Früher hieß das wohl Innenarchitektur, Innenausbau. Design passt jedoch besser.
Der Begriff kommt aus dem Englischen und beinhaltet neben Planung und Handwerk auch Absicht und List. Design suggeriert zudem amerikanisches Know-how und Dynamik, beides willkommene Orientierungshilfen.
Denn jede erdenkliche Hilfe, eine gesunde Konstitution und die Gnade der Götter kann gebrauchen, wer daran geht, ein Restaurant zu planen. Man braucht sich nur in der Szene umzuschauen und man weiß, dass man sich da auf dünnem Eis bewegt, das bei der ersten Konjunktur- oder Trend-Schmelze einzubrechen droht.
Angenommen, ein Gastronom hätte die Absicht, ein städtisches Esslokal in Wien zu schaffen, mit Service, und so attraktiv, dass nicht nur Passanten oder Hungrige, sondern auch Genießer sich angesprochen fühlen. Vorauszusetzen ist, dass die Lage gut ist, der Baurechts- oder Pachtvertrag unterzeichnet ist und die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.
Zuerst gilt es vielleicht, sich Gedanken über die Größe des Lokals zu machen. Die Erfahrung lehrt, dass 120 bis 150 Sitzplätze gute Erfolgschancen bieten. Sind die gut frequentiert, entsteht ein Umsatz, der eine gewisse - auch personelle – Infrastruktur trägt. Wird größer geplant, was in gewissen Fällen natürlich durchaus gerechtfertigt sein kann, besteht die Gefahr von deutlichen Auslastungsschwankungen, was unweigerlich zu organisatorischen und personellen Belastungen führt. Wird kleiner geplant, was ebenfalls Sinn machen kann, steigt die Anforderung an den persönlichen Einsatz des Betriebsleiters, ungefähr nach der Formel: je kleiner, desto persönlicher.
Ein weiterer Faktor spricht für die genannte, günstige Betriebsgröße: Leute gehen aus, um zu sehen und gesehen zu werden. Eine Kulisse von zwischen 80 und 150 Gästen ist anregend, aber nicht überwältigend. „Kulisse“ ist ein gutes Stichwort. Bei der Planung sollte man daran denken, dass es gilt, eine Bühne zu schaffen, auf der das Stück (Angebot), die Regie (Patron und Mitarbeiter) und die Schauspieler (die Gäste) harmonisch zusammenwirken. Entstehen soll Erlebnis, Unterhaltung; wenn´s sein darf, kein Drama, sondern ein Lustspiel.
„Going out is entertainment, and people are the real show” [...]
Inhaltsverzeichnis
1. RESTAURANT DESIGN
2. DIE ATMOSPHÄRE EINES RESTAURANTS UND IHRE BEDEUTUNG
2.1. DIE EINZELELEMENTE DER RESTAURANTATMOSPHÄRE
3. DESIGN SCHAFFT NEUE WELTEN
3.1. DIE PLANUNG ERFOLGREICHERDESIGN-KONZEPTE
4. MARKETING PRO DESIGN
4.1. KONZIPIERTE UNORDNUNG IST EIN POSITIVFAKTOR FÜR GEMÜTLICHKEIT
4.2. STILBRÜCHE UND MATERIALVIELFALT FÖRDERN KOMMUNIKATION UND SPANNUNG
4.3. MENSCHEN UND BEWEGUNG SIND DIE BESTE DEKORATION
4.4. LICHT LOCKT LEUTE…
4.5. LIEBER STIMMUNG ALS STIL
5. DIE FÜNF SINNE DES MENSCHEN
5.1. DER SEHSINN
5.2. DER GEHÖRSINN
5.3. DER GESCHMACKSSINN
5.4. DER GERUCHSINN
5.5. DER TASTSINN
6. FARBEN ALS VERKAUFSFÖRDERNDES MITTEL
6.1. FARBENLEHRE
6.2. EINTEILUNG DER FARBEN
6.2.1. Weitere Einteilungsmöglichkeit der Farben
6.3. DIE WIRKUNG DER EINZELNEN FARBTÖNE
6.3.1. Was Farben in der Gastronomie bewirken können
6.3.2. Wie Farben bei Lebensmitteln wirken
6.4. WICHTIGE TIPPS FÜR DIE FARBAUSWAHL
7. LICHT ALS ATMOSPHÄRISCHES GESTALTUNGSELEMENT
7.1. LICHT IN FOYER, HALLE, LOBBY
7.2. LICHT IM RESTAURANT
7.3. LICHT IN BISTROS UND BARS
7.4. LICHT BEIM FRONT-COOKING
8. DUFTMARKETING
8.1. DUFTMARKETING IM HOTEL
8.1.1. Beispiele aus der Praxis
8.2. BEDEUTUNG VON DUFTMARKETING
9. EXTREMVARIANTEN VON SINNESANSPRACHEN IN HOTELS
10. SPEISEKARTE UND MUSIK ALS ATMOSPHÄRISCHES GESTALTUNGSELEMENT
10.1. DIE SPEISEKARTE ALS ELEMENT DER RESTAURANTATMOSPHÄRE
10.2. DIE HINTERGRUNDMUSIK ALS ELEMENT DER RESTAURANTATMOSPHÄRE
11. DIE FIRMA KOLL – EIN UNTERNEHMEN MIT ZUKUNFTSVISION
11.1. ERFOLGREICHE KOLL-KONZEPTE
11.1.2. Asia Pavillon
11.1.3. Friends-Bar
11.1.4. Pizzeria Spessore
12. RESTAURANT- BEISPIELE MIT EINLADENDER ATMOSPHÄRE UND AUßERGEWÖHNLICHEM DESIGN
12.1. ROTEL INN
12.1.1. Details
12.2. MC DONALD´S, MARIAHILFERSTRASSE
12.1.1. Details
12.1.2. Gastronomisches Konzept
12.1.3. Design-Konzept
12.3. TORRE DELLA SASSELLA
12.3.1. Details
12.3.2. Gastronomisches Konzept
12.3.3. Design-Konzept
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss von Design und Atmosphäre auf den wirtschaftlichen Erfolg in der Gastronomie und Hotellerie. Es wird analysiert, wie durch den gezielten Einsatz von Sinnesansprachen, Raumgestaltung und Farbpsychologie ein emotionales Erlebnis geschaffen werden kann, das die Gäste langfristig bindet und den Betrieb gegenüber dem Wettbewerb differenziert.
- Strategische Bedeutung von Restaurant-Design und Corporate Identity
- Die gezielte Ansprache der fünf menschlichen Sinne zur Verkaufsförderung
- Farbpsychologie und deren Wirkung in Gasträumen und auf Lebensmittel
- Lichtplanung als zentrales atmosphärisches Gestaltungselement
- Bedeutung von Duftmarketing zur emotionalen Positionierung
- Praxisbeispiele zur authentischen Umsetzung innovativer Gastro-Konzepte
Auszug aus dem Buch
1. Restaurant Design
Früher hieß das wohl Innenarchitektur, Innenausbau. Design passt jedoch besser. Der Begriff kommt aus dem Englischen und beinhaltet neben Planung und Handwerk auch Absicht und List. Design suggeriert zudem amerikanisches Know-how und Dynamik, beides willkommene Orientierungshilfen.
Denn jede erdenkliche Hilfe, eine gesunde Konstitution und die Gnade der Götter kann gebrauchen, wer daran geht, ein Restaurant zu planen. Man braucht sich nur in der Szene umzuschauen und man weiß, dass man sich da auf dünnem Eis bewegt, das bei der ersten Konjunktur- oder Trend-Schmelze einzubrechen droht.
Angenommen, ein Gastronom hätte die Absicht, ein städtisches Esslokal in Wien zu schaffen, mit Service, und so attraktiv, dass nicht nur Passanten oder Hungrige, sondern auch Genießer sich angesprochen fühlen. Vorauszusetzen ist, dass die Lage gut ist, der Baurechts- oder Pachtvertrag unterzeichnet ist und die finanziellen Mittel zur Verfügung stehen.
Zuerst gilt es vielleicht, sich Gedanken über die Größe des Lokals zu machen. Die Erfahrung lehrt, dass 120 bis 150 Sitzplätze gute Erfolgschancen bieten. Sind die gut frequentiert, entsteht ein Umsatz, der eine gewisse - auch personelle – Infrastruktur trägt. Wird größer geplant, was in gewissen Fällen natürlich durchaus gerechtfertigt sein kann, besteht die Gefahr von deutlichen Auslastungsschwankungen, was unweigerlich zu organisatorischen und personellen Belastungen führt. Wird kleiner geplant, was ebenfalls Sinn machen kann, steigt die Anforderung an den persönlichen Einsatz des Betriebsleiters, ungefähr nach der Formel: je kleiner, desto persönlicher.
Zusammenfassung der Kapitel
1. RESTAURANT DESIGN: Einführung in die Bedeutung von Design als strategisches Werkzeug, das über bloße Innenarchitektur hinausgeht und Planung sowie gezielte Inszenierung vereint.
2. DIE ATMOSPHÄRE EINES RESTAURANTS UND IHRE BEDEUTUNG: Untersuchung der atmosphärischen Wirkung als zentraler Faktor für Kundenbindung und Profilierung in einem hart umkämpften Markt.
3. DESIGN SCHAFFT NEUE WELTEN: Erläuterung der Notwendigkeit, durch Design Erlebniswelten zu schaffen, die den Gast emotional ansprechen und sein Bedürfnis nach Abwechslung befriedigen.
4. MARKETING PRO DESIGN: Darstellung von verkaufsfördernden Gestaltungsprinzipien, wie konzipierte Unordnung und bewusste Stilbrüche zur Stimmungsanheizung.
5. DIE FÜNF SINNE DES MENSCHEN: Analyse der Bedeutung des Multisensorik-Marketings, um durch den gezielten Einsatz aller Sinne ein ganzheitliches Erlebnis beim Gast zu erzeugen.
6. FARBEN ALS VERKAUFSFÖRDERNDES MITTEL: Detaillierte Betrachtung der psychologischen Wirkung verschiedener Farben auf das Wohlbefinden und die Kaufentscheidung der Gäste.
7. LICHT ALS ATMOSPHÄRISCHES GESTALTUNGSELEMENT: Aufzeigen der kritischen Rolle der Beleuchtung als emotionales Instrument zur Differenzierung verschiedener Gastronomiebereiche.
8. DUFTMARKETING: Analyse des modernen Einsatzes von olfaktorischen Reizen im Hotel- und Gastronomiebereich zur emotionalen Positionierung und Imagebildung.
9. EXTREMVARIANTEN VON SINNESANSPRACHEN IN HOTELS: Vorstellung außergewöhnlicher Hotelkonzepte, die durch extreme Sinnesinszenierungen eine unvergessliche Atmosphäre schaffen.
10. SPEISEKARTE UND MUSIK ALS ATMOSPHÄRISCHES GESTALTUNGSELEMENT: Untersuchung von Speisekarten und Hintergrundmusik als essenzielle, oft unterschätzte Instrumente der direkten Gästeansprache.
11. DIE FIRMA KOLL – EIN UNTERNEHMEN MIT ZUKUNFTSVISION: Präsentation innovativer Konzepte zur modernen Raumgestaltung in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.
12. RESTAURANT- BEISPIELE MIT EINLADENDER ATMOSPHÄRE UND AUßERGEWÖHNLICHEM DESIGN: Analyse konkreter Praxisbeispiele, die durch eine gelungene Symbiose aus Konzept und Design überzeugen.
Schlüsselwörter
Restaurant-Design, Gastronomie-Atmosphäre, Multisensorik-Marketing, Farbpsychologie, Lichtplanung, Duftmarketing, Kundenbindung, Erlebnisinszenierung, Unternehmenskonzept, Raumgestaltung, Verkaufsförderung, Sinnesansprache, Markenidentität, Innenausbau, gastronomische Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Design, Atmosphäre und multisensorischen Reizen auf den wirtschaftlichen Erfolg und die Kundenbindung in der Gastronomie und Hotellerie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Gestaltung von Erlebniswelten durch Licht, Farben und Düfte, die psychologische Wirkung auf Gäste sowie die Bedeutung strategischer Gastro-Konzepte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Betriebe durch bewusst gestaltete Ambiente-Elemente ein Alleinstellungsmerkmal schaffen können, das den Gast emotional bindet und zum Wiederkommen animiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Marketing- und Designforschung sowie der Analyse von Praxisbeispielen, die aktuelle Trends in der Gastronomie beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der fünf Sinne, die Wirkung von Farben und Licht sowie die praktische Umsetzung durch spezifische Konzepte wie Duftmarketing und individuelle Raumgestaltung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Multisensorik-Marketing, atmosphärische Gestaltung, Farbpsychologie und Erlebnisinszenierung bilden die fachliche Grundlage der Untersuchung.
Warum ist die Beleuchtung im Restaurant so entscheidend?
Licht steuert maßgeblich die Stimmung, die Wahrnehmung der Speisen und das eigene Wohlbefinden der Gäste; eine falsche Lichtplanung kann die gesamte Wirkung eines Konzepts zunichtemachen.
Wie kann ein "Roter Wochen" Konzept die Stimmung beeinflussen?
Durch den gezielten Einsatz von LED-Technik und roter Beleuchtung kann ein Betrieb mit geringem Aufwand die Aufmerksamkeit auf ein Thema lenken und eine aktivierende, dynamische Atmosphäre erzeugen.
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- Sandra Götz (Author), 2004, Design und Atmosphäre als Erfolgsfaktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21912