Traditionell haben deutsche Unternehmen und Konzerne ihre Abschlüsse und Berichte auf Grundlage der einheimischen Gesetze aufgestellt und veröffentlicht. Dabei bildete das Handelsgesetzbuch (HGB) die wichtigste Grundlage, welches durch verschiedene, speziellere Gesetzestexte wie dem Aktiengesetz (AktG) oder dem Börsengesetz (BörsG) sowie gesetzesähnlichen Bestimmungen wie den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) ergänzt wurde. Durch eine verstärkte internationale Orientierung der Unternehmen und eines intensiveren Handels ausländischer Aktien, hat der Gesetzesgeber den Paragrafen 292a in das HGB eingeführt, wonach deutsche Konzerne einen befreienden Konzernabschluss nach international anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung aufstellen können. Zu diesen sind vor allem die International Accounting Standards und die US-Generally Accepted Accounting Principles zu zählen, welche im Gegensatz zum „Deutschen Vorsichtsprinzip“ vor allem die Informationsvermittlung im Vordergrund sehen. Während die ersteren v.a. im europäischen Raum von Bedeutung sind, gelten die letzteren insbesondere für amerikanische Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Art und Anlass der Problemstellung
1.1. Definitionen und einführende Erläuterungen
1.1.1. Börsenrecht, IAS und US-GAAP
1.1.2. DSR, DRSC, E-DRS und DRS
1.2. Gesetzliche Grundlage der Zwischenberichterstattung
1.3. Anforderungen, Adressaten und Ziele bei der Aufstellung von Zwischenberichten als Teil der Rechnungslegung
1.4. Bergriff und Abgrenzung der Ad-hoc Publizität
2. Aufstellen von Zwischenberichten
2.1. Grundsätze der unterjährigen Erfolgsermittlung
2.2. Zwischenberichte nach ursprünglichem Börsenrecht
2.3. Zwischenberichte nach aktuellem Börsenrecht
2.3.1. nach DRS 6
2.3.2. nach IAS 34 und US-GAAP
2.4. Zwischenberichterstattung in der Praxis und zukünftige Entwicklungen
3. Prüfen von Zwischenberichten
3.1. Unterzeichnung des Zwischenberichts
3.2. Prüfung der Zwischenberichterstattung
4. Zusammenfassende Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die regulatorischen Anforderungen, die praktische Umsetzung sowie die Prüfungsprozesse von Zwischenberichten (Quartals- und Halbjahresberichten) für börsennotierte Unternehmen. Ziel ist es, die Entwicklung der unterjährigen Rechnungslegung von nationalen Standards hin zu internationalen Regelwerken wie IAS und US-GAAP aufzuzeigen und deren Bedeutung für die Informationsvermittlung am Kapitalmarkt kritisch zu bewerten.
- Grundlagen und Definitionen der Zwischenberichterstattung im deutschen und internationalen Recht
- Vergleich der Aufstellung von Zwischenberichten unter DRS 6, IAS 34 und US-GAAP
- Die Rolle von Ad-hoc-Publizität im Vergleich zu unterjährigen Berichten
- Methodische Aspekte der Prüfung und Unterzeichnung von Zwischenberichten
- Empirische Einblicke in die Praxis der Zwischenberichterstattung deutscher Unternehmen
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Börsenrecht, IAS und US-GAAP
Traditionell haben deutsche Unternehmen und Konzerne ihre Abschlüsse und Berichte auf Grundlage der einheimischen Gesetze aufgestellt und veröffentlicht. Dabei bildete das Handelsgesetzbuch (HGB) die wichtigste Grundlage, welches durch verschiedene, speziellere Gesetzestexte wie dem Aktiengesetz (AktG) oder dem Börsengesetz (BörsG) sowie gesetzesähnlichen Bestimmungen wie den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) ergänzt wurde.
Durch eine verstärkte internationale Orientierung der Unternehmen und eines intensiveren Handels ausländischer Aktien, hat der Gesetzesgeber den Paragrafen 292a in das HGB eingeführt, wonach deutsche Konzerne einen befreienden Konzernabschluss nach international anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung aufstellen können. Zu diesen sind vor allem die International Accounting Standards und die US-Generally Accepted Accounting Principles zu zählen, welche im Gegensatz zum „Deutschen Vorsichtsprinzip“ vor allem die Informationsvermittlung im Vordergrund sehen. Während die ersteren v.a. im europäischen Raum von Bedeutung sind, gelten die letzteren insbesondere für amerikanische Unternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Art und Anlass der Problemstellung: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen der deutschen Rechnungslegung und die Einführung internationaler Standards zur Verbesserung der Informationsvermittlung.
2. Aufstellen von Zwischenberichten: Hier werden die theoretischen Konzepte der unterjährigen Erfolgsermittlung sowie die konkreten Anforderungen verschiedener Standards (DRS 6, IAS 34, US-GAAP) detailliert gegenübergestellt.
3. Prüfen von Zwischenberichten: Das Kapitel behandelt die Bedeutung der Unterzeichnung durch Vorstände sowie die Notwendigkeit und den Ablauf freiwilliger prüferischer Durchsichten durch Abschlussprüfer.
4. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Der Autor resümiert die Relevanz zeitnaher Informationen für den Kapitalmarkt und fordert eine einheitlichere, verpflichtende Standardisierung für die Zwischenberichterstattung.
Schlüsselwörter
Zwischenberichterstattung, Quartalsbericht, Halbjahresbericht, Rechnungslegung, DRS 6, IAS 34, US-GAAP, Kapitalmarkt, Informationsvermittlung, Abschlussprüfung, Ad-hoc-Publizität, Konzernrechnungslegung, Börsenrecht, Transparenz, Investorenschutz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Aufstellen und Prüfen von Zwischenberichten börsennotierter Unternehmen unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Rechnungslegungsstandards.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den gesetzlichen Rahmenbedingungen, den Unterschieden zwischen den Rechnungslegungsstandards (DRS 6, IAS 34, US-GAAP) und der Prüfungspraxis unterjähriger Berichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Bedeutung der Zwischenberichterstattung als Instrument der Kapitalmarktkommunikation zu analysieren und die aktuelle Entwicklung hin zu international einheitlichen Standards aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und wertet relevante Gesetze, Standards und empirische Studien aus, um die Praxis der Zwischenberichterstattung zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Problemstellung, die verschiedenen Ansätze zur unterjährigen Erfolgsermittlung, den Vergleich der Standards bei der Berichterstellung sowie die Aspekte der Unterzeichnung und Prüfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Zwischenberichterstattung, DRS 6, IAS 34, US-GAAP, Informationsvermittlung und Kapitalmarkttransparenz.
Warum ist die Trennung zwischen Ad-hoc-Publizität und Zwischenberichten wichtig?
Während Zwischenberichte zur regelmäßigen Information über die Geschäftsentwicklung dienen, sollen Ad-hoc-Mitteilungen spezifisch Insiderhandel verhindern und kurzfristige kursrelevante Ereignisse transparent machen.
Welche Rolle spielt die Prüfung von Zwischenberichten für das Anlegervertrauen?
Da gesetzlich oft keine Pflicht zur Prüfung besteht, stärkt eine freiwillige prüferische Durchsicht durch einen Abschlussprüfer die Glaubwürdigkeit der Finanzdaten und somit das Vertrauen der Anleger.
- Quote paper
- Daniel Steinberg (Author), 2003, Aufstellen und Prüfen von Zwischenberichten (Quartals- und Halbjahresberichte), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22041