Auf die Frage: „Warum ist Bildung ein an Bedeutung gewinnender Bestandteil unternehmerischer Tätigkeit? “ gibt es oft diese Antwort:
Aufgrund der stetig steigenden Forschungs- und Entwicklungszeiten auf der einen Seite und kürzer werdenden Produktlebenszyklen auf der anderen, verkürzt sich ebenfalls die Halbwertzeit des Wissens der Mitarbeiter. Zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ist es von immenser Bedeutung, den Wissensstand und Qualität der Mitarbeiter stetig und dauerhaft zu entwickeln, zu sichern und zu fördern. Damit wird die Bildung der Mitarbeiter ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Unternehmens. Das Bildungscontrolling betrachtet Bildung als Erfolgsfaktor und muss, wie jede andere Investition, einem quantitativen als auch qualitativen Controlling unterliegen. Der Autor möchte mit dieser Arbeit aktuelle Bildungscontrollingsysteme und deren Umsetzung in der betrieblichen Praxis untersuchen und darstellen sowie aktuelle Trends aufzeigen.
Gliederung
II Einleitung und begriffliche Grundlagen
1. Formen des Bildungscontrolling
2. Aufgaben und Ziele des Bildungscontrollings
3. Operative und strategische Elemente des Bildungscontrollings
4. Vorraussetzungen für ein funktionierendes Bildungscontrollingsystem
5. Die Qualifikationsbedarfsanalyse als Grundlage des Bildungscontrollings
6. Methoden der Qualifikationsbedarfsanalyse
7. Der Lerntransfer und dessen Bedeutung in der betrieblichen Weiterbildung
8. Bildungscontrolling mit Kennzahlen als Vorraussetzung für Weiterbildungserfolg
9. Fallbeispiele aus der betrieblichen Praxis
10. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Projektarbeit befasst sich mit der Analyse aktueller Bildungscontrollingsysteme und deren praktischer Umsetzung in Unternehmen. Ziel ist es, den Beitrag von Bildung als Erfolgsfaktor unter quantitativen und qualitativen Gesichtspunkten zu beleuchten und Strategien zur Messung von Weiterbildungserfolgen aufzuzeigen.
- Grundlagen der Bildungsplanung und des Controllings
- Methoden der Qualifikationsbedarfsanalyse
- Herausforderungen des Lerntransfers
- Einsatz von Kennzahlensystemen zur Erfolgsmessung
- Praxisbeispiele und zukunftsorientierte Bildungsansätze
Auszug aus dem Buch
Fallbeispiel Fraport AG
Die Fraport AG hat nach Implementierung eines Personalcontrollingsystems ein Bildungscontrollingsystem entwickelt. Es wurde mit Unterstützung der Geschäftsführung der Auftrag zur Bildung einer eigenen Bildungscontrollingabteilung erteilt wobei Weiterbildungs-, Fortbildungskräfte sowie Trainer in dieser Unternehmenseinheit zusammengefasst wurden. Bei der Analyse der Bildungsangebote wurde festgestellt, dass 40 % technisch – fachspezifisch waren und der restliche Anteil auf Informatik, BWL und Führungskraftseminaren entfiel. Lediglich 15 % aller angebotenen Bildungsmaßnahmen wurden von externen Trainern übernommen. Jede Bildungsmaßnahme steht aber unter der vorherigen Bewilligung durch die Bildungscontrollingabteilung, da der genaue Bedarf koordiniert werden sollte.
Der eigentliche Anlass für die Einführung des Systems war jedoch, dass ein Kosten – Nutzen –Verhältnis geschaffen werden sollte, im Rahmen dessen der Faktor Bildung transparenter gestaltet werden sollte. Außerdem sollte öffentlichkeitswirksames Marketing betrieben werden, um dem Kunden zu zeigen, dass durch Bildung etwas für den Kunden und seine Bedürfnisse getan wird.
Zusammenfassung der Kapitel
II Einleitung und begriffliche Grundlagen: Erläutert die Relevanz von Bildung als Investition und definiert grundlegende Begriffe wie Berufliche Erstausbildung, Trainee-Programme und Controlling.
1. Formen des Bildungscontrolling: Unterscheidet zwischen quantitativem und qualitativem Controlling sowie deren jeweilige Schwerpunkte in der betrieblichen Wertschöpfungskette.
2. Aufgaben und Ziele des Bildungscontrollings: Betrachtet Bildungscontrolling als Teil der Personalwirtschaft und definiert Fragestellungen zur Effizienz und Zielerreichung von Bildungsmaßnahmen.
3. Operative und strategische Elemente des Bildungscontrollings: Analysiert Instrumente wie Szenario-Techniken und das Personalportfolio zur Unterstützung der strategischen Planung.
4. Vorraussetzungen für ein funktionierendes Bildungscontrollingsystem: Thematisiert die Notwendigkeit von Wirtschaftlichkeitsberechnungen, DV-gestützten Systemen und die Rolle des Mitarbeiters als Investition in Humankapital.
5. Die Qualifikationsbedarfsanalyse als Grundlage des Bildungscontrollings: Beschreibt den Prozess des Soll-Ist-Vergleichs von Qualifikationen und die Beteiligung verschiedener Personengruppen inklusive des Betriebsrats.
6. Methoden der Qualifikationsbedarfsanalyse: Stellt direkte und indirekte Methoden gegenüber und beleuchtet deren Vor- und Nachteile in der Praxis.
7. Der Lerntransfer und dessen Bedeutung in der betrieblichen Weiterbildung: Erläutert psychologische Lernprozesse und die Problematik der Transferlücke bei mangelnder Begleitung.
8. Bildungscontrolling mit Kennzahlen als Vorraussetzung für Weiterbildungserfolg: Stellt das Personal-Kennzahlensystem (PKS) nach Schulte in fünf Säulen vor.
9. Fallbeispiele aus der betrieblichen Praxis: Veranschaulicht anhand von Unternehmen wie Siemens, der Fraport AG und Bertelsmann, wie Bildungscontrolling konkret implementiert wird.
10. Zusammenfassung und Ausblick: Resümiert den Entwicklungsbedarf im Bildungscontrolling und betont die Notwendigkeit unternehmensspezifischer Lösungen.
Schlüsselwörter
Bildungscontrolling, Bildungsplanung, Qualifikationsbedarfsanalyse, Lerntransfer, Weiterbildungserfolg, Kennzahlensysteme, Personalmanagement, Humankapital, Transferlücke, Betriebliche Praxis, Personalcontrolling, Strategische Bildungsarbeit, Investitionsrechnung, Unternehmensziele, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Bildung als strategischer Erfolgsfaktor in Unternehmen durch professionelle Planung und Controlling-Instrumente messbar und effizient gesteuert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Qualifikationsbedarfsanalyse, der Messbarkeit von Lernerfolgen (Lerntransfer), dem Einsatz von Kennzahlen und der praktischen Implementierung in großen Unternehmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung aktueller Bildungscontrollingsysteme, um den Faktor Bildung von einer bloßen Ausgabe hin zu einer transparenten Investition in Humankapital zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, den Vergleich theoretischer Modelle (z. B. Kirkpatrick-Modell) sowie die Auswertung praktischer Fallstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen wie Bedarfsanalysen und Lerntransfer-Modelle sowie die praktische Anwendung von Kennzahlen und deren Umsetzung in Fallbeispielen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Bildungscontrolling, Qualifikationsbedarfsanalyse, Lerntransfer, Humankapital und Kennzahlensysteme sind für das Verständnis der Arbeit zentral.
Wie unterscheidet sich operatives von strategischem Bildungscontrolling?
Operatives Controlling fokussiert auf die Wirtschaftlichkeit und Quantifizierung der Prozesse, während strategisches Controlling prüft, ob die Bildungsziele mit der Unternehmensstrategie übereinstimmen.
Warum ist der Lerntransfer für den Erfolg so kritisch?
Ohne Lerntransfer wird das in Seminaren erworbene Wissen nicht im Arbeitsalltag angewendet, was die Bildungsinvestition faktisch wertlos macht und eine Transferlücke entstehen lässt.
- Quote paper
- Stefan Handrick (Author), 2003, Bildungsplanung und Bildungscontrolling in der betrieblichen Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21683