Die ersten FOC sind Ende der 70-er Jahre in den USA entstanden, heute gibt es dort etwa 350 Center dieser Art. Keine andere Vertriebsform hatte in den letzten Jahren eine solchen Zuwachs an Fläche und Umsatz wie FOC. In Europa wurden die ersten Factory-Outlet- Konzepte in Frankreich und Großbritannien Anfang der 90-er Jahre entwickelt. Deshalb ist es keine Überraschung, dass Investoren und Projektentwickler sich seit einiger Zeit bemühen auch in Deutschland solche Projekte zu verwirklichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition
2. Die Entwicklung der FOC in Deutschland
3. Die landesplanerische Einordnung
4. Der Standort
5. Die Sortiments- und Preisstruktur
6. FOC – eine Antwort auf aktuelle Konsumtrends
7. Chancen und Risiken dieser neuen Verkaufsform
7.1 Mögliche negative Auswirkungen
7.1.1 Auswirkungen auf den Einzelhandel
7.1.2 Raumordnerische Auswirkungen
7.2 Mögliche positive Auswirkungen
7.2.1 Auswirkungen auf den Einzelhandel
7.2.2 Raumordnerische und städtebauliche Auswirkungen
8. Zweibrücken Outlet Village
9. Die Architektur
10. Geplanter Einzugsbereich
11. Zu erwartendes Kundenpotential
11.1 Umfragen: SWR
12. Befürchtungen des örtlichen Einzelhandels und der betroffenen Gemeinden
13. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht Factory Outlet Center (FOC) als aufkommende Einzelhandelsform in Deutschland. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie diese Zentren im Kontext von Raumordnung, bestehendem Einzelhandel und veränderten Konsumtrends zu bewerten sind, unter besonderer Berücksichtigung des Projekts "Zweibrücken Outlet Village".
- Analyse der Definition und historischen Entwicklung von FOC.
- Untersuchung der landesplanerischen Rahmenbedingungen und Standortanforderungen.
- Bewertung der ökonomischen Chancen und Risiken für den Facheinzelhandel.
- Detaillierte Vorstellung des geplanten Zweibrücken Outlet Village als Fallbeispiel.
- Auswertung von Kundenpotentialen und Umfragen zur Akzeptanz in der Bevölkerung.
Auszug aus dem Buch
4. Der Standort
Projektentwickler in ganz Deutschland sind auf der Suche nach optimalen Standorten die auch genehmigungsfähig sind. Dabei sucht man in erster Linie Standorte die hervorragend verkehrlich erreichbar sind irgendwo außerhalb, mitten im Nichts („middle of nowhere“). Favorisierte Standortgemeinden sind Mittel- und Unterzentren mit direktem Autobahnanschluß. Solch eine verkehrlich günstige Lage zielt auf die Erschließung möglichst vieler Oberzentren und deren Verdichtungsräume. Im Fall Zweibrücken z.B. erwartet man Kunden aus dem Raum Frankfurt. Wichtig ist außerdem eine periphere Lage, so daß die Konkurrenz zwischen dem FOC und dem ansässigen Einzelhandel in den Städten regionalwirtschaftlich verträglich ist.
Aus diesem Grund sind neben einer guten Erreichbarkeit aus den Ballungsräumen und einer günstiger Verkehrsanbindung auch die Akzeptanz eines FOC bei den Herstellern, denn sie wollen nicht zur Konkurrenz ihrer eigenen Ware im Einzelhandelsvertrieb werden. Genauso berücksichtigt werden muss – wie schon oben angesprochen – die Bedingungen der Raumordnungspolitik. Außerdem sind Standorte die ein hohen Bevölkerungs- und Kaufkraftpotential in der Umgebung aufweisen zu bevorzugen.
Grundsätzlich ist zwischen drei möglichen Standorten zu unterscheiden: (GfK, 1997, S. 7) 1. Middle of nowhwere: Bei dieser Standortentscheidung soll der Konflikt zwischen dem markenorientierten Einzelhandel und dem Factory Outlet Center vermieden werden. Ein weiterer Vorteil sind die günstigen Grundstückspreise in peripherer Lage. Außerdem könnte die Ansiedlung ein Anstoß für eine positive Entwicklung der Infrastruktur in der Region bedeuten. Nachteil könnte die fehlende Kaufkraft sein. Außerdem ist bei den Gesetzen der derzeitigen Raumordung eine Genehmigung eher unwahrscheinlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Entstehung von FOC in den USA und Europa sowie deren zunehmende Bedeutung für den deutschen Markt.
1.1 Definition: Begriffliche Abgrenzung von FOC als Einkaufszentren für Markenwaren direkt vom Hersteller.
2. Die Entwicklung der FOC in Deutschland: Darstellung der Tradition des Fabrikverkaufs und des aktuellen Marktwandels hin zu größeren FOC-Strukturen.
3. Die landesplanerische Einordnung: Erläuterung der raumordnerischen Genehmigungsverfahren und der schwierigen Balance zwischen Investition und dem Schutz bestehender Versorgungszentren.
4. Der Standort: Analyse der Anforderungen an Standorte, wie verkehrliche Anbindung und räumliche Distanz zur Innenstadt-Konkurrenz.
5. Die Sortiments- und Preisstruktur: Beschreibung des Angebots von Auslaufmodellen und B-Ware zu reduzierten Preisen zur Vermeidung direkter Konkurrenz zum Facheinzelhandel.
6. FOC – eine Antwort auf aktuelle Konsumtrends: Diskussion, wie FOC das geänderte Einkaufsverhalten mobiler und markenbewusster Konsumenten bedienen.
7. Chancen und Risiken dieser neuen Verkaufsform: Gegenüberstellung von negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel und mögliche Chancen für strukturschwache Regionen.
7.1 Mögliche negative Auswirkungen: Analyse des befürchteten Kaufkraftabflusses und der strukturellen Gefahren für den Facheinzelhandel.
7.1.1 Auswirkungen auf den Einzelhandel: Vertiefung der Ängste vor Geschäftsaufgaben und Arbeitsplatzverlusten im klassischen Handel.
7.1.2 Raumordnerische Auswirkungen: Betrachtung der städtebaulichen Risiken bei falscher Standortwahl und überdimensionierter Verkaufsfläche.
7.2 Mögliche positive Auswirkungen: Darstellung des Potenzials zur Modernisierung des Wettbewerbs.
7.2.1 Auswirkungen auf den Einzelhandel: Kurzer Ausblick auf die belebende Wirkung des Wettbewerbs.
7.2.2 Raumordnerische und städtebauliche Auswirkungen: Beschreibung der touristischen und ökonomischen Aufwertungschancen durch "Smart-Shopping".
8. Zweibrücken Outlet Village: Detaillierte Vorstellung des Konversionsprojekts Designer Outlet Center in Zweibrücken.
9. Die Architektur: Erläuterung des "Dorfcharakters" und des "Offene-Mall"-Konzepts in Zweibrücken.
10. Geplanter Einzugsbereich: Darstellung des weitreichenden Einzugsgebiets von Zweibrücken.
11. Zu erwartendes Kundenpotential: Einschätzung der Kaufkraft und des Bildungsniveaus der Zielgruppe.
11.1 Umfragen: SWR: Präsentation der Ergebnisse einer Meinungsumfrage zur Akzeptanz von FOC in Rheinland-Pfalz.
12. Befürchtungen des örtlichen Einzelhandels und der betroffenen Gemeinden: Zusammenfassung der rechtlichen Auseinandersetzungen und Bedenken der umliegenden Kommunen.
13. Fazit: Einschätzung zur Unvermeidbarkeit der FOC-Entwicklung und Plädoyer für eine raumverträgliche Ansiedlungspolitik.
Schlüsselwörter
Factory Outlet Center, FOC, Einzelhandel, Markenartikel, Raumordnung, Standortplanung, Zweibrücken, Konsumtrends, Kaufkraft, Fabrikverkauf, Wettbewerb, Strukturschwäche, Markenbewusstsein, Stadtentwicklung, Landesplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Factory Outlet Center (FOC) als neue Form des Einzelhandels in Deutschland und bewertet deren Auswirkungen auf die Handelslandschaft und die Raumplanung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Themen Standortwahl, Sortimentsstruktur, raumordnerische Verträglichkeit, Wettbewerbsdruck auf den Facheinzelhandel sowie die Kundenakzeptanz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das neue Konzept der FOC, das sich in der Entwicklungsphase befindet, in die deutsche Handelsstruktur integriert werden kann, ohne die bestehenden Zentren unverhältnismäßig zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse, die Auswertung von Marktstudien (wie z.B. von der GfK), Umfragedaten und den Fallbericht zum Projekt in Zweibrücken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung, die Analyse der Standortanforderungen, die Chancen-Risiken-Abwägung für den Handel und eine detaillierte Fallstudie zum Zweibrücken Outlet Village.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie "Factory Outlet Center", "Raumordnung", "Standortfaktor", "Markenartikel" und "Einzelhandelskonkurrenz" charakterisiert.
Warum ist das Projekt Zweibrücken Outlet Village für die Studie besonders relevant?
Zweibrücken dient als zentrales Fallbeispiel, da es mit seiner Größe und dem "Vier-Säulen-Konzept" die Herausforderungen und Konflikte einer solchen Großansiedlung in einer strukturschwachen Region exemplarisch darstellt.
Welche Rolle spielt die Bevölkerungsumfrage in der Untersuchung?
Die SWR-Umfrage unterstreicht die gespaltene Meinung in der Bevölkerung und verdeutlicht, dass die Akzeptanz von FOC stark vom Alter und der persönlichen Einkaufspräferenz der Konsumenten abhängt.
- Quote paper
- Nicole Horenburg (Author), 2000, Factory Outlet Center (FOC) - Eine neue Einzelhandelsform in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22163