Das Thema meiner Hausarbeit bezieht sich auf zwei Theorien, wovon eine in unserem Seminar „Zeitdiagnose und Erwachsenenbildung“ thematisiert wurde. Die „Erlebnisgesellschaft“ von Gerhard Schulze war neben anderen Gesellschaftsbildern wie z.B. der Risikogesellschaft von Beck oder der Wissensgesellschaft, eine weitere Zeitdiagnose, die wir genauer betrachteten. Das Werk von Bourdieu, „Die feinen Unterschiede“ kam nur am Rande in der Literatur zur Sprache, steht aber, wie ich bei meiner Erarbeitung des Referats über die „Erlebnisgesellschaft“ feststellte, in einem engen Zusammenhang zu Schulzes Studie. Deshalb möchte ich als Ausarbeitung des Referats in dieser Hausarbeit den Vergleich zwischen diesen beiden Theorien erarbeiten und kurz das Leben der beiden Theoretiker beleuchten. Im Anschluss an den Vergleich werde ich dann noch kurz auf den Aspekt der Erlebnisgesellschaft als Zeitdiagnose in Verbindung mit der Erwachsenenbildung eingehen. Im Mittelpunkt sollen allerdings die Hauptaspekte der beiden Theorien und ein kurzer Vergleich stehen. Als Primärliteratur dienen mir die beiden Hauptwerke der Theoretiker Schulze („Die Erlebnisgesellschaft“) und Bourdieu („Die feinen Unterschiede“). Zusätzliche Informationen -insbesondere über die Lebensläufe- und die Bildquellen, stammen aus dem Internet und aus soziologischen Fachbüchern.
Inhaltsverzeichnis
2 EINLEITUNG
3 PIERRE BOURDIEU UND SEIN WERK „DIE FEINEN UNTERSCHIEDE“
3.1 LEBENSLAUF
3.2 EINLEITUNG IN „DIE FEINEN UNTERSCHIEDE“
3.2.1 DER BEGRIFF DES „HABITUS“ UND DES „SOZIALEN RAUMES“
3.2.2 DIE KAPITALARTEN
3.3 „DIE FEINEN UNTERSCHIEDE“ UND DER BEGRIFF DES GESCHMACKS
4 GERHARD SCHULZES MODELL DER ERLEBNISGESELLSCHAFT
4.1 LEBENSLAUF
4.2 MODELL DER ERLEBNISGESELLSCHAFT
4.2.1 ALLTAGSÄSTHETISCHE SCHEMATA
4.2.2 FÜNF MILIEUBESCHREIBUNGEN
4.2.2.1 NIVEAUMILIEU
4.2.2.2 HARMONIEMILIEU
4.2.2.3 INTEGRATIONSMILIEU
4.2.2.4 SELBSTVERWIRKLICHUNGSMILIEU
4.2.2.5 UNTERHALTUNGSMILIEU
5 DISKUSSION: WAS VERBINDET DIE DARGESTELLTEN THEORIEN?
6 ZUM SCHLUSS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit vergleicht die soziologischen Theorien der „Erlebnisgesellschaft“ von Gerhard Schulze und „Die feinen Unterschiede“ von Pierre Bourdieu, um deren Erklärungsgehalt für moderne gesellschaftliche Lebensstile und die Rolle des Geschmacks zu untersuchen.
- Lebensläufe und theoretische Ansätze der beiden Soziologen.
- Analyse des Habitus-Begriffs und der Kapitalarten bei Bourdieu.
- Darstellung der alltagsästhetischen Schemata und Milieus bei Schulze.
- Kritische Diskussion der Verbindungspunkte und Unterschiede beider Theorien.
- Reflexion der Relevanz für zeitgenössische Zeitdiagnosen und die Erwachsenenbildung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Der Begriff des „Habitus“ und des „sozialen Raumes“
Für Bourdieu werden Gruppen durch die Stellung, die sie innerhalb eines Raumes einnehmen, definiert. Dieser Raum ist in verschiedene Felder eingeteilt in denen die oben genannten Kapitalarten im Umlauf sind. Die Erfahrungen, die der Mensch macht, verdichten sich zu Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata, dich sich zu einem System vereinen. Dieses System ist veränderbar und ermöglicht der Person einen Handlungsspielraum. Es formt sich zu einem Habitus.
Eine eindeutige Definition des Begriffes Habitus ist bei Bourdieu nicht gegeben. Er macht es sich eher zur Aufgabe, den Begriff einzukreisen und ihn so näher zu bestimmen. Im Habitus eines Menschen kommt laut Bourdieu immer das zum Vorschein, was einen Menschen zu einem gesellschaftlichen Wesen macht. Es werden dort die Merkmale, wie z.B. seine Fähigkeiten, Gewohnheiten, Einstellungen und Überzeugungen, verdeutlicht, die der Mensch durch seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten, festgelegten Klasse erhalten hat.
Zusammenfassung der Kapitel
2 EINLEITUNG: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die beiden zentralen soziologischen Theorien im Kontext der Zeitdiagnose gegenüberzustellen.
3 PIERRE BOURDIEU UND SEIN WERK „DIE FEINEN UNTERSCHIEDE“: Biografische Einführung und Erläuterung der Kernkonzepte Habitus, sozialer Raum sowie der verschiedenen Kapitalarten.
4 GERHARD SCHULZES MODELL DER ERLEBNISGESELLSCHAFT: Vorstellung des Modells der Erlebnisgesellschaft, der alltagsästhetischen Schemata und der differenzierten Milieubeschreibungen.
5 DISKUSSION: WAS VERBINDET DIE DARGESTELLTEN THEORIEN?: Kritische Gegenüberstellung beider Ansätze und Analyse der theoretischen Schnittmengen sowie Divergenzen hinsichtlich Klassenstruktur und Lebensstilwahl.
6 ZUM SCHLUSS: Fazit zur Aktualität des Milieumodells und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der Erwachsenenbildung.
Schlüsselwörter
Erlebnisgesellschaft, Die feinen Unterschiede, Pierre Bourdieu, Gerhard Schulze, Habitus, sozialer Raum, Kapitalarten, Alltagsästhetik, Milieumodell, Lebensstil, Klassenstruktur, Zeitdiagnose, Geschmacksdimensionen, Sozialpsychologie, Erwachsenenbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht zwei einflussreiche soziologische Gesellschaftsdiagnosen: das Konzept der „Erlebnisgesellschaft“ von Gerhard Schulze und die Theorie der feinen Unterschiede von Pierre Bourdieu.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Entstehung von Lebensstilen, die Bedeutung von Geschmack als soziales Distinktionsmerkmal sowie die Veränderung von sozialen Milieus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine Gegenüberstellung der Theorien, um zu prüfen, inwieweit klassische Klassenmodelle durch modernere Lebensstilansätze in der aktuellen Gesellschaft abgelöst oder ergänzt wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und dem Vergleich von Primär- und Sekundärliteratur im Kontext soziologischer Gesellschaftsbegriffe.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Theorien Bourdieus (Habitus, Kapitalarten) und Schulzes (alltagsästhetische Schemata, Milieus) sowie deren anschließende Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Habitus, Erlebnisgesellschaft, Distinktion, Milieubeschreibungen und den sozialen Raum definiert.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von „Geschmack“ zwischen Bourdieu und Schulze?
Während Bourdieu Geschmack als stark durch Herkunft und Kapitalausstattung determiniert sieht (Distinktion), betont Schulze eher die freie Wahl der Individuen innerhalb verschiedener ästhetischer Milieus.
Welche Bedeutung hat das „neue Kleinbürgertum“ in Bourdieus Theorie?
Es dient als spezifisches Beispiel für eine Gruppe, die sich moralisch zum Genuss verpflichtet fühlt, da sie die Rituale der legitimen Kultur nicht vollständig beherrschen kann.
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- Christina Hilker (Author), 2003, Schulzes Modell der Erlebnisgesellschaft und Bourdieus 'Die feinen Unterschiede'! -eine Gegenüberstellung der beiden Theorien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/22206