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Da erhob sich vom Himmel her ein Brausen. Von Himmelfahrts- und Pfingstbräuchen und von traditionellen Reiterspielen

Title: Da erhob sich vom Himmel her ein Brausen. Von Himmelfahrts- und Pfingstbräuchen und von traditionellen Reiterspielen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christof Stotko (Author)

History - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Die hier vorliegende Arbeit befasst sich mit dem christlichen Brauchspiel zu Pfingsten. Insgesamt haben sich im Zusammenhang mit Pfingsten im Vergleich zu anderen kirchlichen Hochfesten relativ wenige Bräuche entwickelt (Pfingsten 2002). Christliche Bräuche, die um Pfingsten herum durchgeführt werden, sind beispielsweise die Folgenden (Moser 2002, S. 163ff):
- Feste der christlichen Gemeinschaften
- Als Teil dieser Gemeinschaftsfeste: Heischeumgänge
- Umritte und Reiterprozessionen (z. B. Kötztinger Pfingstritt)
- Andere Pfingstreiterspiele

Flurumgänge am Himmelfahrtstag sind ebenfalls für das Brauchtum an Pfingsten interessant, im Rahmen dieser Arbeit soll jedoch nur die Gruppe der Feste der christlichen Gemeinschaften betrachtet werden. Als Teil dieser Gruppe werden die Heischeumgänge betrachtet, die in einem gemeinschaftlichen Fest der christlichen Dorfgemeinschaft enden.
Die anderen Bräuche und Gepflogenheiten, die früher stattfanden oder auch noch heute zu Pfingsten stattfinden, werden im Rahmen dieser Arbeit nicht betrachtet. Eine dieser Gepflogenheiten sind beispielsweise die Hofhaltungen, die in früherer Zeit am 1. Mai bzw. an Pfingsten durchgeführt wurden (vgl. Moser 2002, S. 172). Eine andere Gepflogenheit, die früher aus weltlichen Kausalitäten zu Pfingsten durchgeführt wurden, ohne jedoch mit der Sinnstiftung von Pfingsten etwas zu tun zu haben, waren die mittelalterlichen Rechtshandlungen (Sammer 2001, S. 63f). Auch diese sollen jedoch in dieser Arbeit nicht näher betrachtet werden.

Der Fokus dieser Arbeit liegt rein auf der Darstellung und Erläuterung der christlichen Heischespiele, die zu Pfingsten durchgeführt werden. Dazu wird die Arbeit folgendermaßen gegliedert:
- Einordnung Pfingstens als christliches Hochfest (Kapitel 2)
- Darstellung der „Normalform“ des Heischespiels, bzw. –umganges (Kapitel 3)
- Darstellung der erweiterten Terminologie der dabei auftretenden Figuren (Kapitel 3.2)
- Versuch einer Erklärung des Sinns hinter pfingstlichen Heischeumgängen (Kapitel 4)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Abgrenzung

2 Pfingsten – Eine Einordnung in den kirchlichen Jahreslauf

2.1 Kirchliche Einordnung

2.2 Brauchtümliche Einordnung

3 Das Heischespiel als christliches Brauchspiel zu Pfingsten

3.1 Erläuterung des Brauchhintergrundes

3.2 Darstellung des Brauches

4 Erklärungsversuch des pfingstlichen Heischebrauches

4.1 Erläuterung der Erklärungsmöglichkeiten

4.2 Theologische Erklärung des Heischebrauches

5 Zusammenfassung

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das christliche Heischespiel zu Pfingsten, um dessen Ursprung und Sinngehalt zu ergründen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, ob theologische Interpretationsansätze, insbesondere der Bezug zum biblischen Gleichnis vom bittenden Freund, eine plausiblere Erklärung für diesen Brauch liefern als bisherige volkskundliche Deutungsversuche.

  • Charakterisierung und historischer Hintergrund des christlichen Heischebrauchs zu Pfingsten.
  • Analyse der Protagonisten Pfingstl und Pfingstbraut sowie ihrer symbolischen Rollen.
  • Kritische Gegenüberstellung von "heidnisch"-volkskundlichen und theologischen Erklärungsmodellen.
  • Verbindung des Brauchtums mit der biblischen Exegese zu Lukas 11, 5-13.
  • Untersuchung der rituellen Aspekte wie Vermummung und Gabensammlung als Ausdruck christlicher Nächstenliebe.

Auszug aus dem Buch

3.2 Darstellung des Brauches

Der Verdienst, eine Normalform der Heischegänge erforscht zu haben, gebührt Sammer (2001). Sie hat auf Grundlage von 80 Orten, an denen dieser Brauch beobachtet werden kann bzw. von denen Berichte ihrer früheren Existenz existieren, eine Art Normalform abgeleitet, „[...] indem additive Brauchelemente von brauchkonstituierenden unterschieden werden.“ (Sammer 2001, S. 126). Auf dieser Untersuchung von Sammer (2001) basieren die folgenden Ausführungen dieser Arbeit.

Im Folgenden soll dargelegt werden, wie der Brauch der pfingstlichen Heischeumgänge abläuft (vgl. Abbildung 5).

Als Termin für den pfingstlichen Heischebrauch kommen meistens Pfingstsonntag, bzw. –Montag jeweils nach der Messe in Betracht. In wenigen Ausnahmen finden die Heischeumgänge auch in der Nacht vor dem Pfingstsonntag statt (Sammer 2001, S. 125).

Der Heischebrauch zeichnet sich dadurch aus, dass eine interne Instanz, die durch die Dorfjugend repräsentiert wird, bei einer externen Instanz, die durch den Rest der Dorfbewohner repräsentiert wird, um Gaben heischt. Der aktive Teil des Spiels liegt also bei der Dorfjugend, die sich durch intensive Vorbereitung auf dieses Spiel einstimmt.

Ein wichtiger Teil der Vorbereitung ist die Wahl von „Pfingstl“ und „Pfingstbraut“, den Protagonisten des Heischespiels. Das Ernennungszeremoniell für diese beiden Protagonisten unterscheidet sich stark zwischen den einzelnen Orten, an denen dieser Brauch durchgeführt wird. Außerdem werden derartige „Interna“ nur selten in Berichten erwähnt, so dass sich dieses Zeremoniell weitgehend einer Analyse entzieht (Sammer 2001, S. 126).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Abgrenzung: Der Abschnitt definiert den Fokus der Arbeit auf das christliche Heischespiel unter Ausschluss anderer traditioneller Pfingstbräuche wie Reiterspielen oder weltlicher Mai-Bräuche.

2 Pfingsten – Eine Einordnung in den kirchlichen Jahreslauf: Dieses Kapitel erläutert die theologische Bedeutung Pfingstens als Stiftung des Neuen Bundes und Gedenktag des Ostergeschehens.

3 Das Heischespiel als christliches Brauchspiel zu Pfingsten: Hier wird der Brauchhintergrund beleuchtet und die "Normalform" der Heischeumgänge sowie die Rolle der Protagonisten detailliert dargestellt.

4 Erklärungsversuch des pfingstlichen Heischebrauches: Dieses Kapitel vergleicht nicht-theologische Fruchtbarkeitsdeutungen mit einer theologischen Interpretation auf Basis des Lukas-Evangeliums.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit rekapituliert die Ergebnisse und bestätigt die theologische Deutung des Heischespiels als Ritus der Nachfolge Jesu.

6 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen zur historischen und theologischen Erforschung des Pfingstbrauchtums.

Schlüsselwörter

Pfingsten, Heischespiel, Pfingstl, Pfingstbraut, Brauchtum, Christentum, Lukas-Evangelium, Heischeumgang, Theologie, Volkskunde, Gabensammlung, religiöse Tradition, christlicher Festkalender.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Deutung von christlichen Heischespielen, die traditionell an Pfingsten in verschiedenen Regionen durchgeführt werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Einordnung von Pfingsten in den kirchlichen Jahreslauf, die rituellen Abläufe der Heischeumgänge sowie deren unterschiedliche wissenschaftliche Interpretationsansätze.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine theologische Herleitung zu klären, warum das Heischespiel spezifisch mit dem Pfingstfest verknüpft ist und welchen Sinngehalt die Handlungen der Akteure tragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fallstudien und historisch-volkskundlichen Berichten über Pfingstbräuche.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der "Normalform" der Heischespiele, eine detaillierte Erläuterung der Rollenfiguren und eine kritische Diskussion ihrer Sinnstiftung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Pfingstbrauchtum, Heischespiel, theologische Exegese und volkskundliche Deutung kennzeichnen.

Warum wird der Wasserguss beim "Pfingstl" als bedeutsam angesehen?

Der Wasserguss wird als rituelles Element interpretiert, das vermutlich mit der reinigenden Bedeutung des Wassers an hohen christlichen Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten korrespondiert.

Inwiefern stützt das biblische Gleichnis vom bittenden Freund die Thesen des Autors?

Das Gleichnis aus Lukas 11, 5-13 dient dem Autor dazu, das beharrliche Fordern der Gaben durch die Dorfjugend nicht als reinen Bettelakt, sondern als christlich motiviertes Vertrauen in die göttliche Vorsehung zu begründen.

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Details

Title
Da erhob sich vom Himmel her ein Brausen. Von Himmelfahrts- und Pfingstbräuchen und von traditionellen Reiterspielen
College
LMU Munich  (Abteilung für Bayerische Geschichte)
Course
Von Advent bis Allerseelen: Zur Geschichte der Feste und Bräuche im Jahreslauf
Grade
1,3
Author
Christof Stotko (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V21686
ISBN (eBook)
9783638252478
Language
German
Tags
Himmel Brausen Himmelfahrts- Pfingstbräuchen Reiterspielen Advent Allerseelen Geschichte Feste Bräuche Jahreslauf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christof Stotko (Author), 2003, Da erhob sich vom Himmel her ein Brausen. Von Himmelfahrts- und Pfingstbräuchen und von traditionellen Reiterspielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21686
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