Joseph Blatter, Präsident des Internationalen Fußball Verbandes (FIFA), gab am 6. Juli 2000 um 14.08 Uhr bekannt, dass der Deutsche Fußball Bund (DFB) in Deutschland die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 ausrichten darf.
Seit der Bekanntgabe laufen die Vorbereitungen auf dieses Ereignis auf Hochtouren. Was aber kann der Fußball bzw. eine Fußball-Weltmeisterschaft für Deutschland in Deutschland leisten? Auf diese Aspekte möchte ich im Rahmen dieser Arbeit eingehen. Ich finde das Thema sehr interessant, weil es einmal Abseits des simplen Spektakels beleuchtet, welchen Nutzen, aber auch welche Kosten diese Veranstaltung hervorbringen kann. Dabei gehe ich auf verschiedene Aspekte ein. Im Mittelpunkt dieser Arbeit wird der ökonomische Aspekt stehen. Gleichzeitig möchte ich aber politische, soziale und ökologische Gesichtspunkte nicht außer Acht lassen um einen möglichst kompletten Überblick abzugeben. Anfangen werde ich mit der Bedeutung des Fußballsports im Allgemeinen und auf die angegebenen Untersuchungsfelder. Im Hauptteil beschreibe ich, welche Auswirkungen speziell die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 auf Deutschland haben kann. Zum Schluss möchte ich aus den gewonnenen Erkenntnissen ein Fazit ziehen, um diese Arbeit abzurunden.
Dabei beziehe ich mich auf mehrere Artikel aus Wirtschaftsmagazinen, sowie Informationen der FIFA, des DFB, sowie des zuständigen Organisationskomitees (OK) des DFB.
Meine Hauptquellen sind allerdings Schriften, die sich mit dem Thema „Sport und Wirtschaft“ bzw. „Sport als Wirtschaftsfaktor“ oder Ähnlichem beschäftigen. Ganz besonders wichtig sind hierbei zwei Veröffentlichungen. Zum einen ist dies die vom DFB in Auftrag gegebene Analyse zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Diese Analyse war die wissenschaftliche Grundlage für eine Bewerbung im Jahr 2000. Hierzu wurden Wissenschaftler der Universität Paderborn beauftragt. Sie erstellten eine Kosten-Nutzen-Analyse, bei der die direkt und indirekt in Geld messbaren Größen systematisch erfasst und mit einer gesellschaftlichen Sichtweise verknüpft wurden (s. Rahmann 1998: 13). Dabei berücksichtigen sie einen Zeitraum von 2000 bis ins Jahr 2015.
Die zweite wichtige Quelle ist das INFORGE (Interindustry Forecasting Germany) Modell SPORT. Dieses Basismodell nutzten Osnabrücker Wissenschaftler um eine Studie zur Fußball-WM 2006 in Deutschland anzufertigen. Dabei legten sie den Überprüfungszeitraum auf die Jahre 2003 bis 2010.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung des Fußballsports
2.1 Die politisch-gesellschaftliche Bedeutung des Fußballsports
2.2 Die wirtschaftliche Bedeutung des Fußballsports
2.3 Die gesundheitlich-ökologische Bedeutung des Fußballsports
3. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland
3.1 Die Einordnung der Fußball-Weltmeisterschaft als Ereignis
3.2 Der Städtewettkampf um Spielstätten und das Medienzentrum
3.3 Die WM und ihre Bedeutung für den Akteur Wirtschaft
3.4 Die WM und ihre Bedeutung für den Akteur DFB
3.5 Die WM und ihre Bedeutung für den Akteur Staat
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf den ökonomischen Aspekten sowie der Einbindung politischer, sozialer und ökologischer Gesichtspunkte liegt. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich mit dem Nutzen und den Kosten dieses Mega-Events für den deutschen Standort.
- Analyse der ökonomischen Bedeutung von Großveranstaltungen
- Untersuchung des Städtewettbewerbs um die Austragungsorte
- Evaluation der Auswirkungen auf die Akteure Wirtschaft, DFB und Staat
- Betrachtung von ökologischen Dysfunktionen und Infrastrukturmaßnahmen
- Kritische Würdigung der Kosten-Nutzen-Verhältnisse
Auszug aus dem Buch
3.2 Der Städtewettkampf um Spielstätten und das Medienzentrum
Durch den Zuschlag am 6. Juli 2000 war klar, dass es in Deutschland zu einem Wettbewerb über die Spielstätten kommen würde. Das Organisationskomitee gab bekannt, dass es zusammen mit der FIFA unter allen Wettbewerbern zehn bis zwölf Stadien auswählen werde. Dementsprechend werden Spielstätten erneuert, um- oder sogar ganz neu gebaut. In einer ersten Phase hatten sich über 30 Städte als Austragungsort beworben. Damals waren unter anderem Städte wie Bochum, Dresden, Magdeburg, Rostock, Duisburg interessiert, die dann aber schon in der Bewerbungsphase vor den Auflagen der FIFA kapitulierten (s. Niersbach 2002: 75).
Zu den 16 übrig gebliebenen Bewerbern gehörten Berlin, Bremen, Dortmund, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern, Köln, Leipzig, Leverkusen, Mönchengladbach, München, Nürnberg und Stuttgart (s. Anhang Grafik 1). Alle jeweils getrieben von der Hoffnung eines enormen Imagegewinns für die Stadt und eines zusätzlichen Touristenansturms. Dabei galt es vor allem Fristen und Pflichten des OK einzuhalten, die im Konsens mit der FIFA stehen. Beispielsweise galt es ein 141 Seiten umfassendes Pflichtenheft des DFB auszufüllen. Daraus einige Auszüge:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema und Vorstellung der wissenschaftlichen Grundlagen, insbesondere der Studien von Rahmann sowie Meyer und Ahlert.
2. Die Bedeutung des Fußballsports: Analyse der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Relevanz des Fußballs als Volkssport.
3. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland: Detaillierte Untersuchung der Auswirkungen der WM auf die zentralen Akteure Wirtschaft, DFB und Staat unter Berücksichtigung des Städtewettbewerbs.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der WM-Ausrichtung unter Berücksichtigung der ökonomischen Prognosen und sozio-ökonomischen Anforderungen.
Schlüsselwörter
Fußball-Weltmeisterschaft 2006, Deutschland, Sportökonomie, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, DFB, FIFA, Mega-Event, Beschäftigungseffekte, Städtewettbewerb, Kosten-Nutzen-Analyse, Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit behandelt die sozio-ökonomischen Folgen, die durch die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 für Deutschland zu erwarten waren.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Neben den wirtschaftlichen Effekten auf das Bruttoinlandsprodukt und den Arbeitsmarkt werden politische, soziale und ökologische Aspekte beleuchtet.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Analyse des Nutzens und der Kosten der Weltmeisterschaft, gestützt auf wissenschaftliche Modellrechnungen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden vorwiegend Sekundäranalysen wirtschaftswissenschaftlicher Studien (insbesondere das INFORGE-Modell) und Artikelauswertungen verwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Städtewettbewerb um die Stadien sowie die Auswirkungen des Events auf die Akteure Wirtschaft, DFB und Staat.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf Themen wie Sportökonomie, Investitionsauswirkungen und die soziale Vorbildfunktion des Fußballs.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Stadienbauten?
Der Autor sieht in den Stadionneubauten und Infrastrukturmaßnahmen ein zweischneidiges Schwert: Einerseits notwendige Investitionen für das Turnier, andererseits eine enorme finanzielle Belastung für Kommunen und Staat.
Welche Kritik äußert der Autor an der Sponsorensuche?
Der Autor weist darauf hin, dass die Suche nach nationalen Sponsoren durch die Exklusivverträge der FIFA-Partner erschwert wird und somit das Risiko eines finanziellen Defizits beim Organisationskomitee steigt.
- Quote paper
- Daniel Keuper (Author), 2004, Sozio-ökonomische Auswirkungen der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21691