Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen von Wissensmanagement in Unternehmen
zu systematisieren und zu beschreiben, um damit einen Einblick in die Instrumente
und Methoden bei der Einführung eines wirkungsvollen Wissensmanagements
zu geben. Dabei werde ich zunächst damit beginnen, die Begrifflichkeiten zu klären.
Unter Zugrundelegung der von Probst/Raub/Romhardt aufgestellten Paradoxien im
Umgang mit Wissen wird auf die Notwendigkeit der Einführung eines Wissensmanagements
eingegangen. Daraufhin werden die Anforderungen beschrieben, die an
das Management von Wissen gestellt werden. Der darauffolgende Abschnitt geht auf
Wissensmanagement als Ausdruck des Wandels zur Informations- und Wissensgesellschaft
ein und wird dahingehend beleuchtet, ob Wissensmanagement als Grundlage
zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen dienen kann und welche Möglichkeiten
Unternehmen haben, um sich für die Zukunft einen Wissensvorsprung zu sichern.
In Ziffer 5. werden mit dem Konzept der „Bausteine des Wissensmanagements“ einzelne
Phasen des Wissensmanagements erläutert.
Sodann wird ein Überblick gegeben, welches die Objekte (Instrumente und Methoden)
und die Aufgaben des Managements sind. Darüber hinaus werden die besonderen
Erfolgsfaktoren bei der Einführung eines wirkungsvollen Wissensmanagements
dargestellt.
Gerade der Ausbau vernetzter Rechnerarchitekturen, der Telekommunikation und der
Internet/Intranet-Technologien sowie der Wandel zur Informations- und Wissensgesellschaft
führen zu einer unaufhaltsamen und immer schneller werdenden Produktion
von Daten. Im Gegenzug nimmt jedoch die gezielte Verfügbarkeit dieser
geschaffenen Daten ab. Zur Lösung der dargestellten Probleme werden in dieser
Hausarbeit die Grundlegenden Aufgaben des Wissensmanagements beschrieben und
Lösungsansätze aufgezeigt. Diese Lösungsansätze können aufgrund des Umfangs der Arbeit nur bedingt dargestellt werden, sollen aber den Sinn für die Einführung von
Wissensmanagement wiedergeben und die Vermeidung von Problemen bei der Implementierung
aufzeigen.
Innerhalb der Ziffer 7. wird erläutert, worin die wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche
Umsetzung bei der Einführung von Wissensmanagement im Unternehmen
liegen und worauf das Management bei der Einführung besonderen Wert legen sollte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemstellung und Gang der Untersuchung
3. Begriffliche Abgrenzungen
3.1 Management
3.2 Wissen
3.3 Wissensmanagement
4. Aufgaben des Wissensmanagements
4.1 Notwendigkeit des Wissensmanagements
4.2 Wissensmanagement als Ausdruck des Wandels zur Informations- und Wissensgesellschaft
4.3 Wissensmanagement als Grundlage zur Erreichung von Wettbewerbsvorteilen
4.4 Ziele des Wissensmanagements
5. Bausteine des Wissensmanagements
5.1 Definition der Wissensziele
5.2 Wissensidentifikation
5.3 Wissenserwerb
5.4 Wissensentwicklung
5.5 Wissens(ver)teilung
5.6 Wissensanwendung / Wissensnutzung
5.7 Wissensbewahrung
5.8 Wissensbewertung
6. Methoden und Instrumente des Wissensmanagements
6.1 Überblick über Wissenskategorien und deren Instrumente
6.2 Gegenstromverfahren
6.3 Instrumente der Wissenskategorien
6.4 Integrierende Instrumente
7. Anforderungen an Unternehmen für ein funktionierendes Wissensmanagement
8. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Systematisierung und Beschreibung der Auswirkungen von Wissensmanagement in Unternehmen, um einen Einblick in die notwendigen Instrumente und Methoden für dessen erfolgreiche Einführung zu gewähren.
- Wissensmanagement als strategischer Wettbewerbsvorteil in der Wissensgesellschaft.
- Strukturiertes Konzept der "Bausteine des Wissensmanagements" zur Prozesssteuerung.
- Kategorisierung von Wissen in Know-how, Know-what und Know-why.
- Herausforderungen und Anforderungen an die Unternehmenskultur und Organisationsstruktur.
Auszug aus dem Buch
4.1 Notwendigkeit des Wissensmanagements
Die Notwendigkeit von Wissensmanagement wird anhand der folgenden Abbildung deutlich.
Paradoxien im Umgang mit Wissen
Wir bilden unsere Mitarbeiter gründlich aus, aber lassen sie ihr Wissen nicht anwenden.
Wir lernen am meisten in Projekten, aber geben die gemachten Erfahrungen nicht weiter.
Wir haben für jede Frage einen Experten, aber die wenigsten wissen, wie man ihn findet.
Wir dokumentieren alles gründlich, aber können nicht auf unsere Wissensspeicher zugreifen.
Wir engagieren nur die hellsten Köpfe, aber verlieren sie nach drei Jahren an die Konkurrenz.
Wir wissen alles über unsere Konkurrenten, aber nur wenig über uns selbst.
Wir fordern jeden zur Wissensteilung auf, aber behalten Geheimnisse für uns.
Wir kooperieren, um von anderen zu lernen, aber kennen unsere Lernziele nicht.
Abbildung 2: Paradoxien im Umgang mit Wissen
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Stellenwert von Wissen als zentralen Wettbewerbsfaktor und "vierten Produktionsfaktor" in der modernen Informations- und Wissensgesellschaft.
2. Problemstellung und Gang der Untersuchung: Dieses Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit, Wissensmanagement zu systematisieren und Lösungsansätze für auftretende Wissensprobleme aufzuzeigen.
3. Begriffliche Abgrenzungen: Hier werden die zentralen Begriffe "Management", "Wissen" und "Wissensmanagement" wissenschaftlich definiert und voneinander abgegrenzt.
4. Aufgaben des Wissensmanagements: Das Kapitel analysiert die Notwendigkeit von Wissensmanagement als Antwort auf den gesellschaftlichen Wandel und als Quelle für Wettbewerbsvorteile.
5. Bausteine des Wissensmanagements: Es wird der Kreislauf des Wissensmanagements in logische Phasen unterteilt, von der Zieldefinition bis zur Bewertung.
6. Methoden und Instrumente des Wissensmanagements: Hier werden Wissenskategorien wie Know-how, Know-what und Know-why vorgestellt und entsprechende Instrumente für den Unternehmenseinsatz beschrieben.
7. Anforderungen an Unternehmen für ein funktionierendes Wissensmanagement: Dieses Kapitel thematisiert die notwendige Unternehmenskultur, insbesondere Vertrauen und das Aufbrechen alter Machtstrukturen.
8. Ausblick: Der Ausblick fasst zusammen, dass die Anerkennung von Wissen als Ressource und deren gezielte Implementierung über die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit entscheidet.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Wettbewerbsvorteil, Organisationslernen, Wissensidentifikation, Wissensverteilung, Wissensgesellschaft, Kernkompetenzen, Wissensbausteine, Intellektuelles Kapital, Wissenslogik, Prozessmanagement, Wissensnutzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Systematisierung und Beschreibung von Wissensmanagement in Unternehmen sowie der praktischen Anwendung von Methoden und Instrumenten zur Einführung eines effektiven Wissensmanagements.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinitionen, die Aufgaben und Ziele des Wissensmanagements, das Konzept der "Bausteine des Wissensmanagements" sowie die Methoden und Instrumente zur Wissenssteuerung.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Führungskräften einen Einblick zu geben, wie Wissensmanagement systematisch eingeführt werden kann, um eine dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?
Die Arbeit nutzt unter anderem das Modell der Paradoxien von Probst/Raub/Romhardt sowie das Konzept des "Gegenstromverfahrens" zur Herleitung von Aufgaben für einzelne Wissensträger.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition von Wissensmanagement, die Phasen des Bausteinkonzepts, die Kategorisierung von Wissen in Know-how, Know-what und Know-why sowie die Anforderungen an Unternehmen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wissensmanagement, Wettbewerbsvorteil, Wissensbausteine, Wissensgesellschaft und organisatorisches Lernen geprägt.
Warum ist die "Todesspirale" für Wissenssysteme relevant?
Sie illustriert die Gefahr, dass Wissenssysteme bei fehlender Benutzerfreundlichkeit oder mangelndem Nutzen für die Anwender ineffektiv werden und langfristig nicht mehr genutzt werden.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur bei der Einführung von Wissensmanagement?
Eine Vertrauenskultur ist essenziell, damit Mitarbeiter bereit sind, ihr Wissen zu teilen, ohne Angst um ihren Arbeitsplatz oder Status haben zu müssen.
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- Bianca Jessat (Author), 2003, Wissensmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/21940