Zielsetzung der vorliegenden wissenschaftlichen Arbeit ist eine Untersuchung des Publizitätsinstruments „Zwischenbericht“ im Hinblick auf seine theoretische Fundierung und die Ausgestaltung der dafür geltenden österreichischen, internationalen und amerikanischen Normen. In Form einer Gegenüberstellung sollen vor allem die Unterschiede der gegenwärtigen unterjährigen Rechnungslegung in Österreich, unter besonderer Berücksichtigung des erst seit kurzem geltenden Regelwerks Prime Market, angesichts der Gepflogenheiten laut IAS und US-GAAP offensichtlich gemacht werden. Zu diesem Zweck wird auf eine kritische Auseinandersetzung mit den für Zwischenberichte geltenden inhaltlichen Anforderungen, Veröffentlichungsgepflogenheiten und Prüfungsmodalitäten großer Wert gelegt. Die so gewonnenen Ergebnisse sollen als Input für weitere Überlegungen zur Fortentwicklung der unterjährigen Publizität in Österreich beitragen und die Wichtigkeit einer ausgeprägten Zwischenberichtspublizität erkennen lassen. [...] Der Grundstein für diese Diplomarbeit wurde im Zuge meiner Lernvorbereitungen für die Fachprüfung im Bereich der betrieblichen Finanzierung gelegt. Die diversen Themenbereiche erstreckten sich in diesem Zusammenhang unter anderem auch auf das Teilgebiet der Finanzinformationssysteme und Unternehmensberichterstattung, wodurch mein Interesse im Laufe des Lernfortschritts mehr und mehr geweckt wurde. Die Tatsache, dass die unterjährige Berichterstattung trotz gegenwärtiger laufender Weiterentwicklung in Österreich bis dato nur wenig betriebswirtschaftliche Aufarbeitung fand, hat mich schließlich dazu bewogen dieses Thema für meine wissenschaftliche Arbeit heranzuziehen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMATIK
1.2 ZIELSETZUNG UND AUFBAU DER ARBEIT
2 GRUNDLAGEN DER ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG
2.1 BEGRIFFSABGRENZUNG
2.2 EINORDNUNG DES ZWISCHENBERICHTS IN DAS PUBLIZITÄTSSYSTEM BÖRSENNOTIERTER UNTERNEHMEN
2.3 ZIELSETZUNGEN DER ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG
2.4 FUNKTIONEN DER ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG
2.4.1 Informationsfunktion als Hauptaufgabe der Zwischenberichterstattung
2.4.2 Prognosefunktion
2.4.3 Kontrollfunktion
2.4.4 Verbindungsfunktion
2.4.4.1 Integrativer Ansatz
2.4.4.2 Eigenständiger Ansatz
2.4.4.3 Kombinierter Ansatz
2.4.5 Weitere Funktionen
2.5 GRUNDSÄTZE ORDNUNGSMÄßIGER ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG
3 KURZER HISTORISCHER ABRISS UND DARSTELLUNG DER RECHTLICHEN GRUNDLAGEN DER ZWISCHENBERICHTE RSTATTUNG AUF ÖSTERREICHISCHER, INTERNATIONALER UND EUROPÄISCHER EBENE
3.1 ÖSTERREICHISCHE VORSCHRIFTEN ZUR ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG
3.2 INTERNATIONALE VORSCHRIFTEN ZUR ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG
3.2.1 Vorschriften zur Zwischenberichterstattung nach IAS
3.2.2 Vorschriften zur Zwischenberichterstattung nach US-GAAP
3.3 EUROPÄISCHE ENTWICKLUNGEN IM BEREICH DER ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG
4 INHALTLICHE ANFORDERUNGEN AN DEN ZWISCHENBERICHT LAUT ÖSTERREICHISCHEN BESTIMMUNGEN, IAS UND US-GAAP
4.1 ÖSTERREICHISCHE REGELUNGEN ZUM INHALT DES ZWISCHENBERICHTS
4.1.1 Inhalt des Zwischenberichts laut BörseG
4.1.1.1 Zahlenangaben
4.1.1.2 Erläuterungen
4.1.2 Inhalt des Zwischenberichts laut Regelwerk Prime Market
4.2 REGELUNGEN ZUM INHALT DES ZWISCHENBERICHTS LAUT IAS
4.2.1 Zahlenangaben
4.2.2 Erläuterungen
4.3 REGELUNGEN ZUM INHALT DES ZWISCHENBERICHTS LAUT US-GAAP
4.3.1 Inhalt des Zwischenberichts laut Form 10-Q
4.3.1.1 Zahlenangaben
4.3.1.2 Ergänzende Angaben und Erläuterungen
4.3.2 Inhalt des Zwischenberichts laut APB Opinion No. 28
4.4 KRITISCHE WÜRDIGUNG
5 FRIST UND FORM DER VERÖFFENTLICHUNG VON ZWISCHENBERICHTEN LA UT ÖSTERREICHISCHEN BESTIMMUNGEN, IAS UND US-GAAP
5.1 REGELUNGEN BEZÜGLICH DER VERÖFFENTLICHUNG IN ÖSTERREICH
5.1.1 Veröffentlichung des Zwischenberichts laut BörseG
5.1.2 Veröffentlichung des Zwischenberichts laut Regelwerk Prime Market
5.2 IAS REGELUNGEN BEZÜGLICH DER VERÖFFENTLICHUNG
5.3 US-GAAP REGELUNGEN BEZÜGLICH DER VERÖFFENTLICHUNG
5.4 KRITISCHE WÜRDIGUNG
6 DIE PRÜFUNG VON ZWISCHENBERICHTEN LAUT ÖSTERREICHISCHEN BESTIMMUNGEN, IAS UND US-GAAP
6.1 PRÜFUNG DES ZWISCHENBERICHTS IN ÖSTERREICH
6.1.1 Prüfung des Zwischenberichts laut BörseG
6.1.2 Prüfung des Zwischenberichts laut Regelwerk Prime Market
6.2 PRÜFUNG DES ZWISCHENBERICHTS LAUT IAS
6.3 PRÜFUNG DES ZWISCHENBERICHTS LAUT US-GAAP
6.4 KRITISCHE WÜRDIGUNG
7 SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Diplomarbeit untersucht das Publizitätsinstrument „Zwischenbericht“ unter Berücksichtigung seiner theoretischen Fundierung sowie der geltenden nationalen und internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Dabei werden insbesondere die Unterschiede der unterjährigen Rechnungslegung in Österreich im Vergleich zu IAS und US-GAAP sowie der Einfluss des Regelwerks „Prime Market“ analysiert, um auf Basis einer kritischen Auseinandersetzung Input für die Fortentwicklung der Zwischenberichtspublizität in Österreich zu liefern.
- Theoretische Fundierung und Funktionen der Zwischenberichterstattung.
- Rechtliche Grundlagen und Anforderungen an den Zwischenbericht in Österreich, nach IAS und US-GAAP.
- Kritische Analyse und Gegenüberstellung der inhaltlichen Ausgestaltungsformen.
- Veröffentlichungsmodalitäten und Prüfungsvorschriften für unterjährige Berichte.
Auszug aus dem Buch
2.4.4.1 Integrativer Ansatz
Der integrative Ansatz (integral view) betrachtet die unterjährige Berichtsperiode - ausgehend von der Annahme, der Jahresabschluss stehe im Mittelpunkt der Informationsinteressen von Investoren - als einen integralen Bestandteil der Jahresperiode. Die Hauptaufgabe der Zwischenberichterstattung wird darin gesehen, den bestehenden und potentiellen Anteilseignern eine möglichst genaue Prognose des Jahresergebnisses und der Dividendenausschüttung zu ermöglichen, weshalb sich beim integrativen Ansatz unterjährige Erfolgszahlen an den zu erwartenden jährlichen Erfolgszahlen orientieren.
Für eine taugliche Prognose des Jahresergebnisses ist es notwendig zu einem Zwischenergebnis zu gelangen, welches auf das Jahresergebnis linear extrapoliert werden kann. Die Zahlen der Zwischenperiode sind insofern unter dem Aspekt der „Vorläufigkeit“ und der Projektion auf das Jahresergebnis zu betrachten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der unterjährigen Publizität und Darlegung der Zielsetzung sowie des Aufbaus der Arbeit.
2 GRUNDLAGEN DER ZWISCHENBERICHTERSTATTUNG: Definition und Einordnung des Zwischenberichts in das Publizitätssystem sowie Erläuterung der Funktionen und ordnungsmäßigen Grundsätze.
3 KURZER HISTORISCHER ABRISS UND DARSTELLUNG DER RECHTLICHEN GRUNDLAGEN DER ZWISCHENBERICHTE RSTATTUNG AUF ÖSTERREICHISCHER, INTERNATIONALER UND EUROPÄISCHER EBENE: Historische Entwicklung und rechtliche Rahmenbedingungen für die Zwischenberichterstattung.
4 INHALTLICHE ANFORDERUNGEN AN DEN ZWISCHENBERICHT LAUT ÖSTERREICHISCHEN BESTIMMUNGEN, IAS UND US-GAAP: Detaillierte Analyse der Anforderungen an Zahlenangaben und Erläuterungen nach unterschiedlichen Regelwerken.
5 FRIST UND FORM DER VERÖFFENTLICHUNG VON ZWISCHENBERICHTEN LA UT ÖSTERREICHISCHEN BESTIMMUNGEN, IAS UND US-GAAP: Darstellung der Modalitäten und Fristen für die Veröffentlichung von Zwischenberichten.
6 DIE PRÜFUNG VON ZWISCHENBERICHTEN LAUT ÖSTERREICHISCHEN BESTIMMUNGEN, IAS UND US-GAAP: Untersuchung der Prüfungsmodalitäten und der Bedeutung der prüferischen Durchsicht für die Glaubwürdigkeit der Berichte.
7 SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK: Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der unterjährigen Publizität.
Schlüsselwörter
Zwischenbericht, Zwischenberichterstattung, Publizität, Anlegerschutz, BörseG, IAS, US-GAAP, Prime Market, Quartalsbericht, Jahresabschluss, Erfolgsermittlung, Rechnungslegung, Informationsfunktion, Prognosefunktion, Kontrollfunktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Zwischenberichterstattung börsennotierter Unternehmen und untersucht deren theoretische Grundlagen sowie die aktuellen Anforderungen an Inhalt, Form und Prüfung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die Funktionen des Zwischenberichts, die rechtlichen Regelungen in Österreich im Vergleich zu internationalen Standards (IAS) und amerikanischen Vorschriften (US-GAAP) sowie die Entwicklung durch das Regelwerk „Prime Market“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist eine kritische Gegenüberstellung und Analyse der unterschiedlichen nationalen und internationalen Anforderungen, um Empfehlungen für eine Fortentwicklung der Zwischenberichtspublizität in Österreich abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Fundierung sowie eine umfassende Literaturrecherche und Gegenüberstellung bestehender gesetzlicher und normativer Anforderungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Grundlagen, historischen Entwicklungen, inhaltliche Anforderungen, Veröffentlichungspflichten und Prüfungsbestimmungen des Zwischenberichts in verschiedenen Rechnungslegungssystemen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Zwischenberichterstattung, Anlegerschutz, Publizität, IAS, US-GAAP, Prime Market und Rechnungslegungsstandards.
Inwiefern beeinflusst das Regelwerk „Prime Market“ die österreichische Zwischenberichterstattung?
Das Regelwerk Prime Market stellt ein privatrechtliches Instrument dar, das strengere Publizitäts- und Qualitätskriterien für notierte Unternehmen einführt und somit Defizite des österreichischen Börsegesetzes ausgleichen soll.
Was unterscheidet den „integrativen Ansatz“ vom „eigenständigen Ansatz“ bei der Erfolgsermittlung?
Der integrative Ansatz betrachtet die Zwischenperiode als integralen Bestandteil des Geschäftsjahres mit dem Ziel der Ergebnisprognose, während der eigenständige Ansatz die Zwischenperiode als abgeschlossene Berichtsperiode für die retrospetive Kontrolle interpretiert.
- Quote paper
- Marlene Foditsch (Author), 2003, Die Zwischenberichtspublizität nach österreichischen Vorschriften, IAS und US-GAAP, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22191