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Höflichkeit und Höflichkeitsformen

Title: Höflichkeit und Höflichkeitsformen

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 23 Pages , Grade: 11 Punkte

Autor:in: Christina Meiser (Author)

German Studies - Linguistics
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Unter Höflichkeit versteht man laut Brockhaus eine „Form des Umgangs mit den Mitmenschen, die von gegenseitiger Achtung, Rücksichtnahme und Einhaltung bestimmter gesellschaftlicher Konventionen ( z.B.
Begrüßungsformen, als Ausdruck des Anstands und des guten Tons) geprägt ist. Ursprünglich das rechte Verhalten am fürstlichen Hof.“ Dies ist die für den Alltag übliche Beschreibung des Begriffes Höflichkeit. Sie ist in der Regel eine Handlung, die nur, aber nicht ausschließlich, mit sprachlichen Mitteln v ollzogen werden kann. Man unterteilt zum einen in konventionelle Höflichkeit, die die Erfüllung g esellschaftlicher Normen beschreibt und zum anderen die individuelle Höflichkeit, die Respekt und Wertschätzung ausdrückt.

Diese Arbeit soll sich mit dem sprachlichen Aspekt von Höflichkeit näher befassen.

Im ersten Kapitel beschäftigen wir uns mit dem Konzept des Images von Erving Goffman. Die Frage ist hier, was denn überhaupt das Image einer Person ist und ob jeder Mensch ein Image besitzt. Im zweiten Kapitel wird das Konzept von Brown und Levinson bearbeitet, das eine Weiterentwicklung der Theorie Goffmans darstellt. Der erste Teil handelt von der Unterscheidung zwischen positivem und negativem Image und der zweite Teil von Face- threatening-acts, also gesichtsbedrohenden Handlungen. Hierbei wird noch einmal unterteilt und zwar in die verschiedenen Strategien der Image-Wahrung. Diese Strategien lauten „bald on record“, „positive Höflichkeit“, „negative Höflichkeit“ und „off record“.

Jeder Mensch versucht im Kontakt mit anderen Personen bestimmte Strategien im Verhalten zu verfolgen, die seine Beurteilung der Situation und dadurch besonders seine eigene Einschätzung ausdrückt. Für die Personen, mit denen er in Kontakt tritt, vertritt er mehr oder weniger absichtlich eine bestimmte Position. Sie machen sich ein Bild von ihm, das er berücksichtigen muss, um ihre Reaktionen zu beurteilen. Diese erworbene Verhaltensstrategie jedes Menschen wird bei Erving Goffman, einem US-amerikanischen Soziologen kanadischer Herkunft, als „face“ also „Gesicht“ bezeichnet, das heißt als Selbstbild, welches die anderen übernehmen können In dieser Arbeit verwenden wir allerdings den Begriff „Image“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung ins Thema

Kapitel 1

Das Konzept des Image von Erving Goffman

Kapitel 2

Die Höflichkeitstheorie von Brown und Levinson

2.1 Positives und negatives Image

2.2 Face-threatening-acts

2.2.1 Die Strategie „bald on record“ (direkt ohne Abschwächung)

2.2.2 Die Strategie „positive Höflichkeit“

2.2.3 Die Strategie „negative Höflichkeit“

2.2.4 Die Strategie „off record“ (indirekt)

Kapitel 3

Höflichkeit sprachlich ausdrücken

3.1 Handlungsbereich Auffordern

3.1.1 Syntaktische Grundmuster

3.1.2 Interaktive Einbettung

3.2 Handlungsbereich Widersprechen/ Ablehnen

Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den sprachlichen Aspekt von Höflichkeit und analysiert, wie Menschen durch verschiedene Strategien ihr eigenes Image sowie das ihrer Interaktionspartner wahren. Im Fokus steht dabei die Anwendung soziologischer Konzepte auf konkrete sprachliche Handlungen wie Aufforderungen und das Äußern von Widerspruch.

  • Grundlagen des Image-Konzepts nach Erving Goffman
  • Vertiefung durch die Höflichkeitstheorie von Brown und Levinson
  • Analyse von Strategien zur Gesichtsbedrohung und deren Vermeidung
  • Untersuchung sprachlicher Realisierungen von Aufforderungen
  • Strategien zur Abschwächung von Widerspruch und Ablehnung

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Die Strategie „bald on record“ (direkt ohne Abschwächung)

Innerhalb dieser Strategie wird die Sprecherintention offenkundig und ohne Abschwächung dargestellt. Sie wird angewendet, wenn die Umstände schnelles und unmissverständliches Agieren erfordern. Stelle man sich folgende Situation vor: Nach einem Verkehrsunfall treffen Rettungsmannschaften ein und versorgen die Verletzten, von denen einer einen Atemstillstand hat. Die Kommunikation zwischen Notarzt und Rettungssanitäter könnte wie folgt aussehen: „Notarzt: Reanimation, Intubation!“

Die Dringlichkeit des Sprecherbeitrags kann aber forciert werden indem man einführende Floskeln hinzufügt. So zum Beispiel: „ Hör mal zu, (…), Ich hab da so eine Idee (…)“

Auch wenn der Kommunikationskanal vorübergehend gestört ist, wird diese Strategie angewandt. Zum Beispiel ein Telefonat mit dem Handy in einer sehr lauten Umgebung: „Ich bin angekommen. Hol mich am Flughafen ab!“ Ebenfalls ohne Abschwächungen formuliert man aufgabenorientierte Kommunikation. So liest man zum Beispiel auf Verpackungen: „Hier öffnen“.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1: Diese Einführung in das Image-Konzept von Erving Goffman klärt, wie Menschen durch Verhaltensstrategien ihr Selbstbild in sozialen Interaktionen konstruieren und wahren.

Kapitel 2: Hier wird die Höflichkeitstheorie von Brown und Levinson behandelt, die verschiedene Strategien wie „bald on record“ oder „positive/negative Höflichkeit“ zur Vermeidung von Gesichtsbedrohungen detailliert.

Kapitel 3: Dieser Hauptteil analysiert die sprachliche Umsetzung von Höflichkeit in den Bereichen Auffordern sowie Widersprechen und zeigt auf, wie durch syntaktische Modulierungen Distanz gewahrt oder Annäherung erzielt werden kann.

Schlüsselwörter

Höflichkeit, Image, Face-threatening-acts, Brown und Levinson, Erving Goffman, Gesichtsbedrohung, sprachliche Strategien, Aufforderungen, Widerspruch, soziale Interaktion, indirekte Sprechakte, Höflichkeitsformen, Abschwächung, Kommunikation, Distanzierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung von Höflichkeit, basierend auf soziologischen Theorien zur Interaktion und Image-Wahrung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Image-Konzept von Goffman, der Höflichkeitstheorie von Brown und Levinson sowie der sprachlichen Realisierung von Aufforderungen und Ablehnungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprecher sprachliche Mittel einsetzen, um gesichtsbedrohende Handlungen abzumildern und soziale Harmonie zu wahren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse von Sprechakten und kommunikativen Strategien innerhalb der theoretischen Rahmen von Goffman sowie Brown und Levinson.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete syntaktische und interaktive Verfahren zur Höflichkeitsgestaltung in den Handlungsbereichen Auffordern und Widersprechen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Höflichkeit, Image, Face-threatening-acts, soziale Interaktion und sprachliche Abschwächungsstrategien.

Wie unterscheidet sich die Strategie „positive Höflichkeit“ von der „negativen Höflichkeit“?

Positive Höflichkeit betont Gemeinsamkeiten und Nähe, während negative Höflichkeit auf Distanzierung und die Wahrung des Respektabstandes durch formale Strukturen setzt.

Welche Rolle spielen „Vorbitten“ in der Kommunikation?

Vorbitten dienen dazu, den Adressaten auf eine Bitte vorzubereiten, die Erfolgsaussichten zu prüfen und ein direktes Ablehnen zu vermeiden.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Höflichkeit und Höflichkeitsformen
College
Saarland University  (Fachbereich Germanistik)
Course
Hauptseminar: Grundlagen der deutschen Grammatik
Grade
11 Punkte
Author
Christina Meiser (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V21740
ISBN (eBook)
9783638252836
Language
German
Tags
Höflichkeit Höflichkeitsformen Hauptseminar Grundlagen Grammatik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina Meiser (Author), 2003, Höflichkeit und Höflichkeitsformen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21740
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