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Erinnern und Vergessen in Christopher Nolan`s "Memento"

Title: Erinnern und Vergessen in Christopher Nolan`s "Memento"

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 32 Pages , Grade: 1

Autor:in: Iris Baumgärtel (Author)

Communications - Movies and Television
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Summary Excerpt Details

Christopher Nolan`s Film Memento ist einer der Filme, die das in den letzten Jahren offenbar wieder sehr aktuell gewordene Thema der Gedächtnisstörung aufgreifen. Vergleichbar mit Tom Tykwers "Winterschläfer", determiniert diese Krankheit das Leben der Hauptfigur, deren Hauptproblem darin besteht, die Realität außerhalb des eigenen Kopfes zu meistern.

Memento unterscheidet sich dennoch in wesentlichen Aspekten vom klassischen Spielfilm, da er durch eine extravagante Narration den Zuschauer gleich mit zum pathologisch Kranken macht. Der scheinbar chaotische Aufbau dieses Puzzle-Thrillers besteht tatsächlich aus einem genau durchstrukturierten, systematischen Plot und einer sehr ungewöhnlichen Erzählform. Die Thematik wird wie in zentrischen Kreisen durch die formale Struktur des Films bis hinein ins kleinste Detail getragen. Etwa wie "The Sixth Sense" oder "The Usual Suspects" trägt nahezu jede Szene eine besondere Bedeutung und treibt die Handlung in immer neue Richtungen weiter, ohne aber zu verraten, wo eigentlich alles hinführen soll.

In dieser Arbeit soll nun zunächst eine Grundlage gegeben werden, welche Merkmale klassischer Genres Memento trägt. Dazu soll der Film Noir, Neo-Noir und Revenge-Film näher erläutert werden, deren stilistische Kennzeichen sich weitläufig in Nolans Film wieder finden.

Bei der Analyse des Films selbst soll an Hand der formalen Struktur, des Plots und der Narrationsform die Problematik der Krankheit des Protagonisten erörtert werden. Die wesentlichen Fragen dabei werden sein: Wie ist die Gedächtnispathologie formal umgesetzt? Wie wird sie dem Zuschauer vermittelt? und Wie behandelt Memento inhaltlich und formal das Thema Realität und Identität bzw. Realitätsverlust und künstliche Identität?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Film Noir, Neo-Noir und Revenge-Film

II. Markierung von Erinnerung im Film

III. Memento

1. Inhalt und Plot

2. Narrative Struktur

2.1. Das Opening und die Farb-Szenen

2.2. Die Schwarzweiß-Szenen

2.3. Die Schlüssel-Sequenz: 22/A

3. Getäuschte Wirklichkeit und die Rolle der Schrift

Zusammenfassung und Ausblick

Bibliografie

Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Film Memento von Christopher Nolan vor dem Hintergrund von Gedächtnispathologien in Film und Literatur. Das primäre Ziel ist es, die spezifische formale Narration des Films zu analysieren und zu ergründen, wie die Gedächtnisstörung des Protagonisten formal umgesetzt wird, welche Rolle die Subjektivität der Wahrnehmung spielt und wie Realitätsverlust sowie die Konstruktion künstlicher Identität inhaltlich verhandelt werden.

  • Analyse der Genrezugehörigkeit (Film Noir, Neo-Noir, Revenge-Film)
  • Untersuchung der filmischen Markierung von Erinnerung und Gedächtnis
  • Darstellung der nicht-linearen narrativen Struktur des Films
  • Erörterung der Rolle der Schrift als Bedeutungsträger für Identität
  • Analyse der Manipulation des Zuschauers durch eine subjektive Erzählweise

Auszug aus dem Buch

Die Schwarzweiß-Szenen

Schnell erschließt sich der Zuschauer aus dem Kontext, dass sich die Handlung der Schwarzweiß-Szenen chronologisch vorwärts bewegt und sie sich zeitlich vor den Farb-Szenen abspielt. Der Handlungsspielraum hier ist allerdings viel beschränkter, schon allein aus räumlicher Sicht, da sich Lenny immer in seinem Hotelzimmer befindet. Erst am Schluss verlässt er diesen Raum und leitet die Handlung auf den Höhepunkt zu. Dieses Setting ist die Grundlage für die Parallelhandlung um Sammy Jenkins, die Lenny einer unbekannten Person am Telefon berichtet, was von Flashbacks illustriert wird. Auch erklärt sich einiges, was in den Farb-Sequenzen vorgefallen ist, erst dadurch, was Lenny in seinem Zimmer erzählt oder tut.

In der Wahrnehmungskonvention werden Schwarzweiß-Sequenzen im Film hauptsächlich für Erinnerungen und Rückblenden verwendet. In Memento’s Fall trifft dies aber trotz ihrer Vorzeitigkeit gegenüber den Farb-Sequenzen nicht zu. Verlaufen sie zeitlich also auch nicht parallel, so stehen sie dennoch durch ihre formale, alternierende Anordnung nebeneinander. Diese Juxtaposition lässt vermuten, dass sie zwar einen unterschiedlichen Bedeutungsgehalt tragen, aber dennoch gleichwertig, wenn nicht sogar füreinander notwendig sind. Die Schwarzweiß-Szenen sind wie ein Kommentar oder Untertitel zur farbigen Haupthandlung zu lesen; die Theorie ist grau, die Realität bunt. Dabei überwiegt aber keine der beiden in ihrer Wichtigkeit, vielmehr stellen sie zwei unterschiedliche Positionen dar.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung stellt den Film Memento in den Kontext von Gedächtnisstörungen in modernen Thrillern und formuliert die zentralen Forschungsfragen zur formalen Umsetzung der Gedächtnispathologie.

I. Film Noir, Neo-Noir und Revenge-Film: Dieses Kapitel arbeitet die stilistischen Merkmale und historischen Kontexte des Film Noir, Neo-Noir und Revenge-Films heraus, um die Genrezugehörigkeit von Memento einzuordnen.

II. Markierung von Erinnerung im Film: Hier werden theoretische Grundlagen zu verschiedenen Kategorien filmischer Zeichen (signs of survival, replacement, resemblance, absence) erläutert, die dazu dienen, mentale Zustände und Erinnerungsprozesse im Film sichtbar zu machen.

III. Memento: Dieses Hauptkapitel analysiert den Film Memento durch eine Untersuchung des Plots, der komplexen narrativen Struktur (Farb- und Schwarzweiß-Szenen) sowie der zentralen Funktion von Schrift und Täuschung für die Identitätskonstruktion des Protagonisten.

Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die exakte, jedoch täuschende Struktur des Films, die den Zuschauer in eine ähnliche Situation wie den Protagonisten versetzt.

Schlüsselwörter

Memento, Christopher Nolan, Gedächtnispathologie, Gedächtnisstörung, Film Noir, Neo-Noir, Revenge-Film, Narration, Identitätskonstruktion, Subjektivität, Filmsemiotik, Erinnerung, Täuschung, Schrift, Anterograde Amnesie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Christopher Nolans Film Memento unter medienwissenschaftlichen Aspekten, insbesondere im Hinblick auf die formale Darstellung von Gedächtnisstörungen und die daraus resultierende Wahrnehmungsproblematik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit den Genreeigenschaften des Film Noir und des Revenge-Films, der filmtheoretischen Darstellung von Erinnerung und der komplexen narrativen Struktur des Films.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie Nolan die Gedächtnispathologie formal umsetzt, den Zuschauer durch die subjektive Erzählweise manipuliert und wie Themen wie Realitätsverlust und künstliche Identität in Memento behandelt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine medienwissenschaftliche Filmanalyse, die den Film anhand seiner narrativen Struktur, stilistischer Mittel und theoretischer Konzepte zur Darstellung von Gedächtnis untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die filmische Markierung von Erinnerung sowie eine detaillierte Analyse der narrativen Struktur von Memento, inklusive der Untersuchung der Farb- und Schwarzweiß-Szenen und der Rolle der Schrift.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Memento, Gedächtnispathologie, filmische Narration, Subjektivität, Identitätskonstruktion und der Film-Noir-Stil.

Welche besondere Bedeutung kommt der Schrift im Film zu?

Die Arbeit zeigt auf, dass Schrift (Notizen, Polaroids, Tattoos) für den Protagonisten als notwendiges Medium zur Konstruktion einer künstlichen Identität dient, da sein Gedächtnis keine langfristigen Informationen speichern kann.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Farb- und Schwarzweiß-Szenen wichtig?

Sie strukturieren die nicht-lineare Handlung des Films. Während die Farbszenen rückwärts laufen und Lennys subjektive Perspektive darstellen, werden die Schwarzweiß-Szenen chronologisch vorwärts erzählt und spiegeln eine objektivere Außenperspektive wider.

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Details

Title
Erinnern und Vergessen in Christopher Nolan`s "Memento"
College
University of Constance  (Fachbereich Kunst- und Medienwissenschaft)
Course
Gedächtnispathologien in Film und Literatur
Grade
1
Author
Iris Baumgärtel (Author)
Publication Year
2004
Pages
32
Catalog Number
V21810
ISBN (eBook)
9783638253369
ISBN (Book)
9783638646697
Language
German
Tags
Erinnern Vergessen Christopher Nolan`s Memento Gedächtnispathologien Film Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Iris Baumgärtel (Author), 2004, Erinnern und Vergessen in Christopher Nolan`s "Memento", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21810
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