
- Historischer Kontext der Barocklyrik und der Einfluss des Dreißigjährigen Krieges.
- Biblische Wurzeln des Vanitas-Gedankens (Altes und Neues Testament).
- Die Rolle des christlichen Stoizismus als Lebenshilfe.
- Formale und inhaltliche Analyse des Gedichts „Es ist alles eitel“.
- Untersuchung von Überarbeitungen und der Lissaer Sonette hinsichtlich Zahlenkomposition.
Auszug aus dem Buch
4.3 Analyse
Bereits die Überschrift des Sonetts gibt seine Thematik bekannt. „Eitel“ bedeutet im ursprünglichen Sinn: unnütz, falsch, vergeblich, leer, nichtig, eingebildet. Es stammt von dem mittelhochdeutschen Wort „ītel“ und wird mit „vergänglich“ übersetzt. Kohelet (Kapitel 1 Vers 2) schrieb schon über die Vergänglichkeit alles Irdischen. Andreas Gryphius orientierte sich also in seinem Werk an Begriffen der christlichen Literatur, die im 17. Jahrhundert sehr geläufig war, denn besonders diese Literatur beschrieb die „vanitas mundi“, die Eitelkeit der Welt.
Die Überschrift ist ein kurzer Hauptsatz, der nach Erich Trunz das Sonett „als ein gedankliches Gedicht“ bezeichnet. Der erste Vers ist eine Erweiterung und greift die Überschrift nochmals auf (V. 1). Es scheint, als sei damit die Hauptthese des Gedichtes schon bestätigt: Alles ist vergänglich! Jedoch schränkt der erste Vers die Überschrift ein, denn die Vergänglichkeit ist hier nur „auf Erden“ bezogen (V.1). Implizit liegt also der Schluss nahe, dass eine Welt ohne Vergänglichkeit im Jenseits möglich sein kann.
Das „Du“ an der Anfangsposition, sowie als Wiederholung im selben Vers fordert den Leser auf, alles um ihn herum als „Eitelkeit“ anzusehen, nach dem Sprichwort: „tua res agitur“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Vergänglichkeit im Barock und Vorstellung der Forschungsabsichten bezüglich der Dichtung von Andreas Gryphius.
2. EINFLÜSSE AUF DIE LYRIK GRYPHIUS’: Beleuchtung des historischen Kontextes des 17. Jahrhunderts und des Dreißigjährigen Krieges als prägende Einflüsse auf die Dichter.
3. DER VANITAS- GEDANKE: Analyse der biblischen Ursprünge der Vergänglichkeitsvorstellung sowie des Konzepts des christlichen Stoizismus.
4. INTERPRETATION AN EINEM AUSGEWÄHLTEN BEISPIEL: Ausführliche formale und inhaltliche Untersuchung des Sonetts „Es ist alles eitel“.
5. VERÄNDERUNGEN AM GEDICHT „VANITAS, VANITATUM ET OMNIA VANITAS. ES IST ALLES GANTZ EYTEL.“: Vergleich der Fassungen und Untersuchung der Anpassungen durch den Einfluss von Martin Opitz.
6. DIE ZAHLENKOMBINATION IN DEN LISSAER SONETTEN: Exploration der numerologischen Strukturen und der Zahlensymbolik innerhalb der Sonettsammlung.
7. SINNBILDER DER VANITAS UND IHR BIBLISCHER URSPRUNG: Untersuchung metaphorischer Elemente wie Blume, Schatten und Staub im Kontext ihrer biblischen Herkunft.
8. ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG: Resümee der zentralen Ergebnisse bezüglich der Bedeutung des Vanitas-Gedankens für die Barocklyrik von Gryphius.
Schlüsselwörter
Andreas Gryphius, Barock, Vanitas, Vergänglichkeit, Eitelkeit, christlicher Stoizismus, Lissaer Sonette, Martin Opitz, Zahlensymbolik, Biblische Bezüge, Sonett, Todesgedanke, Memento mori, Fortuna, Antithetik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das zentrale Motiv der Vergänglichkeit (Vanitas) in der Barocklyrik des Dichters Andreas Gryphius.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf biblischen Ursprüngen des Vanitas-Motivs, dem Einfluss des christlichen Stoizismus, formalen Analysen von Gryphius' Sonetten sowie der Untersuchung von Textüberarbeitungen und numerologischen Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die philosophische und literarische Tiefe des Vanitas-Gedankens bei Gryphius aufzuzeigen und zu untersuchen, wie historische und religiöse Einflüsse die formale Gestaltung seiner Dichtung formten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die neben der textnahen Interpretation des Sonetts auch historisch-kontextuelle Vergleiche sowie die Untersuchung von Textfassungen und numerologischer Symbolik beinhaltet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung, eine Untersuchung des Vanitas-Begriffs, eine detaillierte Interpretation des Sonetts „Es ist alles eitel“, einen Vergleich von Textfassungen sowie eine Analyse der Zahlenkomposition und biblischer Sinnbilder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Vanitas, Barock, Andreas Gryphius, Vergänglichkeit, christlicher Stoizismus und Zahlenkomposition.
Welche Rolle spielt die „Zahlenkomposition“ für die Lissaer Sonette?
Die Arbeit untersucht die These, dass Gryphius seine Sonette nach einem systematischen Zahlenprinzip komponiert hat, das göttliche Gesetzmäßigkeiten und apokalyptische Bezüge widerspiegeln soll.
Warum wurden die Fassungen des Gedichts „Es ist alles eitel“ verglichen?
Der Vergleich dient dazu, den Einfluss der Sprachregularien von Martin Opitz und die Entwicklung des Autors zur Objektivität über einen Zeitraum von 26 Jahren hinweg aufzuzeigen.
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- Victoria Theis (Author), 2013, Der Vanitas-Gedanke bei Andreas Gryphius, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/215928