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Notwendigkeit staatlicher Ordnung - Aristoteles vs. Hobbes

Title: Notwendigkeit staatlicher Ordnung - Aristoteles vs. Hobbes

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 20 Pages , Grade: 2.7

Autor:in: Andreas Hennings (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Die Frage, ob Menschen friedlich in einer Gesellschaft ohne
Herrschaftsverhältnisse zusammenleben können, oder ob dieses
gleichbedeutend ist mit Chaos, Gewalt und Krieg, wurde wohl schon
immer kontrovers diskutiert. Sie stellt eine Kernfrage der politischen
Philosophie dar, da sie, wie kaum eine andere, die Menschen
polarisiert und auch heute noch mit politischen Tabus behaftet ist:
Wer würde sich selbst freiwillig in einer Diskussion für die
Abschaffung des politischen Systems einsetzen, ohne sich dabei
lächerlich oder gar verdächtig zu machen?
Über Beispiele, wie ganze Regionen ohne funktionierende
Obrigkeit im Chaos versinken, können wir uns tagtäglich in den
Medien informieren: Somalia und der Jemen seien hier genannt, wo
sich lokale Kriegsherren die Macht mit Waffengewalt sichern und die
Zivilbevölkerung unter Angst und Willkür zu Leiden hat.
Ob nun die Abkehr vom organisierten Staatswesen überhaupt
möglich ist, und wenn nicht, warum, soll nun in dieser Arbeit
diskutiert werden. Aristoteles, der Begründer der Politik als
eigenständige Wissenschaft überhaupt, soll mit Thomas Hobbes, der
das erst neuzeitliche Modell der Politischen Theorie schuf, verglichen
werden. Dabei ist es mir wichtig, die grundlegenden Philosophien,
das Verständnis des Menschen und die Methodik der beiden
Philosophen herauszuarbeiten, schließlich sind es die Grundlagen und
Vorgehensweisen, die zum Resultat führen und an denen es sich
bewerten lässt. Abschließend möchte ich beide Ergebnisse
miteinander vergleichen und kritisch hinterfragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Aristoteles

2.1 Methodik und Philosophie

2.2 Anthropologie und natürliche Herrschaftsverhältnisse

2.3 Natürliche Staatenbildung, Grundlagen und Ziele

3. Thomas Hobbes

3.1 Anthropologie

3.2 Natürliche Konfliktursachen und Machtstreben

3.3 Der Naturzustand - Alle gegen Alle

4. Kontrastive Analyse, Zusammenfassung und Schluß

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit staatlicher Ordnung durch einen kontrastiven Vergleich der politischen Theorien von Aristoteles und Thomas Hobbes, um zu ergründen, ob ein friedliches Zusammenleben ohne staatliche Instanzen möglich ist.

  • Vergleich der Menschenbilder von Aristoteles und Thomas Hobbes.
  • Analyse der Entstehung und Legitimation von Herrschaftsverhältnissen.
  • Untersuchung des Konzepts des Naturzustandes bei Hobbes.
  • Kritische Reflexion der Notwendigkeit staatlicher Eingriffe im Kontext moderner und historischer Beispiele.

Auszug aus dem Buch

3.2 Natürliche Konfliktursachen und Machtstreben

Wenn alle Menschen im Bezug auf ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten gleich sind und den gleichen Leidenschaften und Bedürfnissen unterworfen sind, so schließt Hobbes auf „eine Gleichheit der Hoffnungen, unsere Absichten erreichen zu können“. Und da fangen für Hobbes die Probleme im Zusammenleben der Menschen an: Kein Gut ist unbegrenzt für alle Verfügbar und die Knappheit an Gütern führt unweigerlich zur Konkurrenz. Schließlich ist niemand freiwillig bereit, zurückzutreten und auf das Erhoffte zu verzichten. Für Hobbes, einen Anhänger des ethischen Relativismus, ist dabei das Ziel des Strebens gleichzeitig das „Gute“ überhaupt.

Für Hobbes ist der Mensch auch kein für die Gesellschaft und Gemeinschaft geschaffenes Wesen, sondern empfindet am Zusammenleben „großen Verdruß“. Dahinter stehen, nach Hobbes Überzeugung, „drei hauptsächliche Konfliktursachen: Erstens Konkurrenz, zweitens Mißtrauen, drittens Ruhmsucht.“ Konkurrenz und Mißtrauen entstehen aus der schon erwähnten Knappheit der Güter. Das Bestreben, nicht hinter den Konkurrenten zurückzustehen und möglichst viele, das eigene Leben verschönernde Dinge in den eigenen Besitz zu bringen, kann zu Neid und Diebstahl führen. Umgekehrt entsteht Mißtrauen wiederum aus der Befürchtung, andere könnten den eigenen Besitz neiden und ihn zu rauben trachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung thematisiert die Kernfrage der politischen Philosophie, ob ein friedliches menschliches Zusammenleben ohne staatliche Herrschaftsverhältnisse grundsätzlich möglich ist.

2. Aristoteles: Dieses Kapitel skizziert das Leben und die philosophischen Grundprinzipien des Aristoteles als Begründer der Politik als Wissenschaft.

2.1 Methodik und Philosophie: Erläutert werden das hierarchische Weltbild des Aristoteles und sein Verständnis der Politik als Teil der praktischen Philosophie, die auf Eudaimonia abzielt.

2.2 Anthropologie und natürliche Herrschaftsverhältnisse: Der Abschnitt analysiert den Menschen als "zoon politicon" und begründet die aristotelische Sicht auf natürliche Ungleichheiten und Herrschaftsformen.

2.3 Natürliche Staatenbildung, Grundlagen und Ziele: Beschreibt die Entstehung des Staates aus kleineren Gemeinschaften als einen natürlichen Prozess zur Erreichung des gemeinschaftlichen Guten.

3. Thomas Hobbes: Einführung in die Person und das Werk des Thomas Hobbes, dessen Theorien eine bewusste Abkehr von der scholastischen Tradition darstellen.

3.1 Anthropologie: Behandelt Hobbes' materialistisches Menschenbild, das den Menschen als berechenbare Maschine begreift, die durch gleiche Leidenschaften bestimmt wird.

3.2 Natürliche Konfliktursachen und Machtstreben: Analysiert die aus Güterknappheit und menschlicher Natur resultierenden Triebfedern für Konkurrenz und Misstrauen.

3.3 Der Naturzustand - Alle gegen Alle: Erörtert Hobbes' Schreckensszenario eines kriegsähnlichen Naturzustandes, in dem das menschliche Leben ohne Souverän unerträglich wird.

4. Kontrastive Analyse, Zusammenfassung und Schluß: Kritische Gegenüberstellung beider Philosophen sowie eine Reflexion der Gültigkeit ihrer Thesen im Hinblick auf die heutige Zeit.

5. Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Politische Philosophie, Aristoteles, Thomas Hobbes, Leviathan, Staat, Naturzustand, Anthropologie, Herrschaft, Gesellschaftsvertrag, Vernunft, Machtstreben, Eudaimonia, Politische Theorie, Konfliktursachen, Gemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob der Mensch zwingend staatliche Ordnung benötigt, um in Frieden zu leben, oder ob diese Ordnung auch ein Ergebnis konstruierter Notwendigkeiten ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das aristotelische Konzept der natürlichen Staatenbildung sowie das hobbessche Konzept des Naturzustandes als "Krieg eines jeden gegen jeden".

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist der Vergleich zweier gegensätzlicher philosophischer Ansätze zur Begründung staatlicher Ordnung und deren kritische Hinterfragung vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Realität.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine kontrastive Analyse, bei der die Theorien beider Philosophen systematisch gegenübergestellt und auf ihre innere Logik und Schlüssigkeit geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit Aristoteles’ Sicht auf den Menschen als Gemeinschaftswesen und Hobbes’ naturwissenschaftlich geprägtem Verständnis des Menschen als machtgetriebenes Individuum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Staatsphilosophie, Anthropologie, Naturzustand, Souveränität, Machtakkumulation und das Verhältnis von Individuum und Staat charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Macht bei Aristoteles und Hobbes?

Während bei Aristoteles Herrschaft als natürlich gewachsene, hierarchische Ordnung zur Erreichung des Glücks gilt, sieht Hobbes Macht primär als Instrument zur Selbsterhaltung und Sicherheit in einem ansonsten zerstörerischen Naturzustand.

Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Notwendigkeit staatlicher Ordnung?

Der Autor bezweifelt, dass das Fehlen eines Souveräns zwangsläufig in Chaos mündet, und argumentiert, dass soziale Kohäsion auch durch gewaltfreien Konsens und traditionelle Werte ohne zwingende staatliche Unterdrückung möglich sein kann.

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Details

Title
Notwendigkeit staatlicher Ordnung - Aristoteles vs. Hobbes
College
University of Regensburg  (Institut für Politikwissenschaften)
Course
Hauptseminar: Thomas Hobbes´ Leviathan
Grade
2.7
Author
Andreas Hennings (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V21781
ISBN (eBook)
9783638253161
Language
German
Tags
Notwendigkeit Ordnung Aristoteles Hobbes Hauptseminar Thomas Hobbes´ Leviathan
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Hennings (Author), 2002, Notwendigkeit staatlicher Ordnung - Aristoteles vs. Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21781
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