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John Stuart Mill: Considerations on Representative Government

Titel: John Stuart Mill: Considerations on Representative Government

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 25 Seiten , Note: Gut (CH: 5; D: 2)

Autor:in: Andreas Schlatter (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das 19. Jahrhundert war in England das Zeitalter der umfassenden Reformen: Die industrielle Revolution, die gesellschaftliche Neuordnung der Klassen durch die Stärkung des Mittelstandes und der Arbeiterschaft sowie zwei Parlamentsreformen führen zu weitreichenden Umwälzungen, welche schliesslich das „Viktorianische Zeitalter“ einläuten. Die schnelle Industrialisierung des damaligen Agrarstaates verbundenen mit einem überproportionalen Bevölkerungswachstum führten zur Bildung eines grossen städtischen Proletariats und damit einhergehend zu erhöhter Arbeitslosigkeit und Armut. Maschinenrevolten, ein gescheiterter Generalstreik und menschenverachtende Frauen- und Kinderarbeit unter heute unvorstellbaren Bedingungen waren Begleiterscheinungen dieser rasanten Veränderungen. Diese unterprivilegierten Bevölkerungsschichten - von der politischen Herrschaft ausgeschlossen - organisierten sich in politischen Vereinen und Gewerkschaften, welche aber zunächst von der Regierung unterdrückt werden. Die Forderung: Beschneidung der aristokratischen Macht und Einführung einer absoluten Gleichheit und Gleichberechtigung aller Klassen.1 Erst allmählich passt sich die englische Aristokratie den neuen sozialen Gegebenheiten an. So wird durch die Parlamentsreformen von 1831 und 1867 unter anderem das Wahlrecht auf die Mittelklasse und einen Teil der Arbeiterschaft ausgedehnt. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 HINTERGRUND

1.1 Geschichtlicher Hintergrund – England im 19. Jahrhundert

1.2 Mills Werdegang

2 CONSIDERATIONS ON REPRESENTATIVE GOVERNMENT

2.1 Vom Befürworter einer reinen zum Anhänger einer gemässigten Form von Demokratie (Einfluss Toquevilles)

2.2 Mills Kriterien einer guten Regierungsform

2.3 Repräsentativregierung als anzustrebende Regierungsform

2.4 Gefahren und Schwächen der Repräsentativverfassung

2.5 Absicherung gegen die Gefahren der Repräsentativregierung

2.5.1 Wahlsystem nach Thomas Hare

2.5.2 Wahlrechtsausschlüsse als Ausnahmefälle

2.5.3 Pluralstimmrecht

2.5.4 Der Verwurf des geheimen Wahlrechts

2.5.5 Freies Mandat für die Repräsentanten

2.5.6 Bildung für alle als Grundlage der staatlichen Ordnung

3 GEDANKEN ZU MILLS IDEE DER WAHLRECHTSBESCHRÄNKUNG

3.1 Missbrauch von Mills Idee der Bildungsqualifikation („literacy tests“ in den USA)

3.2 Argumente für eine Einschränkung des allgemeinen Wahlrechts?

3.3 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht John Stuart Mills politisches Werk „Considerations on Representative Government“ (1861) im Kontext seiner zeitgenössischen Einflüsse und diskutiert seine Argumente für ein qualitativ gestuftes Wahlrecht sowie die damit verbundenen Risiken einer Klassenherrschaft.

  • Historischer Kontext von England im 19. Jahrhundert und der persönliche Werdegang von John Stuart Mill.
  • Mills Verständnis der Repräsentativregierung als ideales, aber an Bedingungen geknüpftes Regierungssystem.
  • Die Analyse von Gefahren der Mehrheitsherrschaft und Mills theoretische Absicherungsmodelle.
  • Kritische Beleuchtung der Ideen zur Wahlrechtsbeschränkung, insbesondere durch historische Beispiele wie „literacy tests“ in den USA.

Auszug aus dem Buch

2.5.1 Wahlsystem nach Thomas Hare

Wirkliche Demokratie ist für Mill eine „Regierung des ganzen Volkes durch das ganze, zu gleichen Teilen repräsentierte Volk“, da Missstände entstehen, wenn eine numerisch überlegene Klasse die Minorität überstimmt. Zur Problemlösung eine Begrenzung des Stimmrechts auf bestimmte Gesellschaftsschichten einzuführen, lehnt Mill ab, denn in einer Demokratie müsse „jede Gruppe proportional vertreten sein“. Eine Einschränkung des Stimmrechts gewisser Gruppen könne dazu führen, dass „die Macht einer Majorität innerhalb einer Majorität“ überlassen werde, wobei die Majorität „also durchaus eine Minorität der Gesamtheit sein kann und häufig auch ist“. Ausserdem werde derjenige, der in einem sonst demokratischen Regierungssystem kein Stimmrecht habe „entweder zu den ewig unzufriedenen gehören oder sich wie jemand fühlen, den die öffentlichen Angelegenheiten dieser Gesellschaft nichts angehen.“

Auch die Beschränkung des Wahlrechts auf den eigenen Wahlkreis kritisiert Mill. Sie führe dazu, dass in jedem Wahlkreis ein Kandidat nominiert werde, „gegen den niemand etwas Besonderes einzuwenden hat“, man wähle „einen politisch unprofilierten Mann, der keinerlei aussergewöhnliche Auffassungen, sondern ausschliesslich parteikonforme Ansichten vertritt“. Leider beschränke sich dann die Auswahl für den Wähler auf ein „Sortiment von zwei oder drei vielleicht schon faulen Tomaten“. Um die geeigneten Persönlichkeiten in das Parlament und von dort in die Regierung zu bekommen, ist Mill als eifriger Verfechter des Wahlsystems von Thomas Hare der Meinung, dass wahre Chancen- und Wahlrechtsgleichheit nur dann gegeben sind, wenn die Wähler unabhängig von Ihrem Wohnsitz einen gemeinsamen Repräsentanten wählen dürfen. „Die Wähler also, die von keinem ihrer Wahlkreiskandidaten vertreten sein möchten, könnten durch ihre Stimme dem Abgeordneten ins Parlament verhelfen, der ihnen unter allen Kandidaten (…) am ehesten zusagt. Insofern würde dieses Wahlrecht der sonst faktisch davon ausgeschlossenen Minderheit reale Bedeutung verleihen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftlichen Reformprozesse im England des 19. Jahrhunderts und zeichnet die prägende Bildungsbiografie von John Stuart Mill nach.

2 CONSIDERATIONS ON REPRESENTATIVE GOVERNMENT: Hier wird Mills politisches Hauptwerk analysiert, wobei der Fokus auf seinen Kriterien für gute Regierungsformen und der Verteidigung der Repräsentativregierung liegt.

3 GEDANKEN ZU MILLS IDEE DER WAHLRECHTSBESCHRÄNKUNG: Das Kapitel reflektiert die praktische Anwendung von Bildungsqualifikationen, den historischen Missbrauch dieser Ideen in den USA und die Relevanz der Argumente für heutige Transformationsländer.

Schlüsselwörter

John Stuart Mill, Repräsentativregierung, Demokratie, Wahlrecht, Klassenherrschaft, Thomas Hare, Utilitarismus, Bildungsqualifikation, Mehrheitsdiktatur, Politische Theorie, Wahlrechtsbeschränkung, Parlamentarismus, Wahlsystem, Politische Partizipation, Minderheitenschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Staatstheorie von John Stuart Mill anhand seines Werkes „Considerations on Representative Government“ von 1861.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition der optimalen Regierungsform, die Gefahren der „Tyrannei der Mehrheit“ sowie Strategien zur Absicherung einer qualifizierten politischen Repräsentation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Mills Überlegungen zur Repräsentativdemokratie aufzuarbeiten und kritisch zu hinterfragen, wie er versuchte, Mehrheitsinteressen mit Kompetenz und Bildung zu verbinden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse und Literaturstudie, die Mills Originaltexte in den Kontext zeitgenössischer politischer Diskussionen und historischer Ereignisse einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Mills Demokratieverständnis, seine Skepsis gegenüber unregulierter Mehrheitsentscheidungen und konkrete Vorschläge wie das Wahlsystem nach Thomas Hare.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Repräsentativregierung, Wahlrechtsbeschränkung, Klassenherrschaft, Politische Bildung und der Schutz von Minderheiten gegenüber der Mehrheit.

Warum lehnte Mill das geheime Wahlrecht ab?

Er betrachtete die Wahl als einen Akt des Vertrauens (trust) gegenüber dem Gemeinwohl, der durch Öffentlichkeit kontrolliert werden sollte, um eigennützige Parteilichkeit zu verhindern.

Wie wurden Mills Ideen zur Bildungsqualifikation missbraucht?

Historisch wurden diese Konzepte, etwa durch „literacy tests“ in den USA, gezielt dazu verwendet, schwarze Bevölkerungsschichten systematisch von der politischen Teilhabe auszuschließen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
John Stuart Mill: Considerations on Representative Government
Hochschule
Universität Zürich  (Rechtswissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Seminar: Staatstheorien
Note
Gut (CH: 5; D: 2)
Autor
Andreas Schlatter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
25
Katalognummer
V22012
ISBN (eBook)
9783638254717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
John Stuart Mill Considerations Representative Government Seminar Staatstheorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Schlatter (Autor:in), 2004, John Stuart Mill: Considerations on Representative Government, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22012
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